Mammon - LinkFang.de





Mammon


Dieser Artikel beschreibt den Begriff Mammon. Für die norwegische Krimiserie siehe Mammon (Fernsehserie).

Mammon ist ursprünglich ein unredlich erworbener Gewinn oder unmoralisch eingesetzter Reichtum, wenn er etwa zur lebensbestimmenden Maxime wird. Heute wird mit dem Begriff abschätzig das Geld im Allgemeinen bezeichnet (schnöder Mammon). Im weiteren Sinn bedeutet Mammon: „das, worauf man vertraut“.

Begriff

Der Begriff ist aufgrund seiner Erwähnung in der Bibel bekannt:

„Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Mt 6,24 Lut

Das Wort Mammon leitet sich ursprünglich vom aramäischen Wort מָמוֹן mamon beziehungsweise im status emphaticus מָמוֹנָא mamona ‚Vermögen‘, ‚Besitz‘ ab.[1][2] Die Ableitung vom aramäischen אמן ˀmn ‚Gegenstand des Vertrauens‘ gilt als zweifelhaft.[1] Das Wort gelangte über seine griechische Schreibweise μαμωνᾶς oder μαμωνάς[1] in die Bibel, in der Vulgata wird daraus lateinisch mam[m]ona. Martin Luther übersetzte das Wort nicht und so gelangte es als Mammon ab dem 16. Jahrhundert ins Deutsche. Daraus resultierte, dass Mammon in Volksglauben und der Literatur als personifizierter Reichtum zu einem Dämon wurde, der den Menschen zu Geiz und Habgier verführt.

Mammon in Literatur, Film und Theater

Als personifizierter Reichtum tritt der Dämon Mammon, der den Menschen zum Geiz verführt, im Theaterstück Jedermann auf. Als solcher ist er auch in dem humorvoll-makaberen Pen-&-Paper-Rollenspiel um Himmel und Hölle „In Nomine“ von Steve Jackson Games vertreten. Im 1667 veröffentlichten epischen Gedicht Paradise Lost von John Milton ist Mammon einer der gefallenen Engel, die sich unter Satans Führung gegen Gott wenden.

Im Film Constantine trägt der Sohn Satans den Namen „Mammon“. In der Comic-Reihe Spawn des Amerikaners Todd McFarlane spielt die Figur des Mammon die Rolle des hintergründigen Strippenziehers. Dargestellt wird er als Mann in weißem Anzug mit drei Narben über dem linken Auge. In der Zeichentrickserie DuckTales benutzt Dagobert Duck in der deutschen Synchronisation relativ häufig den Ausdruck „Heiliger Mammon!“, wenn er überrascht ist. Im Videospiel Chrono Trigger erscheint ein Gerät namens Mammon-Maschine, die von einer Hochkultur im Jahre 12.000 v. Chr. erbaut wurde, um Unmengen von Energie aus dem Planeteninneren an die Oberfläche zu befördern und dem Volk zu unbegrenzter Macht und Reichtum zu verhelfen. In dem Videospiel und dem Anime Umineko no Naku Koro ni tritt Mammon als eine der „Seven Sisters of Purgatory“ auf.

Mammon heißt auch ein dreiteiliger norwegischer Polit- und Medienthriller, der zu Jahresbeginn 2015 von der ARD gesendet wurde.[3]

Literatur

  • Jochen Weiß: Mammon. Eine Motivgeschichte zur Religiosität des Geldes. Dissertation, Universität Mannheim 2004 (E-Text )

Weblinks

 Wiktionary: Mammon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Emil Kautzsch: Grammatik des Biblisch-Aramäischen. Mit einer kritischen Erörterung der aramäischen Wörter im Neuen Testament. von F. C. W. Vogel, Leipzig 1884, S. 10 (archive.org [abgerufen am 12. April 2016]).
  2. Mammon in: Brockhaus' Konversationslexikon, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896, 11. Band: Leber - More
  3. Ein feines Spinnennetz aus Betrug und Lügen auf Stern.de, 1. Januar 2015

Kategorien: Christliche Mythologie | Dämon | Biblisches Thema

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mammon (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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