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Lohne (Oldenburg)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: VechtaVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 90,78 km²
Einwohner: 25.652 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 283 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49393
Vorwahl: 04442
Kfz-Kennzeichen: VEC
Gemeindeschlüssel: 03 4 60 006
Adresse der
Stadtverwaltung:
Vogtstraße 26
49393 Lohne (Oldenburg)
Webpräsenz: www.lohne.de
Bürgermeister: Tobias Gerdesmeyer (CDU)
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Lohne (Oldenburg) ist ein Mittelzentrum und zweitgrößte Stadt im Landkreis Vechta im westlichen Niedersachsen. Lohne ist einer der ältesten Industriestandorte im Oldenburger Münsterland. Seit 1994 gehört Lohne dem Städtequartett an, zu dem sich die Städte Damme, Diepholz, Lohne und Vechta zusammengeschlossen haben.

Geographie

Geographische Lage

Lohne liegt im Oldenburger Münsterland zwischen Oldenburg im Norden und Osnabrück im Süden. Durch das Lohner Stadtgebiet verläuft von Süden nach Norden die Weser-Ems-Wasserscheide zwischen dem Einzugsgebiet der Hunte und damit der Weser im Osten und dem Einzugsgebiet der Hase und damit der Ems im Westen. Diese befindet sich auf einem Geestrücken, den Ausläufern der Dammer Berge östlich des geschlossenen Siedlungsgebiets Lohnes. Östlich davon schließt sich eine Moorlandschaft an, im Westen fällt das Gelände in das Dinklager Becken, ein großes Niederungsgebiet, ab. In Richtung Hase wird Lohne im Wesentlichen über den Hopener Mühlenbach und den Bokerner Bach bzw. die Aue, in Richtung Hunte über die Dadau entwässert.

Im Osten der Stadt befinden sich zwei große Moore, das Brägeler Moor und das Südlohner Moor. Das Südlohner Moor ist unter Naturschutz gestellt.[2][3] Ein kleiner Teil des Steinfelder Moores, das ebenfalls unter Naturschutz gestellt ist,[4] befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Lohne. Er liegt südlich der Bundesstraße 214 in Kroge-Ehrendorf.

Nachbargemeinden / Nachbarstädte

Nachbargemeinden und -städte sind, beginnend von Norden im Uhrzeigersinn:-

Bakum (9 km) Vechta (8 km) Barnstorf (18 km)
Dinklage (8 km) Drebber (13 km)
Holdorf (11 km) Steinfeld (9 km) Diepholz (12 km)

Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Stadtteile

Lohne hat folgende Stadtteile:

  • Lerchental
  • Lohnerwiesen
  • Märschendorf
  • Meyerfelde
  • Moorkamp
  • Mühlenkamp
  • Nordlohne
  • Rießel
  • Schellohne
  • Südlohne
  • Voßberg
  • Vulhop
  • Wichel
  • Zentrum
  • Zerhusen

Klima

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Lohne 8,5 bis 9,0 °C und es fallen etwa 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte

Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus - den Apostel des Oldenburger Münsterlandes - die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.[5] Auch Lohne im Dersagau dürfte eine Visbeker Gründung sein.[6]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lohne im Jahr 980, damals noch unter der Bezeichnung „Laon“. Die äußeren Grenzen der heutigen Stadt Lohne und damit ihre Größe (90,48 km²) wurden 1826 zum letzten Mal verändert. Damals kam Kalvelage (heute Brockdorf genannt) von der Herrlichkeit Dinklage zu Lohne und damit zum oldenburgischen Amt Steinfeld.[7]

Bereits relativ früh begann in Lohne die Entwicklung zum Industriestandort. Die Gänsezuchtbetriebe, vor allem in Brockdorf, lieferten seit 1801 das Rohmaterial für die Produktion von Schreibfedern, von denen 1840 bereits 50.000 in Lohne hergestellt wurden. Auch die Herstellung von Pinseln und Bürsten wurde durch die intensive Tierhaltung in Lohne erleichtert. 1842 wurde in Lohne die Korkenproduktion aufgenommen.[8] Aus dieser Branche entwickelte sich die heute in Lohne dominante Kunststoffindustrie.

