Münsingen BE - LinkFang.de





Münsingen BE


BE ist das Kürzel für den Kanton Bern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Münsingenf zu vermeiden.
Münsingen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern BE
Verwaltungskreis: Bern-Mittelland
BFS-Nr.: 0616
Postleitzahl: 3110 Münsingen BE
3083 Trimstein
UN/LOCODE: CH MSN
Koordinaten:
Höhe: 541 m ü. M.
Fläche: 12,1 km²
Einwohner: 11'646 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 962 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
8,5 % (2009)[2]
Arbeitslosenquote: 2,1 % (2010)[3]
Gemeindepräsident: Beat Moser (Grüne)
Website: www.muensingen.ch

Münsingen vom Belpberg (Chutzen)

Karte

Münsingen (französisch Munisenges , berndeutsch Münsige) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz. Die Gemeinde liegt zwischen den Städten Bern und Thun im Aaretal. Das ursprüngliche Dorf besass zwei Kerne: das Vorderdorf (bäuerlich-gewerbliche Siedlung ausgangs des Mühletals) und das Hinterdorf mit Kirche, Pfarrhaus und den beiden alten Wirtshäusern Bären und Löwen.

Geschichte

Münsingen entstand aus einem keltischen Dorf, welches 400 v. Chr. an dieser Stelle angesiedelt war. 1904 wurde beim Kiesabbau das Gräberfeld von Münsingen-Rain aus der Latènezeit entdeckt. Aus römischer Zeit stammen verschiedene Mauerreste. 1941 wurde südlich der Kirche ein Badegebäude mit Wandmalereien und Mosaikfussboden (Fische und Oceanus-Kopf) um 200 n. Chr. ausgegraben. Das Badehaus gehörte wohl zu einem römischen Gutshof.

Die Herkunft des heutigen Ortsnamens ist nicht geklärt, wird jedoch den Alemannen zugesprochen. Bis 1033 gehörte Münsingen zum hochburgundischen Königshof. Im 13. und 14. Jahrhundert unterstand Münsingen der Herrschaft der Ritter Senn, von welchen das heutige Gemeindewappen stammt. Deren bekanntester Vertreter war der Basler Bischof Johann Senn von Münsingen († 1365), in dessen Amtszeit u. a. das Erdbeben von Basel (1356) Stadt und Umgebung stark beschädigte.

1406 kauften die Stadt Bern von den Grafen Berchtold und Egon von Neu-Kyburg die Rechte der Landgrafschaft Burgund. Damit kam Münsingen unter die Oberhoheit der Stadt. Bern teilte das Gebiet links und rechts der Aare in vier Landgerichte ein, die Landgerichte Sternenberg, Zollikofen, Konolfingen und Seftigen. Münsingen gehörte zum Landgericht Konolfingen. Manche Grundbesitzer, die Ausburger von Bern wurden, besassen immer noch die hohe Gerichtsbarkeit, den Blutbann, so auch in Münsingen. Bern suchte nach und nach die hohe Gerichtsbarkeit in solchen Herrschaften zu erwerben. Aus diesem Bestreben der Stadt, sich den Blutbann anzueignen, und aus der Weigerung der Herrschaftsherren, dieses Recht und andere Rechte sich entreissen zu lassen, erwuchs der Twingherrenstreit. Damals (1470) ging die hohe Gerichtsbarkeit von Münsingen an die Stadt Bern über.

Als wichtiger Versammlungsort machte Münsingen im 19. Jahrhundert während des Demokratisierungsprozesses im Kanton Bern Geschichte, so mit der Volksversammlung vom 10. Januar 1831 in der Kirche Münsingen, in der die Versammlung die Einberufung eines Verfassungsrates zur Schaffung einer neuen liberalen Kantonsverfassung verlangte. Diese Entschliessung hatte die Abdankung der patrizischen Restaurationsregierung und die Bildung einer liberalen Regierung zur Folge.

