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Liste der Nobelpreisträger für Literatur


Der Nobelpreis für Literatur wird seit 1901 jährlich vergeben und ist seit 2012 mit acht Millionen Schwedischen Kronen (etwa 843.000 Euro) dotiert. Für die Auswahl der Laureaten ist die Schwedische Akademie verantwortlich. Alfred Nobel, der Stifter der fünf verschiedenen Nobelpreise, verfügte in seinem Testament, dass der Preisträger für Literatur „das Beste in idealistischer Richtung geschaffen“ haben soll.[1] Die Auszeichnung wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, durch den schwedischen König vergeben. Seit der ersten Verleihung haben insgesamt 112 Schriftsteller den Literatur-Nobelpreis erhalten. Darunter befinden sich 98 Männer (87,5 %) und 14 Frauen (12,5 %). Bisher wurde noch niemand mehrfach mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Von 1901 bis 2015 wurde der Preis 104 Mal ungeteilt an eine Person vergeben. Erst viermal wurde der Preis zwischen zwei Personen aufgeteilt (1904, 1917, 1966 und 1974), nie jedoch zwischen drei Personen, obwohl dies laut Satzung möglich wäre. Siebenmal wurde der Preis nicht verliehen, zuletzt 1943.

Zur Verteilung des Preises nach Nationen der Empfänger siehe den Abschnitt Rangliste nach Ländern.

Liste der Preisträger

Die nun folgende Liste enthält alle Träger des Nobelpreises für Literatur in chronologischer Reihenfolge mit der Begründung des Nobelkomitees. Eine alphabetische Übersicht bietet die Kategorie Nobelpreisträger für Literatur.


1901 bis 1910 · 1911 bis 1920 · 1921 bis 1930 · 1931 bis 1940 · 1941 bis 1950 · 1951 bis 1960
1961 bis 1970 · 1971 bis 1980 · 1981 bis 1990 · 1991 bis 2000 · 2001 bis 2010 · 2011 bis 2020


1901–1910

Jahr Person Land[2] Begründung für die Preisvergabe Bild
1901 Sully Prudhomme
(1839–1907)
Dritte Französische Republik Frankreich „als Anerkennung seiner ausgezeichneten, auch noch in späteren Jahren an den Tag gelegten Verdienste als Schriftsteller und besonders seiner Dichtungen, die hohen Idealismus, künstlerische Vollendung und eine seltene Vereinigung von Herz und Geist bezeugen“
1902 Theodor Mommsen
(1817–1903)
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Garding, Herzogtum Schleswig,
Danemark Dänemark)
„dem gegenwärtig größten lebenden Meister der historischen Darstellungskunst, mit besonderer Berücksichtigung seines monumentalen Werkes ‚Römische Geschichte‘“
1903 Bjørnstjerne Bjørnson
(1832–1910)
Norwegen Norwegen „als ein Beweis der Anerkennung für seine edle, großartige und vielseitige Wirksamkeit als Dichter, die immer durch einmalige Frische der Eingebung und durch eine seltene Seelenreinheit ausgezeichnet war“
1904 Frédéric Mistral
(1830–1914)
Dritte Französische Republik Frankreich „mit Bezug auf die frische Ursprünglichkeit, das Geistreiche und Künstlerische in seiner Dichtung, die Natur und Volksleben seiner Heimat getreu widerspiegelt, sowie auf seine bedeutungsvolle Wirksamkeit als provenzalischer Philologe“
José Echegaray
(1832–1916)
Spanien 1875 Spanien „mit Bezug auf seine umfassende und geistreiche Verfasserschaft, die auf selbständige und originelle Weise die großen Traditionen des spanischen Schauspiels wiederbelebt hat“
1905 Henryk Sienkiewicz
(1846–1916)
„Polen“[2] (damals historische Landschaft, keine teilstaatliche oder Verwaltungseinheit von
Russisches Kaiserreich 1883 Russland)
„auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller“
1906 Giosuè Carducci
(1835–1907)
Italien 1861 Italien (geboren in Valdicastello, Großherzogtum Toskana, heute Italien Italien) „nicht nur in Anerkennung seiner reichen Gelehrsamkeit und seiner kritischen Forschungen, sondern vor allem als eine Huldigung für die plastische Energie, die Frische des Stils und die lyrische Kraft, die seine poetischen Meisterwerke auszeichnen“
1907 Rudyard Kipling
(1865–1936)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Bombay,
Britisch-Indien)
„in Anerkennung der Beobachtungsgabe, der ursprünglichen Einbildungskraft sowie der männlichen Stärke in Auffassung und Schilderungskunst, die die Schöpfungen dieses weltberühmten Schriftstellers auszeichnen“
1908 Rudolf Eucken
(1846–1926)
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Aurich,
Königreich Hannover, Deutscher Bund)
„auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat“
1909 Selma Lagerlöf
(1858–1940)
Schweden Schweden „auf Grund des edlen Idealismus, des Phantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen“
1910 Paul Heyse
(1830–1914)
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Berlin,
Preussen Konigreich Königreich Preußen, Deutscher Bund)
„als Huldigungsbeweis für das vollendete und von idealer Auffassung geprägte Künstlertum, das er während einer langen und bedeutenden Wirksamkeit als Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen an den Tag gelegt hat“