Im Jahr 1907 wurde Lohne in eine 4,54 km² große Stadtgemeinde und eine 85,94 km² große Landgemeinde aufgeteilt. Zeitgleich mit dieser Aufteilung wurde das Zentrum Lohnes zur Stadt erhoben. Die Landgemeinde wurde 1933 in die Stadt Lohne integriert.

Einen kräftiges Wachstumsschub erfuhr die Einwohnerzahl der Stadt Lohne nach dem Zweiten Weltkrieg. Allein 1946 wurden ca. 900 Heimatvertriebene in Lohne angesiedelt, von denen ein Großteil der evangelischen Konfession angehörte.

Von 1963 bis 1994 war Lohne Garnison: Die 4. Batterie (ab 1988 „Staffel“ genannt) des Flugabwehrraketen-Bataillons 25 der Bundeswehr war im Brägeler Moor stationiert; die zugehörige Kaserne, seit 1979 offiziell „Kaserne an den Landwehren“ genannt, befand sich am Bergweg. Die Staffel wurde 1994 nach Ahlhorn verlegt und 2005 endgültig aufgelöst.[9] Die Kaserne in Lohne wird heute zivil genutzt. In der Stellung Lohne waren von 1963 bis 1979 atomare Flugabwehrraketen vom Typ Nike stationiert.[10] An Atomsprengköpfen waren zwei Versionen verfügbar. Die kleinere mit der Bezeichnung B-XS hatte eine Sprengkraft von 2 Kilotonnen. Die größere B-XL besaß ursprünglich 40 kT Sprengkraft. Letztere wurden in den 1970er Jahren gegen Sprengköpfe zu je 20 kT ausgetauscht. Maximal waren je Stellung zehn Nuklear-Sprengköpfe vorhanden, acht mit der Stärke XS mit 2 Kilotonnen und zwei XL mit 40/20 Kilotonnen Sprengkraft.[11]

Im März 2016 wurde auf einem Acker in Kroge ein 2,50 Meter breiter, 3,60 Meter langer[12] und 30 Tonnen schwerer Granitgneis-Findling geborgen. Der Riesenstein gehört zu den größten Findlingen im nordwestlichen Niedersachsen und wird deshalb vom Niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als schutzwürdiges Naturdenkmal eingestuft. Der Findling wird an der Grundschule in Kroge präsentiert.[13] Am 30. Mai 2016 erhielt der Stein offiziell den Namen „Alter Schwede“.

Einwohnerentwicklung

1933 7.611 Einwohner
1939 8.254 Einwohner
1950 11.993 Einwohner
1977 18.211 Einwohner
1980 19.194 Einwohner
1990 20.219 Einwohner
2005 26.053 Einwohner
2008 26.499 Einwohner
2013 27.127 Einwohner

Religionen

66 % der Einwohner von Lohne sind katholisch, 15 % sind evangelisch-lutherisch und 19 % gehören anderen Bekenntnissen an oder sind konfessionslos.

Katholische Kirche[14]
  • Kirchengemeinde St. Gertrud
  • Filialkirche St. Josef
  • Filialkirche St. Maria-Goretti (Brockdorf)
  • St.-Anna-Klus (Wallfahrtskirche) mit Heilquelle
  • Filialkirche Herz Jesu (Kroge/Ehrendorf)
  • Kapelle Rießel
Evangelische Kirche
  • Ev.-luth.Kirchengemeinde St. Michael

Eine Moschee mit dem Namen Bilal-i Habeşi Camii befindet sich an der Straße „Am Mühlenkamp“.[15]

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Lohne besteht aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

CDU 22 Sitze
SPD 7 Sitze
Gruppe „Lohne wählt sich“ 4 Sitze
FDP 1 Sitz

Die Gruppe „Lohne wählt sich“ und die FDP bilden die Fraktionsgemeinschaft „Ratsgruppe Lohner“.

