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Louis-Antoine de Noailles


Louis-Antoine de Noailles (* 27. Mai 1651 in Cros-de-Montvert, Département Cantal; † 4. Mai 1729 in Paris) war seit 1695 Erzbischof von Paris und seit 1700 Kardinal. Er stammte aus dem Adelsgeschlecht Noailles.

Leben

Louis-Antoine de Noailles, Sohn Anne de Noailles und seiner Frau Louise Boyer entstammte einer einflussreichen und mächtigen Familie. Sein Vater wurde Kapitän-General des für Frankreich neu dazugewonnen Roussillon und Pair von Frankreich. Noailles promovierte an der Sorbonne in Theologie (14. März 1676). Drei Jahre später wurde er zum Bischof von Cahors ernannt, wo er allerdings nur kurz tätig war. Schon 1680 wurde er von Papst Innozenz XI. zur Leitung der Diözese Châlons-sur-Marne versetzt. Nicht zuletzt aufgrund familiärer Verbindungen – Louis-Antoine war der Bruder des Marschalls Anne-Jules de Noailles – wurde er am 19. August 1695 von König Ludwig XIV. zum Erzbischof von Paris und zum Herzog von Saint-Cloud ernannt. 1700 wurde Noailles von Papst Innozenz XII. zum Kardinal ernannt (Titelkirche San Sisto Vecchio).

Noailles zeichnete sich durch einen liberalen kirchlichen Standpunkt aus. Als er dem Jansenisten Quesnel seinen Schutz zuwandte und sich an der neuen Ausgabe des Neuen Testaments beteiligte, wurde er von den Jesuiten verfolgt. Allerdings ist seine Haltung zum Jansenismus nicht eindeutig: einerseits wurde ihm selbst eine Nähe dazu vorgeworfen, andererseits verurteilte er öffentlich deren Forderungen. Auch seine Haltung zur 1713 von Papst Clemens XI. gegen die Jansenisten erwirkten Bulle Unigenitus war widersprüchlich. Bis 1728 widersetzte er sich dieser Bulle, um dann seine Haltung kurz vor seinem Tod umzukehren.

Obwohl er mit François Fénelon studiert hatte und mit ihm befreundet war, gehörte Noailles später zu den Bischöfen, die Fénelons Maximes des Saints verurteilten und so zum Ende von Fénelons theologischer Karriere beitrugen.

Über Noailles wird gesagt, dass er Geld für Hungernde gesammelt hat und einen großen Teil seines Erbes für die Redekoration der Kirche Notre Dame ausgegeben hat.

Noailles starb am 4. Mai 1729. Sein Nachfolger als Erzbischof von Paris wurde Charles Gaspard Guillaume de Vintimille du Luc.

Literatur

  • Noailles Appellationsinstrument gab Johann Gottlieb Heineccius mit Anmerkungen heraus (Halle 1718).
  • E. de Barthélemy: Le cardinal de Noailles. Paris 1887.

Weblinks


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