Lungenfuchser - LinkFang.de





Lungenfuchser


Lungenfuchser ist eine alte Bezeichnung aus der Studentensprache des 18. Jahrhunderts, aber auch des beginnenden 19. Jahrhunderts für eine bei den damaligen Stoßmensuren mit Stichwaffen übliche, oft tödliche Verletzung der Lunge.

Diese Möglichkeit der schweren Verletzung führte seit 1767 bei den Studentenverbindungen zuerst in Göttingen zur Einführung des Hiebfechtens. Die dazu benötigte neue Waffe, der Göttinger Hieber, war der Vorläufer des noch heute verwendeten Korbschlägers. Nach und nach wurde von allen deutschen Universitäten das Stoßfechten verboten, so in Breslau 1819 und zuletzt in Jena 1840.[1]

Da das Stoßfechten aber bei den Studenten der Theologie wegen der relativ unsichtbaren Schmisse beliebt war, fand die Umstellung nur zögerlich statt.[2] So ist noch für das Jahr 1860 in Würzburg die letzte Stoßmensur belegt. Der letzte nachzuweisende tödliche Unfall bei einer Stoßmensur ereignete sich 1845 in Jena; der Grabstein des damaligen Opfers, des Burschenschafters Adolph Erdmannsdörffer,[3] ist noch heute an der Kirche zu Wöllnitz erhalten. Anderen Angaben zufolge wurde noch eine weitere Stoßmensur mit tödlichem Ausgang 1847 in München ausgefochten.[1]

Einen Einblick in die Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit des studentischen Stoßfechtens im 18. Jahrhundert gibt die Beischrift zu einem Kupferstich von Johann Georg Puschner von 1725:

DER RAUFFENDE STUDENT
Der nett und glücklich focht, um niemand sich geschoren,
vor dessen frecher Faust ein jeder sich entsetzt:
dem kan ein schwache Hand die tolle Brust durchbohren
Ein Zwerg hat Riesen offt in Sand und Grufft gesetzt

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kevin McAleer: Dueling. The Cult of Honor in Fin-de-Siecle Germany. Princeton University Press, Princeton 1994. S. 121.
  2. Peter Hauser: Zum Geleit: Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg. In: Peter Hauser (Hrsg.): Schmisse, Lappen, Knochensplitter – Paukärztliche Schriften des 19. Jahrhunderts. S. 3–41, hier S. 15.
  3. Birgitt Hellmann, Doris Weilandt: Jena musarum salanarum sedes. 450 Jahre Universitätsstadt Jena. Vopelius, Jena 2008. S. 37.

Kategorien: Mensur

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lungenfuchser (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.