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Marienrachdorf


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: WesterwaldkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Selters (Westerwald)
Höhe: 273 m ü. NHN
Fläche: 5,03 km²
Einwohner: 987 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56242
Vorwahl: 02626
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 044
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Saynbach 5–7
56242 Selters (Westerwald)
Webpräsenz: www.marienrachdorf.de
Ortsbürgermeister: Dieter Klöckner
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Marienrachdorf (mundartlich: Mairachtroff[2]) ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Selters (Westerwald) an. Marienrachdorf ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[3]

Geographische Lage

Marienrachdorf liegt rund vier Kilometer nordwestlich von Selters.

Geschichte

1190 wurde die Gemeinde erstmals als Rachdorf urkundlich in Zusammenhang mit einem Rorich von Rechdorf erwähnt, der sich nach seinem Herrschaftssitz Freirachdorf so nannte. Den Ursprung des Ortes führt man auf frühe fränkische Siedlungen zurück. Der ursprüngliche Name Rachdorf bedeutet Dorf des Racho und unterlief im Laufe der Zeit einen vielfachen Wandel. So hieß der Ort Maroraychdorf im frühen 14. Jahrhundert, hundert Jahre später Matraichdorff um 1426 und Marck(t)rachdorf(f) in den Jahren 1513/1550 mit der Bedeutung „an der Mark (Grenze) liegendes Rachdorf“ im Unterschied zu den Nachbarorten Freirachdorf und Brückrachdorf. Die Bedeutung des Zusatzes ging in den folgenden Jahrhunderten verloren, und der Ortsname wurde 1739 nach der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, 1325 erstmals erwähnt, aber vom Stil her aus dem 12. Jahrhundert stammend, als Mariae Rachdorf und später als Marienrachdorf umgeändert.

Die alte Kirche Mariä Himmelfahrt musste einem 1853 geweihten Neubau gleichen Namens weichen, wobei der alte Kirch- und Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert[4] mit erneuertem Oberteil im klassizistischen Stil erhalten blieb. An den romanischen Westturm schließt sich ein kreuzförmiges Schiff in spätklassizistischem Stil an; Rundbögen gliedern im Innern die breiten Querarme und die Westempore ab. Der Innenraum konnte mit einer bemerkenswerten Ausstattung aus säkularisiertem Klostergut eingerichtet werden; aus der Mainzer Kartause gelangten zwei Seitenaltaraufsätze (um 1760) in Nussbaumfurnierung hierher; sieben spätbarocke Holzstatuen (18. Jahrhundert) gab das Kloster Marienstatt ab.[5]

Gericht und Kirchspiel, bestehend aus den Dörfern Marienrachdorf, Krümmel, Maroth, Trierischhausen, Sessenhausen mit dem Hof Kutscheid und Marienhausen, unterstanden den Herren von Isenburg als Landesherren, zuletzt den Grafen von Isenburg-Grenzau bis 1664. Nach dem Tode des Grafen Ernst von Isenburg-Grenzau starb die Linie aus, und Marienrachdorf fiel an das kurtrierische Amt Herschbach, 1803 mit diesem an das Fürstentum Nassau-Weilburg und 1806 an das Herzogtum Nassau. Die Ämter Herschbach und Selters wurden 1817 zum neuen Amtsbezirk Selters vereinigt (bis 1865). 1866 fiel Marienrachdorf an Preußen und wurde ein Jahr später Teil des neu gebildeten Unterwesterwaldkreises. Im Jahre 1882 erhielt Marienrachdorf den Anschluss an das Eisenbahnnetz, der den Quarzitbergbau vor Ort förderte. Ende der 1970er Jahre war der Abbau weitgehend erschöpft, die rekultivierte Fläche gelangte 1982 wieder in das Eigentum der Gemeinde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Unterwesterwaldkreis 1946 zum neu formierten Land Rheinland-Pfalz. Im Zuge der territorialen Verwaltungsneugliederung wurde die Gemeinde Marienrachdorf im April 1972 der Verbandsgemeinde Selters (Westerwald) zugeordnet. Seit dem 16. März 1974 gehört Marienrachdorf zum Westerwaldkreis.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Marienrachdorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Insgesamt sind drei verschiedene Wählergruppen im Rat vertreten.[6]

Wappen

Die Blasonierung lautet: „In Silber eine wachsende silbergekrönte, goldnimbierte Muttergottes in blauem Gewand mit blauem Schleier über weißem Kleid mit goldenem Medaillon, den linken Arm vor die Brust haltend, auf dem rechten Arm ein goldnimbiertes, goldhaariges, unbekleidetes Christuskind, einen blauen Reichsapfel mit goldenem Ringbeschlag und goldenem Tatzenkreuz in der rechten Hand haltend“.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Marienrachdorf  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Hermann-Josef Hucke: Ortsnamen im Westerwaldkreis in ihrer mundartlichen Aussprache sowie Ortsneckereien , 2010, Seite 17 (PDF; 129 kB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Altersangaben der Gemeinde , abgerufen am 10. Juli 2016
  5. Informationen nach Hermann-Josef Roth: Der Westerwald. Köln, DuMont, 1981. S. 76.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen

Kategorien: Marienrachdorf | Ort im Westerwaldkreis | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Marienrachdorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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