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Lutz Raphael


Lutz Raphael (* 12. September 1955 in Essen) ist ein deutscher Historiker und Professor an der Universität Trier.

Leben

Nach dem Studium der Geschichte, Romanistik, Philosophie und Soziologie in Münster und Paris 1974 bis 1984 folgten die Dissertation Partei und Gewerkschaft. Die Gewerkschaftsstrategien der kommunistischen Parteien Italiens und Frankreichs seit 1970 (Universität Münster, 1984) und Habilitationsschrift Die Erben von Bloch und Febvre. Annales-Historiographie und nouvelle histoire in Frankreich 1945–1980 (Technische Universität Darmstadt, 1994). An Hochschulen war er 1987 bis 1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Institut für Geschichte in Darmstadt, seit 1996 ist er Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier.

Seit 2014 ist Raphael Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Für 2015–2016 ist er Gastwissenschaftler (Gerda Henkel Visiting Professor) am Deutschen Historischen Institut London[1].

Schwerpunkte

In der Forschung befasste er sich in Sonderforschungsbereichen mit

  • Staat im Dorf: Der Wandel lokaler Herrschaftsstrukturen im Rhein-Maas-Raum während des Aufstiegs des modernen bürokratischen Anstaltsstaates (französische, luxemburgische und deutsche Erfahrungen im Vergleich),
  • Zwischen Maas und Rhein: Beziehungen, Begegnungen und Konflikte in einem europäischen Kernraum von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert,
  • Fremdheit und Armut. Wandel von Inklusions- und Exklusionsformen von der Antike bis zur Gegenwart. Administrative Kontrolle, organisierte Betreuung und (Über-)Lebensstrategien mediterraner Arbeitsmigranten in den Montanregionen zwischen Rhein und Maas (1950–1990),
  • Armut im ländlichen Raum im Spannungsfeld zwischen staatlicher Wohlfahrtspolitik, humanitär-religiöser Philanthropie und Selbsthilfe im industriellen Zeitalter (1860–1975).

Seit 2006 leitet er das DFG-Projekt: Atlas of the Institutions of European Historiography 1800–2005, seit 2009 ist er geschäftsführender Leiter des "Forschungszentrums Europa - Strukturen langer Dauer und Gegenwartsprobleme" (FZE), einer zentralen wissenschaftlichen Einrichtung an der Universität Trier. Von 2007 bis 2013 war er Mitglied des Wissenschaftsrats. 2013 erhielt er den Förderpreis für deutsche Wissenschaftler im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (kurz Leibniz-Preis).

Raphael ist Mitherausgeber der Zeitschriften: Neue Politische Literatur und Journal of Modern European History.

Schriften

  • Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme, Beck, München 2003
  • Mithrsg.: Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit: Beiträge für eine erneuerte Geistesgeschichte, Oldenbourg, München 2006

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.ghil.ac.uk/staff/lutz_raphael.html


Kategorien: Leibnizpreisträger | Hochschullehrer (Universität Trier) | Geboren 1955 | Neuzeithistoriker | Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lutz Raphael (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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