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Liste


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum deutschen Landwirt, MdV (DBD) siehe Heinz Liste.

Liste (von italienisch lista „Leiste, Papierstreifen“) bezeichnet eine Sammlung von Daten/Informationen über – thematisch meist zusammengehörende – Begriffe und deren Darstellung in einer einheitlichen, sich ständig wiederholenden Form, beispielsweise je Begriff eine Zeile und in alphabetischer oder chronologischer Folge. Typografisch wird sie typischerweise (nicht notwendigerweise) durch eine Folge eingerückter Absätze („hängender Einzug“) dargestellt („Spiegelstrichliste“), siehe Aufzählungszeichen.

Der Ausdruck „Liste“ tritt als Teilbegriff in der Bezeichnung konkreter Informationssammlungen auf („Mitarbeiterliste“) oder steht generell für die Art und Weise, Informationen in dieser Form/Struktur darzustellen.

Listen können manuell (handschriftlich) oder automatisiert (zum Beispiel durch Computerprogramme) erstellt werden. Sie werden auf bestimmten Informationsmedien, häufig auf Papier, bereitgestellt, können jedoch z. B. auch als (Teil des) Bildschirminhalt(s) auftreten. Die Informationen werden häufig zeichenorientiert dargestellt (Texte, Zahlen ...), doch sind auch grafische Elemente möglich.

In der Programmierung steht der Begriff „Liste“ für „eine verkettete Folge von Elementen eines gegebenen Datentyps“ mit einer endlichen Anzahl von Elementen.[1] Diese Elemente können unterschiedlichen Typs sein (→ Datenstruktur Liste). Das Einfügen von Elementen wird als Einlisten, das Gegenteil – Austragen – wird als Auslisten bezeichnet.

Verwendung

Listen geben einen Überblick unter quantitativem Aspekt. Sie machen Mengen sichtbar, vorhandene und fehlende; sie zeigen Erreichtes ebenso wie noch Fehlendes, Richtiges und Falsches. Sie ermöglichen aufgrund ihrer Anordnung (Hierarchie und Sortierung) ein einfaches Auffinden von Einzelinhalten.

Ähnliche Begriffe

Verzeichnis oder Katalog werden Listen mit Inventarcharakter genannt. Verzeichnisse sind also „unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusammengestellte [= diese Menge bildende] Sammlung von Daten“.[2] Sie können verschiedenartig kategorisiert sein.

In einem guten Sachbuch bieten Listen unter der Bezeichnung „Register“ Suchmöglichkeiten, die weit über die Orientierung mittels Inhaltsverzeichnis hinausgehen. Darin wird häufig nur ein (1) Ausdruck (Name, Ort, Kalenderdatum, beliebiges relevantes Stichwort) „registriert“. Auch amtliche Verzeichnisse werden häufig „Register“ genannt, z. B. das Handelsregister.

Auch Tabellen sind, als Darstellungsmittel betrachtet (nicht im Sinn von Datenbanktabellen), „Listen“. Darin werden Daten zweidimensional (Zeilen/Spalten) dargestellt, wobei die einzelnen Informationselemente (bei z. B. zeilenweiser Auflistung von Entitäten) einer bestimmten Spalte streng zugeordnet sind.

Mit Chronik wird eine Sammlung bestimmter Begriffe in zeitlicher Anordnung bezeichnet.

Inhalt und Aufbau

Sortierung

Liegt in einer vertikalen Liste das alphabetisch bzw. chronologisch folgende Element unterhalb, spricht man von einer aufsteigenden Liste oder aufsteigend sortierten Liste wie im folgenden Beispiel:

  • A.. bzw. 1. Januar 2004
  • B.. bzw. 2. Januar 2004
  • C.. bzw. 3. Januar 2004
  • D.. bzw. 4. Januar 2004

Liegt dagegen das alphabetisch bzw. chronologisch folgende Element oberhalb, spricht man von einer absteigenden Liste oder absteigend sortierten Liste wie im folgenden Beispiel:

  • C.. bzw. 3. Januar 2004
  • B.. bzw. 2. Januar 2004
  • A.. bzw. 1. Januar 2004

Wird eine Liste alphabetisch sortiert (beispielsweise bei Buch- oder Filmtiteln), so wird meist der führende (bestimmte oder unbestimmte) Artikel – durch ein Komma getrennt – hintenangestellt. Das hat den einfachen Grund der besseren Übersichtlichkeit, da sonst ein Großteil der Einträge unter „D“ (der, die, das) oder „E“ (ein, eine) zu finden wäre. Beispiel:

Gliederung

Häufig ergibt sich die Gliederung (und die Sortierung) von Einträgen aus ihren Attributen, zum Beispiel über die Kundennummer, die Artikelnummer und die Bestellnummer.