Bürgermeister

Bei den Kommunalwahlen am 11. September 2011 wurde Tobias Gerdesmeyer (CDU) mit 68,7 Prozent der Stimmen zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Er trat seinen Dienst am 1. Januar 2012 als Nachfolger von Hans Georg Niesel (Bürgermeister von 2001 bis 2011, zuvor Stadtdirektor von 1979 bis 2001) an. Zuvor war Tobias Gerdesmeyer von 2008 bis 2011 Allgemeiner Vertreter des Lohner Bürgermeisters.[16]

Wappen

Das Wappen wurde am 3. Januar 1912 vom Großherzog von Oldenburg verliehen. Das erste und vierte Feld (Balken und Kreuz) sind identisch mit den gleichen damaligen Feldern des Wappens des Großherzogtums Oldenburg. Das zweite Feld gibt den Stadtcharakter wieder und zeigt eine Kirche als Symbol für die örtliche Kirche, die dem Kloster Memleben 980 durch Kaiser Otto II gestiftet wurde und die die Hauptkirche des Gebietes war. Das dritte Feld zeigt einen Flügel für die Federindustrie der Stadt, die im 19. Jahrhundert bedeutend war. Eine Krone symbolisiert Lohn und Preis der bürgerlichen Regsamkeit.

Städtepartnerschaften

Lohne pflegt seit 1987 eine Partnerschaft mit der elsässischen Stadt Rixheim und seit 2010 mit Międzylesie (Mittelwalde) in Polen. Die Partnerschaft mit Rixheim geht im Wesentlichen auf die Tatsache zurück, dass die Lohner Firma Pöppelmann 1966 in Rixheim eine Auslandsniederlassung gegründet hatte.

Aus Mittelwalde (seit 1945 Międzylesie) in Niederschlesien stammt ein Großteil der 900 Heimatvertriebenen, die 1946 in Lohne Aufnahme fanden. Der Städtepartnerschaft mit Międzylesie geht auf eine Initiative des aus Mittelwalde stammenden Ratsherrn und Maler Joseph Andreas Pausewang zurück. Aufgrund der hohen Anzahl der nach Lohne Übergesiedelten ist die Stadt seit den 1950er Jahren alle zwei Jahre Zielort für Treffen ehemaliger Mittelwalder aus dem gesamten Bundesgebiet.

In der Siedlung Mühlenkamp wurden zur Erinnerung an das Schicksal der Mittelwalder[17] der „Mittelwalder Stein“ und die Bronzeskulptur „Mantelmadonna“ der aus Schlesien stammenden Vareler Künstlerin Judith von Eßen (1924–2004) aufgestellt. Die Skulptur stellt dar, wie die Jungfrau Maria die Heimatvertriebenen unter ihrem Mantel schützt.[18] Im Kellergeschoss des Lohner Rathauses befindet sich das Stadtfotoarchiv, in das die „Mittelwalder Heimatstube“ integriert ist.[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im September 2013 wurde Lohne aufgrund des Wirkens von Luzie Uptmoor zum 21. „Frauenort[20] in Niedersachsen erklärt.[21]

Theater

  • Freilichtbühne Lohne
  • Musical AG des Lohner Gymnasiums
  • Theatergruppe Schützenverein Bokern-Märschendorf
  • Theaterring Lohne e.V.

Museum

Das Industriemuseum Lohne[22] zeigt die Industriegeschichte der Region, besonders die verschiedenen Spezialisierungen der Industrie von Lohne damals. Seit Herbst 2007 ist im angrenzenden Kontorhaus zudem die Luzie-Uptmoor-Galerie untergebracht. Hier werden die Werke der Lohner Künstler Luzie Uptmoor[23], Heinrich Klingenberg[24] und Joseph Andreas Pausewang[25] präsentiert.

Ausstellungen

Der Kunstverein „Die Wassermühle Lohne e.V.“[26] veranstaltet in der Wassermühle im Stadtpark[27] regelmäßig Ausstellungen von Werken zeitgenössischer deutscher und internationaler Künstler. Ein Anbau wurde am 7. März 2014 eingeweiht.