1911–1920

Jahr Person Land[2] Begründung für die Preisvergabe Bild
1911 Maurice Maeterlinck
(1862–1949)
Belgien Belgien „auf Grund seiner vielseitigen literarischen Wirksamkeit, besonders seiner dramatischen Schöpfungen, die sich durch Phantasiereichtum auszeichnen und durch einen poetischen Idealismus, der, mitunter in der verschleierten Form des Märchenspiels, tiefe Eingebung offenbart und auf geheimnisvolle Weise Gefühl und Ahnung des Lesers anredet“
1912 Gerhart Hauptmann
(1862–1946)
Deutsches Reich Deutsches Reich (geboren in Ober Salzbrunn,
Preussen Konigreich Königreich Preußen, Deutscher Bund)
„vornehmlich für seine reiche, vielseitige, hervorragende Wirksamkeit auf dem Gebiete der dramatischen Dichtung“
1913 Rabindranath Tagore
(1861–1941)
Britisch-Indien „auf Grund seiner tiefgründig einfühlsamen, frischen und wunderschönen Dichtung, mittels derer er mit vollendeter Kunstfertigkeit seine poetische Ausdrucksform in seinen wesenhaften englischen Worten der Literatur des Abendlandes hinzugefügt hat“
1914 nicht verliehen[3]
1915 Romain Rolland
(1866–1944)
(verliehen 1916)
Dritte Französische Republik Frankreich „als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit, mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet“
1916 Verner von Heidenstam
(1859–1940)
Schweden Schweden „als eine Anerkennung seiner Bedeutung als Wortführer einer neuen Epoche in unserer schönen Literatur“
1917 Karl Gjellerup
(1857–1919)
Danemark Dänemark „für seine vielseitige, reiche und von hohen Idealen getragene Dichtung“
Henrik Pontoppidan
(1857–1943)
Danemark Dänemark „für seine gehaltvolle Darstellung des heutigen dänischen Lebens“
1918 nicht verliehen[3]
1919 Carl Spitteler
(1845–1924)
(verliehen 1920)
Schweiz Schweiz „im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos ‚Olympischer Frühling‘“
1920 Knut Hamsun
(1859–1952)
Norwegen Norwegen „für sein monumentales Werk ‚Segen der Erde‘“

