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Mannenbach


Mannenbach
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau TG
Bezirk: Kreuzlingen
Politische Gemeinde: Salenstein
Postleitzahl: 8268
Koordinaten:
Höhe: 415 m ü. M.

Mannenbach vom Schloss Arenenberg aus fotografiert – im Hintergrund der Schiffsteg

Karte

Mannenbach ist eine Ortschaft der Gemeinde Salenstein im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz. Sie liegt am Südufer des Untersees gegenüber der Insel Reichenau.

Geschichte

Die älteste Erwähnung Mannenbachs in einer Originalurkunde stammt aus dem Jahre 1221. Die Villule Manninbach gehörte zum Kloster Reichenau. Nach finanziellen Schwierigkeiten des Klosters im 15. Jahrhundert wurde Mannenbach mehrmals verpfändet. Die Einwohner bemühten sich selbst um die Einlösung des Pfandes und kamen damit am 4. Juni 1414 zu einem Freiheitsbrief, in dem ihnen der Abt das Recht gewährte, den Ammann selbst zu bestimmen. Im Schwabenkrieg wurde das Dorf zusammen mit den Dörfern Triboltingen und Ermatingen am 11. April 1499 von schwäbischen Truppen geplündert und in Brand gesetzt.

Nach dem Umwälzungen von 1798 bildete Mannenbach eine eigene Munizipalität. Seit 1816 bildet das Dorf zusammen mit Salenstein und Fruthwilen eine Munizipalgemeinde. 1979 entstand daraus die Einheitsgemeinde Salenstein. Damit wurde Mannenbach zu einem Ortsteil und verlor seine Eigenständigkeit. Ans Eisenbahnnetz wurde Mannenbach im Jahr 1875 angeschlossen.

Verkehr und Tourismus

Die Schweizerische Nationalbahn eröffnete am 17. Juli 1875 [1] den Betrieb auf der Bahnstrecke Etzwilen–Konstanz, Teil der Seelinie. Damit war Mannenbach ans Schienennetz angeschlossen. In der Fachliteratur wird vermutet, dass das Bahnhofsgebäude Mannenbach als Muster für den Einheitsbahnhof in Württemberg gedient hat.

Im Sommer ist Mannenbach per Kursschiff erreichbar (Linie Schaffhausen–Kreuzlingen der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein). Eine besondere Attraktion stellt die Solarfähre dar, die in den Sommermonaten Mannenbach mit der gegenüberliegenden Insel Reichenau verbindet.

Wallfahrtskapelle St. Aloysius

Die Kapelle liegt am südwestlichen Ausgang von Mannenbach auf einem kleinen Hügel. Sie ist auf den See ausgerichtet, der früher die Verkehrsfläche war. Die Kapelle wurde 1155 zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit sowie der Heiligen Niklaus, Dionysius und Georg geweiht. Nach der Sage geht die Gründung der Kapelle auf einen Ritter von Salenstein zurück, der sie aus Dankbarkeit über die überstanden Gefahren einer Kreuzfahrt gestiftet habe. Als wichtigste Reliquie wurde ein Splitter des heiligen Kreuzes aufbewahrt. Die romanische Kapelle wurde in den 80er Jahren des 15. Jahrhunderts gegen Norden und Osten erweitert und mit Gemäldezyklen versehen. Bis 1540 war das Kloster Reichenau Kollator der Kapelle, d. h. der Abt konnte den Kaplan einsetzen. Die mittelalterliche Kapelle verlor durch die Reformation ihre Bedeutung und wurde mit ihren Altären verwüstet. 1692 wurde die Kapelle und die damit verbundene Wallfahrt neu belebt und dem heiligen Aloysius verehrt. 1694/95 wurde die spätgotische Kapelle restauriert und eine neue Decke eingezogen. Das letzte Mal restauriert wurde die Kapelle in den Jahren 1993 bis 1995[2].

Gerade neben der Kapelle steht das Schloss Louisenberg, welches anstelle des alten Kaplaneigebäudes erbaut wurde.

Persönlichkeiten

  • Ferdinand Hardekopf (1876–1954), deutscher Schriftsteller, lebte um 1912 in Mannenbach und Salenstein
  • Susie Stoddart (* 1982), schottische Autorennfahrerin (DTM), lebt seit 2008 in Mannenbach

Literatur

  • Hans Baumgartner: Salenstein - Fruthwilen - Mannenbach. Buch zur 900-Jahr-Feier 1092–1992. Frauenfeld 1992.
  • Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau VI. Der Bezirk Steckborn. Bern 2001.

Weblinks

 Commons: Mannenbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Schienennetz Schweiz. Hrsg. vom Generalsekretariat SBB, Bern 1980, S. 23.
  2. Jürg Ganz: Wallfahrtskapelle St. Aloysius Mannenbach. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 635). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1998, ISBN 978-3-85782-635-1.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mannenbach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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