Bauwerke

  • St.-Gertrud-Kirche mit imposantem Hochaltar
  • St.-Anna-Klus (Wallfahrtskirche) mit Heilquelle
  • „Patoratsmühle“ (historische Wassermühle im Stadtpark)[28]
  • Windmühle „Elbers Mühle“[29]
  • Aussichtsturm im Stadtwald[30]
  • Wasserburg Hopen
  • Stadtvillen (Villa Clodius, Villa Taphorn, Villa Trenkamp, Villa Trenkamp und Bohmann, Haus Uptmoor)

Im Freien präsentierte Kunstwerke

  • Skulptur „Gänseliesel“ von Hans-Gerd Ruwe bei der Kettelerschule (Bronze, 1978)
  • Skulptur „Begegnung“ von Holger Voigts bei der Adolf-Kolping-Berufsschule (Bronze, 1986)
  • Brunnenskulptur „EGOLOHNE 88“ von Jürgen Goertz auf dem Alten Markt (Fußgängerzone) (Granit, Bronze, Acrylfarbe, Kunststoff, 1988)
  • Skulptur „Mantelmadonna“ von Judith von Eßen an der Mittelwalder Straße (Bronze, 1991)
  • Skulptur „Gestern – Heute – Morgen“ des elsässischen Künstlers Jacques Muhlenbach im Lohner Stadtpark (Akazienholz, 1992)
  • Skulptur „Zwei Stühle-Thron“ von Rudolf Kaiser vor dem Rathaus (Anröchter Dolomit, 1992)
  • Skulptur „Lohner Wasserstein“ von Wolf Bröll im Lohner Stadtpark (Hessischer Diabas, 1992)
  • Skulptur „Das tapfere Schneiderlein“ von Bernhard Kleinhans am Bergweg (Bronze, 1992)
  • Skulpturen von Wolfgang Roßdeutscher: „Befreite Formen“ vor dem Rathaus (Gebrannter Ton, 1992) und „Magisches Quadrat“ vor dem Haupteingang des Gymnasiums (Marmor, 1993)
  • Skulptur „Disput“ von Bernd Altenstein vor dem Haupteingang des „Hauses der Bildung“ (Bronze, 2009)
  • Skulptur „Jede Menge Leute“ von Werner Berges auf dem Kreisel Dinklager Straße / Südring (Stahl, 2012)[31]
  • Weitere Skulpturen im ganzen Stadtgebiet

Viele Skulpturen sind auf einem 1992 von der Stadt Lohne organisierten Bildhauer-Symposion entstanden.

Auf dem Gebiet der Stadt Lohne gibt es mehr als 100 Hof- und Wegekreuze.[32]

Erholungsgebiete

  • Stadtpark
  • Stadtwald beim Aussichtsturm
  • Burgwald Hopen
  • Runenbrock
  • Brägeler Forst
  • Biotop Hamberg (Wege im Randbereich)

Tourismusrouten

Durch das Gebiet von Lohne verlaufen die FerienstraßenBoxenstopp-Route[33][34], „Niedersächsische Mühlenstraße[35] und „Route der Industriekultur im Nordwesten“,[36] die zum Netz der Europäischen Route der Industriekultur gehört. Durch Lohne verläuft ferner der Pickerweg als Teil des Netzes der Jakobswege und damit der ältesten europäischen Kulturstraße[37]. Ferner führt der westliche Zweig des Brückenradwegs zwischen Bremen und Osnabrück durch Lohne.

