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Martin Knosp


Martin Knosp (* 7. Oktober 1959 in Renchen) ist ein ehemaliger deutscher Freistilringer und Weltmeister 1981 im freien Stil im Weltergewicht.

Werdegang

Martin Knosp begann bereits als Schüler beim ASV Urloffen mit dem Ringen. Der hochtalentierte Sportler wurde bereits mit 12 Jahren 1972 deutscher Schülermeister im Freistilringen in der Klasse bis 37 kg Körpergewicht. Unter Anleitung seines Trainers Siegfried Stöckel entwickelte er sich stetig weiter und wurde in den folgenden Jahren noch dreimal deutscher Jugendmeister und viermal deutscher Juniorenmeister.

Auch im internationalen Bereich war er schon als Junior sehr erfolgreich und belegte bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Las Vegas den 3. Platz im Weltergewicht und wurde 1978 Junioren-Europameister im finnischen Oulu. 1979 wollte er auch bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Ulan-Bator starten, bei der er gute Aussichten auf den Titelgewinn gehabt hätte. Die mongolischen Behörden verhinderten dies jedoch, indem sie Martin kein Visum ausstellten.

Martin Knosp war ein technisch hochversierter und ungemein schneller Ringer, der ständig vorwärtsging und seinen Gegnern keine Verschnaufpause ließ. Dies bekamen ab 1979 auch seine Gegner im Seniorenbereich zu spüren.

Bei seinem ersten Start im Seniorenbereich wurde er in Bukarest gleich Vizeeuropameister im Weltergewicht. Die Finalisten in dieser Gewichtsklasse Martin Knosp, Alexandar Nanew aus Bulgarien und Abdul Muslimow aus der Sowjetunion besiegten sich gegenseitig, aber Muslimow hatte das beste Punkteverhältnis aus den Vorkämpfen und wurde so Europameister. Auch bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in San Diego gewann der 19-jährige Martin Knosp die Silbermedaille. Er besiegte fünf Gegner und unterlag erst im Finale dem erfahrenen Leroy Kemp aus den USA.

1980 wurde Martin erstmals Europameister mit Schultersiegen über Hannu Övermark aus Finnland in 34 Sekunden, über Riccardo Niccolini aus Italien in 58 Sekunden, über Rüdi Marro aus der Schweiz in 118 Sekunden und über Reinhold Steingräber aus der DDR in 66 Sekunden. Er machte damit seinem Namen als „Sprinter auf der Ringermatte“, den der bekannte Sportjournalist Karl Adolf Scherer geprägt hatte, alle Ehre. Lediglich im Finale gegen den sowjetischen Sportler Guren Makarasaschwili musste er über die volle Kampfzeit gehen, gewann aber mit 12:8 Punkten. Durch den Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau durch die Bundesregierung wurde Martin Knosp, der sich in Höchstform befand, wahrscheinlich um den Olympiasieg gebracht.

Bei der Europameisterschaft 1981 in Łódź verletzte sich Martin im Kampf gegen den Tschechen Holoubek und war im Poolfinale gegen den sowjetischen Sportler Elbrus Korajew nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, so dass er eine 1:4 Punktniederlage einstecken musste. Wieder gesund, besiegte Martin bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Skoplje alle seine Gegner, einschließlich Leroy Kemp und wurde Weltmeister.

1982 gewann Martin in Warna seinen zweiten Europameisterschaftstitel. Im Finale bezwang er den Finnen Pekka Rauhala haushoch mit 11:0 Punkten. Bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres konnte Martin wegen beruflichen Stresses und damit verbundenen Trainingsrückstandes nicht gut vorbereitet an den Start gehen. Die Folge waren zwei Niederlagen gegen Alexandar Nanew und Leroy Kemp, die sein frühes Ausscheiden zur Folge hatten.

1983 hatte er bei der Europameisterschaft in Budapest verletzte er sich schon in seinem ersten Kampf gegen den Rumänen Tamaduianu und konnte nicht mehr weiterringen. Bei der Weltmeisterschaft 1983 in Kiew war er wieder einigermaßen hergestellt, verlor aber in seinem Poolfinale gegen den neuen US-amerikanischen Ringerstar David Schultz nach Punkten, gewann aber noch die Bronzemedaille. Vor dem Rückflug von Kiew in die BRD mussten er und sein Bruder Erwin sich bei einer Kontrolle bis auf die Unterhose entkleiden und Martin Knosp musste eine Fußbandage entfernen, damit sich die „Organe“ überzeugen konnten, dass er kein Staatseigentum außer Landes bringen wollte.

