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Mönchwinkel


Mönchwinkel
Höhe: 35 m ü. NN
Fläche: 25,92 km²
Einwohner: 296 (14. Mai 2013)
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15537
Vorwahl: 033632

Mönchwinkel ist ein Ortsteil von Grünheide (Mark) südöstlich von Berlin im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg.

Geografie

Gemeindegliederung

Mönchwinkel besteht aus den Ortslagen (Alt) Mönchwinkel und Neu Mönchwinkel und dem sogenannten "Gutsviertel" von Spreewerder sowie dem Bahnhaus Nr. 35, ein bewohntes ehemalige Eisenbahnergebäude an der Verbindungsstrecke Berlin-Frankfurt (Oder), gelegen zwischen den Bahnhöfen Hangelsberg und Fangschleuse.

Geschichte

Die erste Erwähnung Mönchwinkels unter dem Namen "Monikwinckel" findet man auf einer schwedischen Kriegskarte aus dem Jahr 1630, die im Auftrag von Schwedenkönig Gustav Adolf durch den Kartographen Olof Hansson Svart gefertigt wurde. Viele Jahre gingen aber ins Land, bis am 31. März 1927 das preußische Staatsministerium bekannt gab, dass aus der Gemeinde Spreeau im damaligen Kreise Niederbarnim die Ortsteile Alt-Mönchwinkel und Neu-Mönchwinkel herausgetrennt und nunmehr mit dem Namen "Mönchwinkel" eine eigenständige Landgemeinde bilden. Dieser Zustand hielt dann 76 Jahre bis in das Jahr 2003 an. Mit der Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform im Land Brandenburg die Gemeinde Mönchwinkel nach Grünheide (Mark) eingemeindet.[1] Man klagte zwar gemeinsam mit den Nachbargemeinden Hangelsberg und Spreeau gegen die Reform aber scheiterte dann vor dem Landesverfassungsgericht ohne Anhörung.

Mönchwinkels Bauern

Schon von Anfang an war Mönchwinkel vor allem von Land- und Forstwirtschaft geprägt und Bauernfamilien machten einst den Großteil der Bevölkerung aus. So gehörte das jährliche Erntefest zu den Hauptereignissen im Dorfleben. Nicht alle Bauern führten ihren Hof jedoch Hauptberuflich und gingen nebenbei, Tagsüber noch einer Beschäftigung bei der Forst und Reichsbahn nach oder boten ihr Pferdefuhrwerk im Rahmen eines Fuhrunternehmens anderen Leuten an. Große Veränderungen gab es dann mit Gründung der LPG in der DDR von der auch Mönchwinkels Bauern betroffen waren, einige machten weiter und andere, die fast im Rentenalter waren, hörten einfach auf. In einer Einladung zu einer Bauernversammlung zusammen mit dem Gemeinderat sind 1954 noch vor LPG-Gründung folgende Bauernhöfe erwähnt: Georg Maschlonkowski, Wilhelm Hönow, Johann Briesenick, Otto Lenz, Helmut Kotzan, Albert Bülow, Otto Thieme, Margarete Stahnke, Arthur Müller, Karl Tabbert, Karl Kaminski, Walter Lucke. Als damals jüngster unter den Bauern, ist einzig noch Georg Maschlonkowski am Leben. Er erfreut sich, heute 90 jährig, noch guter Gesundheit und ist hin und wieder noch mit dem Auto in Spreeau und Mönchwinkel unterwegs und anzutreffen.

Davon führten die Bauern Maschlonkowski, Hönow, Briesenick und Kotzan ihre Betriebe hauptberuflich, die größeren Nebenbauernstellen hatten Karl Kaminski, der im Ort die Fleischerei betrieb. Otto Lenz, der hauptsächlich von seiner Gastwirtschaft lebte und Otto Thieme, der nebenher für die Forst, für den für die Spree zuständigen Fischer arbeitete und als Fuhrunternehmer tätig war. Nicht zu vergessen Bauernhof Bülow, welcher noch einer der größeren war. Spätestens nach 1990 hörten dann auch die meisten anderen Bauernhöfe, die oft dann schon von den Erben geführt wurden, auf zu existieren. Heute geschieht die viehgeprägte Landwirtschaft allenfalls noch freizeitmäßig von den Nachfahren der Bauern. Einzig auf dem Maschlonkowski-Hof ist ein Großneffe noch mit einem landwirtschaftlichen Lohnbetrieb hauptberuflich tätig. Viehhaltung, zumeist von Pferden, von mehr als 30 Hühnern, Kaninchen und Schweinen führen von den alten Bauernfamilien nur noch ein Neffe von Maschlonkowski, ein Enkel von Kotzan und ein Urenkel von Thieme. Alle anderen Höfe wurden verkauft, dem Verfall überlassen oder nur noch zum Wohnen genutzt. Neu hinzu kamen Herr Blask, der heute Federvieh und Schweine hält. Sowie Herr Hentze, der den Ehemaligen Gasthof Storchnest erwarb und Herr Müller, letztere zwei bauen Gemeinsam Kartoffeln an, besitzen einige Hühner und betreiben etwas größere hobbymäßige Landwirtschaft, mit Traktoren und dazugehörigem Gerät. Abschließend kann man also sagen, ganz ist die Tradition noch nicht verschwunden.