Sind derartige implizite Identifikatoren nicht gegeben, so werden, vor allem bei textorientierten Listen, häufig laufende Nummerierungen benutzt. Für Einträge mit hierarchischer Struktur werden entsprechend unterschiedliche Formen zur Nummerierung (siehe auch Gliederung) verwendet. Beispiele:
A,B,C,... / 1,2,3,... / 1a,1b,1c,2,3a,... / A1,A2,B1,B2,B3,... / I.A.1, I.A,2, .. II.A.1, ...

Summierungen

Über das Zusammenstellen von Daten/Informationen hinaus enthalten Listen in zahlreichen Situationen zusätzlich Summeninformationen, zum Beispiel die Gesamtanzahl aller gelisteten Adressen oder die Gesamtsumme der aufgeführten Rechnungen. Je nach Listenzweck können auch Teilsummen gebildet und ausgewiesen werden, zum Beispiel die Anzahl und die Summe von Rechnungen für Kunden je Land. Dieser Aspekt gehört nur in erweitertem Sinn zum Begriff „Liste“.

Menge der Einträge

Welche Einträge eine Liste enthält, wird stets durch eine vorher festgelegte oder durchgeführte Selektion bestimmt. So können in einer Adressenliste zum Beispiel nur die „Freunde“ oder alle Adressen aufgelistet werden. Die Auswahlfunktion gehört jedoch im engeren Sinn nicht zum Begriff „Liste“.

Sonderformen (Beispiele)

Checklisten

Eine Besonderheit sind Checklisten (eigentlich Prüflisten), die einen Arbeitsablauf unterstützen. Eine Checkliste enthält Punkte mit erledigten und unerledigten Tätigkeiten oder Überprüfungen. Checklisten können Bestandteil einer sogenannten Standard Operating Procedures (SOP) sein, siehe auch Fragenkatalog.

Netzpläne

Im weiteren Sinne ist auch eine nach Netzplantechnik erstellte Übersicht eine graphisch oder tabellarisch aufbereitete Liste von Ereignissen oder Tätigkeiten, die in zeit- und/oder ereignisbezogener Abhängigkeit dargestellt werden.

Weitere Beispiele

Der Ausdruck „Liste“ wird in zahlreichen Zusammenhängen benutzt. Dabei tragen Zusammenstellungen über bestimmte Gegenstände/Personen/Objekte etc. den Teilbegriff „Liste“ häufig in ihrem Titel:

  • Mitgliederliste: Liste aller Mitglieder (in einem Verein)
  • Mahnliste: Liste der Kunden mit rückständigen Zahlungen (im Mahnwesen)
  • Mitarbeiterliste (z. B. Mitarbeiter einer bestimmten Abteilung)
  • Adressenliste, Geburtstagsliste, Terminliste, Wählerverzeichnis
  • Einkaufsliste, Preisliste (z. B. als Speisenkarte)

Mit festgelegten Bedeutungen ist der Begriff „Liste“ auch im Zusammenhang mit Farben bekannt:

Weitere Listen mit spezieller Bedeutung sind zum Beispiel unter folgenden Bezeichnungen bekannt:

In der Form von Listen treten zum Beispiel auch folgende Informationen im Zusammenhang Internet auf:

  • Ergebniszeilen, die eine Suchmaschine für das Internet liefert
  • Übersichten über die Börsenkurse bestimmter Wertpapiere
  • Auflistung der im 'Posteingangs' stehenden E-Mails; durch Anklicken einer Zeile öffnet sich die jeweilige E-Mail im Detailformat.

Keine Liste wären zum Beispiel:

  • Informationsdarstellungen auf Formularen oder Karteikarten, z. B. die Detailanzeige einer eingegangenen E-Mail
  • Eine Website; allerdings können in ihr Listen enthalten sein, z. B. für Börsenkurse
  • Bücher und Zeitschriften sind ebenfalls keine Listen, können aber solche enthalten.

Siehe auch

Literatur

  • Umberto Eco: Die unendliche Liste, München: Hanser, 2009
  • Susanne Deicher, Erik Maroko (Hrsg.): Die Liste. Gräber, Archive und frühe Automaten. Ordnungen von Dingen und Menschen in Ägypten, Berlin: Kulturverlag Kadmos, 2015; ISBN 978-3-86599-228-4.
  • Shaun Usher (Hrsg.): Lists of Note. Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten, München: Wilhelm Heyne Verlag, 2015

Weblinks

 Wiktionary: Liste – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Duden Informatik ISBN 3-411-05232-5
  2. DER KLEINE Wahrig – Wörterbuch der Deutschen Sprache
da:Liste

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Kategorien: Dokumentation | Planung und Organisation

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