Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof - LinkFang.de





Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof


Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bauform ehem. Keilbahnhof bzw. Berührungsbahnhof
Bahnsteiggleise

4

Abkürzung

EMLR

IBNR 8000259
Vorlage:Infobox Bahnhof/Wartung/IBNR in Wikidata verschieden von lokaler IBNR
Kategorie

3

Eröffnung

1862

Lage
Stadt/Gemeinde

Mülheim an der Ruhr

Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
}
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i16i16i18

Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Mülheim an der Ruhr im westlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Seinen heutigen Namen erhielt der Bahnhof erst 1974 nach dem Ausbau der Bahnstrecke im Zuge der Einrichtung der S-Bahn Rhein-Ruhr.

Der ehemalige Berührungsbahnhof liegt in der Gabelung zwischen den Ruhrgebietsstrecken von zwei der größten ehemaligen privaten Bahngesellschaften, der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (kurz RhE) und der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (kurz BME).

Geschichte

Die RhE baute 1866 an ihrer Ruhrgebietsstrecke von Osterath nach Dortmund RhE den Bahnhof „Mülheim RhE“. Unmittelbar nördlich angrenzend an den bestehenden Bahnhof errichtete die BME 1867 einen eigenen Haltepunkt „Mülheim-Eppinghofen BME“ an ihrer eigenen, bereits seit 1862 bestehenden Ruhrgebietsstrecke von Witten oder Dortmund nach Oberhausen oder Duisburg.

Nach der Verstaatlichung und Zusammenführung der beiden Eisenbahn-Gesellschaften in den Preußischen Staatseisenbahnen wurde aus den beiden benachbarten Bahnhöfen formal einer, bauliche Änderungen oder gar eine Verknüpfung beider Strecken an dieser Stelle unterblieben aber. Die beiden Strecken verliefen parallel nebeneinander bis zum Bahnhof (Mülheim-)Heißen, wo sie dann betrieblich miteinander verknüpft wurden.

Am 1. Juni 1888 wurde der Bahnhof das erste Mal umbenannt in „Mülheim (Ruhr)“, nur vier Jahre danach am 11. August 1892 dann wieder in „Mülheim-Eppinghofen“. In den Jahren 1905 bis 1910 wurde der Eppinghofer Bahnhof mit der Unterführung der Eppinghofer Straße in einem gemeinsamen Gebäude nun auch für die Fahrgäste erkennbar zwischen den Gleisen neu errichtet. Das Steildach des Gebäudes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Der betriebstechnisch bedeutendere Bahnhof Mülheims war aber immer noch der bereits 1862 von der BME weiter westlich errichtete größere Bahnhof „Mülheim (Ruhr) BME“ (ab 1892 „Mülheim (Ruhr)“ und später dann bis 1974 „Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof“), welcher aber wegen der größeren Entfernung zur Stadtmitte von der Mülheimer Bevölkerung nicht entsprechend angenommen wurde. Die Bedeutung rührte daher, dass in der Dampflokzeit die schweren und langen Schnell- und Eilzüge vor dem Heißener Berg gehörig Anlauf und manches Mal auch Schubunterstützung brauchten und deshalb in Eppinghofen durchfuhren.[1] Das in der Nähe der Industrieanlagen der Friedrich Wilhelms-Hütte gelegene große Bahnhofsgebäude wurde 1975 abgerissen, der dazugehörige Bahnhof trägt heute die Bezeichnung „Mülheim (Ruhr) West“.

Mit der Elektrifizierung der Strecke Köln–Hamm in den 1950er Jahren wurden die Halte der Fernzüge zum Eppinghofer Bahnhof verlegt, dieser wurde am 22. Mai 1955 umbenannt in „Mülheim (Ruhr) Stadt“ und erhielt 1974 mit der Eröffnung der S-Bahn Rhein-Ruhr schließlich die bis heute gültige Bezeichnung „Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof“.

Heutige Situation

Der Mülheimer Hauptbahnhof hat heute an der ehemaligen „Bergisch-Märkischen Bahn“ je einen Richtungsbahnsteig mit zwei Gleisen, insgesamt also nur vier Gleise, und zählt damit zu den kleinsten Hauptbahnhöfen im gesamten Ruhrgebiet. Die Strecke der ehemaligen „Rheinischen Bahn“ ist stillgelegt, die Oberleitungen wurden demontiert, ebenso ein Großteil der Gleise. Darüber hinaus wurden alle Abstellgleise an den Bahnhofsausfahrten, sowie fast sämtliche Weichen entfernt. Nur noch ein Weichenpaar zwischen Fernstrecke und S-Bahnstrecke in östlicher Fahrtrichtung unterscheidet den Bahnhof betrieblich von einem Haltepunkt.

Durch die Renovierung in den Jahren 2010 und 2011 wurde das Hauptgebäude fast vollständig saniert, sowie die Personentunnel neu gestaltet und der Bahnhofsvorplatz modernisiert. In die Sanierung des Hauptgebäude wurden dabei 2,1 Millionen Euro[2] investiert.