1895 wurde in Münsingen eine kantonale «Irrenanstalt» gegründet, die heute Psychiatriezentrum Münsingen heisst. Bekanntester Insasse war der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser, der in seinen Kriminalromanen u. a. Matto regiert, die psychiatrischen Verhältnisse der 1920er Jahre literarisch verarbeitete.

2012 wurde der Anschluss der Gemeinde Trimstein per 1. Januar 2013 an die Gemeinde Münsingen beschlossen.[4]

Wirtschaft

Münsingens bedeutendstes Unternehmen ist der Büromöbelhersteller USM U. Schärer Söhne. Ausserdem hat die Wasserpumpenfirma Biral Bieri Pumpen AG Münsingen ihren Hauptsitz. 1995 startete die Gemeinde das Projekt „Veloville“, das eine Sensibilisierungskampagne und Verkehrsmassnahmen zu Gunsten des Radverkehrs beinhaltet.[5][6]

Bevölkerung

Münsingen hatte am 31. Dezember 2012 11'057 Einwohner. Von den Bewohnern waren im Jahr 2000 92,93 Prozent deutschsprachig, 1,46 Prozent italienischsprachig und 1,07 Prozent französischsprachig. 56,6 Prozent der erwerbstätigen Einwohner sind Pendler in eine andere Gemeinde (Stand 2000).

Schulen

In Münsingen gibt es Primarschulen, Realschulen und Sekundarschulen bis zum vorgymnasialen Unterricht.

Gesundheitswesen

Münsingen verfügt über ein öffentliches Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund Spital Netz Bern.

Politik

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Regiert wird Münsingen von einem siebenköpfigen Gemeinderat und einem Parlament mit 30 Sitzen. Die links stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung des Parlaments nach der Wahl vom 27. Oktober 2013.[7]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 25,7 %, SP 18,8 %, BDP 12,9 %, GPS 11,6 %, FDP 9,9 %, glp 7,5 %, EVP 6,1 %, EDU 3,6 %, CVP 2,0 %.[8]

Sport

Die Gemeinde beherbergt einen Fussballklub, den FC Münsingen, der aktuell in der Gruppe 2 der 1. Liga der Schweiz spielt. Der lokale Volleyballclub – VBC Münsingen – spielt mit dem Damenteam in der 1. Liga. In Münsingen gibt es zwei Hornussergesellschaften. Die Hornusser Münsingen (2. Liga) und die Hornusser Trimstein (1. Liga)

Partnergemeinden

Münsingen BE unterhält auf politischer und Vereinsebene freundschaftliche Beziehungen zum gleichnamigen Münsingen (Württemberg) in Deutschland. Außerdem beteiligt sie sich seit 1991 an der Finanzierung von Hilfsprojekten in der Gemeinde Ambohimahavelona in Madagaskar.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Hans Gugger, Hans Maurer, Regula Hug: Münsingen. (Schweizerischer Kunstführer, Band 762/763, Serie 77). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2004, ISBN 3-85782-762-9.

Sehenswürdigkeiten

Weblinks

 Commons: Münsingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Eingabe Münsingen).
  3. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Eingabe Münsingen. Jahresdurchschnitt).
  4. Gemeindeabstimmung vom 17.06.2012. Abgerufen am 18. Juni 2012.
  5. Veloville: Mobil mit Köpfchen auf muensingen.ch
  6. Ursula Mauch, Nicole North, Raffael Pulli (2001): Between Efficiency and Sufficiency, The Optimal Combination of Policy Instruments in the Mobility Sector towards Sustainable Development. (PDF; 149 kB). In: R. Kaufmann-Hayoz, H. Gutscher (Hrsg.): Changing Things – Moving People. Strategies for Promoting Sustainable Development at the Local Level. Basel, 2001, S. 133–150. (Download der deutschen Übersetzung ; PDF; 155 kB)
  7. Wahl des Gemeindeparlamentes – Ergebnisse. Gemeinde Münsingen, 27. Oktober 2013, abgerufen am 28. Oktober 2013 (PDF).
  8. Resultate der Gemeinde Münsingen. Wahlen 2015. Abgerufen am 28. November 2015.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Münsingen BE (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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