Sport

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Neujahrskonzert (Anfang Januar)
  • Kulturtage (alle 2 Jahre im Mai)
  • Lohner Marathon (Mitte Mai)
  • Schützenfest Bokern-Märschendorf (um Christi Himmelfahrt)
  • Frühjahrskirmes (Wochenende nach Fronleichnam)
  • Schützenfest Lohne (um den 2. Sonntag im Juli)
  • Siedlerfest Voßberg (4. Wochenende im Juli jeden Jahres)
  • Stadtfest (2. Wochenende im September)
  • Herbstkirmes (2. Wochenende im Oktober)
  • Radrennen um den Lohner Aussichtsturm (zweite Oktoberhälfte)
  • Lichterfest im Stadtpark (letzter Sonntag im Oktober)
  • Rathauskonzerte
  • Meisterkonzerte

Wirtschaft und Infrastruktur

Als „Stadt der Spezialindustrien“ hat sich Lohne auch überregional einen Namen gemacht. Bereits um das Jahr 1900 existierten in Lohne eine Spritzgussfabrikation, eine Maschinenfabrik, zwei Pinsel- und Bürstenfabriken, eine mechanische Weberei, eine Wurstfabrik, mehrere Ziegeleien mit Zementwarenindustrie, eine Torfstreufabrik, eine Kartonagenfabrikation und eine Vielzahl anderer Produktionsstätten. Die Industrie von Lohne zeichnete sich damals weniger durch Größe aus als vielmehr durch ihre Spezialisierung.[38] Seit den 1950er Jahren bildet die Kunststoffindustrie das Standbein der Lohner Wirtschaft. Heute sorgen Betriebe der Metallverarbeitung, Maschinen- und Gerätebau, Verpackungen und Kartonagen, die Korkenfabrikation sowie das Ernährungsgewerbe, die Landwirtschaft und das Bauhandwerk für eine Branchenvielfalt in Lohne.

Dass Lohne als Mittelzentrum dem Mittelzentrum Vechta, der Kreishauptstadt, gleichgeordnet ist, zeigt sich u.a. daran, dass ein Großteil der Berufsschulen des Landkreises in Lohne angesiedelt ist.

An jedem Donnerstag und Sonnabend findet auf dem Alten Markt, gelegentlich auch auf dem Rixheimer Platz ein Wochenmarkt statt.

Ansässige Unternehmen

Kunststoff verarbeitende Firmen

  • ATKA Kunststoffverarbeitung
  • delo Dettmer-Verpackungen
  • Franz Henke Kunststoffwerk & Werkzeugbau
  • Kronen-Hansa-Werk
  • Nowack
  • Polytec Rießelmann
  • Pöppelmann
  • RPC Bramlage

Sonstige Firmen

  • Biochem
  • Eifrisch-Vermarktung
  • Envitec Biogas
  • Gr. Holthaus u. Fortmann Torfwerk
  • Krapp Eisen
  • LTL Lohner Transport Logistik
  • OME Rohstoff Recycling
  • PHW-Gruppe
  • Reagens Deutschland
  • regiotv
  • Schomaker Reisen
  • Nowak Unternehmensberatung
  • tolimit
  • Würth-Gruppe

Verkehr

Die Stadt liegt verkehrsgünstig an der Bundesautobahn A 1 (Europastraße E 37) zwischen Bremen und Osnabrück und ist unmittelbar über die Abfahrt Lohne/Dinklage zu erreichen.

Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe, die von der NordWestBahn betrieben wird. Am Bahnhof Lohne fahren die Züge im Stundentakt als RB 58 nach Osnabrück und Bremen. Bis 1999 wurde die Kleinbahn Lohne–Dinklage betrieben. Inzwischen ist der größte Teil der Strecke in einen Radweg umgewandelt worden. Im November 2013 wurde im Landkreis Vechta das AnrufbussystemMoobilplus Vechta“ in Betrieb genommen, in das Lohne einbezogen ist. Seitdem verkehrt werktags stündlich ein Bus nach Dinklage.

Seit den 1920er Jahren bestehende Pläne, einen Kanal namens Hansakanal, der die Rhein-Ruhr-Region mit den deutschen Seehäfen Bremen und Hamburg verbinden sollte, mitten durch Lohne zu verlegen, wurden 1950 endgültig aufgegeben.

Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Flughafen Bremen (80 km nördlich) und der Flughafen Münster/Osnabrück (80 km südlich).

Medien

Es erscheinen werktäglich die Oldenburgische Volkszeitung (Vechta) und die Nordwest-Zeitung (Oldenburg). Am Wochenende erscheinen unter anderem das Sonntagsblatt und die OV am Sonntag. Der "Lohner Wind" erscheint monatlich.