1921–1930

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1921 Anatole France
(1844–1924)
Dritte Französische Republik Frankreich „als eine Anerkennung seiner glänzenden schriftstellerischen Tätigkeit, geprägt von edler Stilkunst, weitherziger Humanität, von Anmut und französischem Gemüt“
1922 Jacinto Benavente
(1866–1954)
Spanien 1875 Spanien „für die glückliche Weise, in der er die ehrenvollen Traditionen des spanischen Dramas weitergeführt hat“
1923 William Butler Yeats
(1865–1939)
Irland 1922 Irischer Freistaat „für seine ständig beseelte Dichtung, die in der strengsten künstlerischen Form dem Geiste eines Volkes Ausdruck verleiht“
1924 Władysław Reymont
(1867–1925)
Polen Polen „für sein großes Nationalepos ‚Die Bauern‘“
1925 George Bernard Shaw
(1856–1950)
(verliehen 1926)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Dublin,
Irland)
„für seine sowohl von Idealismus als auch von Humanität getragene Verfasserschaft, deren frische Satire sich oft mit einer eigenartigen poetischen Schönheit vereint“
1926 Grazia Deledda
(1871–1936)
(verliehen 1927)
Italien 1861 Italien (geboren in Nuoro, Sardinien) „für ihre von hohem Idealismus getragene Verfasserschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemeinmenschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt“
1927 Henri Bergson
(1859–1941)
(verliehen 1928)
Dritte Französische Republik Frankreich „als Anerkennung für seine reichen und belebenden Ideen und die glänzende Kunst, womit sie vorgetragen werden“
1928 Sigrid Undset
(1882–1949)
Norwegen Norwegen (geboren in Kalundborg,
Danemark Dänemark)
„vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens“
1929 Thomas Mann
(1875–1955)
Deutsches Reich Deutsches Reich „vornehmlich für seinen großen Roman ‚Buddenbrooks‘, der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat“
1930 Sinclair Lewis
(1885–1951)
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten „für seine starke und lebendige Schilderungskunst, nebst dem Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen“

1931–1940

Jahr Person Land[2] Begründung für die Preisvergabe Bild
1931 Erik Axel Karlfeldt
(1864–1931)
Schweden Schweden „Erik Axel Karlfeldts Dichtung“
1932 John Galsworthy
(1867–1933)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich „für die vornehme Schilderungskunst, die in ‚The Forsyte Saga‘ ihren höchsten Ausdruck findet“
1933 Iwan Bunin
(1870–1953)
Staatenlos, wohnhaft in
Dritte Französische Republik Frankreich (geboren in Woronesch,
Russisches Kaiserreich 1858 Russland)[4]
„für die strenge Künstlerschaft, womit er die klassische russische Linie in der Prosadichtung vertritt“
1934 Luigi Pirandello
(1867–1936)
Italien 1861 Italien „für seine kühne und sinnreiche Neuschöpfung von Drama und Bühnenkunst“
1935 nicht verliehen[5]
1936 Eugene O’Neill
(1888–1953)
(verliehen 1937)
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten „für seine von Kraft, Ehrlichkeit und starkem Gefühl sowie von selbständiger Auffassung des Tragischen geprägte dramatische Dichtung“
1937 Roger Martin du Gard
(1881–1958)
Dritte Französische Republik Frankreich „für die künstlerische Kraft und Wahrheit, womit er in der Romanserie ‚Les Thibault‘ menschliche Gegensätze und wesentliche Seiten des gegenwärtigen Lebens darstellte“
1938 Pearl S. Buck
(1892–1973)
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten „für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biographischen Meisterwerke“
1939 Frans Eemil Sillanpää
(1888–1964)
Finnland Finnland „für die tiefe Auffassung und die erlesene Stilkunst, womit er das Bauernleben und die Natur seines Heimatlandes in ihrem gegenseitigen Zusammenhang schildert“
1940 nicht verliehen[5]

1941–1950

Jahr Person Land[2] Begründung für die Preisvergabe Bild
1941 nicht verliehen[5]
1942 nicht verliehen[5]
1943 nicht verliehen[5]
1944 Johannes Vilhelm Jensen
(1873–1950)
Danemark Dänemark „für die seltene Kraft und Fruchtbarkeit seiner Dichterphantasie, verbunden mit umfassendem Intellekt und kühner schöpferischer Stilkunst“
1945 Gabriela Mistral
(1889–1957)
Chile Chile „für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat“
1946 Hermann Hesse
(1877–1962)
Schweiz Schweiz (geboren in Calw, Württemberg,
Deutsches Reich Deutsches Reich)
„für seine inspirierte Verfasserschaft, die in ihrer Entwicklung neben Kühnheit und Tiefe zugleich klassische Humanitätsideale und hohe Stilwerte vertritt“
1947 André Gide
(1869–1951)
Frankreich Frankreich „für seine weitumfassende und künstlerisch bedeutungsvolle Verfasserschaft, in welcher Fragen und Verhältnisse der Menschheit mit unerschrockener Wahrheitsliebe und psychologischem Scharfsinn dargestellt werden“
1948 Thomas Stearns Eliot
(1888–1965)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in
St. Louis, Missouri,
Vereinigte Staaten 38 Vereinigte Staaten)
„für seine bemerkenswerte Leistung als Bahnbrecher in der heutigen Poesie“
1949 William Faulkner
(1897–1962)
(verliehen 1950)
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten „für seine kraftvolle und künstlerisch selbständige Leistung in Amerikas Romanliteratur“
1950 Bertrand Russell
(1872–1970)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich „als eine Anerkennung für seine vielseitige und bedeutungsvolle Verfasserschaft, worin er als Vorkämpfer der Humanität und Gedankenfreiheit hervortritt“

