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Liste der Ortsteile von Erfurt


Die Liste der Ortsteile von Erfurt gibt einen Überblick über die 53 Ortsteile der Stadt Erfurt.

Die Aufteilung der Stadt Erfurt in 53 Ortsteile[1] ergibt sich aus § 2 der Hauptsatzung der Stadt,[2] wobei sich diese Einteilung in der Regel an geografischen und historischen Gegebenheiten orientiert. 44 Ortsteile besitzen eine Ortsteilverfassung nach § 45 Abs. 1 ThürKO[3], wobei davon jeweils dreimal zwei benachbarte Ortsteile eine gemeinsame Ortsteilverfassung eingeführt haben.[4] In solchen sogenannten Ortsteilen mit Ortsteilverfassung werden Ortsteilbürgermeister und Ortsteilräte gewählt.

Entwicklung

Die Altstadt umfasst das Gebiet innerhalb der ehemaligen Festungsmauern aus dem 14. Jahrhundert. Nachdem der Festungsstatus 1873 durch die preußische Regierung aufgehoben wurde, wurden die Mauern geschleift und die Vorstädte konnten sich entwickeln. Sie bildeten im Wesentlichen bis in die 1950er-Jahre den Schwerpunkt des Stadtwachstums. So bestehen die zentrumsnahen Teile der Vorstädte meist aus Bauten der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und die äußeren Teile aus Bauten der Zwischenkriegs- und frühen Nachkriegszeit. 1911 wurde Ilversgehofen eingemeindet; 1938 folgte Melchendorf. Dies sind die einzigen beiden Dörfer, die von der Ausdehnung der Stadt „überwachsen“ wurden. Der staatlich gelenkte Wohnungsbau der DDR forcierte eine Ausdehnung der Stadt nach Südosten einerseits und nach Norden andererseits. So entstanden dort auch die beiden großen Plattenbau-Komplexe Erfurts, Erfurt-Nord und Erfurt-Südost. Im Stadtgebiet sind der überwiegende Teil der Gebäude Mietshäuser, während es nur sehr wenige Schwerpunkte des Eigenheimbaus gibt. Neue Eigenheime entstanden vor allem ab 1990 in den Dörfern des Erfurter Stadtgebiets (Suburbanisierung). Erste Wohngebiete mit Eigenheimen entstanden etwa ab 1870 in Form der Villenviertel im Südwesten Erfurts (Löbervorstadt, Brühlervorstadt) bedingt durch die vorteilige topografische Lage am Hang des Steigerwalds bzw. des Geratals. Dort setzte sich der Eigenheimbau auch bis in die jüngste Zeit fort. Ab den 1920er-Jahren kam ein zweiter Schwerpunkt des Eigenheimbaus hinzu: die Siedlungen in Erfurt, in denen verarmte Menschen in Eigenleistung kleine Siedlungshäuser mit Gärten zur Selbstversorgung bauten. Diese Siedlungen finden sich verstreut in allen Stadtteilen. Zu DDR-Zeiten entstanden der nach der Wende erweiterte Ringelberg im Osten sowie Teile Melchendorfs im Südosten als Einfamilienhaussiedlungen. Insgesamt bleibt der Anteil an Eigenheimen im Stadtgebiet allerdings gering.

Nach der Wiedervereinigung 1990 veränderte sich die Siedlungsstruktur der Stadt. In den frühen 1990er-Jahren setzte eine starke Suburbanisierung ein, die dazu führte, dass nahezu alle Nachbarorte Erfurts ein starkes Bevölkerungswachstum verzeichneten. Dieser Trend ebbt langsam wieder ab. 1994 wurden viele dieser Nachbarorte in die Stadt eingemeindet, um die Stadt zu stärken, aber auch um Verwaltungsausgaben einzusparen. Einige Orte sind bereits sehr nah an die eigentliche Stadt Erfurt herangewachsen, so Gispersleben im Norden, Marbach im Nordwesten, Bindersleben und Schmira im Westen, Hochheim im Südwesten und Windischholzhausen im Südosten.