Bildung und Erziehung

9 Kindertagesstätten, davon drei mit Krippenangeboten
1 Schulkindergarten
6 Grundschulen (Franziskusschule, Gertrudenschule, Kettelerschule, Von-Galen-Schule, Brockdorf und Kroge)
1 Hauptschule (Stegemannschule)
2 Realschulen (Realschule an der Meyerhofstraße und Albert-Schweitzer-Realschule)
1 Allgemeinbildenes Gymnasium (Gymnasium Lohne)
2 Fach-Gymnasien: ein Technisches Gymnasium (Adolf-Kolping-Schule) und ein Wirtschaftsgymnasium (kaufm. BS mit Wirtschaftsgymnasium)
2 Berufsschulen (Adolf-Kolping-Schule und Gewerbl. BS)
1 Handelslehranstalt (Kaufm. BS mit Wirtschaftsgymnasium)
1 Förderschule (Marienschule)
1 Schule für Erziehungshilfe (Von-Stauffenberg-Schule)
1 Krankenpflegeschule (am St.-Franziskus-Hospital)
1 Musikschule (Musikschule Lohne e.V.)
1 Familienbildungsstätte (im „Haus der Bildung“)

Eine Besonderheit des Lohner Schulwesens besteht darin, dass alle vier Grundschulen im Kerngebiet Lohnes katholische Bekenntnisschulen in der Trägerschaft der Stadt Lohne sind. Ein Antrag, die Grundschulen in Schulen für Schüler aller Bekenntnisse zu verwandeln, wurde im Oktober 2015 in allen Schulen von der Mehrheit der abstimmenden Eltern abgelehnt.[39]

Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen wurde die 2010 eröffnete „Geschlossene Intensivtherapeutische Wohngruppe“ (GITW) des Caritas-Sozialwerks für dissoziale und/oder hochdelinquente männliche Kinder und Jugendliche im Aufnahmealter von 10 bis 14 Jahren.[40][41][42] Die Koalitionsvereinbarung der rot-grünen niedersächsischen Landesregierung von 2013 sieht vor, „das geschlossene Kinderheim in Lohne zu einer nicht geschlossenen, intensivpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung weiter[zu]entwickeln.“[43] In unmittelbarer Nähe zu dieser Einrichtung befindet sich, ebenfalls in der Trägerschaft des Caritas-Sozialwerks, seit 1998 ein „Jugendwohnhaus Intensiv“ (JWHI) mit regel- und intensivtherapeutischem Bereich für männliche und weibliche Kinder und Jugendliche.[44]

Gesundheit

Das in katholischer Trägerschaft bestehende Krankenhaus wurde 1856 gegründet.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Würdigung der Stadt Lohne. Die Stadt hat die folgenden Personen damit ausgezeichnet:

  • Helmut Göttke-Krogmann (* 31. März 1919, † 31. Juli 2008), ehemaliger ehrenamtlicher Bürgermeister (1972 bis 1991)
  • Hans Diekmann (* 1938), ehemaliger ehrenamtlicher Bürgermeister (1991 bis 2001)
  • Hans-Georg Niesel (* 1944), ehemaliger Stadtdirektor (1979 bis 2001) und hauptamtlicher Bürgermeister (2001 bis 2011)