Bei der Europameisterschaft 1984 in Jönköping brillierte Martin mit vier schnellen Siegen über starke Gegner, fand aber im Endkampf gegen den sowjetischen Sportler Taram Magomedow keine Einstellung und lag schon mit 0:11 Punkten in Rückstand, ehe er nach 2.02 Minuten sogar geschultert wurde. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles kämpfte sich Martin mit fünf überlegenen Siegen in das Finale, wo er wieder auf Dave Schultz traf. Der Amerikaner schlug eine sehr harte Gangart ein, die Martin eine blutige Augenbrauenverletzung einbrachte. Letztlich gewann Schultz mit 4:1 Punkten. Der Gewinn der Silbermedaille war trotzdem ein großer Erfolg für Martin.

Seine letzte internationale Meisterschaft bestritt Martin Knosp 1985 bei der Europameisterschaft in Leipzig. Er unterlag dabei im Poolfinale gegen den Bulgaren Padarew und gewann die Bronzemedaille.

Danach beendete Martin seine Ringerlaufbahn auf internationaler Ebene. Er war erst 26 Jahre alt, aber sein berufliches Fortkommen war ihm wichtiger.

Der gelernte Kaufmann Martin Knosp lebt heute in Urloffen und ist verheiratet. Er hat einen Sohn, Thomas, der auch ein erfolgreicher Ringkämpfer geworden ist. Beruflich ist Martin Knosp als Beamter im Landratsamt Ortenau tätig. Er ist zudem als Funktionär nach wie vor im Ringkampfsport engagiert und ist derzeit Präsident des SBRV (Südbadischer Ringer Verband e.V.)

Internationale Erfolge

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = Freistil, Fe = Federgewicht, Le = Leichtgewicht, We = Weltergewicht, Mi = Mittelgewicht, damals bis 62 kg, 68 kg, 74 kg und 82 kg Körpergewicht)

