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Mark Lasarewitsch Gallai


Mark Lasarewitsch Gallai (russisch Марк Лазаревич Галлай; * 3. jul./ 16. April 1914 greg. in Sankt Petersburg; † 14. Juli 1998 in Moskau) war ein sowjetischer Testpilot, Ingenieur und Schriftsteller.

Leben

Gallai studierte am Luftfahrtinstitut in Leningrad. Bereits früh interessierte er sich für Flugzeuge. Er erwarb die Segel- und Motorfluglizenz und absolvierte einen Fallschirmspringer-Lehrgang. 1936 schloss er sein Studium als Flugzeugingenieur ab und wechselte 1937 zum ZAGI, wo er als Versuchspilot beschäftigt war.

Während des Zweiten Weltkrieges kämpfte Gallai ab 1941 zunächst als Pilot und dann als Kommandeur gegen die deutschen Invasoren. Dabei gelang ihm am 22. Juli 1941 während der deutschen Luftangriffe auf Moskau mit einer MiG-3 sein erster Abschuss, eine Do 17Z. Er war letztlich zu dieser Zeit als Testpilot am LII nicht zu ersetzen und wurde deshalb 1943 wieder aus den Kampfhandlungen herausgenommen.

Gallai galt als genialer Pilot, er flog bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn 1957 mindestens 124 verschiedene Flugzeugtypen. Dabei waren die Flugzeugtypen ausgesprochen unterschiedlich, vom Hubschrauber (Mil Mi-1) bis zu schweren Bombern wie Tupolew Tu-4 oder Mjassischtschew M-4 und vom Segelflugzeug bis zu einem erbeuteten Raketenabfangjäger Me 163S. Zeitweise hatte er seine Tätigkeit als Testpilot am ZAGI aufgeben müssen, da er im Zuge einer politischen „Säuberung“ als unzuverlässig eingestuft worden war. Der wahre Grund ist jedoch in seiner jüdischen Herkunft zu suchen, die dem antisemitisch eingestellten Josef Stalin missfiel.[1] In seinem autobiographischen Buch „Über unsichtbare Barrieren“, das in der DDR erschien, wird darauf jedoch nur äußerst vage eingegangen. Er erhielt als einer der ersten sowjetischen Piloten den Titel Verdienter Testpilot. Zum Ende seiner Karriere wurde er 1957 als Held der Sowjetunion ausgezeichnet.

Gallai trug den militärischen Rang eines Obersts. Er publizierte über 20 wissenschaftliche Abhandlungen über Aerodynamik, Steuertechnik und das Einfliegen von Fluggeräten sowie drei Bücher. Auch verfasste er mehrere Artikel für die DDR-Zeitschrift Fliegerrevue und deren Vorläufer Aero-Sport. Er gehörte zu der Spezialistengruppe, die mit dem Kosmonauten Juri Gagarin das Vorbereitungstraining für den ersten bemannten Weltraumflug durchführte.

Am 5. März 1996 wurde ein Asteroid nach Gallai benannt: (6719) Gallaj.

Literatur

  • Mark L. Gallai: Über unsichtbare Barrieren – Erinnerungen eines Testpiloten. Militärverlag der DDR, Berlin 1978 (russisch: Через невидимые барьеры - Испытано в небе. Übersetzt von Traute & Günther Stein).
  • Mark L. Gallai: Mit einem Menschen an Bord. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1990.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ulrich Unger Zum Tode von Mark Lasarewitsch Gallai, Flieger Revue 10/1998, S. 73


Kategorien: Militärperson (Sowjetunion) | Jagdpilot im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) | Gestorben 1998 | Geboren 1914 | Sowjetbürger | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mark Lasarewitsch Gallai (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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