1951–1960

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1951 Pär Lagerkvist
(1891–1974)
Schweden Schweden „für die künstlerische Kraft und tiefe Selbständigkeit, womit er in seiner Dichtung die Antwort auf die ewigen Fragen des Menschen sucht“
1952 François Mauriac
(1885–1970)
Frankreich Frankreich „für die durchdringende Seelenkenntnis und künstlerische Kraft, womit er in der Form des Romans das Drama des menschlichen Lebens deutet“
1953 Winston Churchill
(1874–1965)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich „für seine Meisterschaft in der historischen und biographischen Darstellung sowie für die glänzende Redekunst, mit welcher er als Verteidiger von höchsten menschlichen Werten hervortritt“
1954 Ernest Hemingway
(1899–1961)
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten „für seine kraftvolle und innerhalb der heutigen Erzählkunst stilbildende Meisterschaft, jüngst an den Tag gelegt in ‚The Old Man and the Sea‘“, dt. Der alte Mann und das Meer
1955 Halldór Laxness
(1902–1998)
Island Island „für seine anschauliche Epik, die die große isländische Erzählkunst erneuert“
1956 Juan Ramón Jiménez
(1881–1958)
Spanien 1945 Spanien „für seine lyrische Dichtung, die in spanischer Sprache ein Vorbild von hoher Geistigkeit und künstlerischer Reinheit bildet“
1957 Albert Camus
(1913–1960)
Frankreich Frankreich (geboren in Mondovi, Algerien) „für seine bedeutungsvolle Verfasserschaft, die mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme in unserer Zeit beleuchtet“
1958 Boris Pasternak
(1890–1960)
(nicht angenommen)[6]
Sowjetunion Sowjetunion „für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition“
1959 Salvatore Quasimodo
(1901–1968)
Italien Italien „für seine lyrische Dichtung, die mit klassischem Feuer das tragische Lebensgefühl der Gegenwart ausdrückt“
1960 Saint-John Perse
(1887–1975)
Frankreich Frankreich (geboren auf Guadeloupe) „für den hohen Flug und die bildschöpferischen Phantasien seiner Dichtung, die die Zeitlage visionär widerspiegelt“

1961–1970

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1961 Ivo Andrić
(1892–1975)
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien
(geboren in Dolac (nahe Travnik), Bosnien)
„für die epische Kraft, mit der er Motive und Schicksale aus der Geschichte seines Landes gestaltet“
1962 John Steinbeck
(1902–1968)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten „für seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn“
1963 Giorgos Seferis
(1900–1971)
Griechenland Griechenland
(geboren in Smyrna,
Osmanisches Reich)
„für seine hervorragende lyrische Dichtung, inspiriert von tiefem Gefühl für die hellenische Kulturwelt“
1964 Jean-Paul Sartre
(1905–1980)
(nicht angenommen)
Frankreich Frankreich „in Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluss auf unser Zeitalter ausgeübt hat“
1965 Michail Scholochow
(1905–1984)
Sowjetunion Sowjetunion „für seine künstlerische Kraft und Ehrlichkeit, womit er in seinem Don-Epos einen geschichtlichen Zeitabschnitt aus dem russischen Volksleben gestaltet hat“
1966 Samuel Agnon
(1888–1970)
Israel Israel
(geboren in Buczacz, Galizien, heute Ukraine[7])
„für seine tiefgründige charakteristische Erzählkunst mit Motiven aus dem jüdischen Volk“
Nelly Sachs
(1891–1970)
Schweden Schweden
(geboren in Berlin,
Deutsches Reich Deutsches Reich)
„für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Deutlichkeit interpretieren“
1967 Miguel Ángel Asturias
(1899–1974)
Guatemala Guatemala „für seine in volkstümlicher Eigenart und indianischen Traditionen (Lateinamerikas) verwurzelte farbenreiche Dichtung“
1968 Yasunari Kawabata
(1899–1972)
Japan Japan „für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt“
1969 Samuel Beckett
(1906–1989)
Irland Irland „für eine Dichtung, die in neuen Formen des Romans und des Dramas die künstlerische Aufrichtung des Menschen aus seiner Verlassenheit erreicht“
1970 Alexander Solschenizyn
(1918–2008)
Sowjetunion Sowjetunion „für die ethische Kraft, mit der er die unveräußerliche Tradition der russischen Literatur weitergeführt hat“

