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Manderscheid


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Manderscheid (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-WittlichVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Wittlich-Land
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 10,06 km²
Einwohner: 1308 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54531
Vorwahl: 06572
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 080
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 1
54516 Wittlich
Webpräsenz: www.vgv-manderscheid.de
Stadtbürgermeister: Günter Krämer
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Manderscheid (in Eifeler Mundart: Maanischd) ist eine rheinland-pfälzische Stadt im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an. Bis dahin war Manderscheid Verwaltungssitz der gleichzeitig aufgelösten Verbandsgemeinde Manderscheid, der 21 Gemeinden angehörten. Manderscheid ist heilklimatischer Kur- und Kneippkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie

Lage

Die Stadt ist in der Südeifel zwischen den Flüssen Lieser im Osten und Kleine Kyll im Westen gelegen. Nord-Östlich Manderscheids liegt das Bleckhausener Wacholderschutzgebiet, das größte seiner Art in der gesamten Eifel.

Gliederung

Zu Manderscheid gehören auch der Stadtteil Niedermanderscheid und die Wohnplätze Birkenhof, Dombachhof, Drei-Tannenhof, Heidsmühle, Kapellenhof, Lindenhof und Sonnenhof.[3]

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 908 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 78 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren mäßig. An 52 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Vorgeschichtliches

Wenn, wie man vermuten kann, der erste Bestandteil des Namens Manderscheid von dem keltischen Wort „mantara“ = Kiefer abzuleiten ist, so dürfte das als Beweis dafür gelten, dass das Manderscheider Gebiet schon in sehr früher Zeit besiedelt war. In der Nähe von Schwarzenborn sind mehrere steinzeitliche Siedlungen gefunden worden. Bekannt ist ferner, dass an der Straße von Steineberg nach Demerath (in der Nähe von Mehren) eine große Anzahl Gräber der Hallstattzeit mit vielen Schmuckgegenständen und Geräten entdeckt worden sind, so dass man geradezu von einer Mehrener Kultur spricht. Bei Wallscheid wurden ebenfalls Gräber der La-Tène-Zeit und Hallstattzeit gefunden, ebenso (1916) bei Laufeld. Bei Wallscheid fanden sich zwei eiserne Pfeilspitzen, die dieser Periode entstammen, und ein Bronzegefäß.

Zahlreicher sind die Funde aus der römischen Zeit. Neben der Villa von Manderscheid, die 1863 am Fuße des Mosenberg aufgedeckt wurde, treten römische Funde in fast allen Ortschaften der Umgebung zu Tage. In Dierfeld und Wallscheid fand man Reste von solchen Villen, Gräber und Urnen in Laufeld, Manderscheid, Öfflingen, Pantenburg, Wallscheid, Großlittgen, Oberkail und Karl, vereinzelt auch Münzen. Besondere Beachtung verdienen neben dem Viergötterstein aus Großlittgen zwei Altäre, die 1920 in Pantenburg gefunden wurden. Sie waren dem Gott Voroius und den Göttinnen Boudina und Alauna gewidmet und gehörten wohl zu einem gallo-römischen Quellheiligtum. Dies mag verdeutlichen, dass in römischer Zeit schon eine größere Zahl von Siedlungen in der Umgebung von Manderscheid bestanden hat. Seltener sind – wie fast überall – Funde aus der fränkischen Zeit. In Pantenburg fand man eine Lanze, einen Speer und einen Schild, in Eckfeld ein Schwert und eine Visierplatte.

Trotz dieser spärlichen Funde dürfen wir für diese Zeit aber eine erhebliche Verdichtung der Besiedlung annehmen, und die Mehrzahl der heutigen Ortschaften wird damals entstanden sein, wie die Ortsnamen mit den Endungen -scheid, -feld, -ingen andeuten. So wird 794 und 895 „Officinus Villa“ (das heutige Öfflingen) erwähnt, 973 Manderscheid und „Eckiveld“ (Eckfeld), 1161 „Louvenvelt“ (Laufeld).

Ortsgeschichte

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht ausreichend belegt.

Manderscheid (mittelalterlicher Name: Manderschiet) wurde erstmals 973 urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte es zu Kurtrier. Balduin von Luxemburg verlieh Manderscheid 1332 Stadtrechte. Es war Hauptort eines kurtrierischen Amtes und gleichzeitig auch der Grafen von Manderscheid. Ab 1794 stand ganz Manderscheid unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Das Gebäude der einstmals kurfürstlichen Kellnerei beherbergte bis 2014 den Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Manderscheid.

