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Lucy (2014)


Filmdaten
Deutscher TitelLucy
OriginaltitelLucy
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2014
Länge89 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
JMK 14[2]
Stab
RegieLuc Besson
DrehbuchLuc Besson
ProduktionVirginie Silla
MusikÉric Serra
KameraThierry Arbogast
SchnittLuc Besson
Besetzung
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Lucy ist ein französischer Action- und Science-Fiction-Film des Regisseurs Luc Besson aus dem Jahr 2014 mit Scarlett Johansson und Morgan Freeman in den Hauptrollen. In Deutschland war der Kinostart am 14. August 2014. Die Handlung des Films basiert großteils auf dem Zehn-Prozent-Mythos.

Handlung

Der Film beginnt mit folgendem Prolog: Ein Vorfahre des Homo sapiens, möglicherweise ein Australopithecus afarensis, schöpft Trinkwasser aus einem See. Aus dem Off ist eine weibliche Stimme zu vernehmen: „Vor einer Milliarde Jahren wurde uns das Leben geschenkt. Was haben wir daraus gemacht?“

Die Protagonistin des Films, die 25-jährige US-Studentin Lucy, lebt in Taiwan. Ihr Freund Richard, den sie erst kürzlich kennengelernt hat, versucht sie zu überreden, einen Koffer mit ihr unbekanntem Inhalt an den koreanischen Gangsterboss Mr. Jang zu übergeben. Als sie sich weigert, fesselt er sie mit einer Handschelle an den Koffer, der eine fiktive neuartige Droge – synthetisches CPH4 – enthält. Richard wird außerhalb des Hotels erschossen, in dem die Übergabe stattfinden soll. Gegen ihren Willen bringt man Lucy in Jangs Hotelzimmer, wo ihr und drei Männern ein Paket mit der Droge in den Unterleib implantiert wird. Das CPH4 soll auf diese Weise nach Europa geschmuggelt werden. Einer der Handlanger Jangs erklärt den Bodypackern, dass dessen Verbrecherorganisation umfassendes Wissen über die Verwandten jedes unfreiwilligen Schmugglers habe und dass ein Nichtbefolgen des Auftrags Konsequenzen hätte.

Lucy findet sich angekettet in einem Container wieder, wo ihr einer von Jangs Schergen infolge eines Kampfes in den Unterleib tritt. Dadurch platzt das Paket auf und die Droge wird teilweise im Körper der Protagonistin freigesetzt, was die Leistungsfähigkeit ihres Gehirns rapide steigen lässt. Die Substanz bewirkt, dass Lucys Intelligenz kontinuierlich zunimmt und dass sie im weiteren Verlauf auch eine Reihe übermenschlicher Fähigkeiten entwickelt. Sie erlangt schließlich die vollständige Kontrolle über ihren Körper: ihre Wahrnehmungsfähigkeit wird enorm geschärft, sie wird in die Lage versetzt, elektromagnetische Wellen zu manipulieren, und sie erwirbt telepathische und telekinetische Fähigkeiten. Diese ermöglichen es ihr, aus der Gefangenschaft zu entkommen.

Durch das CPH4 löst sich Lucy von ethischen Zwängen und wird in ihrem Handeln ausschließlich von Pragmatik beeinflusst. In einem Krankenhaus in Taipeh dringt sie in einen Operationssaal ein und erschießt einen Patienten auf dem Operationstisch, um sich selbst behandeln zu lassen, nachdem sie festgestellt hat, dass er keine Überlebenschance hat. Dann zwingt Lucy einen Arzt, das Drogenpaket zu entfernen. Sie fasst den Plan, die übrigen drei Drogenpakete an sich zu bringen. Zurück im Hotel kann sie durch Telepathie die Zielorte der drei verbliebenen Drogenkuriere aus Jangs Gedächtnis extrahieren.

In ihrer Wohnung beginnt Lucy mit Nachforschungen über ihren Zustand. Sie ist in der Lage, innerhalb weniger Stunden das gesamte Wissen zum Thema Gehirnforschung zu lesen und zu verstehen. Anschließend kontaktiert sie den Wissenschaftler Samuel Norman, der Theorien über die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns entwickelt hat, die Lucy an sich selbst teilweise bestätigt sieht. Normans Interesse an ihr als Forschungssubjekt wird geweckt, als sie während des Telefonats ihre Fähigkeiten beweisen kann. Sie reist anschließend zu ihm nach Paris. Kurz vor ihrem Abflug telefoniert Lucy mit dem Pariser Polizisten Pierre del Rio, dem sie Informationen über die Drogenkuriere zukommen lässt. Aufgrund dessen werden die verbleibenden drei Kuriere an ihren Zielorten Paris, Berlin und Rom festgenommen und nach Frankreich überstellt. Während des Fluges lässt die CPH4-Konzentration in Lucys Körper nach, wodurch sich dieser aufzulösen beginnt. Sie kann den Zerfallsprozess aufhalten, indem sie sich erneut CPH4 zuführt.