Politik

Gemeindevertretung/Ortsbeirat

Der Ortsbeirat Mönchwinkel besteht aus 2 Personen.

Da die Einzelkandidatin Ute Thieme die absolute Mehrheit hat, errang sie 2 Sitze, damit bleibt ein Sitz unbesetzt. (Stand: Kommunalwahl vom 25. Mai 2014)

Ratsvorsitzende/Bürgermeister/Ortsvorsteher seit 1978

Im Laufe der Jahre haben sich durch verschiedene und sich stets verändernde Gesetzgebungen auch die Amtsbezeichnungen des Ortsoberhauptes geändert, der Aufgabenkreis blieb jedoch über die Jahre hinweg etwa der Gleiche. Anhand der kurzen Amtsperioden der Bürgermeister zwischen 1989 und 1994 erahnt man, dass auch an einem kleinen Ort wie Mönchwinkel, die Zeit der Wiedervereinigung und Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit nicht spurlos vorbeigegangen ist.

Ortsvorsteher (seit 2003)

Nr. Name Amtsbeginn Amtsende Stellvertreter
7 Ute Thieme 2008 20?? ohne
6 Annette Weise 2003 2008 Andy Pankow

Bürgermeister (bis 2003)

Nr. Name Amtsbeginn Amtsende Stellvertreter
6 Annette Weise 1998 2003 Werner Thieme
5 Lutz Leder 1994 1998 Annette Weise
4 Egon Pankow 1991 1994 Lutz Leder
3 Günt(h)er Kunert 1989 1991 Egon Pankow

Vorsitzender des Rates der Gemeinde (bis 1989)

Nr. Name Amtsbeginn Amtsende Stellvertreter
2 Steffen Vogel 1989 1989 Werner Thieme
1 Gerhard Block 1978 1989 Werner Thieme

