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Mühlleithen


Mühlleithen
Höhe: 858 m
Eingemeindung: 1. April 1992
Postleitzahl: 08248
Vorwahl: 037465

Mühlleithen ist ein Ortsteil von Klingenthal im Vogtland. Der Ort hat ca. 177 Einwohner und liegt in 830-870 Metern Höhe im Westerzgebirge zwischen dem Kiel (946 Meter) und dem Aschberg. Mühlleithen wurde im Januar 1992 nach Klingenthal eingemeindet.

Geografie und Name

Mühlleithen liegt an der Bundesstraße 283 zwischen Tannenbergsthal und Klingenthal unweit der tschechischen Grenze sowie etwa 30 Kilometer südlich von Zwickau. Der Name Mühlleithens enthält das Grundwort -lithe vom mittelhochdeutschen Wort lite in der Bedeutung von Hang und Halde. Dieser Wortteil wird im Zusammenhang mit einem Flurnamen gesehen.[1]

Geschichte

Anlagen, die zur Zinngrube in dem nördlich von Mühlleithen liegenden Ort Gottesberg gehörten, werden als Ausgang für die Entstehung Mühlleithens gehalten.[1] 1579 verkaufte der dem in Westsachsen in einer Reihe von Adelssitzen herrschenden Adelsgeschlecht Planitz angehörende Hans Georg Edler von der Planitz diese Zinngrube und umliegende Wälder an den sächsischen Kurfürsten August. [1] Eine Rast- und Ausspannstätte für Fuhrleute, genannt Buschhaus, erfährt im Jahr 1790 Erwähnung.[1] Das Buschhaus war zuletzt bis 1990 HO-Sporthotel. Das jetzige Gebäude wurde 1853 erbaut. Es steht jetzt leer.

Zu einer ersten Ansiedlung im Bereich des heutigen Mühlleithen kam es im Jahr 1787. Dabei wurden die ersten Häuser am sogenannten Berg gebaut, an dem ein Bierweg verlief. Fuhrleute mit Wagen und Schlitten konnten dort den Erzgebirgskamm überwinden.[1] Der Ort gehörte bis ins 19. Jahrhundert als südöstlichster Punkt zum Amt Plauen.[2]

Im 1837 erschienenen Neuen Alphabetischen Orts-Verzeichniß des Königreichs Sachsen wird Mühlleithen zwar aufgeführt, in den Spalten für die Zahl der Wohngebäude und Einwohner stehen aber keine Angaben.[3] 1838 gab es in Mühlleithen eine Schule. Das Kirchlich-statistische Handbuch für das Königreich Sachsen bezeichnet sie als Nebenschule.[4] Albert Schiffner nennt 1839 Mühlleithen ein „Örtchen mit Gemeinderecht“.[5] 75 Einwohner in 12 Wohngebäuden finden sich bei der Volkszählung am 1. Dezember 1843.[6] Im Verzeichniß der gesammten Ortschaften des Königreichs Sachsen von 1857 findet sich Mühlleithen zusammen mit Brunndöbra mit 79 Bewohnern in 13 Wohngebäuden aufgeführt.[7]

Mühlleithen als Wintersport- und Erholungsort

Mühlleithen ist ein Wintersport- und Erholungsort, der schon in den 1920er Jahren durch Omnibuslinienverkehre erschlossen wurde. Schon 1924 gab es einen Wintersportverein. Der Bau einer Skisprungschanze in Winzelburg (Große und kleine Vogtlandschanze) folgte 1933. Die Schule fungierte in den 1930er Jahren als „Musterschule“ in der Skilaufausbildung.[1] Durch das Internationale Damenskirennen, seit 1965 in Klingenthal/Mühlleithen beheimatet, ist Mühlleithen in der internationalen Skisportwelt bekannt geworden. In den 2000er Jahren sind aufwendige Loipenbauten mit einer Brücke über die Bundesstraße 283 entstanden. Ein kurzer Skihang kann künstlich beschneit werden.[8] Neben Ferienwohnungen und Privatunterkünften gibt es das Ferienhotel Mühlleithen.[1]

Die Ortschaft ist seit 1992 ein Ortsteil von Klingenthal.[1]

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohnerzahl[9]
1834 66
1871 80
1890 130
1910 211
Jahr Einwohnerzahl
1925 200
1939 206
1946 201
1950 269
Jahr Einwohnerzahl
1964 206
1990 174

Bilder

Literatur

  • Mühlleiten. In: Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 219.
  • Arthur Müller: Blicke in die Vergangenheit Klingenthals und der umliegenden Orte Brunndöbra, Unter- u. Obersachsenberg, Georgenthal, Aschberg, Steindöbra, Mühlleithen mit Winselburg, Kottenheide und Zwota. Mit Berücksichtigung der böhmischen Nachbarorte. Brückner & Niemann, Leipzig 1897 (Digitalisat )

Weblinks

 Commons: Mühlleithen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 200.
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. Neues alphabetisches Orts-Verzeichnis des Königreichs Sachsen. Nach officiellen Nachrichten zusammengestellt von Central-Comité des statistischen Vereins für das Königreich Sachsen. Mit allergnädigst ertheiltem Privilegio. Verlag der Waltherschen Hofbuchhandlung. Zweite Abtheilung M.-Z. Dresden 1837, S. 183 Digitalisat
  4. Wilhelm Haan: Kirchlich-statistisches Handbuch für das Königreich Sachsen, gedruckt und zu finden beim Herausgeber Carl Ramming, Dresden 1838, S. 220, Digitalisat
  5. Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreichs Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Kreisdirektionsbezirk enthaltend, Friedrich Fleischer, Leipzig 1839, S. 437 Digitalisat
  6. Mitteilungen des statistischen Vereins für das Königreich Sachsen, 16. Lieferung, gedruckt in der Buchdruckerei von C. Heinrich, Dresden 1844, S. 14 Digitalisat
  7. C. F. T. Rudowsky: Verzeichniß der gesammten Ortschaften des Königreichs Sachsen, Druck von Carl Ramming, Dresden 1857, S. 44 Digitalisat
  8. Internetseite Wintersport im Erzgebirge [1] , abgerufen am 25. Oktober 2015
  9. Vgl. Mühlleithen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mühlleithen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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