Nach diesem Vorfall erwacht sie angekettet und sediert in einem Polizeikrankenhaus. Durch ihre Fähigkeiten erweist sich die Sedierung als wirkungslos. Sie kann sich befreien, wobei sie eine Polizeieinheit außer Gefecht setzt und auf del Rio trifft. Gemeinsam begeben sie sich in das Krankenhaus, in dem sich die drei Drogenkuriere befinden, wo Lucy nach einer kurzen Auseinandersetzung mit Jangs Schergen die verbliebenen Drogenpakete an sich nehmen kann. Sie bittet del Rio um Schutz und trifft sich mit Professor Norman sowie weiteren Wissenschaftlern, denen sie alles mitteilen will, was sie sich bisher an Wissen angeeignet hat. Trotz eindringlicher Warnungen der Forscher wird Lucys Leistungsfähigkeit auf das Maximum gebracht, indem sie sich auf ihr Drängen in Wasser gelöstes CPH4 injizieren lässt. Daraufhin beginnt ihr Körper, sich schwarz zu verfärben, zu verformen und zu expandieren, wobei er sich über das Labor ausbreitet. Dabei verleibt er sich die im Raum vorhandenen technischen Geräte ein und mutiert auf diese Weise selbst zu einem Computer, der sämtliche ihrer gesammelten Informationen enthält. Lucy beginnt eine Zeitreise bis zurück zu den Ursprüngen des Universums. Auf ihrer Reise trifft sie auf ihre Namensvetterin Lucy, einen Australopithecus afarensis, der im Prolog gezeigte Vormensch. Bei der Schilderung dieser Begegnung bedient sich der Regisseur Luc Besson der Ikonographie von Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“, einem zentralen Bildfeld des Deckengemäldes in der Sixtinischen Kapelle.

Währenddessen liefert sich die von del Rio alarmierte französische Polizei mit den Gangstern eine Schießerei, an deren Ende eine Rakete auf den Raum abgefeuert wird, in dem sich Lucy und die Wissenschaftler befinden. Schließlich betritt Jang den Raum und richtet eine Pistole auf Lucys Kopf, doch als er abdrückt, verschwindet sie. Es bleiben nur ihre Kleidung sowie der von ihr erschaffene Supercomputer zurück, während del Rio Jangs Verwunderung nutzt und ihn erschießt. Aus dem Supercomputer manifestiert sich ein USB-Stick, den Professor Norman abzieht, anschließend zerfällt der Computer. Del Rio fragt Norman nach Lucys Aufenthaltsort, woraufhin das Mobiltelefon des Polizisten den Empfang einer Nachricht vermeldet, in der „I AM EVERYWHERE“ (englisch für „Ich bin überall“) zu lesen ist.

Der Film endet mit einem Blick von oben auf den toten Jang, der im Drehstuhl sitzt, und Lucys Stimme aus dem Off: „Vor einer Milliarde Jahren wurde uns das Leben geschenkt. Macht etwas daraus!“

Hintergrund

Auszeichnungen

Der Film wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet.[6]

Da der Film in Deutschland am Startwochenende mehr als 1000 Besucher pro Kopie verzeichnen konnte, wurde er mit einem Bogey Award ausgezeichnet.[7]

Kritiken

„Luc Besson gelingt mit ‚Lucy‘ ein durchaus sehenswerter Genre Mix[,] der mit seiner Mischung aus Action und Science Fiction zu unterhalten vermag. Einzig und allein die fehlende Figurenzeichnung zahlreicher Personen sowie das eine oder andere Logikloch mindern das Sehvergnügen, worüber man jedoch bei diesem kurzweiligen Film hinwegsehen kann.“

Ronny Dombrowski: www.cinetastic.de[8]

„Für Lucy braucht man nicht einmal ein Prozent seiner geistigen Kapazität. Die interessante Grundidee ist voller Logiklöcher, und leider wird auch keine der Nebenfiguren genauer vorgestellt. […] Aber eigentlich ist das alles egal, denn die Action sitzt. Wer bereit ist, die vielen unlogischen Aspekte zu übersehen, kann sich zurücklehnen und einen irren Trip geniessen.“

– outnow.ch[9]

