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Lingenau


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lingenau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lingenau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 6,88 km²
 :
Höhe: 685 m ü. A.
Einwohner: 1.439 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 209 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6951
Vorwahl: 05513
Gemeindekennziffer: 8 02 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hof 258
6951 Lingenau
Website: www.lingenau.at
Politik
Bürgermeisterin: Annette Sohler
Gemeindevertretung: (2015)
(15 Mitglieder)
15
15 
Lage der Gemeinde Lingenau im Bezirk Bregenz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Lingenau ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg mit 1439 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ).

Geografie

Lingenau liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südöstlich des Bodensees auf 685 Metern Höhe. 30,8 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Lingenau. Der Ort ist Mitglied des deutsch-österreichischen Gemeinschaftsprojekts Naturpark Nagelfluhkette.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Lingenau grenzt an vier andere Vorarlberger Gemeinden. Diese ebenfalls im Bezirk Bregenz liegenden Gemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, Langenegg, Hittisau, Egg und Alberschwende.

Geschichte

„Lindigenowe“ wurde 1227 erstmals urkundlich erwähnt. Es ist die älteste Siedlung des Vorderwaldes und gehörte lange Zeit zum Klostergut der Mehrerau.

In Lingenau bestand jahrhundertelang bis zur Zeit des Zweiten Weltkriegs das Bad Hohl, wo eine eisenhältige Quelle (Maxriese) genutzt wurde.[1]

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Lingenau seit der Gründung 1861.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Ende 2002 lag der Ausländeranteil lag bei 7,0 Prozent.

Politik

Die Gemeindevertretung von Lingenau besteht aus 15 Mitgliedern. Bei der Gemeindevertretungswahl 2015 trat in Lingenau die Lingenauer Bürgerliste als Einheitsliste an.

Zur Bürgermeisterin wurde von der Gemeindevertretung am 5. April 2010 Annette Sohler gewählt. Sie war damit bei ihrer Amtsübernahme die jüngste Bürgermeisterin Vorarlbergs und eine von nur zwei Frauen an der Spitze einer Gemeinde im Bundesland.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lingenau
  • Die Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer mit Chor, Langhaus und Nordturm im Neoromanischen Stil aus dem 19. Jahrhundert erhielt 2010 einen Umbau mit dem Altar in der Mitte des Langhauses. Die im Jahre 1964 vom Schrunser Künstler Konrad Honold gestalteten Fenster wurden restauriert und entfalten an sonnigen Tagen an den weißen Wänden und auf den Kreuzwegtüchern ein intensives Farbenspiel. Auffallend ist die Rosette über der Empore, in welcher die Symbole der vier Evangelisten dargestellt sind. Besonders in der Abendsonne erstrahlen ihre kräftigen Blau- und Rottöne.
  • Die Kapelle hl. Anna auf dem Felde aus dem Jahr 1722 besitzt einen besonders reinen Barockstil. Die durch ihre einzigartige Grundform einmalige Kapelle liegt außerhalb des Dorfes an der Straße nach Müselbach. Erbaut wurde sie anstelle einer früheren Kapelle vom Lingenauer Baumeister Konrad Nussbaumer zusammen mit dem Zimmermeister Konrad Bilgeri.
Die Kapelle wurde aus Quelltuffstein errichtete und besitzt schöne farbige Kirchenfenster mit Darstellungen verschiedener Heiliger und Seliger. 1894 erfolgte eine Innenrestaurierung mit Gemälden von Jakob Bertle (1837–1911).
Das Deckenfresko „Vorarlbergia Sankta“ (Darstellung der Begründung der Diözese Feldkirch; 1968) sowie die zwei Altarbilder stammen vom Schrunser Künstler Konrad Honold (1918–2007). Die St. Anna-Kapelle steht unter Denkmalschutz.

Naturdenkmäler

Es gibt einen Quelltuff-Naturlehrpfad. Ein Quellbach scheidet über 40 Höhenmeter massiven Quelltuff (Kalksinter) ab. Diese Sehenswürdigkeit entstand in der Späteiszeit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Ort gab es im Jahr 2003 34 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 171 Beschäftigten und 17 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 592. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 37.727 Übernachtungen. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 59,8 %.

Öffentliche Sicherheit

Als öffentliche Sicherheitseinrichtung unterhält die Gemeinde Lingenau eine Freiwillige Feuerwehr, welche von der Gemeinde ausgerüstet und finanziell unterhalten wird. Die Feuerwehr besteht aus zwei Zügen und ist eine der 27 Stützpunktfeuerwehren für hydraulisches Rettungsgerät in Vorarlberg.[3] 2001 wurde unter Kommandant HBM Georg Winder eine eigene Jugendfeuerwehr innerhalb der Feuerwehr Lingenau gegründet.

Lingenau wird von der Rettungs-Abteilung Egg des Österreichischen Roten Kreuzes im Rahmen von Rettungseinsätzen und Krankentransporten mitbetreut. Das Gemeindegebiet von Lingenau gehört zum Rayon der Polizeiinspektion Hittisau.

Bildung

In Lingenau gibt es eine Musikhauptschule , eine Hauptschule und eine Volksschule, sowie einen Kindergarten. Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 345 Schüler.

Persönlichkeiten

Sonstiges

Lingenau wurde von den Lesern der Vorarlberger Nachrichten im Jahr 2006 zum bereits dritten Mal zur „schönsten Blumengemeinde in Vorarlberg“ gewählt.

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Kirchdorf Lingenau

Weblinks

 Commons: Lingenau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 142.
  2. Sohler ist jüngste Bürgermeisterin im Ländle. Artikel beim ORF Vorarlberg, 6. April 2010.
  3. Stützpunktfeuerwehren für hydraulisches Rettungsgerät in Vorarlberg im Rahmen des Webauftritts des Landesfeuerwehrverbands Vorarlberg.

Kategorien: Gemeinde in Vorarlberg | Ort im Bezirk Bregenz | Lingenau | Allgäuer Alpen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lingenau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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