Mörfelden - LinkFang.de





Mörfelden


Mörfelden
Höhe: 98 m ü. NHN
Einwohner: 12.303 (31. Mrz. 1972)
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Eingemeindet nach: Waldfelden
Postleitzahl: 64546
Vorwahl: 06105

Mörfelden (mundartlich: Merfelle)[1] ist eine Teilstadt von Mörfelden-Walldorf im Kreis Groß-Gerau in Hessen.

Geographische Lage

Mörfelden liegt in einer Rodungsinsel der waldreichen Untermainebene im Rhein-Main-Gebiet, im Dreieck zwischen den südhessischen Großstädten Frankfurt am Main, Darmstadt und Mainz und südlich des Frankfurter Flughafens. In Ost-West-Richtung wird die Gemarkung von dem Gundbach im Norden, dem Geräthsbach in der Mitte und dem Hegbach im Süden entwässert. Im Westen hat die Gemarkung Anteil an dem ausgedehnten Naturschutzgebiet Mönchbruch. Östlich von Mörfelden, an der Bundesautobahn 5, liegen der Oberwaldsee und der aus einer ehemaligen Mülldeponie entstandene Oberwaldberg, mit 145 Meter die höchste Erhebung im Kreis Groß-Gerau.

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Norden, knapp vier Kilometer entfernt, die Teilstadt Walldorf, im Osten Langen, Egelsbach und Erzhausen, im Süden Weiterstadt und Büttelborn, im Südwesten Groß-Gerau und Nauheim sowie im Westen Königstädten, Haßloch und Raunheim.

Geschichte

Das Bestehen des Ortes kann im Codex Laureshamensis in der damaligen Schreibweise Mersenuelt bis in die Jahre 830 - 850 als fränkischen Reichsgut im Reichsforst und Wildbann Dreieich urkundlich zurückverfolgt werden.

In der Gemarkung lassen Funde aus Hügelgräbern vermuten, dass hier schon in der Bronzezeit Siedlungen bestanden. Am Südrand der Ortslage wurde die Stelle einer abgegangenen Wasserburg, der Burg Mörfelden entdeckt. Baureste sind nicht mehr vorhanden, auch sind keine Urkunden über den Bau und den Untergang der Burg überliefert.

Schon in der Römerzeit führten viele Straßen durch dieses Gebiet, Als wichtiger Handels- und Verkehrsplatz erhielt Mörfelden im 15. Jahrhundert eine eigene Zollstelle. Das Fuhrgewerbe hatte am Ort große Bedeutung.

Um 1232 wird eine capelle in Mersenvelt erwähnt und 1304 eine ecclesia parochialis als „Pfarrkirche mit Filial auf dem Gundhof“.

Der Dreißigjährige Krieg traf auch Mörfelden schwer. Durch Kriegshandlungen und die Pest waren große Menschenverluste und Zerstörungen zu beklagen. Im Jahr 1694wurden nur noch 159 Einwohner verzeichnet.

Im Jahre 1600 kam Mörfelden zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und 1806 zum Großherzogtum Hessen. Ab 1832 ist Mörfelden eine Gemeinde im Kreis Groß-Gerau. Verwaltungsmäßig gehört das hessische Mörfelden bis 1821 zum Amt Kelsterbach. Durch die Verwaltungsreform von 1821 im Großherzogtum Hessen wird der Ort dem Landratsbezirk Langen der Provinz Starkenburg zugeteilt. 1832 wird dann die Provinz Starkenburg in Kreise aufgeteilt und Mörfelden kommt zum Kreis Groß-Gerau. Diesem gehört es dann, nur unterbrochen durch die Aufteilung von Starkenburg in Regierungsbezirke, bis heute an. Von 1848 bis 1852 zählt es zum Regierungsbezirk Darmstadt.[2]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Langen und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Langen. Seit 1883 ist das Amtsgericht Groß-Gerau für Mörfelden zuständig.[2]

