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Liste der österreichischen Nobelpreisträger


Die Liste der österreichischen Nobelpreisträger umfasst alle bisherigen Nobelpreisträger, die in Österreich geboren wurden oder jenen Teil ihrer Arbeit, für den sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, mit österreichischer Staatsbürgerschaft geleistet haben. Dies schließt teilweise auch Personen ein, die im Staatsgebiet der Staaten geboren wurden, deren Rechtsnachfolge die heutige Republik Österreich übernommen hat. Dies gilt im Wesentlichen für die Monarchie Österreich-Ungarn sowie das Kaisertum Österreich.

Bis heute haben nach dieser Definition 21 als Österreicher bezeichnete Personen einen Nobelpreis in einer der sechs Kategorien erhalten. Zu beachten ist diesbezüglich, dass einige der hier aufgeführten Personen zum Zeitpunkt der Erlangung des Nobelpreises keine österreichischen Staatsbürger mehr waren oder eine Doppelstaatsbürgerschaft besaßen.

Österreichische Nobelpreisträger

Name Geburtsort Nobelpreis Kategorie Auszeichnungsjahr Bild
Bertha von Suttner Prag Friedensnobelpreis 1905
Bertha von Suttner (1843–1914) gilt als wichtige Wegbegleiterin des Nobelpreises. Sie war kurze Zeit Alfred Nobels Privatsekretärin und hielt später schriftlichen Kontakt mit ihm, in dem Sie ihn offenbar dazu anregte, den Preis zu stiften. Erst 1905 - also bei der fünften Verleihung - wurde sie selbst mit der Auszeichnung für ihr Lebenswerk bedacht.
Alfred Hermann Fried Wien Friedensnobelpreis 1911
Alfred Hermann Fried (1864–1921) wurde 1881 nach dem Besuch einer Kriegsbilderausstellung zum überzeugten Pazifisten. Zehn Jahre später begann er damit, sich intensiv der Friedenspropaganda zu widmen. Ab dem Jahr 1892 gab er gemeinsam mit Bertha von Suttner die Zeitschrift Die Waffen nieder! heraus, für deren Herausgabe er gemeinsam mit weiteren pazifistischen Aktivitäten 1911 den Friedensnobelpreis verliehen bekam.
Robert Bárány Wien Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1914
Der Ohrenarzt Robert Bárány (1876–1936) erhielt den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1914 für seine Studie über die Physiologie des menschlichen Vestibular-Apparats (Bogengang-Apparat im Ohr). Er schuf mit seiner Arbeit die Grundlage für die Labyrinth-Chirurgie, durch welche die Gefahr einer Gehirnhautentzündung aufgrund von Innenohreiterung gebannt werden konnte.
Fritz Pregl Laibach Nobelpreis für Chemie 1923
Fritz Pregl (1869–1930) war ein bedeutender Wegbereiter der Weiterentwicklung der klinisch-chemischen Analytik. Als sein bedeutendstes Werk gilt heute die Verfeinerung und Präzisierung der Elementaranalyse nach Liebig. Im Jahr 1923 wurde er für die von ihm entwickelte Mikroanalyse organischer Substanzen mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt.
Richard Zsigmondy Wien Nobelpreis für Chemie 1925
Richard Adolf Zsigmondy (1865–1929) war ein bedeutender Forscher auf dem Gebiet der Kolloidchemie und Mikroskopie. In der Folge seiner wissenschaftlichen Arbeit erhielt er im Jahr 1925 den Nobelpreis für Chemie zugesprochen, der ihm 1926 für „die Aufklärung der heterogenen Natur kolloidaler Lösungen sowie für die dabei angewandten Methoden, die grundlegend für die moderne Kolloidchemie sind“ verliehen wurde.
Julius Wagner-Jauregg Wels Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1927
Julius Wagner-Jauregg (1857–1940) war ursprünglich Arzt für Innere Medizin, bevor er 1885 seine Karriere als Psychiater an der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt begann. Den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt er 1927 für die Entdeckung der therapeutischen Wirkung von Malariaimpfungen bei progressiver Paralyse (fortschreitende Lähmung). Durch das kurze Zeit später entwickelte Antibiotikum besaß seine Forschung ab den 1940er-Jahren aber nur noch historischen Wert.
Karl Landsteiner Baden bei Wien Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1930
Karl Landsteiner (1868–1943) ist heute als Entdecker der Blutgruppen sowie des Rhesusfaktors bekannt. Für die erstgenannte Leistung erhielt er 1930 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin zugesprochen. Landsteiner gilt als einer der größten österreichischen Ärzte, was sich auch in der Tatsache widerspiegelt, dass sein Porträt bis zur Euro-Umstellung die Vorderseite des 1000 Schilling Scheins prägte.
Erwin Schrödinger Wien Nobelpreis für Physik 1933
