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Magstadt


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: BöblingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 19,13 km²
Einwohner: 9083 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 475 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71106,
71272 (Grundhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07159
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
71106 Magstadt
Webpräsenz: www.magstadt.de
Bürgermeister: Hans-Ulrich Merz
}

Magstadt ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen und liegt zwischen Sindelfingen und Renningen.

Geografie

Magstadt liegt am Rande des Gäus und am westlichen Rand des Glemswalds. Durch den Ort fließt der Planbach, der ab der Gemarkungsgrenze Magstadt/Renningen Rankbach genannt wird.

Gemeindegliederung

Zu Magstadt gehören Dorf Magstadt, die Höfe Grundhof und Talmühle und das Haus Talziegelei.[2]

Geschichte

Magstadt wurde erstmals 1110 in einer Urkunde des Klosters Hirsau genannt. Der Ort unterstand damals den Markgrafen von Hildrizhausen, die ihn später an die Markgrafen von Tübingen abtraten. Über die Herren von Weißenstein, die Herren von Roßwag und die Herren von Börstingen kam Magstadt 1308 an die Grafschaft Württemberg.

Bis zur Reformation gehörte die Magstatter Pfarrei zum Landkapitel Weil der Stadt im Archidiakonat Trinitatis des Bistums Speyer.

1850 hatte Magstadt 2207 evangelische und zwei katholische Einwohner, die in 236 Haupt- und 185 Nebengebäuden lebten und arbeiteten.[3]

1915: Die Eisenbahnstrecke zwischen Böblingen und Magstadt ist betriebsbereit. 1927: In Magstadt lassen sich zwei Industriebetriebe nieder: die Malzfabrik Dr. Karl Flik und das Pflanzensaftwerk Schoenenberger.

Am 15. März 1943 deportieren SS-Männer Magstadter Sinti von ihren Arbeitsplätzen bei Daimler nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager. Von 26 Sinti kehren nur wenige aus Konzentrationslagern nach Magstadt zurück.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des Ortskerns von Magstadt durch alliierte Bomberangriffe zerstört.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (*) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Zahlen seit 1871 vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.[4]

Jahr Einwohner
1525 500
1634 800
1655 400
1850[3] 2209
1. Dezember 1871 * 2027
1. Dezember 1880 * 2160
1. Dezember 1890 * 2127
1. Dezember 1900 * 1994
1. Dezember 1910 * 2130
16. Juni 1925 * 2320
16. Juni 1933 * 2452
17. Mai 1939 * 2784
Jahr Einwohner
13. September 1950 * 3965
6. Juni 1961 * 5114
27. Mai 1970 * 6982
31. Dezember 1975 7969
31. Dezember 1980 7973
27. Mai 1987 * 7585
31. Dezember 1990 8233
31. Dezember 1995 8616
31. Dezember 2000 8989
31. Dezember 2005 8930
31. Dezember 2010 8793
31. Dezember 2014 9083

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Magstadt hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
28,72 %
26,64 %
23,04 %
21,61 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
+28,72 %p
-8,61 %p
-11,95 %p
-8,15 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
FLM Freie Liste Magstadt 28,72 5
FW Freie Wähler Magstadt 26,64 5 35,25 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,04 4 34,99 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,61 4 29,76 5
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 49,61 % 51,48 %

Wappen und Flagge

Das Wappen Magstadts zeigt in Silber über grünem Dreiberg den grünen Großbuchstaben M, darüber das grüne Fleckenzeichen in Form des umgekehrten Buchstabens S. Das M stellt den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens dar, das spiegelverkehrte S ist das 1681 erstmals belegte Fleckenzeichen, während der Dreiberg den Ratberg symbolisiert. In dieser Form wurde das Wappen 1929 vom Gemeinderat angenommen. Am 2. Juli 1986 wurde der Gemeinde außerdem eine Flagge in den Farben Grün-Weiß verliehen.

Gemeindepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ende März 2014 wurde der letzte Bauabschnitt der B 464 eingeweiht. Die Ortsdurchfahrt von Magstadt, die vorher zu einer der meist belasteten mit 20.000 PKW pro Tag in Baden-Württembergs gehörte ist damit wirkungsvoll vom Durchgangsverkehr entlastet. Die zusätzlich im Rahmen des Magstadter Verkehrskonzept erstellte Südumfahrung hat auch alle höhengleiche Bahnübergänge beseitigt. Zugleich wurde ein LKW Durchfahrtsverbot mit Ausnahme des Lieferverkehrs für Magstadt erlassen.[5] Lediglich die geplante Osttangente soll ab 2014 gebaut werden um das Gewerbegebiet Ost an die überörtlichen Straßen anzubinden. Ursprünglich war geplant, Magstadt an die Bundesautobahn 81 anzuschließen. Dieses wurde durch den Bau der B 464 und B 295 ersetzt. Die im Jahr 2003 begonnene Westumgehung wird als Ausweichstrecke für den Ausbau der A 81 bei Böblingen und Sindelfingen benötigt.

