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Marianne Hainisch


Marianne Hainisch (geb. Perger; * 25. März 1839 Baden (Niederösterreich); † 5. Mai 1936 Wien) war Begründerin und Führerin der Frauenbewegung in Österreich und die Mutter des späteren Bundespräsidenten Michael Hainisch.

Leben

Dass die Industriellengattin und zweifache Mutter zur Pionierin der österreichischen Frauenbewegung wurde, geht auf die soziale Not einer befreundeten Familie zurück. Der Mann war durch die Baumwollkrise nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg in die Insolvenz geraten und seine Frau konnte keine Beschäftigung finden, die "der sozialen Stellung ihres Mannes" entsprach. Auch eine berufliche Ausbildung wurde ihr verwehrt.[1]

Hainisch trat dem Wiener Frauenerwerbsverein bei, der 1866 gegründet wurde. Dieser diente dem Zweck Frauen der unteren Mittelschicht beruflich auf wirtschaftlichem und handwerklichem Gebiet fortzubilden um sie vor Verarmung zu schützen. Oftmals war es nämlich aufgrund von Vorurteilen gegenüber der Erwerbsfähigkeit von Frauen schwierig, gutbezahlte Arbeit zu finden.

Als Mitglied des Vereins für erweiterte Frauenbildung forderte Hainisch 1870 die Errichtung von Realgymnasien für Mädchen und die Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium. Sie gründete aus privaten Mitteln ein sechsklassiges Lyzeum, das 1891 Öffentlichkeitsrecht erhielt. 1892 wurde das erste Gymnasium für Mädchen im deutschsprachigen Raum errichtet. Die erste Mädchenklasse wurde in den Räumen des Gymnasiums in der Hegelgasse 12 eingerichtet. 1910 übersiedelte die Schule in das Gebäude Rahlgasse 4. Im Jahr 1902 gründete Hainisch den Bund österreichischer Frauenvereine, dessen Vorsitzende sie bis 1918 war. 1903 wurde dieser als offizieller Vertreter des Frauenweltbundes in Österreich anerkannt.Im Jahr 1909 wurde sie zur Vizepräsidentin des Frauenweltbundes gewählt. Vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete sie für die Fürsorge und in der Friedensbewegung mit Bertha von Suttner zusammen, nach deren Tod 1914 sie die Leitung der Friedenskommission im Bund österreichischer Frauenvereine übernahm.

Als Mitglied der Bürgerlichdemokratischen Arbeiterpartei bewarb sie sich 1919 als Parlamentskandidtin, gewann die Wahl aber nicht. Trotzdem engagiere Hainisch sich fortlaufend im politischen Feld, um sich für Frauenrechte einzusetzen. Unter Hainischs Führung wurde 1929 die Österreichische Frauenpartei gegründet, die es den Frauen bei Ausübung des Wahlrechts endlich ermöglichen soll, ihren gerechten Forderungen Geltung zu verschaffen.[2]

Marianne Hainisch gilt als die Initiatorin des Muttertags in Österreich, der seit 1924 in Österreich gefeiert wird. Sie starb 1936 mit 97 Jahren eines natürlichen Todes und wurde in Eichberg begraben.

1976 wurde in ihrer Geburtsstadt Baden ein Denkmal für sie errichtet. Im Jahr 2002 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Marianne-Hainisch-Gasse nach ihr benannt.

Werke

  • Zur Frage des Frauenunterrichts, Vortrag gehalten bei der dritten General-Versammlung des Wiener Frauen-Erwerb-Vereines, 1870 Volltext online.
  • Die Brodfrage der Frau, 1875Volltext online.
  • Ein Mutterwort über die Frauenfrage; Vortrag, gehalten am 1. Feb. 1892 zu Wien im „Verein für erweiterte Frauenbildung“, 1892 Volltext online.
  • Seherinnen, Hexen und die Wahnvorstellungen über das Weib im 19. Jahrhundert, 1896
  • Frauenarbeit, 1911 Volltext online.
  • Die Mütter, 1913 Volltext online.
  • Das Buch des Hauses. Modernes Auskunftswerk für alle Mitglieder des Haushaltes, 1932.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Wiener Zeitung 10.Mai 2014, p.19: Marianne Hainisch – die Mutter des Muttertags.
  2. Eine Frauenpartei. Badener Zeitung, 29. Jänner 1930, S. 2, oben rechts [1]
  3. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund .

Weblinks

Bestand in den Katalogen der österreichischen Nationalbibliothek Wien

 Commons: Marianne Hainisch  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Marianne Hainisch – Quellen und Volltexte


Kategorien: Gestorben 1936 | Geboren 1839 | Frauenrechtler | Österreicher | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Marianne Hainisch (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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