Erwin Schrödinger (1881–1961) gilt als einer der Väter der Quantenphysik. Bereits 1927 trat Schrödinger in Berlin die Nachfolge Max Plancks an der Friedrich-Wilhelms-Universität an. Noch im Jahr der Verleihung des Nobelpreises an Schrödinger emigrierte dieser aufgrund der Machterlangung der Nationalsozialisten nach Großbritannien. Schließlich wurde ihm 1933 als erstem Österreicher der Physiknobelpreis für seine Arbeit auf dem Gebiet der Quantenphysik (und insbesondere für die Aufstellung der nach ihm benannten Schrödinger-Gleichung) verliehen. Auf dem alten 1000-Schilling-Schein war zunächst Schrödingers Gesicht abgebildet, ehe ihn Landsteiner in dieser Funktion ablöste.
Victor Franz Hess Deutschfeistritz Nobelpreis für Physik 1936
Victor Franz Hess (1883–1964) beschäftigte sich als Forscher hauptsächlich mit Radioaktivität und anderen Formen der Strahlung. Im Jahr 1936 wurde er für die Entdeckung der kosmischen Strahlung mit dem Nobelpreis für Physik geehrt. Aufgrund seiner offenen Ablehnung des Nationalsozialistischen Regimes wurde Hess im Jahr 1938 fristlos und ohne Pensionsanspruch aus seiner Forschungstätigkeit an der Karl-Franzens-Universität in Graz entlassen. Zudem wurde er gezwungen, das Preisgeld des Nobelpreises in deutsche Reichsschatzscheine umzutauschen. Noch im selben Jahr emigrierte Hess deswegen in die USA.
Otto Loewi Frankfurt am Main Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1936
Otto Loewi (1873–1961) war ein ursprünglich deutscher Pharmakologe, der sich besonders mit der Funktion und dem Aufbau von Nerven und Synapsen befasste. Im Jahr 1921 konnte er mit österreichisch/deutscher Doppelstaatsbürgerschaft an der Universität Graz erstmals die chemische Weiterleitung von Nervenimpulsen beweisen. Für diese Entdeckung und deren Beweis erhielten er und sein US-amerikanischer Forschungskollege Henry Hallett Dale 1936 den Nobelpreis für Medizin. Nach der Machterlangung der Nationalsozialisten und dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Loewi aufgrund seiner jüdischen Abstammung zur Ausreise gezwungen. Er emigrierte 1938 zunächst nach Belgien, anschließend nach Großbritannien und schließlich in die Vereinigten Staaten.
Richard Johann Kuhn Wien Nobelpreis für Chemie 1938
Richard Johann Kuhn (1900–1967) war ein in der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich tätiger Biochemiker. Kuhn erhielt den Nobelpreis für Chemie im Jahr 1938 für seine Arbeiten über Carotinoide und Vitamine, konnte diesen aber aufgrund eines Erlasses der reichsdeutschen Regierung erst 1948 entgegen nehmen. Aus heutiger Sicht ist Richard Kuhn aufgrund seiner Einstellung zum Nationalsozialismus sowie seiner Mithilfe bei der Entwicklung von Nervengiften wie etwa Soman äußerst umstritten.
Wolfgang Pauli Wien Nobelpreis für Physik 1945
Wolfgang Pauli (1900–1958) galt bereits in seiner Jugendzeit als mathematisches Wunderkind. Nachdem er in kürzest möglicher Zeit Physik studiert und schon 1921 summa cum laude promoviert wurde, erwarb er sich schnell einen Ruf als herausragender Physiker der Quantenmechanik. Schließlich erhielt Pauli 1945 den Nobelpreis für Physik für die Formulierung des heute als Pauli-Prinzip bekannten Ausschlußprinzips der Quantenmechanik.
Carl Ferdinand Cori Prag Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1947
Carl Ferdinand Cori (1896–1984) studierte an der Karl-Ferdinands-Universität in Prag und promovierte dort im Jahr 1920. Noch während des Studiums lernte er seine spätere Frau Gerty Cori kennen, mit der gemeinsam er in der Folge forschte. Anschließend an sein Studium in Prag war Cori als Assistent des späteren Nobelpreisträgers Otto Loewi an den Universitäten Wien und Graz tätig. Im Jahr 1922 wanderten die Coris gemeinsam in die Vereinigten Staaten aus, wo sie in St. Louis und Boston arbeiteten. 1947 erhielten Carl Ferdinand Cori, seine Frau Gerty Cori und der argentinische Physiologe Bernardo Alberto Houssay gemeinsam den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels, der später als Cori-Zyklus bezeichnet wurde.
Max Ferdinand Perutz Wien Nobelpreis für Chemie 1962
Max Ferdinand Perutz (1914–2002) war ein österreichischer Chemiker, der ebenfalls 1936 vor der drohenden Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nach Großbritannien floh. Im Jahr 1947 gründete er als Professor an der Universität Cambridge die dortige Abteilung für Molekularbiologie, die er bis zum Jahr 1949 leitete. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Sir John Cowdery Kendrew, erhielt Perutz im Jahr 1962 den Nobelpreis für Chemie für die röntgenographischen Strukturuntersuchungen von Proteinen.
Konrad Lorenz Wien Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1973