Magstadt liegt an der Rankbachbahn (RenningenBöblingen). Nachdem die 1915 eröffnete Strecke 42 Jahre lang nur für den Güterverkehr und Personalfahrten der Daimler AG genutzt worden war, wurde sie im Dezember 2012 auf ihrer vollen Länge als S60 in die S-Bahn Stuttgart integriert und ersetzt zusammen mit der Buslinie 745 die bis dahin zwischen Renningen und Böblingen verkehrende Buslinie 757. Die Buslinie 745 führt auch über das Gebiet der Nachbarortschaft Maichingen.[6] Zudem wird Magstadt noch durch die Buslinie 746 (Magstadt–BüsnauStuttgart Universität) des Magstadter Unternehmens Stäbler bedient. S-Bahn und Buslinien sind in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) integriert.

Bildungseinrichtungen

Magstadt verfügt mit der Johannes-Kepler-Schule über eine Gemeinschaftsschule mit Ganztagesbetreuung. Zusätzlich befindet sich in Magstadt eine Zweigstelle der Volkshochschule Sindelfingen/Böblingen.

Unternehmen

Mit Arlt hat eine der größten deutschen Computer-Handelsketten ihren Hauptsitz in Magstadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Evangelische Kirche

Der Ort Magstadt hatte schon früh eine Holzkapelle und später eine im 10. Jahrhundert entstandene Sandsteinkirche im romanischen Stil. An ihrer Stelle wurde ab ca. 1490 mit dem Bau einer neuen Kirche unter dem aus Magstadt stammenden Bebenhausener Abt Bernhard Rockenbauch begonnen. Der Stil der Chorseitenturmanlage ist spätgotisch, besonders schön sind die Sandsteinspitzbögen der Fenster gelungen. Die Kirche wurde 1511 geweiht. Es bestehen Differenzen über die Widmung. Von Gelehrten wird vermutet, dass sie dem Heiligen Georg gewidmet wurde, die Magstadter kennen ihre Kirche als Johannes-Täufer-Kirche. Für etwa 25 Jahre war die Kirche katholisch, dann wurde sie im Zuge der Reformation als württembergische Kirche evangelisch.

Die bestehende Kirche war einst Mittelpunkt einer mit dreifachem Mauerwall und Grabenanlage gesicherten Wehranlage. Noch heute sind die innere Wehr- und Zwingmauer, besonders im südöstlichen Teil gut erhalten. Die Kirche war früher umgeben vom Friedhof, auf dem bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert Beerdigungen vorgenommen wurden. Einige Grabsteine aus dem 15.–18. Jahrhundert sind rund um die Kirche zu sehen.

Heute prägt die Kirche mit ihrem mächtigen Turm und den vier großen Zifferblättern das Bild des Magstadter Ortskerns.

Naturdenkmäler

Der Ratberg befindet sich im Nordwesten Magstadts in Richtung Warmbronn. Beim Ratberg handelt es sich um einen flachen Hügel mit einem Durchmesser von 120 m und einer Höhe von 10 m, der aus Stubensandstein besteht. Der Ratberg entstand durch Reliefumkehr.

Er trägt den Namen Ratberg, da auf ihm die Alemannen Rat hielten, als sie begannen, die Gegend um Magstadt zu bevölkern.

Sport

Die Gemeinde zeichnet sich besonders durch die vielen Vereine aus, zu denen unter anderem der RV Pfeil gehört. Die Magstadter Simon Altvater und Nico Kunert halten seit dem 3. Juni 2000 den deutschen Rekord im Zweier-Kunstradfahren der Junioren und seit 9. März 2006 der Klasse Männer. In Radfahrerkreisen und der breiteren Öffentlichkeit wurden sie jedoch bekannt, nachdem sie die Kunstfahr-WM von 2001 bis 2006 sechs Mal in Folge gewannen.

Zu den bekannten Vereinen gehört auch der Bogenclub Magstadt. In Württemberg gehört dieser Verein zu den größten und erfolgreichsten Bogensport-Vereinen. Durch das einzigartige Vereinsheim, einer ehemaligen Wasserpumpstation, ist dieser Verein oft in den Medien erwähnt worden. Die Bogenschützen des Bogenclub Magstadt halten mehrere württembergische Rekorde und sind auch der Heimatverein von mehreren Deutschen Meistern sowie Vize-Weltmeistern.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 114–116.
  3. 3,0 3,1 Beschreibung des Oberamts Böblingen – Tabelle I.
  4. Statistisches Landesamt B-W.
  5. Ulrich Hanselmann: Ortsmitte von Magstadt – Alles so schön ruhig hier , in Stuttgarter Nachrichten vom 4. Februar 2013
  6. (tim): Großes Interesse an Buslinie 745. In: Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung. 3. Dezember 2012, abgerufen am 20. Januar 2014.

Weblinks

 Commons: Magstadt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Magstadt in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850 – Quellen und Volltexte

Kategorien: Ort im Landkreis Böblingen | Magstadt | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Magstadt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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