Lindenberg im Allgäu - LinkFang.de





Lindenberg im Allgäu


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 764 m ü. NHN
Fläche: 11,85 km²
Einwohner: 11.295 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 953 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88161
Vorwahl: 08381
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 117
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 1
88161 Lindenberg
Webpräsenz: www.lindenberg.de
Bürgermeister: Eric Ballerstedt (CSU)
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Lindenberg im Allgäu (amtlich: Lindenberg i.Allgäu) ist mit rund 11.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee) und bildet das Herzstück der Region Westallgäu.

Lindenberg, an der Deutschen Alpenstraße gelegen, ist ein anerkannter Luftkurort und besitzt Bayerns einziges Hutmuseum.

Geografie

Es existiert nur die Gemarkung Lindenberg im Allgäu.

Nachbargemeinden

Lindenberg im Allgäu ist von den Gemeinden Scheidegg, Weiler-Simmerberg, Heimenkirch, Röthenbach (Allgäu) und Opfenbach umgeben.

Klima

Lindenberg, das in nebelarmer Höhenlage liegt, war 2006 mit 2217 Sonnenstunden die sonnenreichste Stadt Deutschlands. Im Jahr 2009 waren es nur 1977 Stunden, trotzdem war Lindenberg damit neben Scheidegg Sonnenreichster Ort Bayerns.[2] (Der statistisch relevante langjährige Durchschnitt der Sonnenscheindauer, der die Basis für Vergleiche mit anderen Stationen ist, liegt naturgemäß tiefer als solche Spitzenwerte eines einzelnen Jahres.)

Geschichte

Das erste Volk, das vereinzelt im Allgäu siedelte, waren die Kelten, die ab etwa 500 v. Chr. den Boden bebauten.

Um 15 v. Chr. wurde das Gebiet von den Römern besetzt und es wurde eine Römerstraße errichtet, die Brigantium (Bregenz) über Cambodunum (Kempten (Allgäu)) mit Augusta Vindelicorum (Augsburg) verband.

Um 500 bezwangen Alemannen den römischen Limes und bewohnten seitdem das Gebiet. Im 8. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Lindenberg in der Hand des Adelsgeschlechts der Udalrichinger von Bregenz und deren Erben.

Im 9. Jahrhundert ging das Gebiet an St. Gallen. Die erste schriftliche Erwähnung Lindenbergs findet sich auf einer Besitzurkunde des Klosters St. Gallen. Im Jahr 857 schenkten Patacho und Sigibert, zwei bedeutende Adelige, Güter in „Lintiberc“ an das Kloster St. Gallen.

Dann ging der Ort an die Grafen von Montfort über, deren Stammburg bei Bregenz noch heute zu sehen ist. Deren Vogt saß in Thalersdorf (Dallendorf) bei Gestratz und dorthin mussten die Bauern ihren Zehnten bringen.

1249 kamen Kirche, Güter und Untertanen an das Kloster Mehrerau, das 1097 entstanden war. Die Pfarrei Lindenberg wurde erstmals im Jahr 1257 im Liber decimationis der Diözese Konstanz erwähnt.

Als die Schweden 1634 in großer Zahl ins Westallgäu einbrachen, wurden im Frühjahr desselben Jahres große Teile von Lindenberg eingeäschert. Größere Bedeutung erlangte Lindenberg, als es 1784 die Marktrechte erhielt. Jetzt durften bis zu drei Viehmärkte pro Jahr abgehalten werden.

Lindenberg gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen als Teil der Herrschaft Bregenz-Hohenegg zu Österreich. Ein französisches Heer zog 1796 im Allgäu ein und drang bis Kempten vor. In den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 kam der Ort dann zu Bayern.

