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Marine des Norddeutschen Bundes


Als Marine des Norddeutschen Bundes (Norddeutsche Bundesmarine, Norddeutsche Bundesflotte) bezeichnet man die Seestreitkräfte des 1867 entstandenen Norddeutschen Bundes.

Geschichte

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864) und dem Deutschen Krieg (1866) wurde am 2. Juli 1867 die Norddeutsche Bundesmarine gegründet. Sie ging aus der Preußischen Marine hervor und bestand aus der Flotte und der Seewehr.[1] Die übrigen Bundesstaaten hatten keine eigenen Seestreitkräfte, waren aber zur Zahlung von Beiträgen sowie auch zur Stellung von Personal verpflichtet, was gerade die Personalsituation erheblich erleichterte. Trotzdem unterstand die Norddeutsche Bundesmarine noch immer dem preußischen Marineministerium.

Die schwarz-weiß-rote Flagge verband die Farben vom Königreich Preußen mit denen der Hansestädte (siehe auch Hanseflaggen). Oberbefehlshaber war Prinz Adalbert von Preußen. Der von ihm eingebrachte Flottengründungsplan von 1867 wurde vom Norddeutschen Reichsstag ratifiziert und sah die folgenden größeren Schiffe vor:

Der Flottenplan hatte eine Laufzeit von 10 Jahren. Der Zulauf von neuen Einheiten verlief allerdings schleppend, zum einen durch finanzielle Engpässe, zum anderen aber auch durch die begrenzte Werftkapazität. In der Folge wurden die Panzerschiffe sowie wichtige Teile wie die Dampfmaschinen im Ausland beschafft. Dem Mangel an großen Schiffen wurde zum Teil mit dem beschleunigten Bau kleinerer Einheiten begegnet, die einen Teil der Aufgaben größerer Schiffe übernahmen – so versahen etwa Kanonenboote anstelle von Korvetten Stationsdienst im Ausland.

Die Flotte hatte den Seehandel und die Küsten zu schützen. Entwickeln sollte sie die Fähigkeit zur Störung feindlichen Handels und zum Angriff auf feindliche Flotten, Küsten und Häfen.

Leiter des Marineministeriums war Graf Roon. Am 17. Juni 1869 wurde Wilhelmshaven als neuer Bundeskriegshafen eingeweiht. Ihm folgte Kiel, sodass die Marine neben den Auslandsstationen zwei regionale Kommandos und zwei Kriegshäfen besaß. Zusätzlich existierte die Königliche Werft Danzig, die zu der Zeit der Norddeutschen Bundesmarine die einzige voll einsatzfähige Werft war. Die Werften und Anlagen in Wilhelmshaven und Kiel waren noch im Bau und konnten nur teilweise genutzt werden. Weitere Stützpunkte und Depots gab es auf dem Dänholm, in Swinemünde und in Geestemünde. Nach nur geringer Beteiligung am Seekrieg während des Deutsch-Französischen Krieges wurde aus der Marine des Norddeutschen Bundes 1872 die Kaiserliche Marine.

Literatur

  • Livonius: Unsere Flotte im deutsch-französischen Kriege, Berlin 1871.
  • René de Pont-Jest: Die Campagne von 1870 in der Nord- und Ostsee, Bremen 1871.
  • Hans Jürgen Hansen: Die Schiffe der deutschen Flotten 1848–1945. Verlag Gerhard Stalling AG, Oldenburg 1973, ISBN 3-7979-1834-8.
  • Wolfgang Petter: Die überseeische Stützpunktpolitik der preußisch-deutschen Kriegsmarine 1859–1883. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 1975 (Phil. Dissertation.).
  • Wolfgang Petter: Deutsche Flottenrüstung von Wallenstein bis Tirpitz. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden. 1648–1939, Band 5, Abschnitt VIII: Deutsche Marinegeschichte der Neuzeit. Pawlak, Herrsching am Ammersee 1983, ISBN 3-88199-112-3, S. 13–262.
  • Mirco Graetz: Prinz Adalberts vergessene Flotte – Die Norddeutsche Bundesmarine 1867–1871. lulu.com 2010. ISBN 978-1409225096.

Weblinks

 Commons: Marine des Norddeutschen Bundes  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gesetz, betreffend die Verpflichtung zum Kriegsdienste vom 9. November 1867 bei Wikisource

Kategorien: Deutsche Marinegeschichte | Historische Marine | Marine (Deutschland) | Norddeutscher Bund

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