Konrad Lorenz (1903–1989) gilt im deutschsprachigen Raum als Gründungsvater der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung (Ethologie). Der an der Universität Wien promovierte Doktor der Medizin beschäftigte sich seit Beendigung seines Studiums intensiv mit dem Verhalten von Tieren und wurde 1936 habilitiert für eine Lehrbefugnis für „Zoologie mit besonderer Berücksichtigung der vergleichenden Anatomie und Tierpsychologie“. Im Jahr 1973 erhielt er gemeinsam mit Karl von Frisch und dem Niederländer Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern.
Karl von Frisch Wien Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1973
Karl von Frisch (1886–1982) war ebenso wie Konrad Lorenz ein bedeutender Verhaltensforscher und Zoologe. Im Zentrum seiner Forschungsarbeit, die er unter anderem im Rahmen einer langjährigen Professur an der Universität München betrieb, stand die Erforschung der Sinneswahrnehmungen von Honigbienen sowie deren gegenseitige Kommunikation. Im Jahr 1973 wurde er gemeinsam mit Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen für die Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.
Friedrich August von Hayek Wien Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1974
Friedrich August von Hayek (1899–1992) war einer der bedeutendsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, einer neoliberalen Richtung der Wirtschaftswissenschaften. Hayek, der als einer der wichtigsten Vordenker des Neoliberalismus angesehen wird, wurde im Jahr 1974 zusammen mit dem Schweden Gunnar Myrdal für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie und ihren Analysen des Zusammenhangs zwischen ökonomischen, sozialen und institutionellen Phänomenen mit dem „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“, gemeinhin Wirtschafts-Nobelpreis genannt, ausgezeichnet. Er ist bis heute der einzige Österreicher, der diesen Preis je erhalten hat.
Walter Kohn Wien Nobelpreis für Chemie 1998
Walter Kohn (1923–2016) war ein in Österreich geborener Physiker, der als Kind vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten fliehen musste und dort den Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit tätigte. Er promovierte an der Harvard University in theoretischer Physik und lehrte und forschte in der Folge zu Themen der Quantenphysik. Im Jahr 1998 wurde Walter Kohn für die Entwicklung der quantenphysikalischen Dichtefunktionaltheorie, auf der das Hohenberg-Kohn-Theorem basiert, mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Eric Kandel Wien Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2000
Eric Richard Kandel (* 1929) ist ein in Österreich geborener Neurowissenschaftler, der als Kind vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten fliehen musste und dort den Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit tätigte. Er promovierte an der New York University in Medizin und konzentrierte sich in der Folge auf die Neurobiologie. Im Jahr 2000 wurde Eric Kandel zusammen mit dem Schweden Arvid Carlsson und dem US-Amerikaner Paul Greengard für ihre Entdeckungen betreffend der Signalübertragung im Nervensystem mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.
Elfriede Jelinek Mürzzuschlag Nobelpreis für Literatur 2004
Elfriede Jelinek (* 1946) ist als kritische österreichische Schriftstellerin bekannt. Sie schreibt insbesondere gegen Missstände im öffentlichen, politischen, aber auch im privaten Leben der österreichischen Gesellschaft an und zieht dabei mit ihrem polarisierenden Stil oft auch Kritiker auf sich. Im Jahr 2004 erhielt sie den Literaturnobelpreis zugesprochen für ihr Werk, das nach Ansicht des Nobelkomitees „den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“ umfasst. Jelinek ist bis heute die einzige österreichische Literaturnobelpreisträgerin.
Martin Karplus Wien Nobelpreis für Chemie 2013
Martin Karplus (* 1930) wurde als Kind jüdischer Eltern in Wien geboren und musste als Kind vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten fliehen. Karplus studierte in der Folge Chemie und promovierte im Jahr 1953 am California Institute of Technology zum Doktor der Chemie. Seit 1966 ist Martin Karplus Professor an der Harvard University und ist dort aktuell Lehrstuhlinhaber des Theodore-William-Richards-Lehrstuhls für Chemie. Im Jahr 2013 wurde ihm gemeinsam mit Michael Levitt und Arieh Warshel für die Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme der Nobelpreis für Chemie verliehen.
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Weblinks

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