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Mariannenplatz


Mariannenplatz
Platz in Berlin
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Angelegt 19. Jahrhundert
Neugestaltet 20. Jahrhundert
Einmündende Straßen
Mariannenplatz (östliche und westliche Begrenzung),
Waldemarstraße,
Wrangelstraße
Bauwerke Künstlerhaus Bethanien
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr, Fußgänger
Technische Daten
Platzfläche 30.000 m²

Der Mariannenplatz liegt im Ortsteil Kreuzberg des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, nahe der ehemaligen Mauer. Er verläuft auf der Mariannenstraße zwischen Waldemar- und Wrangelstraße und ist ein relativ großer Platz mit parkähnlichem Charakter und weitläufiger Liegewiese. An seinem nördlichen Ende befindet sich die St.-Thomas-Kirche. Der Platz ist benannt nach Prinzessin Marianne von Preußen (eigentlich Maria Anna Amalie von Hessen-Homburg, 1785–1846).

Geschichte

Der Stadtplatz wurde zwischen 1841 und 1846 auf dem Köpenicker Feld neu angelegt und erhielt am 24. März 1849 seinen heutigen Namen. Im Jahr nach seiner Benennung weist das Berliner Adressbuch das gleichzeitig errichtete Diakonissenhaus Bethanienhaus hier aus und sonst keinerlei Bebauung. Die Lagebeschreibung lautete „zwischen dem Mariannenufer und der Waldemarstraße bis zur Normal-Krankenanstalt“.[1]

Im Jahr 1853 ließ die Berliner Verwaltung die Fläche nach Plänen von Peter Joseph Lenné als Schmuckplatz herrichten. Im Laufe der Jahre und vor allem infolge des Zweiten Weltkriegs ging der Charakter der gepflegten Grünanlage verloren. Erst 1979/1980 erhielt der Platz weitgehend sein ursprüngliches Aussehen zurück.

In den 1990er Jahren nach der Wende wohnte der deutsche Dramatiker Heiner Müller bis zu seinem Tod im Jahr 1995 in direkter Nachbarschaft zum Mariannenplatz in der Muskauer Straße.

Bebauung, Skulpturen und Veranstaltungen

Am Mariannenplatz sind das frühere Krankenhaus Bethanien, das heute als Künstlerhaus Bethanien bezeichnet wird, sowie das Kulturamt des Bezirks beheimatet.

Hier steht auch das ehemals besetzte Georg-von-Rauch-Haus (umgangssprachlich „Rauch-Haus“), das nach Georg von Rauch, einem Mitglied des Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen, benannt wurde, der von einem Polizisten erschossen worden war. Der linke deutsche Rockmusiker Rio Reiser wohnte zeitweise hier, und seine Band Ton Steine Scherben verewigte den Mariannenplatz in der Hausbesetzer-Hymne Rauch-Haus-Song vom Album Keine Macht für Niemand (1972).

Auf dem Platz befinden sich der Feuerwehrbrunnen mit einer Skulpturengruppe von Kurt Mühlenhaupt und ein Kriegsdenkmal.

Die Bezirksverordnetenversammlung des seinerzeitigen Bezirks Kreuzberg hat sich sehr für die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes und für Völkerverständigung eingesetzt. Ein Beispiel hierfür ist der „aufklärerische Umgang mit einem Kriegsdenkmal“.[2]

An der Nordostecke des Mariannenplatzes, am Seiteneingang der Nürtingen-Grundschule, steht ein Sandstein-Quader mit eingelassenen Bronzetafeln zur Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler des Leibniz-Gymnasiums, dessen Gebäude heute zur Nürtingen-Schule gehören.

Hier findet sich ein erstes Berliner Beispiel einer kritischen Auseinandersetzung mit einem Kriegsdenkmal durch ergänzende Gestaltung. Eine davor gestellte Bronzeplatte weist das Pathos der alten Inschrift zurück:

„Mit dem in diesem Denkmal eingelassenen lateinischen Spruch – ‚Es ist süß und ehrenvoll, für das Vaterland zu sterben‘ – wurden in der Vergangenheit junge deutsche Männer auf den sogenannten Heldentod vorbereitet. Die Bezirksverordnetenversammlung von Kreuzberg fordert demgegenüber im UN-Jahr des Friedens 1986 ‚Nie wieder Krieg!‘“

Auf dem Mariannenplatz mit seiner runden Freiluftbühne finden öfter Familien- und Straßenfeste sowie andere Kulturveranstaltungen statt, beispielsweise das seit 2003 jedes Jahr am 1. Mai stattfindende Myfest. Ansonsten ist der Platz ein beliebter Naherholungstreffpunkt für Menschen jeglichen Alters und jeglicher Nationalität. Am 21. Juni 2002 gab die Band Die Ärzte auf dem Platz ihr 20-Jahres-Jubiläumskonzert vor 35.000 Zuschauern, vom 2. bis zum 8. Juli 2006 fand hier die Straßenfußball-Weltmeisterschaft statt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Mariannenplatz (Berlin)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mariannen-Platz. In: Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, 1850, Teil 2, S. 100.
  2. Ulrike Puvogel: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Bonn, 1999, S. 80

Kategorien: Quartier in Berlin | Platz in Berlin | Platz in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mariannenplatz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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