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Litzendorf


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der bayerischen Gemeinde Litzendorf im Landkreis Bamberg. Für die niederösterreichische Katastralgemeinde am Jauerling siehe Litzendorf (Gemeinde Maria Laach).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: BambergVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 25,85 km²
Einwohner: 6055 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96123
Vorwahl: 09505
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 155
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Knock 6
96123 Litzendorf
Webpräsenz: www.litzendorf.de
Bürgermeister: Wolfgang Möhrlein (CSU)
}

Litzendorf ist aufgrund der Gebietsreform seit 1. Mai 1978 eine Einheitsgemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Geografie

Lage

Litzendorf und die meisten Ortsteile liegen im Ellertal, das umgeben ist von bewaldeten Höhenzügen, mit den beiden höchsten Erhebungen des Landkreises Bamberg: Geisberg (585 m ) und Stammberg (559,5 m ).

Gemeindegliederung

Litzendorf gliedert sich in acht Ortsteile[2]:

Die Kunigundenruh liegt am nächsten an der Stadt Bamberg im Hauptsmoorwald, einem gemeindefreien Gebiet. 2 Einwohner
Litzendorf, das Zentrum der Gemeinde, liegt in der Mitte des Ellertals. 1492 Einwohner
Lohndorf liegt wenige Kilometer östlich von Litzendorf ebenfalls im Ellertal und bildet eine eigene (katholische) Pfarrei. 385 Einwohner
Melkendorf liegt wenige Kilometer südlich von Litzendorf außerhalb des Ellertals. 757 Einwohner
Naisa liegt nahezu übergangslos zwischen Litzendorf und Pödeldorf. 747 Einwohner
Pödeldorf liegt am Hauptsmoorwald und ist der Ort mit der größten Einwohnerzahl. 1753 Einwohner
Schammelsdorf liegt wenige Kilometer nördlich von Litzendorf außerhalb des Ellertals. 784 Einwohner
Tiefenellern ist der östlichste Ort der Gemeinde und liegt am Anstieg zur Fränkischen Schweiz. 210 Einwohner

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden liegen alle im Landkreis Bamberg und sind im Uhrzeigersinn:

Memmelsdorf Scheßlitz Königsfeld
Heiligenstadt Strullendorf Hauptsmoorwald
(gemeindefrei)

Geschichte

Die Herkunft des Namens Litzendorf ist unklar: Möglich sind Ableitungen vom slawischen lyko (= Bast) oder vom germanischen Wort litzel (= klein). Es entstanden aber wohl mit Einverständnis des Frankenreichs im 8. Jahrhundert slawische Siedlungen in der Gegend des oberen Main („Nordgau)“. Zu jener Zeit war das Ellertal, wie auch der bayerische „Nordgau“, noch stark bewaldet.[3]

Zum ersten Mal erschien der Name Licindorf im Jahr 1129 in einer Urkunde des Bamberger Bischofs Otto, in der ein Otgoz von Licindorf erwähnt wird. Otgoz gehörte dem niederen Dienstadel an und war Gerichts- und Verwaltungsbeamter des heiligen Otto, des Bischofs von Bamberg.

Der Ort war damals ein Dorf mit mehreren Lehnsherren. Durch Kauf, Verkauf und Stiftungen veränderten sich die Grundherrschaftsverhältnisse ständig. 1385 kam Litzendorf in den Besitz des Hochstiftes Bamberg. 1406 entstand die Litzendorfer Pfarrei. 1497 bestand die Lehenschaft eines Weingartens, was beweist, dass damals dort Weinbau betrieben wurde. Der Ort hatte im 16. Jahrhundert durch den Bauernkrieg (1524/1525) und den Markgrafenkrieg (1552–1554), im 17. Jahrhundert durch den Dreißigjährigen Krieg und im 18. Jahrhundert durch den Siebenjährigen Krieg (1756–1763) viel zu leiden. 1715–1718 entstand das bedeutendste Bauwerk Litzendorfs, die Pfarrkirche St. Wenzeslaus. 1802 kam Litzendorf mit dem Fürstbistum Bamberg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte, durch die Säkularisation an das Kurfürstentum Pfalzbayern. 1822 wurde das erste Schullokal eingerichtet. 1898 gab es ein Postamt. 1912 wurde Litzendorf an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Auch in den beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts waren viele Gefallene und Vermisste zu beklagen. 1959 begann man mit dem Bau einer zentralen Wasserleitung.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Lohndorf, Melkendorf, Naisa, Pödeldorf, Schammelsdorf und Tiefenellern eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerungszahl ist nach einem Anstieg in den 1970er und 1980er Jahren seit etwa 2005 rückläufig. Pödeldorf wurde damals durch die Ausweisung von Neubaugebieten zur einwohnerstärksten Ortschaft der Gemeinde. Es profitiert von seiner unmittelbaren Nähe zur Stadt Bamberg.