1971–1980

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1971 Pablo Neruda
(1904–1973)
Chile Chile „für eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht“
1972 Heinrich Böll
(1917–1985)
Deutschland Deutschland „für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat“
1973 Patrick White
(1912–1990)
Australien Australien (geboren in London,
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich)
„für seine epische und psychologische Erzählkunst, durch die der Literatur ein neuer Erdteil zugeführt worden ist“
1974 Eyvind Johnson
(1900–1976)
Schweden Schweden „für seine Kunst des Erzählens, die, weit über Länder und Zeiten blickend, im Dienste der Freiheit steht“
Harry Martinson
(1904–1978)
Schweden Schweden „für ein dichterisches Werk, das den Tautropfen einfängt und den Kosmos widerspiegelt“
1975 Eugenio Montale
(1896–1981)
Italien Italien „für seine besonders geprägte Dichtung, welche mit großer künstlerischer Feinfühligkeit menschliche Werte als Ausdruck einer illusionsfreien Lebensanschauung deutet“
1976 Saul Bellow
(1915–2005)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (geboren in Montreal,
Kanada 1868 Kanada)
„für das menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse, die in seinem Werk vereinigt sind“
1977 Vicente Aleixandre
(1898–1984)
Spanien 1977 Spanien „für seine schöpferische Dichtung, die die Verhältnisse des Menschen im Kosmos und in der heutigen Gesellschaft beleuchtet und gleichzeitig die Erneuerung der traditionellen spanischen Poesie zwischen den Kriegen repräsentiert“
1978 Isaac Bashevis Singer
(1902–1991)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (geboren in Leoncin, Polen[8]) „für seine eindringliche Erzählkunst, die mit ihren Wurzeln in einer polnisch-jüdischen Kulturtradition universale Bedingungen des Menschen lebendig werden lässt“
1979 Odysseas Elytis
(1911–1996)
Griechenland Griechenland „für seine Poesie, die, in der griechischen Tradition fußend, mit sinnlicher Kraft und intellektueller Klarsicht den Kampf eines modernen Menschen für die Freiheit gestaltet“
1980 Czesław Miłosz
(1911–2004)
Polen Polen und
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
„der mit kompromissloser Klarsicht der Stellung des Menschen in einer Welt von schweren Konflikten Ausdruck verleiht“

1981–1990

Jahr Person Land[2] Begründung für die Preisvergabe Bild
1981 Elias Canetti
(1905–1994)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Russe,
Bulgarien Bulgarien)
„für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft“
1982 Gabriel García Márquez
(1927–2014)
Kolumbien Kolumbien „für seine Romane und Erzählungen, in denen sich das Phantastische und das Realistische in einer vielfacettierten Welt der Dichtung vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents widerspiegeln“
1983 William Golding
(1911–1993)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich „für seine Romane, die mit der Anschaulichkeit realistischer Erzählkunst und der vieldeutigen Allgemeingültigkeit des Mythos menschliche Bedingungen in der heutigen Welt beleuchten“
1984 Jaroslav Seifert
(1901–1986)
Tschechoslowakei Tschechoslowakei „für seine Dichtung, die mit frischer Sinnlichkeit und reicher Erfindungsgabe ein befreiendes Bild menschlicher Unbeugsamkeit und Vielfalt gibt“
1985 Claude Simon
(1913–2005)
Frankreich Frankreich „der in seinen Romanen das Schaffen eines Dichters und Malers mit vertieftem Zeitbewußtsein in der Schilderung menschlicher Grundbedingungen vereint“
1986 Wole Soyinka
(* 1934)
Nigeria Nigeria „der in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins gestaltete“
1987 Joseph Brodsky
(1940–1996)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten (geboren in Leningrad,
Sowjetunion Sowjetunion)
„für ein literarisches Schaffen von umfassender Breite, geprägt von gedanklicher Schärfe und dichterischer Ausdrucksstärke“
1988 Nagib Mahfuz
(1911–2006)
Agypten Ägypten „Wegbereiter neuer (sozialkritischer) ägyptischer Erzählkunst zwischen Tradition und Moderne“
1989 Camilo José Cela
(1916–2002)
Spanien Spanien „für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet“
1990 Octavio Paz
(1914–1998)
Mexiko Mexiko „in Würdigung seiner leidenschaftlichen Dichtung mit weiten Horizonten, geprägt von sinnlicher Intelligenz und humanistischer Integrität“