Im Jahr 2015 folgt die Sanierung der Bahnsteige. Auf einer Länge von 370 Metern werden Bahnsteigkanten und Bodenbeläge erneuert. Dabei werden diese auch mit einem taktilen Leitsystem für Sehbehinderte ausgerüstet. Weiterhin werden die Bahnsteigdächer modernisiert und das vorhandene Mobiliar (Vitrinen, Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter, etc.) gegen Neues ausgetauscht. Ebenso wird die Beleuchtung und Ansagetechnik erneuert. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen betragen 4,5 Millionen Euro.[2]

Bedienung

Schienenpersonenfernverkehr

Im Schienenpersonenfernverkehr bestehen direkte Verbindungen mit Intercity und EuroCity nach Berlin und Leipzig über Dortmund und Hannover sowie nach Innsbruck und Oberstdorf über Köln und Stuttgart. Insgesamt halten 11 Fernzüge pro Tag an diesem Bahnhof.[3][4]

Linie Zuglauf Zug
IC 30 Köln – Duisburg – Mülheim – Dortmund – Münster – Bremen – Hamburg-Altona IC 2228
Dortmund – Mülheim – Duisburg – Köln – Bonn – Koblenz IC 2338
IC 31 Hamburg-Altona – Bremen – Münster – Dortmund – Mülheim – Duisburg – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Frankfurt IC 2020
EC 32 Münster – Gelsenkirchen – Essen – Mülheim – Duisburg – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Lindau - Innsbruck EC 119
IC 32 Berlin – Hannover – Hamm – Dortmund – Mülheim – Duisburg – Köln IC 1911
IC 1916
Berlin – Hannover – Hamm – Dortmund – Mülheim – Duisburg – Mönchengladbach – Aachen IC 2222
IC 2223
IC 55 Leipzig – Halle – Magdeburg – Braunschweig – Hannover – Bielefeld – Hamm – Dortmund – Mülheim – Duisburg – Köln – Bonn – Koblenz – Mainz – Mannheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – Oberstdorf IC 2013
Ulm – Stuttgart – Heidelberg – Mannheim – Mainz – Koblenz – Bonn – Köln – Duisburg – Mülheim – Dortmund – Hamm – Hannover – Braunschweig – Magdeburg IC 2012

Schienenpersonennahverkehr

Im Schienenpersonennahverkehr ist Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof Halt mehrerer Regional- und S-Bahn-Linien:

Linie Linienverlauf Takt
RE 1 NRW-Express:
Aachen Hbf – Aachen-Rothe Erde – Eilendorf (nur Verstärkerzüge) – Stolberg (Rheinl) Hbf – Eschweiler Hbf – Langerwehe – Düren – Horrem – Köln-Ehrenfeld – Köln Hbf – Köln Messe/Deutz – Köln-Mülheim – Leverkusen Mitte – Düsseldorf-Benrath – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf Flughafen – Duisburg Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Essen Hbf – Wattenscheid – Bochum Hbf – Dortmund Hbf – Dortmund-Scharnhorst (nur SVZ) – Dortmund-Kurl (nur SVZ) – Kamen-Methler (nur SVZ) – Kamen – Nordbögge (nur SVZ) – Hamm (Westf) – Soest – Lippstadt – Paderborn Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
060 min (Aachen–Hamm)
120 min (Hamm–Paderborn)
RE 2 Rhein-Haard-Express:
Münster (Westf) Hbf – Münster-Albachten – Bösensell – Nottuln-Appelhülsen – Buldern – Dülmen – Sythen – Haltern am See – Marl-Sinsen – Recklinghausen Hbf – Wanne-Eickel Hbf – Gelsenkirchen Hbf – Essen Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Duisburg Hbf – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RE 6 Westfalen-Express:
Düsseldorf Hbf – Düsseldorf Flughafen – Duisburg Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Essen Hbf – Wattenscheid – Bochum Hbf – Dortmund Hbf – Kamen – Hamm (Westf) – Heessen – Ahlen (Westf) – Neubeckum – Oelde – Rheda-Wiedenbrück – Gütersloh Hbf – Bielefeld Hbf – Herford – Löhne (Westf) – Bad Oeynhausen – Porta Westfalica – Minden (Westf)
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RE 11 Rhein-Hellweg-Express:
Hamm (Westf) – Nordbögge (zeitweise) – Kamen – Kamen-Methler – Dortmund-Kurl – Dortmund-Scharnhorst (zeitweise) – Dortmund Hbf – Bochum Hbf – Wattenscheid – Essen Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Duisburg Hbf – Rheinhausen – Krefeld-Uerdingen – Krefeld Hbf – Viersen – Mönchengladbach Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min

Öffentlicher Personennahverkehr

Unter dem eigentlichen Hauptbahnhof befindet sich eine Stadtbahnstation. Diese wird von drei Linien bedient, von denen zwei oberirdisch als Straßenbahn verkehren.

Außerdem wird der Hauptbahnhof von mehreren Buslinien angefahren.

Zukunft

In Zusammenhang mit der Einführung des Rhein-Ruhr-Expresses der Deutschen Bahn soll der Hauptbahnhof eine Sanierung der Gleise erhalten.

Literatur

  • Eisenbahnfreunde Mülheim e. V. (Hrsg.): Ansichtskarten – Mülheim und die Eisenbahn. 1990
  • Martin Menke: Der Mülheimer Hauptbahnhof im Wandel der Zeit. In: Zeugen der Stadtgeschichte – Baudenkmäler und historische Orte in Mülheim an der Ruhr. Hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr. Klartext Verlag, Essen 2008, S. 139–145.

Weblinks

 Commons: Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise

  1. Heißener Berg bei efmh
  2. 2,0 2,1 Bahn modernisiert Mülheimer Hauptbahnhof für 4,5 Millionen. WAZ, 15. August 2015, abgerufen am 15. August 2015.
  3. ICE-Netz 2016 (DBAG) (PDF; 395 kiB)
  4. EC/IC-Netz 2016 (DBAG) (PDF; 612 kiB)

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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