1961 1970 1987 2000 2005 2007 2011 2014
2900 3507 4825 5907 6179 6045 6011 6089

Politik

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.279.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 206.000 Euro

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2004 Wolfgang Möhrlein (CSU), der 2014 mit 92,41 % der Stimmen wiedergewählt wurde. Sein Vorgänger war Otmar Konrad (SPD). Als 2. Bürgermeister fungiert Klemens Wölfel (SPD).

Gemeinderat

Partei 2002 2008 2014
CSU 09 Sitze 09 Sitze 09 Sitze
SPD 05 Sitze 04 Sitze 04 Sitze
Grüne 03 Sitze 04 Sitze 04 Sitze
Christliche Wählervereinigung 03 Sitze 03 Sitze 03 Sitze
Gesamt 20 Sitze 20 Sitze 20 Sitze

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Gold und Blau; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten ein silberner Helm mit Nasenschutz.“

Der Bamberger Löwe steht für die Herrschaft des Hochstifts Bamberg über Litzendorf, der Helm für die Ministerialen von Litzendorf, die im 12. Jahrhundert tätig waren, als es noch keine Wappenschilder gab.

Infrastruktur

Brauereien

In der Gemeinde gibt es die vier Brauereien Hölzlein und Reh in Lohndorf, Knoblach in Schammelsdorf und Hönig in Tiefenellern. Winkler[5] in Melkendorf braute bis Ende 2015 und bis 1978 braute noch die Brauerei Hummel in Litzendorf.

Freiwillige Feuerwehren

In den Ortsteilen Litzendorf, Lohndorf, Melkendorf, Naisa, Pödeldorf, Schammelsdorf und Tiefenellern bestehen jeweils eigene Freiwillige Feuerwehren.

Sehenswürdigkeiten

St. Wenzeslaus Die barocke Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf wurde von 1715 bis 1718 vom Baumeister Johann Dientzenhofer errichtet. Sie besteht aus leuchtend goldgelben Eisensandsteinquadern und ist schon von Weitem zu sehen.
Mariä Geburt Die Pfarrkirche Mariä Geburt in Lohndorf besteht ebenfalls aus goldgelben Eisensandsteinquadern und ist auch von Weitem zu sehen.
Fränkische Straße der Skulpturen Die Fränkische Straße der Skulpturen zwischen den Dörfern Tiefenellern, Lohndorf und Litzendorf entstand im Jahr 1994 und ist eine Ausstellung von Skulpturen inmitten der Landschaft des Ellertales.
Sängerehrenmal Melkendorf Das Sängerehrenmal Melkendorf für die Toten und Gefallenen des fränkischen Sängerbundes wurde im Jahr 1963 auf einer Anhöhe über Melkendorf errichtet. Das Denkmal besteht aus zwölf kreisrund angeordneten Kalksteinsäulen und einem altarähnlichen Sarkophag. Im Gedenkstein befinden sich Gedenkbücher mit den Namen der Verstorbenen aller Gesangvereine der damals zwölf, jetzt 13 Sängerkreise.
Jungfernhöhle Die Jungfernhöhle bei Tiefenellern ist eine neolithische Fundstätte. Ausgrabungen erbrachten die Belege der Nutzung der Höhle durch vier jungsteinzeitliche und beinahe alle nachfolgenden Kulturen. Der Name Jungfernhöhle rührt davon her, dass sich hier überwiegend die Überreste von weiblichen Personen fanden.
Kunst- und Besinnungsweg Der Kunst- und Besinnungsweg ist ein 3,3 km langer Skulpturenweg zwischen Litzendorf, Lohndorf und Melkendorf, an dem insgesamt 18 verschiedene Kunstwerke aufgestellt sind.
Grabhügelfriedhof bei Litzendorf An der Straße von Litzendorf nach Geisfeld befinden sich frühkeltische Hügelgräber. Die Hügelgruppe ist vollständig von Wald umgeben. Der Durchmesser der Grabhügel variiert zwischen acht und 25 Meter. Bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert wurde Material der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit geborgen.

Baudenkmäler in Litzendorf

Persönlichkeiten

  • Günther Denzler (* 1948), ehemaliger Landrat (1996–2014) und amtierender Bezirkstagspräsident des Regierungsbezirks Oberfranken, wohnt im Ortsteil Pödeldorf
  • Wolfgang Heyder (* 1956), langjähriger Geschäftsführer der professionellen Spielbetriebsgesellschaft Franken 1st und SPD-Politiker im Bamberger Kreistag, wohnt im Ortsteil Pödeldorf
  • Günter Wojaczek (1932–1997), Altphilologe und Gemeinderat in Pödeldorf (vor der Eingliederung nach Litzendorf), lebte von 1971 bis zu seinem Tod im Ortsteil Pödeldorf

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/212632&attr=OBJ&val=1123
  3. Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. 1: Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts, hrsg. von Max Spindler, 2. Aufl., München 1981, S. 113–114.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673.
  5. http://www.brauerei-winkler.onlinehome.de/

Weblinks

 Commons: Litzendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Litzendorf | Ort im Landkreis Bamberg | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Litzendorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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