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Landkreis Vechta: Übersicht der Naturschutzgebiete. Stand: 1. Januar 2009
  3. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: Naturschutzgebiet „Südlohner Moor“
  4. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: Naturschutzgebiet „Steinfelder Moor“
  5. Michael Bönte: Abt Gerbert Castus - Ein Missionar aus zweiter Reihe. Kirchensite (Online-Zeitung des Bistums Münster). 29. Oktober 2004 . Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  6. Offizialatsbezirk Oldenburg . Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  7. Clemens Pagenstert: Bodenverhältnisse und Verwandtes . 1927
  8. Technik@tlas Niedersachsen: Industrialisierung Südoldenburgs
  9. Heimatverein Lohne: Wappenstein ist zurück in Lohne . Sonntagsblatt am 23. Juli 2006
  10. Übersicht der USAREUR
  11. IPPNW: Lohne – ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland . Atomwaffen A-Z.info
  12. Eine Milliarde Jahre alter Findling geborgen bei Focus Online vom 18. März 2016.
  13. NDR.de: Experten untersuchen tonnenschweren Findling vom 18. März 2016.
  14. Auflistung der Kirchengemeinden auf den offiziellen Internetseiten der Stadt Lohne
  15. Islamischer Kulturverein Lohne e. V.: Wir über uns
  16. Offizielle Internetseite der Stadt Lohne: Der Bürgermeister
  17. Geschichts@las Niedersachsen: "Für die Evangelischen war es noch schlimmer" - Erinnerungen der Zeitzeugen Horst und Joachim Buchaly . 2006
  18. Kirchengemeinde St. Gertrud Lohne (Hrsg.): Wegezeichen – Glaubenszeichen. In der Pfarrgemeinde St. Gertrud Lohne. Lohne. 2011, S. 178f. (online. pdf )
  19. Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE): Heimatstube Mittelwalde
  20. Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte: Die Initiative frauenORTE in Niedersachsen
  21. Linda Braunschweig: Lohne wird „Frauenort“ . Oldenburgische Volkszeitung, 9. September 2013
  22. Homepage des Industriemuseums
  23. Freundeskreis Luzie Uptmoor e.V.: Luzie Uptmoor 1899-1984
  24. Freundeskreis Luzie Uptmoor e.V.: Heinrich Klingenberg 1868-1935
  25. Freundeskreis Luzie Uptmoor e.V.: Joseph Andreas Pausewang 1908 - 1955
  26. Homepage des Kunstvereins „Die Wassermühle“
  27. Arbeitsgruppe Mühlenstraße der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V: Wassermühle Pastoratsmühle Lohne
  28. Franz-Josef Tegenkamp: Mühlen in Lohne. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 1989. Vechta 1988, S. 247–267
  29. Arbeitsgruppe Mühlenstraße der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V: Windmühle „Moorkamper Mühle“, Lohne
  30. Aussichtsturm im Stadtwald auf der Webseite Nordkreis Vechta
  31. Farbenfrohe Figur für Lohner Kreisel . Rundschau am Mittwoch, 21. November 2012
  32. Kirchengemeinde St. Gertrud Lohne (Hrsg.): Wegezeichen – Glaubenszeichen. In der Pfarrgemeinde St. Gertrud Lohne. Lohne. 2011 (online. pdf )
  33. Karte der Boxenstopp-Route (Memento vom 28. Oktober 2007 im Internet Archive)
  34. Lohner Stationen der Boxenstopp-Route (Memento vom 29. Oktober 2007 im Internet Archive)
  35. Karte der Mühlen im Landkreis Vechta
  36. Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V.: Route der Industriekultur im Nordwesten. Station 4: Industrie Museum Lohne
  37. Karte der Jakobswege
  38. VideoLexikon: Modernisierung und Bevölkerungswachstum des Großherzogtums Oldenburgs: Industrialisierung
  39. Stadt Lohne: Mehrheit für Erhalt der Bekenntnisschulen . 13. Oktober 2015
  40. Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth: Geschlossene Intensivtherapeutische Wohngruppe
  41. Geschlossene Unterbringung in Lohne: Hinter der Mauer . Fotostrecke. Spiegel online, 19. August 2012
  42. Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration: Antwort auf die mündliche Anfrage: Zukunft der geschlossenen intensivtherapeutischen Wohngruppe in Lohne . 21. Juni 2013
  43. SPD Niedersachsen: Koalitionsvereinbarung 2013–2018 . S. 35
  44. Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth: Wohngruppe für Jugendliche von 14-18 Jahren

Weblinks

 Commons: Lohne (Oldenburg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Lohne (Oldenburg) – in den Nachrichten

Kategorien: Ort im Landkreis Vechta | Lohne (Oldenburg) | Gemeinde in Niedersachsen

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