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Lothar Krieglsteiner


Lothar Gundolf Krieglsteiner (* 24. Mai 1965 in Schwäbisch Gmünd) ist ein deutscher Mykologe. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „L.G.Krieglst.

Leben

Lothar Krieglsteiner wurde als drittes von fünf Kindern des Lehrer-Ehepaares German Josef und Heidi Krieglsteiner in Schwäbisch Gmünd geboren. Durch seinen Vater, der ebenfalls Mykologe war, bekam Krieglsteiner früh Einblick in die Pilzkunde. Neben seinem Vater waren in dieser Zeit Hans Haas, Johann Stangl und Helmut Derbsch sowie weitere anerkannte Pilzkenner seine Lehrer. Später kamen Hans-Otto Baral (inoperculate Becherlinge), Jürgen Häffner (operculate Becherlinge), Klaus Siepe (Pyrenomyceten), Anton Hausknecht (Blätterpilze) und Harald Ostrow (Aphyllophorales) hinzu. Im Bereich Myxomyceten lernte Krieglsteiner von Hermann Neubert, Peter Schirmer, Leo Flatau und Marianne Meyer.

Krieglsteiner besuchte die Christoph-von-Schmid–Schule in Durlangen und dann das Parler-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd, wo er 1983 das Abitur ablegte. Nach einem Zivildienst am Stadtplanungsamt in Schwäbisch Hall (eine Tätigkeit im Bereich Umweltschutz) studierte er Biologie an den Universitäten in Ulm und Regensburg und schloss mit der Diplomarbeit „Myxomyceten im Raum Regensburg einschließlich der Hochlagen des Bayerischen Waldes[1] ab. Anschließend promovierte er bei Andreas Bresinsky in Regensburg mit dem Thema „Pilze im Naturraum Mainfränkische Platten und ihre Einbindung in die Vegetation“.[2]

Bislang erschienen knapp 50 wissenschaftliche Publikationen aus seiner Feder, überwiegend im Bereich Pilzkunde. Darunter sind Gebiets–Monographien des Main-Dreiecks, sowie der Rhön[3] sowie eines Naturschutzgebietes (NSG) in der Nähe von Regensburg (Sippenauer Moor)[4] Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind Schleimpilze, Schlauchpilze (vor allem Becherlinge) sowie die ökologische Gruppe der Saftlings-Gesellschaften einschließlich der wenig bekannten Gattung Purpurblätter (Pseudobaeospora). Insgesamt beschrieb Krieglsteiner sechs neue Arten.

Der Freiberufler ist seit 2002 Gastdozent an der Schwarzwälder Pilzlehrschau und anderen Einrichtungen zur Erwachsenenbildung. 2012 gründete er die Pilzschule Schwäbischer Wald[5]. In diesem Rahmen gibt er Seminare, Führungen und Vorträge und führt wissenschaftliche Auftragsarbeit im Bereich Biodiversitätsforschung bei Pilzen durch. Auftraggeber im Bereich Biodiversitäts-Forschung sind u.a. Nationalparks (Nationalpark Eifel, Nationalpark Bayerischer Wald), Kommunen und Ämter. Krieglsteiner kann auch als Pionier bei der Berücksichtigung von Pilzen im Zuge von Umweltverträglichkeits-Gutachten gelten.[6] Die Zusammenarbeit mit der Stadt Deggendorf führte dazu, dass erstmals ein Naturschutzgebiet („Himmelreich-Hirzau“) aufgrund von Pilzvorkommen ausgewiesen wurde.

Krieglsteiner ist Ausbilder der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) und nimmt Prüfungen zum PSV (Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie) ab. In deren Auftrag ist er auch Ausbilder im Rahmen der universitären Ausbildung zum Fachberater für Mykologie.

Neu beschriebene Arten

Hinzu kommen mehrere Neu-Kombinationen und eine Ehren-Benennung: Mollisia lothariana Gminder 2007 (Ascomycetes, Leotiales, = M. sesleriae (Vel.) L.G.Krieglst. ss. L.G.Krieglst.[13])

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lothar Krieglsteiner: Verbreitung, Ökologie und Systematik der Myxomyceten im Raum Regensburg (einschließlich der Hochlagen des Bayerischen Waldes). Libri Botanici 11, 1993, 149 S.
  2. Lothar Krieglsteiner: Pilze im Naturraum Mainfränkische Platten und ihre Einbindung in die Vegetation. Regensburger Mykologische Schriften 9a+b, 1999, 905 S.
  3. Lothar Krieglsteiner: Pilze im Biosphären-Reservat Rhön und ihre Einbindung in die Vegetation. Regensburger Mykologische Schriften 12, 2004, S. 1–770.
  4. Lothar Krieglsteiner: Pilze im NSG Sippenauer Moor sw. Regensburg – Ergebnisse einer einjährigen Untersuchung. Regensburger Mykologische Schriften 10, 2002, S. 67–133.
  5. http://www.pilzschule-schwaebischer-wald.de/
  6. Lothar Krieglsteiner: Gefährdete Wiesenpilze als Politikum bei der Planung von Baumaßnahmen. In: Andrias, Jahrgang 19, 2012, S. 225-228.
  7. Lothar Krieglsteiner & Hans Otto Baral: Discomyceten an Filipendula ulmaria in Mitteleuropa. Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas 6, 1985, S. 119–229.
  8. Lothar Krieglsteiner: Verbreitung, Ökologie und Systematik der Myxomyceten im Raum Regensburg (einschließlich der Hochlagen des Bayerischen Waldes). Libri Botanici 11, 1993, 149 S.
  9. Hermann Neubert, Wolfgang Nowotny, Karlheinz Baumann: Die Myxomyceten Deutschlands und des angrenzenden Alpenraumes unter besonderer Berücksichtigung Österreichs, Band 2: Physarales. Karlheinz Baumann Verlag, Gomaringen, 1995
  10. Cornelis Bas, Lothar Krieglsteiner: Pseudobaeospora pyrifera, a new species found in southern Germany and the Netherlands. Zeitschrift für Mykologie 64(2), 1998, S. 203–206.
  11. Dieter Benkert, Lothar Krieglsteiner: Octospora affinis (Ascomycetes, Pezizales), eine neue, offenbar nicht seltene bryoparasitische Art auf Orthotrichum affine. – Zeitschrift für Mykologie 72(1), 2006, S. 53–58.2006
  12. Walter Jaklitsch: European species of Hypocrea part II: species with hyaline ascospores. Fungal Diversity, 2010
  13. Andreas Gminder: Studies in the genus Mollisia s.l. II: Revision of some species of Mollisia and Tapesia described by J. Velenovsky (part 1). Czech Mycology 58(1-2), S. 125-148, 2006


Kategorien: Mykologe | Geboren 1965 | Deutscher | Mann | Autor

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lothar Krieglsteiner (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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