Erfurter Ortsteile

Tabellenbeschriftung

  • Ortsteil: Offizieller Name des Ortsteiles
  • Lage im Stadtgebiet: Farbliche Hervorhebung der Lage des Ortsteiles innerhalb des Stadtgebiets
  • Einwohner: Nennt die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz im jeweiligen Ortsteil mit Stand vom 31. Dezember 2012[5]
  • Fläche: Fläche des jeweiligen Ortsteils in Quadratkilometer (km²)
  • Bevölkerungsdichte: Bevölkerungsdichte in Einwohner je Quadratkilometer
  • Siedlungsstruktur: Unterscheidung der einzelnen Ortsteile nach ihren jeweiligen baulichen und gebietstypischen Merkmalen gemäß der kommunalstatistischen Veröffentlichungen in:[6]
    • städtisch: Ortsteile, die eine hoch verdichtete, urbane Bebauungsstruktur aufweisen, im Kern zurückgehend auf Bebauung mit Mietshäusern im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
    • Plattenbau: Ortsteile, die als geschlossene Plattenbau-Großsiedlungen zwischen 1965 und 1990 entstanden
    • dörflich: Ortsteile mit vorrangig dörflichen bzw. suburbanen Siedlungsmerkmalen, was auf nahezu alle eingemeindeten Ortschaften zutrifft
  • Eingemeindung: Jahr der Eingemeindung in die Stadt Erfurt, sofern der Ortsteil nicht schon immer zur Stadt Erfurt gehörte
  • Ortsteilverfassung: Gibt an ob der Ortsteil eine eigene Ortsteilverfassung nach § 45 Abs. 1 ThürKO[3] besitzt
  • Wohngebäude: Anzahl der Wohngebäude im jeweiligen Ortsteil mit Stand vom 31. Dezember 2011[7]
  • darin Wohnungen: Anzahl der Wohnungen in den Wohngebäuden im jeweiligen Ortsteil mit Stand vom 31. Dezember 2011[7]
  • Leerstand: Prozentuale Angabe der Leerstandsquote der Wohnungen der jeweiligen Ortsteile mit Stand vom 31. Dezember 2011[7]

