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Marthe Gosteli


Marthe Gosteli (* 22. Dezember 1917 in Worblaufen; heimatberechtigt in Bolligen) ist eine Schweizer Frauenrechtlerin.

Leben

Marthe Gosteli wurde 1917 auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Worblaufen bei Bern geboren. Sie absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und machte Sprachaufenthalte in der Westschweiz und in London.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie für die Abteilung Presse und Funkspruch des Armeestabes. Nach dem Krieg leitete sie von 1949 bis 1953 und erneut von 1955 bis 1962 die Filmabteilung des Informationsdienstes an der US-amerikanischen Botschaft in Bern.

Ihre Erfahrungen mit den Medien stellte sie ab Mitte der 1960er Jahre ausschliesslich in den Dienst der Schweizer Frauenbewegung. In den Jahren 1964 bis 1968 war sie Präsidentin des bernischen Frauenstimmrechtsvereins, dessen Vorstand sie bereits von 1953 bis 1957 und 1963/64 angehörte. Von 1968 bis 1972 war sie Vorstandsmitglied und von 1967 bis 1971 Vizepräsidentin des Bundes Schweizerischer Frauenvereine. 1970/71 präsidierte sie die Arbeitsgemeinschaft der schweizerischen Frauenverbände für die politischen Rechte der Frau. Diese Organisation trug mit ihrem Verhandlungsgeschick mit dem Bundesrat wesentlich zur Annahme des Frauenstimmrechts auf eidgenössischer Ebene bei.

Marthe Gosteli gründete das Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung und 1982 die Gosteli-Stiftung.

Gosteli wurde 1989 mit dem Trudy-Schlatter-Preis, 1992 mit der Burgermedaille der Burgergemeinde Bern, 1995 mit einem Ehrendoktorat der Universität Bern und 2008 mit der silbernen Verdienstmedaille der Ökonomischen und Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern ausgezeichnet. 2011 erhielt sie zusammen mit der Historikerin Beatrix Mesmer den Menschenrechtspreis der Schweizer Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.[1]

Im Jahr 2000 gab sie das Buch «Vergessene Geschichte – Histoire oubliée» über die Geschichte der Schweizer Frauenbewegung von 1914 bis 1963 heraus.

Gosteli-Stiftung

Die Gosteli-Stiftung betreut das Archivmaterial der meisten Frauenverbände sowie die Nachlässe wichtiger Frauen der Zeitgeschichte. Das Archiv ist eine einmalige Institution in der Schweiz und kann als historisches Gedächtnis der Schweizer Frauenbewegung bezeichnet werden.

Werke

  • Marthe Gosteli (Hrsg.): Vergessene Geschichte – Histoire oubliée: Illustrierte Chronik der Frauenbewegung 1914–1963. Chronique illustrée du mouvement féministe 1914–1963. 2 Bände. Stämpfli Verlag, Bern 2000, ISBN 3-7272-9256-3.
  • Verena E. Müller: Bewegte Vergangenheit. 20 Jahre Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung. Hrsg. von Marthe Gosteli. Stämpfli Verlag, Bern 2002, ISBN 3-7272-1270-5.
  • Peter Moser, Marthe Gosteli (Hrsg.): Une paysanne entre ferme, marché et associations. Textes d’Augusta Gillabert-Randin 1918–1940. Verlag hier+jetzt, Baden 2005, ISBN 3-03-919012-1.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Menschenrechtspreis: Ehrung für Gosteli (Memento vom 25. Januar 2012 im Internet Archive), SF Tagesschau, 10. Dezember 2011, abgerufen am 16. Dezember 2011.

Literatur

Franziska Rogger: "Gebt den Schweizerinnen ihre Geschichte!". Marthe Gosteli, ihr Archiv und der übersehene Kampf ums Frauenstimmrecht. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2015, ISBN 978-3-03810-006-5


Kategorien: Archivar (Schweiz) | Ehrendoktor der Universität Bern | Geboren 1917 | Frauenrechtler | Schweizer | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Marthe Gosteli (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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