  • 1977, 1. Platz, Großer Preis der BRD in Freiburg im Breisgau, F, Le, vor Eberhard Probst, DDR, Joe Gilligan, Großbritannien, Kurt Gansserich, BRD, Esmail Meron, Israel und Gerald Brauer, DDR;
  • 1977, 3. Platz, Junioren-WM in Las Vegas, F, W, hinter Chusello, USA und Guren Makarasaschwili, UdSSR und vor Kim, Korea, Walentin Rajtschew, Bulgarien und Catanalo, Italien;
  • 1978, 1. Platz, Junioren-EM in Oulu, F, W, vor Gudgiew, UdSSR, Munkwitz, DDR, Sahin, Türkei, Walentin Rajtschew und Barkoczy, Rumänien;
  • 1978, 1. Platz, Turnier in Athen, F, We, vor Iraklios Deskoulidis, Griechenland und L. Ordelli, Italien;
  • 1978, 6. Platz, WM in Mexiko-Stadt, F, We, mit Siegen über Daniel Poza, Kuba, Edy Weber, Schweiz und Iraklios Deskoulidis und Niederlagen gegen Leroy Kemp, USA und Mohammed Mohebbi, Iran;
  • 1979, 2. Platz, Großer Preis der BRD in Freiburg im Breisgau, F, We, hinter Reinhold Steingräber, DDR und vor Max Mongeon, Kanada, Rüdi Marro, Schweiz und Uwe Meumeister, DDR;
  • 1979, 2. Platz, EM in Bukarest, F, We, mit Siegen über Sahin Dogu, Türkei, Istvan Feher, Ungarn, Kiro Ristow, Jugoslawien und Abdul Muslimow, UdSSR und einer Niederlage gegen Alexandar Nanew, Bulgarien;
  • 1979, 1. Platz, „Werner-Seelenbinder“-Turnier in Leipzig, F, We, vor Bruce Kinseth, USA, Gerald Brauer und Christoph Baunack, DDR;
  • 1979, 2. Platz, WM in San Diego, F, We, mit Siegen über David McIntyre, Australien, Remi Myron, Israel, Bartl Brötzner, Österreich, Dschamtsyn Dawaadschaw, Mongolei und Nikolai Petrenko, UdSSr und einer Niederlage gegen Leroy Kemp;
  • 1980, 1. Platz, EM in Prievidza, F, We, mit Siegen über Hannu Övermark, Finnland, Ricardo Niccolini, Italien, Rüdi Marro, Reinhold Steingräber und Guren Makarasachwili
  • 1980, 1. Platz, Turnier in Bukarest, F, We, vor Niculae Petru und Marin Pirculabu, bde. Rumänien und Wassili Korenko, UdSSR;
  • 1981, 2. Platz, Großer Preis der BRD in Freiburg, hinter Elbrus Korajew, UdSSR und vor Bernd Radschunat, DDR und Bajram Ceroni, Jugoslawien;
  • 1981, 3.Platz, EM in Łódź, F, We, mit Siegen über Ionnis Goneas, Griechenland, Lubomir Holoubek, CSSR, Istvan Feher, Ryszard Scigalski, Polen und Barjam Ceroni und einer Niederlage gegen Elbrus Korajew;
  • 1981, 1. Platz, Turnier in Bratislava, F, We, vor Bernd Radschunat und Josef Lohyna, CSSR;
  • 1981, 1. Platz, EG-Meisterschaft, F, Mi, vor Günter Busarello, Österreich und Kerpes, Großbritannien;
  • 1981, 1. Platz, WM in Skoplje, F, We, mit Siegen über Den Walker, Großbritannien, Max Mongeon, Georgios Polikronidis, Griechenland, T. Davajaav, Leroy Kemp und Walentin Rajtschew;
  • 1982, 1. Platz, EM in Warna, F, We, vor Pekka Rauhala, Finnland, Juri Vorobiew, UdSSR, Istvan Feher, Michael Kleinschmidt, DDR und Dan Karabín, CSSR;
  • 1982, 11. Platz, WM in Edmonton, F, We, mit einem Sieg über Han, Korea und Niederlagen gegen Alexandar Nanew und Leroy Kemp;
  • 1983, 1. Platz, Turnier in Clermont-Ferrand, F, We, vor Raymann, Polen und Lubomir Holoubek;
  • 1983, 1. Platz, „Werner-Seelenbinder“-Turnier in Leipzig, F, We, vor Dan Karabín und Claudiu Tamaduiano;
  • 1983, 3. Platz, WM in Kiew, F, We, mit Siegen über Tamaduianu, Alexandar Nanew, Damdingiin Bajaraa, Mongolei und Pekka Rauhala und einer Niederlage gegen David Schultz, USA;
  • 1984, 2. Platz, EM in Jönköping, F, We, mit Siegen über Pekka Rauhale, Alcide Legrand, Frankreich, Burhan Sabancioglu, Türkei, Dan Karabin und einer Niederlage gegen Taram Magomedow, UdSSR;
  • 1984, Silbermedaille, OS in Los Angeles, F, We, mit Siegen über Bogiatzis, Griechebnland, Olawale, Nigeria, Bambe, Kamerun, Rajender Singh, Indien und Naomi Higuchi, Japan und einer Niederlage gegen David Schultz;
  • 1985, 1. Platz, Großer Preis der BRD in Aschaffenburg, F, We, vor Lubomir Holoubek, Adlan Varaew, UdSSR, Uwe Mauksch und Cengiz, Türkei;
  • 1985, 3. Platz, EM in Leipzig, F, We, mit Siegen über Uwe Mauksch, DDR, Variliadis, Griechenland, Rantala, Finnland, Domaschin, Rumänien und Sabancioglu und einer Niederlage gegen Padarew, Bulgarien;

Deutsche Meisterschaften

Zitate über Martin Knosp

„Der Sprinter auf der Ringermatte.“

Bild Zeitung

„Eleganz und Kampfkraft.“

Die Sport-Reportage

„Der Freistilkünstler aus der Ortenau.“

Badische Zeitung

„Der bärenstarke Mann vom ASV Urloffen.“

Sport 3

Weiterführende Literatur

  • International Wrestling Database der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschrift Der Ringer, Nummern 09/78, 05/79, 09/79, 05/80, 05/81, 10/81, 05/06/82, 09/82, 05/83, 10/83, 05/84, 09/84 und 05/85
  • Hundert Jahre Ringen in Deutschland, Verlag Der Ringer, Niedernberg, 1991, Seiten 186, 227 u. 228

Weblinks


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