„Nach Komödienkonventionen der öden Art in „Malavita – The Family“ legt Galliens Action-Maître Luc Besson dar, wie Populärkino den Geist anregen kann, wenn es furiose F/X und ein frenetisches High Concept nur exzellent inszeniert. Mit der Kreation einer Wonderwoman, von Scarlett Johansson menschlich unheimlich nahegehend gemimt, übertrifft sich der Franzose selbst und präsentiert seinen besten Beitrag seit vielen Jahren.“

Max Renn: kommsieh.de[10]

„Luc Besson entfacht mit dem kühnen Science-Fiction-Reißer ‚Lucy‘ ein exzentrisches Action-Inferno mit höllischem Unterhaltungswert – irgendwo zwischen durchgeknalltem Nonsens und philosophischer Einsicht.“

Carsten Baumgardt: filmstarts.de[11]

„Was den Film überhaupt von manchen seiner Art unterscheidet: Lucy bleibt Mensch, empfindet Verantwortung, sogar Opferbereitschaft. Alles zu wissen und zu sehen, verleiht zwar überirdische Fähigkeiten, ist aber furchtbar und viel zu viel für eine einzelne Kreatur – eine moralische, ja, tröstliche Botschaft, die sich bei allem überwiegend köstlichen Tohuwabohu auch Fans eher erdverbundener Kinostoffe mühelos erschließt.“

Jan Schulz Olaja: tagesspiegel.de[12]

„Leider dauert es viel zu lange, bis der Film diesem selbstauferlegten Größenwahnsinn gerecht wird. Regisseur Luc Besson [...] übersetzt die farbensatte Opulenz seiner früheren Arbeiten dieses Mal in pure Beschleunigung. Assoziative Bilderfetzen fliegen auf der Leinwand durcheinander [...] vor allem aber, weil es todschick aussieht. Doch solange Besson sich an die Reste einer Handlung festklammert, erscheint die ganze Konstruktion bald so öde wie angreifbar [...] Aber das beinahe schon abstrakte Kunstwerk, zu dem er seinen Film am Ende macht, steht auch gut für sich selbst, sobald er die Bilder aus dem Gefängnis des Plots befreit hat.“

Tim Slagman auf Spiegel Online[13]

Fortsetzung

In einem Interview auf der WonderCon 2014 wurde Besson über die Möglichkeit einer Fortsetzung befragt und erklärte: „Mit Lucy ging der Film zu Ende. Ich weiß nicht, wie wir daraus eine Fortsetzung machen könnten, aber wenn der Film ein Erfolg wird, werde ich darüber nachdenken.“[14] Im August des gleichen Jahres ging er bei der Präsentation des Films in Taipeh weiter darauf ein: „Ich sehe es nicht vor mir, wie wir es realisieren könnten. Es ist nicht dafür gemacht. Wenn mir etwas Gutes einfällt, vielleicht, aber im Moment denke ich nicht einmal darüber nach.“[15]

Im Juni 2015 wurde bekannt gegeben, dass eine Fortsetzung in Planung ist.[16]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Lucy. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2014 (PDF; Prüf­nummer: 146 068 V).
  2. Alterskennzeichnung für Lucy. Jugendmedien­kommission.
  3. Lucy (2014). filmstarts.de, abgerufen am 20. Juli 2014.
  4. 4,0 4,1 Lucy (2014). Internet Movie Database, abgerufen am 5. Februar 2016.
  5. Lucy abgerufen auf Box Office Mojo am 18. Juli 2016
  6. Lucy. Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), abgerufen am 12. August 2014.
  7. Kinocharts Deutschland: Lucy im Himmel voller Diamanten bei mediabiz.de, abgerufen am 19. August 2014
  8. Lucy (2014). In: cinetastic.de. Kowtun GmbH, 29. Juli 2014, abgerufen am 12. August 2014.
  9. Lucy (2014). In: OutNow.CH. OutNow AG, 28. Juli 2014, abgerufen am 12. August 2014.
  10. Lucy. In: kommsieh.de. 1. August 2014, abgerufen am 12. August 2014.
  11. Lucy. In: www.filmstarts.de. FILMSTARTS GmbH, abgerufen am 12. August 2014.
  12. Jan Schulz-Ojala: Scarlett Johansson im Science-Fiction-Film „Lucy“ – Mensch bleiben! 12. August 2014, abgerufen am 29. August 2014.
  13. Tim Slagman: Action-Film „Lucy“: Scarlett allmächtig . Spiegel Online, 14. August 2014
  14. Fortsetzungspläne von Lucy (1) , collider.com
  15. Fortsetzungspläne von Lucy (2) , hollywoodreporter.com
  16. Fortsetzungspläne von Lucy (3) , comicbook.com

Kategorien: Zeitreisen im Film | Französischer Film | Filmtitel 2014 | Actionfilm | Science-Fiction-Film

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lucy (2014) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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