Die Luziakirche, auch Luciakapelle genannt (vermutlich die erste Kirche des Ortes) befand sich im Mittelalter am nördlichen Ortsrand von Manderscheid. 1386 wurde dort Lucia von Manderscheid, Gattin Heinrichs von Manderscheid, beigesetzt. Um 1794 wurde die Kapelle von französischen Truppen niedergebrannt. Der ehemalige Standort ist jetzt eine Wüstung, das heißt, es sind keine Reste der Kapelle mehr sichtbar. Lediglich ein Straßenname erinnert daran. Aus der Luziakapelle stammt das heute in der Pfarrkirche St. Hubertus aufgestellte Bildnis der schmerzhaften Muttergottes. Die Pietà stammt aus der Zeit um 1600; bei der Restaurierung in den 1960er Jahren wurden noch Brandspuren entdeckt.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Niedermanderscheid eingemeindet.[4] Seit dem 16. Januar 1998 ist Manderscheid eine Stadt.[4]

Die zum 1. Juli 2014 aufgelöste Verbandsgemeinde Manderscheid bestand aus nahezu den gleichen Einzelgemeinden wie die frühere Grafschaft Manderscheid.

Bevölkerungsentwicklung

1852 lebten 74 Personen in 8 Haushalten in Manderscheid.[5]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Manderscheid bezogen auf das heutige Stadtgebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 717
1835 856
1871 867
1905 909
1939 982
1950 1.108
Jahr Einwohner
1961 1.133
1970 1.118
1987 1.159
1997 1.297
2005 1.295
2014 1.308

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Manderscheid besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden. Bei den vorhergehenden Wahlen fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU Forum Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 16 Sitze
2009 7 9 16 Sitze
2004 2 9 5 16 Sitze

Bürgermeister

Stadtbürgermeister ist Günter Krämer (Forum).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bekannt sind die beiden Burgen von Manderscheid, die Ober- und die Niederburg. Für Touristen interessant sind auch die Edelsteinschleiferei, das Heimatmuseum und das Maarmuseum. Manderscheid liegt an der Lieser, der man auf dem Wanderweg Lieserpfad des Eifelvereins nach Daun oder Wittlich folgen kann. Außerdem führt durch Manderscheid der 330 km lange Premiumwanderweg Eifelsteig von Aachen nach Trier. Manderscheid ist Austragungsort der Eifel-Kulturtage.

Überregional bekannt ist Manderscheid auch für das Manderscheider Burgenfest.[7]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Manderscheid

Manderscheider Platt

Die traditionelle Manderscheider Mundart zählt zu den moselfränkischen Dialekten. Neben Wörtern, die es im Hochdeutschen nicht gibt, hat es vor allem folgende Eigenheiten:

  • Ein ch wie in Milch gibt es nicht. Es wird durch sch ersetzt.
  • Einige stimmhafte Laute werden durch stimmlose ersetzt: Blut wird zu Ploot, Glaube zu Klowen.
  • Das a wird offen und breit ausgesprochen wie Wääsch und Frääsch.
  • ei wird wie ai ausgesprochen.
  • Die Konsonantenkombination rt wird wie im Französischen cht ausgesprochen: aus Ort wird Ocht.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Manderscheider Maß bezeichnete bis Mitte des 19. Jahrhunderts in den Getreide-Mühlen an Lieser, Salm und Kleine Kyll die Größe des Malters (1 Malter entsprach 221,15 Liter). Das Malter-Maß war nicht überall gleich, sondern regional sehr verschieden. Das Manderscheider Maß wurde in einer Mühlenordnung vom 20. Oktober 1736 vom Kurfürsten Franz-Georg erlassen, und galt für das gesamte Kurfürstentum Trier.

Im Jahr 1963 erhielt Manderscheid die Anerkennung als "Heilklimatischer Kurort",[9] der Gesundheitstourismus stellt auch heute noch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.[10]

Manderscheid liegt an der Autobahn A1.

Persönlichkeiten

  • Wilhelm Meyer (1835–1900), Bürgermeister von Malstatt-Burbach (1866–1900)
  • Josef Simon (1868–1945), Pflanzenphysiologe in Dresden
  • Alfred Winkler (1872–1945), Unternehmer, hatte in Manderscheid ein Ferienhaus
  • Wolfgang Leonhard (1921–2014), Schriftsteller, Publizist und Historiker, lebte in Manderscheid
  • Rainer Laupichler (* 1957), Schauspieler und Geschäftsführer der Eifel-Kulturtage
  • Sabine Röhl (1957–2012), Politikerin und Landrätin des Landkreises Bad Dürkheim
  • Michael Siefener (* 1961), Schriftsteller und Übersetzer, lebt in Manderscheid

Weblinks

 Commons: Manderscheid  – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Manderscheid in der Topographia Westphaliae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Manderscheid in der Topographia Circuli Burgundici (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010 , Seite 56 (PDF; 2,3 MB)
  4. 4,0 4,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 , Seite 186, 204 (PDF; 2,6 MB)
  5. Johann Friedrich Schanat: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel. Jacob Anton Mayer, Aachen & Leipzig 1854, S. 411. .
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Offizielle Website des Manderscheider Burgenfest
  8. Carlo Padilla; Sou schwäätzt Maanischd, 2008
  9. Manderscheid − Heilklimatischer Kurort in der Vulkaneifel . Website von Rheinland-Pfalz Tourismus. Abgerufen am 20. Dezember 2014.
  10. Startschuss für das Gesundland . In: Trierischer Volksfreund, 14. Januar 2014. Abgerufen am 20. Dezember 2014.

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