1991–2000

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1991 Nadine Gordimer
(1923–2014)
Südafrika „für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen zu formen“
1992 Derek Walcott
(* 1930)
Saint Lucia St. Lucia „für eine Dichtung von großer Leuchtkraft, getragen von einer historischen Vision, die aus einer multikulturellen Verpflichtung emporgewachsen ist“
1993 Toni Morrison
(* 1931)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten „für ihre literarische Darstellung einer wichtigen Seite der US-amerikanischen Gesellschaft durch visionäre Kraft und poetische Prägnanz“
1994 Kenzaburō Ōe
(* 1935)
Japan Japan „für seine Erschaffung einer Welt im Werk, in der sich Leben und Mythos zu einem erschütternden Bild des Menschen in der Gegenwart verdichten“
1995 Seamus Heaney
(1939–2013)
Irland Irland „in Würdigung der lyrischen Schönheit und ethischen Tiefe seines Gesamtwerks“
1996 Wisława Szymborska
(1923–2012)
Polen Polen „für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt“
1997 Dario Fo
(* 1926)
Italien Italien „der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet“
1998 José Saramago
(1922–2010)
Portugal Portugal „der mit Gleichnissen, getragen von Phantasie, Mitgefühl und Ironie, ständig aufs Neue eine entfliehende Wirklichkeit greifbar macht“
1999 Günter Grass
(1927–2015)
Deutschland Deutschland (geboren in Danzig) „weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“
2000 Gao Xingjian
(* 1940)
Frankreich Frankreich (geboren in Ganzhou,
China Republik 1928 China)
„für sein Werk von universaler Güte, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum“

2001–2010

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2001 V. S. Naipaul
(* 1932)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren auf Trinidad) „für seine Werke, die hellhöriges Erzählen und unbestechliches Beobachten vereinen, und uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichte zu sehen“
2002 Imre Kertész
(1929–2016)
Ungarn Ungarn „für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“
2003 J. M. Coetzee
(* 1940)
Sudafrika Südafrika „der in zahlreichen Verkleidungen die überrumpelnde Teilhabe des Außenseitertums darstellt“
2004 Elfriede Jelinek
(* 1946)
Osterreich Österreich „für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“
2005 Harold Pinter
(1930–2008)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich „der in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht“
2006 Orhan Pamuk
(* 1952)
Turkei Türkei „der auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt Istanbul neue Sinnbilder für Zusammenstoß und Verflechtung der Kulturen gefunden hat“
2007 Doris Lessing
(1919–2013)
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich (geboren in Kermānschāh, Persien Persien) „der Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat“
2008 Jean-Marie Gustave Le Clézio
(* 1940)
Frankreich Frankreich /
Mauritius Mauritius
„dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation“
2009 Herta Müller
(* 1953)
Deutschland Deutschland (geboren in Nitzkydorf, Banat,
Rumänien 1952 Rumänien)
„die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet“
2010 Mario Vargas Llosa
(* 1936)
Peru Peru / Spanien Spanien „für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage“

2011–2020

Jahr Person Land[2] Begründung für die Preisvergabe Bild
2011 Tomas Tranströmer
(1931–2015)
Schweden Schweden „weil er uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist“
2012 Mo Yan
(* 1955)
China Volksrepublik Volksrepublik China „weil er mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint“
2013 Alice Munro
(* 1931)
Kanada Kanada „der Virtuosin der zeitgenössischen Kurzgeschichte“[9]
2014 Patrick Modiano
(* 1945)
Frankreich Frankreich „für die Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen und die Lebenswelt der Besatzungszeit durchschaubar gemacht hat“
2015 Swetlana Alexijewitsch
(* 1948)
Weissrussland Weißrussland (geboren in Stanislaw, Sowjetunion Sowjetunion, heute Ukraine) „für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt“