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

  • Fritz Rasp (1891–1976), Schauspieler, wohnte während seiner Zeit in Berlin im eigenen Haus in Mönchwinkel. Seine Tochter, ist die Schriftstellerin Renate Rasp.
  • Ernst Höfner (1929–2009) war von 1981 bis 1989 Minister der Finanzen der DDR. Wohnte bis zu seinem Tod, während der Sommerzeit in seiner Datsche, im zu Mönchwinkel gehörenden Gemeindeteil Neu-Mönchwinkel.
  • Günter Kunert (* 1929; † 2016), Landesforstmeister a.D., wohnt in Mönchwinkel, war von 1989-1991 erster Nachwende-Bürgermeister und engagierte sich als Ortschronist und Hobby-Historiker, er verfasste mit seinen Büchern Zisterzienserdörfer und Die Grüne Heide zwei Werke, die vor allem die Landschaft und Naturgebiete in der heutigen Gemeinde Grünheide (Mark) sowie die Besiedlung der Region durch Zisterzienser-Mönche aufarbeiten. Insgesamt verfasste er fünf Bücher über die Orts- und Naturgeschichte Mönchwinkels.
  • Karl-Heinz Kotzan (* 1. Januar 1930; † 9. Juli 2013), Wehrleiter a.D., wohnte in Mönchwinkel und engagierte sich bis zuletzt für die Freiwillige Feuerwehr, seinen Aktiven Dienst beendete der Brandinspektor im Jahre 1996 nach 39 Jahren im Amt des Wehrleiters. Als er im Juli 2013 im Alter von 83 Jahren verstarb, wurde weit über den Ort hinaus tief getrauert. Zur Beisetzung honorierten ihm weit über 100 Leute sein Lebenswerk und sein einzigartiges Wesen mit einem letzten Gruß am Grab. Zu den Trauergästen gehörten Amtsdirektoren, Bürgermeister, Kreis- und Gemeindewehrführer sowie viele alte Kameraden und Weggefährten aus seinem Leben.
  • Renate Rasp (* 1935; † 21. Juli 2015), Schriftstellerin und Schauspielerin, Tochter des Schauspielers Fritz Rasp, späteres Mitglied der Gruppe 47 verbrachte ihre Kindheit und Jugend im Mönchwinkler Haus ihres Vaters und hält es auch aktuell noch als Besitz.
  • Richard Leder (* 1935), ist ein ehemaliger Wirkungsbereichsleiter der Feuerwehr und war nach der Wende erster Amtsbrandmeister des Amtes Grünheide (Mark) und damit maßgeblich beteiligt an der Neuordnung der Freiwilligen Feuerwehr nach der Wiedervereinigung, vor allem auf Amts- und Kreisebene. Nachdem er 1999 aus dem Amt schied, ernannte ihn der damalige Amtsdirektor zum Ehrenwehrführer.
  • Werner Thieme (* 1937), ist der bekannteste Ortspolitiker in Mönchwinkel, er ist mit insgesamt 36 Jahren zusammenhängender Amtszeit der am längsten amtierende Abgeordnete des Mönchwinkler Gemeinderates gewesen; seine Amtszeit dauerte von 1967 bis 2003, davon war er sehr viele Jahre als stellvertretender Bürgermeister tätig. Seine jüngste Tochter ist seit der Kommunalwahl 2008 die aktuelle Ortsvorsteherin. Sein Enkel führt als Vorsitzender den Ortsverband einer Partei. In dem 1943 in Mönchwinkel gedrehten Film "Gefährtin meines Sommers" kommt er als kleiner Junge in einer Szene vor, wo ihn einer der Darsteller auf ein Pferd setzt und im sagt, er werde Schullehrer.
  • Tobias Thieme (* 1991), Politiker, ist Gebietsvorsitzender der Partei Die Linke in den Gemeinden Grünheide (Mark) und Spreenhagen. Als Spitzenkandidat seiner Partei erreichte er mit insgesamt 678 Stimmen das zweitbeste Ergebnis unter 52 Kandidaten bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 und zog damit in die Gemeindevertretung Grünheide (Mark) ein, darüber hinaus ist er Abgeordneter des Kreistages Oder-Spree. Seit dem 24. Juni 2014 ist er 1. stellvertretender Vorsitzender des Kreistages. Mit einigen wenigen Tieren führt er heute den Bauernhof seines Urgroßvaters weiter und ist allgemein über den Ort hinaus sehr bekannt und anerkannt.

Naturdenkmäler

Auf dem Gebiet des Dorfes befindet sich der Störitzsee und ein Freibiotop. Außerdem die langgestreckte Spreeniederung entlang der "Müggelspree"

Geschichtsdenkmale

  • Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Hauptfriedhof am Gemeindehaus
  • Heimatmuseum im Ortsteil Neu Mönchwinkel Neue Spreeauerstraße 32, ehemalige Schule des Ortes (bis 1974)
  • Friedenseiche im Ortskern (wahrscheinlich genau Ortsmitte, gepflanzt etwa 1870/71 zur Reichsgründung)
  • "Lenzhof" am Ende der Spreestraße, als ursprüngliche bauliche Substanz des Ortes
  • "Schloss Schmenkel" im zu Mönchwinkel gehörenden Gutsviertel von Spreewerder

Vereine/Organisationen

  • Freiwillige Feuerwehr Mönchwinkel
  • DFD Landfrauengruppe Mönchwinkel
  • Interessengemeinschaft Seniorengruppe
  • Schneckenverein Mönchwinkel e. V. (Heimatverein)
  • Anglerverein Mönchwinkel e. V.

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Weblinks

Literatur

  • Günter Kunert: Die grüne Heide: zur Geschichte des Rüdersdorfer Forstreviers, seiner Besiedlung und seiner Bewohner. Verlag Die Furt, Jacobsdorf 2005, ISBN 3-933416-64-7
  • Günter Kunert: Zisterzienserdörfer: ein Beitrag zur Geschichte der Domäne Rüdersdorf. Verlag Die Furt, Jacobsdorf 2008, ISBN 978-3-933416-77-3

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mönchwinkel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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