Tabelle

Ortsteil Lage im
Stadtgebiet
Einwohner
(31.12.2012)
Fläche
(km²)
Bevölkerungs-
dichte
(Einw. / km² )
Siedlungs-
struktur
Einge-
meindung
Ortsteil-
verfassung
Wohngebäude
(31.12.2011)
darin Wohnungen
(31.12.2011)
Leerstand
(in %)
(31.12.2011)
Alach 1.000 10,1 99 dörflich 1994 Ja 270 361 2,2
Altstadt 17.980 2,44 7.369 städtisch Nein 1.783 10.433 7,6
Andreasvorstadt 16.020 2,85 5.621 städtisch Nein 1.410 9.366 9,9
Azmannsdorf 339 4,25 80 dörflich 1994 Ja 120 133 8,3
Berliner Platz 5.844 0,48 12.175 Plattenbau Ja 161 3.771 4,3
Bindersleben 1.317 8,06 163 dörflich 1950 Ja 419 559 6,6
Bischleben-Stedten 1.643 6,61 249 dörflich 1950 Ja 463 591 9,5
Brühlervorstadt 12.870 7,08 1.818 städtisch Nein 2.052 6.019 6,0
Büßleben 1.320 6,85 193 dörflich 1994 Ja 414 468 1,7
Daberstedt 13.488 3,5 3.854 städtisch Nein 1.641 7.414 7,3
Dittelstedt 793 1,94 409 dörflich 1950 Ja 192 306 6,9
Egstedt 496 12,57 39 dörflich 1994 Ja 153 177 7,3
Ermstedt 449 5,87 76 dörflich 1994 Ja 151 162 7,4
Frienstedt 1.343 7,19 187 dörflich 1994 Ja 307 592 3,5
Gispersleben 4.107 10,14 405 dörflich 1950 Ja 1.067 1.696 7,0
Gottstedt 215 2,1 102 dörflich 1994 Ja 63 86 5,8
Herrenberg 7.937 1,69 4.696 Plattenbau Ja 375 4.832 2,1
Hochheim 2.665 2,84 938 dörflich 1938 Ja 762 1.084 8,8
Hochstedt 271 2,97 91 dörflich 1994 Ja 100 111 9,0
Hohenwinden 1.902 8,17 233 städtisch Nein 630 833 4,8
Ilversgehofen 11.202 2,74 4.088 städtisch 1911 Nein 1.356 6.997 15,1
Johannesplatz 5.172 0,43 12.028 Plattenbau Ja 202 3.466 1,3
Johannesvorstadt 6.123 3,30 1.855 städtisch Nein 538 4.112 8,1
Kerspleben 1.748 10,43 168 dörflich 1994 Ja 535 624 3,2
Krämpfervorstadt 15.601 4,96 3.145 städtisch Nein 1.783 8.028 7,3
Kühnhausen 1.165 3,14 371 dörflich 1994 Ja 233 555 4,5
Linderbach 833 3,12 267 dörflich 1994 Ja 272 313 4,8
Löbervorstadt 11.991 10,24 1.171 städtisch Nein 1.464 5.752 7,4
Marbach 3.821 5,14 743 dörflich 1950 Ja 1.198 1.396 2,0
Melchendorf 10.234 5,63 1.818 Plattenbau 1938 Ja 1.021 5.731 4,0
Mittelhausen 1.084 10,47 104 dörflich 1994 Ja 397 404 6,2
Möbisburg-Rhoda 1.098 8,03 137 dörflich 1950 Ja 341 404 6,4
Molsdorf 557 7,17 78 dörflich 1994 Ja 175 193 4,7
Moskauer Platz 7.638 0,88 8.680 Plattenbau Ja 309 4.958 2,8
Niedernissa 1.578 3,79 416 dörflich 1994 Ja 341 732 4,0
Rieth 5.650 0,72 7.847 Plattenbau Ja 171 3.304 5,3
Rohda (Haarberg) 279 3,60 78 dörflich 1994 Ja 84 93 6,5
Roter Berg 5.691 0,77 7.391 Plattenbau Ja 219 3.353 7,2
Salomonsborn 1.081 4,68 231 dörflich 1994 Ja 351 424 1,4
Schaderode 294 1,42 207 dörflich 1994 Ja 107 109 0,9
Schmira 947 7,27 130 dörflich 1950 Ja 314 346 8,4
Schwerborn 605 6,91 88 dörflich 1994 Ja 217 221 5,0
Stotternheim 3.506 15,75 223 dörflich 1994 Ja 1.014 1.355 7,4
Sulzer Siedlung 1.040 0,96 1.083 dörflich Ja 405 420 5,0
Tiefthal 1.086 5,23 208 dörflich 1994 Ja 359 380 4,7
Töttelstädt 632 10,79 59 dörflich 1994 Ja 197 229 6,1
Töttleben 324 3,34 97 dörflich 1994 Ja 100 123 5,7
Urbich 1.106 2,85 388 dörflich 1994 Ja 281 458 1,3
Vieselbach 2.194 7,72 284 dörflich 1994 Ja 589 920 11,6
Wallichen 168 2,37 71 dörflich 1994 Ja 65 65 7,7
Waltersleben 433 4,84 89 dörflich 1994 Ja 129 159 1,9
Wiesenhügel 5.112 0,45 11.360 Plattenbau Ja 239 2.997 3,0
Windischholzhausen 1.687 2,26 746 dörflich 1994 Ja 506 642 2,6

Karte

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Offiziell wird für die Teilgebiete von kreisangehörigen oder kreisfreien Städten/Gemeinden in Thüringen der Begriff Ortsteil verwendet (§ 4 ThürKO ). Jedoch findet der Begriff Stadtteil synonym sowohl in der Presse, der Alltagssprache als auch im Gebrauch der Stadt selbst oftmals Verwendung.
  2. Hauptsatzung vom 27. November 2003 (PDF; 180 kB) auf erfurt.de, abgerufen am 27. Januar 2012
  3. 3,0 3,1 § 45 Thüringer Kommunalordnung auf landesrecht.thueringen.de, abgerufen am 27. Januar 2012
  4. Alach mit Schaderode, Kerspleben mit Töttleben und Vieselbach mit Wallichen
  5. Stadtteilinformationen auf www.erfurt.de, abgerufen am 18. September 2013
  6. Kommunalstatistisches Heft Nr. 73: Erfurter Statistik. Gebäude- und Wohnungsbestand. Fortschreibung 2009 , PDF, S. 23 auf erfurt.de
  7. 7,0 7,1 7,2 Kommunalstatistisches Heft Nr. 80: Erfurter Statistik. Gebäude- und Wohnungsbestand. Fortschreibung 2011 , PDF, S. 14 f. auf erfurt.de

Weblinks

 Commons: Ortsteile von Erfurt  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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