1901 bis 1910 · 1911 bis 1920 · 1921 bis 1930 · 1931 bis 1940 · 1941 bis 1950 · 1951 bis 1960
1961 bis 1970 · 1971 bis 1980 · 1981 bis 1990 · 1991 bis 2000 · 2001 bis 2010 · 2011 bis 2020


Rangliste nach Ländern

Sind bei einer Person zwei Länder angegeben, so zählt dies bei beiden Ländern als halber Punkt.

Nation Anzahl der Verleihungen
Frankreich Frankreich 14,5
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 11
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10,5
Deutschland Deutschland 8
Schweden Schweden 8
Italien Italien 6
Spanien Spanien 5,5
Polen Polen 3,5
Irland Irland 3
Norwegen Norwegen 3
Sowjetunion Sowjetunion 3
Danemark Dänemark 2
Schweiz Schweiz 2
Chile Chile 2
Griechenland Griechenland 2
Japan Japan 2
Sudafrika Südafrika 2
Agypten Ägypten 1
Australien Australien 1
Belgien Belgien 1
China Volksrepublik Volksrepublik China 1
Finnland Finnland 1
Guatemala Guatemala 1
Indien Indien 1
Island Island 1
Israel Israel 1
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien 1
Kanada Kanada 1
Kolumbien Kolumbien 1
Mexiko Mexiko 1
Nigeria Nigeria 1
Osterreich Österreich 1
Portugal Portugal 1
Staatenlos 1
Saint Lucia St. Lucia 1
Ungarn Ungarn 1
Tschechoslowakei Tschechoslowakei 1
Turkei Türkei 1
Weissrussland Weißrussland 1
Mauritius Mauritius 0,5
Peru Peru 0,5

Weblinks

 Commons: Nobelpreisträger für Literatur  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Nobelpreis für Literatur – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Deutsche Übersetzung des Testaments von Alfred Nobel
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 Nationalität zum Zeitpunkt der Preisvergabe nach der Angabe der Preisvergabeinstitution bzw. Nobelstiftung. Bis 2010 auf nobelprize.org (nobelprize.org (Memento vom 6. Januar 2010 im Internet Archive)) verfügbar, seither nach Angaben der Schwedischen Akademie.
  3. 3,0 3,1 Das Geld wurde in den speziellen Fonds dieser Preiskategorie gegeben.
  4. Angabe nach offizieller Liste der Nobelstiftung. Diese bezieht sich auf den Zeitpunkt der Vergabe.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Das Preisgeld wurde zu einem Drittel in den Hauptfonds und zu zwei Dritteln in den Fonds dieser Preiskategorie gegeben.
  6. Als Pasternak 1958 der Nobelpreis für Literatur verliehen werden sollte, nahm er diesen zwar zunächst an, lehnte aber später auf Druck der sowjetischen Obrigkeit ab. Nach den sowjetischen Reformprozessen in den achtziger Jahren (vgl. Perestroika und Glasnost) nahm sein Sohn in einer besonderen Zeremonie den von Pasternak abgelehnten Nobelpreis 1989 in Stockholm stellvertretend für seinen Vater an.
  7. Üblicherweise werden Geburtsorte in den offiziellen Listen der Nobelstiftung ausgewiesen, wenn diese nicht im angegebenen Staat liegen. Hier fehlt diese Angabe jedoch.
  8. Angabe nach der Nobelliste. Polen existierte zu jener Zeit nicht als eigenständiger Staat.
  9. Die offizielle Übersetzung aus der deutschsprachigen Pressemitteilung der Schwedischen Akademie verwendet das Wort „Novelle“ anstatt „Kurzgeschichte“. Im schwedischen Original wird jedoch auf das schwedische Wort „novell“ Bezug genommen, welches als Falscher Freund nicht „Novelle“, sondern „Kurzgeschichte“ bedeutet.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Liste der Nobelpreisträger für Literatur (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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