Das 19. Jahrhundert brachte Mörfelden eine langsame, aber stetige Aufwärtsentwicklung. Mit der Inbetriebnahme der Riedbahn durch die Hessische Ludwigsbahn im November 1879 verstärkte sich der Aufschwung. Bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts pendelten zahlreiche Einwohner in die nahe gelegenen Großstädte. Mörfelden wandelte sich dadurch zunehmend aus einem Bauerndorf in eine Arbeiterwohngemeinde. Viele Mörfelder waren im Baugewerbe tätig. Umgangssprachlich nannte man Mörfelden deshalb das Maurerdorf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform 1948 wuchs Mörfelden zunächst durch Aufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen und später durch die stürmische wirtschaftliche Entwicklung des Rhein-Main-Gebietes. Für die ständig wachsende Bevölkerung mussten neue Wohngebiete und Gewerbegebiete erschlossen und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur ausgebaut werden.[3]

Der Gemeinde Mörfelden wurde am 5. März 1968 durch die Hessische Landesregierung das Recht zur Führung der Bezeichnung Stadt verliehen.[4]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden die Städte Mörfelden und Walldorf im Jahr 1977 zur Stadt Waldfelden zusammengeschlossen. Ein Jahr später erfolgte auf Antrag der neu gegründeten Stadt die Umbenennung in Mörfelden-Walldorf.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl von Mörfelden stieg im 19. Jahrhundert bis 1875 langsam aber stetig an von 1097 im Jahr 1834 auf 1696 im Jahr 1875. Bis zur Jahrhundertwende beschleunigte sich die Entwicklung. 1905 waren 3324 Einwohner zu verzeichnen. Vor dem Zweiten Weltkrieg 1939 lag die Zahl bei 5409 und 1946 bei 6368.[2] In den 1960er Jahren war die Steigerung geradezu explosionsartig: von 9042 Einwohner (1961) auf 12303 am 31. März 1972,[5] das sind über 3000 Einwohner in zehn Jahren.
Mörfelden: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
1.097
1840
  
1.214
1846
  
1.357
1852
  
1.440
1858
  
1.460
1864
  
1.558
1871
  
1.692
1875
  
1.996
1885
  
2.174
1895
  
2.497
1905
  
3.324
1910
  
3.784
1925
  
4.398
1939
  
5.409
1946
  
6.368
1950
  
7.091
1956
  
8.731
1961
  
9.042
1967
  
11.170
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Verkehr und Infrastruktur

In Mörfelden kreuzen sich die Bundesstraße 44 von Frankfurt am Main über Groß-Gerau nach Mannheim und die Bundesstraße 486 von Rüsselsheim am Main über Langen nach Eppertshausen bei Dieburg. Über die B 486 gibt es knapp zwei Kilometer östlich der Ortslage eine Anschlussstelle an die Bundesautobahn 5. Die Landesstraße L 3113 führt nach Süden über Gräfenhausen nach Darmstadt.

Die Riedbahn von Frankfurt nach Mannheim ist einerseits für den Hochgeschwindigkeitsverkehr bis 200 km/h ausgebaut, andererseits ist der Bahnhof Mörfelden Station für den Regionalverkehrszug RE 70 und für die S-Bahn-Linie 7 der S-Bahn Rhein-Main. Nach Frankfurt (Main) Hbf beträgt die Fahrzeit etwa 20 Minuten. Ferner gibt es Buslinien zum Flughafen Frankfurt am Main Terminal 1.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Darmstädter Echo, Mittwoch, 8. Oktober 2014, S. 20: Rosen für die Damen
  2. 2,0 2,1 2,2 „Mörfelden, Landkreis Groß-Gerau“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 13. Januar 2013.
  3. Stadt Mörfelden-Walldorf: Stadtgeschichte
  4. Erlass des Hessischen Ministers des Innern zur Stadterhebung vom 18. März 1968 (StAnz. S. 826) Seite 10 der tif-Datei 3,58 MB
  5. Maßgebliche Einwohnerzahlen für die Kommunalwahl 1972, Stand: 31. März 1972 Mörfelden: siehe Seite 17 der tif-Datei 5,83 MB

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mörfelden (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.