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Malterdingen


Dieser Artikel behandelt die deutsche Gemeinde. Siehe auch Heinrich von Malterdingen.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: EmmendingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 192 m ü. NHN
Fläche: 11,14 km²
Einwohner: 3041 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79364
Vorwahl: 07644
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 18
79364 Malterdingen
Webpräsenz: www.malterdingen.de
Bürgermeister: Hartwig Bußhardt (SPD)
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Malterdingen ist eine deutsche Gemeinde im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Das Dorf Malterdingen liegt in der Oberrheinebene im nördlichen Breisgau zwischen den Ausläufern des Kaiserstuhls und des Schwarzwalds. Die Kreisstadt Emmendingen ist etwa 10 km südlich, die Stadt Freiburg im Breisgau 20 km südlich gelegen.

Nachbargemeinden

Malterdingen grenzt von Norden beginnend im Uhrzeigersinn an die Kenzinger Ortsteile Hecklingen und Bombach, die Teninger Ortsteile Heimbach und Köndringen sowie an Riegel am Kaiserstuhl. Zudem bestehen über den zur Gemarkung Malterdingen gehörenden Distrikt Vierdörferwald zusätzliche Gemeindegrenzen zu Freiamt und dem Teninger Ortsteil Landeck.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Malterdingen gehören das Dorf Malterdingen, der Distrikt Vierdörferwald mit dem Gehöft Schlüpfingerhof (nichtstaatliche Exklave) und der Wohnplatz Bahnstation Riegel-Malterdingen. Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Brunnen und Stechelkilchel.[2]

Geschichte

Um 1864 wurden in einem Wald Grabhügel aus der ersten Eisenzeit zwischen 1000 und 500 v. Chr. gefunden, die auf eine sehr frühe Besiedelung hinweisen. Eine Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. aus dem Jahr 1016 in der Malterdingen erstmals erwähnt wird, gilt zwischenzeitlich als Fälschung, wenn auch der darin angesprochene Gebietstausch vom 6. Juni 1004 korrekt ist. 1297 verkauften Graf Heinrich von Veringen mit seinen Brüdern Manegold und Vollrad der Jüngere den Brüdern Heinrich und Rudolf von Hochberg ihre Besitzungen und Rechte zu Malterdingen um 60 Mark Silber.[3] Im Mittelalter zählte der Ort zu den erfolgreichen Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Hachberg und erlangte eine relativ große wirtschaftliche Bedeutung. 1418 bekam der Ort von Markgraf Bernhard I. das Marktrecht verliehen. Malterdingen besaß auch das Salzrecht und das Recht der "Metzig". Der Salzbrunnen nahe dem Rathaus bezieht seinen Namen hieraus. Zahlreiche renovierte Gebäude aus dem Mittelalter prägen heute noch die geschlossene Bebauung im alten Ortskern.[4]

Der Weinbau in Malterdingen wurde wesentlich von Zisterziensermönchen beeinflusst, die bereits im 13. Jahrhundert in Malterdingen Grundbesitz hatten und ein Hofgut betrieben. Das Gebiet, auf dem ein Teil des in der Fachwelt bekannten Weingut Bernhard Huber liegt, heißt heute noch Mönchhofmatten.

siehe auch Burg Malterdingen

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 53,4 % (– 2,2) zu folgendem Ergebnis:[5][6]

FWG 37,9 % 5 Sitze + 1
Bürgervereinigung Malterdingen 31,3 % 4 Sitze ± 0
SPD 18,4 % 2 Sitze ± 0
CDU 12,4 % 1 Sitz - 1

Bürgermeister

Bürgermeister der Gemeinde ist seit 1994 Hartwig Bußhardt (SPD), der 2002 und 2010 wiedergewählt wurde. Stellvertreter des Bürgermeisters sind die Gemeinderäte Iris Schillinger und Reiner Mundinger.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „In gespaltenem Schild vorn in Gold (Gelb) ein roter Schrägbalken, hinten in Silber (Weiß) ein blaues Rebmesser mit schwarzem Griff.“[7]

Städtepartnerschaften

Mit der französischen Gemeinde Lentilly im Kanton l'Arbresle im Département Rhône verbindet Malterdingen eine Städtepartnerschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Malterdingen ist durch die B3, die direkt am Ort vorbeiführt, sowie durch die A5 mit der Anschlussstelle Riegel (2 km westlich) an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Der Bahnhof Riegel-Malterdingen liegt 2 km vom Ortskern entfernt an der westlichen Gemarkungsgrenze an der Rheintalbahn, Abschnitt Offenburg – Freiburg. Der Bahnhof wird von der Kaiserstuhlbahn im Stunden-Takt angefahren. Ebenfalls im Stunden-Takt halten Regional-Express-Züge nach Offenburg und Basel sowie Regionalbahnen. Die nächsten ICE-Halte sind in Freiburg (25 km südlich) und Offenburg (45 km nördlich).

Ansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber in Malterdingen ist der Spritzgießmaschinenhersteller Ferromatik, eine Tochter der amerikanischen Milacron.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das Torhaus im Fachwerkstil, eines der Wahrzeichen Malterdingens, erinnert an die einstige Ummauerung des Marktfleckens Malterdingen.

Die Jakobskirche ist unterschiedlichen Baustilen zuzuordnen. Chor und Seitenkapellen können in ihrer heutigen Form auf das Jahr 1517 datiert werden. Der geostete Turm wurde 1828 unter der Planung von Gottlieb Lumpp umgebaut und hat seitdem den typischen Pyramidendachstuhl im Weinbrennerstil.[9] Mit einer Höhe von 43,5m ist der Turm das höchste Gebäude von Malterdingen.

Weinfest

Seit 1979 findet jedes zweite Jahr Anfang September das von der Vereinsgemeinschaft ausgerichtete, 3-tägige Malterdinger Weinfest statt. Hierfür wird die Hauptstraße im Bereich der Ortsmitte gesperrt und in zahlreichen Lauben und Höfen gibt es für die Besucher ein auswahlreiches Wein- und Essensangebot. Das nächste Weinfest findet 2017 statt.

Sport

  • Die Fußballmannschaft SV Malterdingen spielt als SG Hecklingen-Malterdingen in der Kreisliga A.
  • Der Malterdinger Indiaca-Verein hat national und international bereits viele Titel gesammelt, sowie Mitglieder von Weltmeistermannschaften gestellt.
  • Malterdingen ist seit 1991 Austragungsort des jährlich im August stattfindenden Breisgau Triathlons – ein Triathlon über die Mitteldistanz (2 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 21 km Laufen).
  • Im Tennis ist der TC Malterdingen sportlich aktiv mit Jugend-, Damen- und Herrenmannschaften.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hans Fischer, Lehrer, ehemaliger Gemeinderat (1975–2011) und seit 1982 ehrenamtlicher Naturschutzwart der Gemeinde[10]

Literatur

  • Malterdingen. Ein Dorf und seine Geschichte, hg. von der Gemeinde Malterdingen, mit Historischer Ortsanalyse (auf CD-ROM), hg. vom Landesamt für Denkmalpflege (Regierungspräsidium Stuttgart), Malterdingen 2015, ISBN 978-3-00-051274-2.

Weblinks

 Commons: Malterdingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 224–225
  3. Graf Heinrich von Veringen, die Brüder Manegold und Vollrad der Jüngere verkaufen den Brüdern Heinrich und Rudolf von Hochberg ihre Besitzungen und Rechte zu Malterdingen um 60 Mark Silber.  in der Deutschen Digitalen Bibliothek (Urkunde online )
  4. Gemeinde Malterdingen, abgerufen am 12. Februar 2013
  5. Ergebnis der Gemeinderatswahl 2009. Badische Zeitung, 8. Juni 2009, abgerufen am 5. Januar 2016.
  6. Ergebnis der Kommunalwahl 2014 in Malterdingen. Badische Zeitung, 25. Mai 2014, abgerufen am 5. Januar 2016.
  7. Landeskundliches Informationssystem Baden-Württemberg, abgerufen am 7. Oktober 2015
  8. Ferromatik Milacron
  9. Jakobskirche auf der Webseite der Kirchengemeinde Malterdingen, abgerufen am 5. Februar 2013
  10. Badische Zeitung vom 26. Oktober 2011, abgerufen am 5. Februar 2013

Kategorien: Weinort im Weinbaugebiet Baden | Ort im Landkreis Emmendingen | Malterdingen | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Malterdingen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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