Bereits im Jahr 1656 wurden Lindenberger Strohhüte im Hausierhandel und auf Märkten verkauft. 1755 begann man damit, die Herstellung und den Vertrieb von Strohhüten zu organisieren. Die Hutindustrie ist wirtschaftlich heute nicht mehr von Bedeutung; die Erinnerung an sie wird mit einem jährlich stattfindenden „Huttag“ sowie einem Hutmuseum wachgehalten.[3]

Politik

Stadtrat

CSU SPD FW Grüne Gesamt
2002 9 7 7 1 24
2008 9 6 7 2 24
2014 8 6 7 3 24

Partnerstädte

Wappen

Das Lindenberger Wappen zeigt in Silber auf grünem Dreiberg eine zweitürmige rote Kirche in Vorderansicht mit breitem Vorbau und blauen Dächern, beiderseits je eine grüne Linde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bildende Kunst

  • Die Stadt Lindenberg vergibt seit 1987 jährlich einen Kulturpreis.[4] Erster Preisträger war der Maler Luis Gurschler.
  • Der Westallgäuer Kunstpreis 2009 ging an den Maler Albert Malnati aus Wasserburg. Der mit 1000 € dotierte Preis wird im Rahmen der Westallgäuer Kunstausstellung verliehen.[5]
  • Der Lindenberger Kulturpreis 2009 (dotiert mit 1500 €) ging an Erich Felder [6]

Bauwerke

Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul[7]
Die Grundsteinlegung für diese auch Dom des Westallgäus genannte Kirche erfolgte am 8. September 1912, die Einweihung am 1. August 1914. Architekt des neubarocken Baus war Franz Rank. Das 1961 entstandene Deckengemälde gilt als das bedeutendste Werk des Goßholzer Kunstmalers Paul Keck (1904–1973).[8]
Ältestes Haus Lindenbergs[9]
Das älteste Haus Lindenbergs bzw. des Westallgäus ist zugleich auch das älteste Holzhaus im Landkreis Lindau. Es wurde um 1590 erbaut und war noch bis 1995 bewohnt.
Aureliuskirche
Die alte Peter-und-Paul-Kirche wird wegen einer Reliquie des heiligen Aurelius nach diesem benannt, um sie nicht mit der neuen Stadtpfarrkirche zu verwechseln. Sie stammt aus dem Mittelalter und wurde im 17. Jahrhundert nach einem Brand wieder neu aufgebaut; sie war bis 1914 die Stadtpfarrkirche.[10]
Hutmuseum
Das bisherige Hutmuseum Lindenberg, das auf über 300 m² Hüte, Hutpressen, Rohlinge und viele bemerkenswerte Details zum Thema Hut zeigte, hat am 27. Oktober 2013 seine Pforten geschlossen. Als Deutsches Hutmuseum Lindenberg wurde es am 13. Dezember 2014 in erweiterter und modifizierter Form im Gebäude der einstigen Hutfabrik Ottmar Reich wieder eröffnet.[11]

Baudenkmäler

Landschaftliche Besonderheiten

Waldsee
Hauptartikel: Waldsee (Lindenberg)
Der Waldsee ist einer der höchstgelegenen Moorseen Deutschlands auf 765,4 Meter und wurde bereits im Mittelalter als Fischweiher angelegt.[12]

Regelmäßige Veranstaltungen

Käse- und Gourmetfest

In Lindenberg findet das „Internationale Käse- und Gourmetfest“ statt, auf dem Käsehersteller aus der Region, aber auch aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, Italien, Holland und Slowenien vertreten sind.

Huttag

Der sogenannte „Huttag“ findet jedes Jahr im April statt. Hierzu wählen die Lindenberger alle zwei Jahre ihre Lindenberger Hutkönigin. Während der zweijährigen Amtszeit repräsentiert sie die Hutstadt Lindenberg und das Westallgäu bei Veranstaltungen und Events, auf Touristik- bzw. Modemessen, in Publikationen und bei Hutmodeschauen.

Sozialistenhut

Der Sozialistenhut ist ein jährlich in Lindenberg vom Kreisverband Lindau der SPD Bayern verliehener Preis.

Wirtschaft

In Lindenberg sind neben einem traditionellen Käsewerk Zulieferbetriebe der Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie eines der größten europäischen Fotogroßlabore angesiedelt.

Bedeutende Firmen und Einrichtungen sind:

  • Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH: Fahrwerke, Betätigungssysteme, Flugsteuerungen und Elektronik für Luftfahrzeuge
  • Mayser GmbH & Co. KG: Kopfbedeckungen, Schaumstofftechnik, Verformungstechnik & Sicherheitstechnik
  • Schreiber & Rupp Käsewerk[13]/Bergland Käsewerk
  • Mauderer Alutechnik GmbH[14]
  • allcop Farbbild-Service Bilderverarbeitung GmbH & Co. KG
  • Humboldt-Institut – Verein für Deutsch als Fremdsprache e. V.
  • Kunstverlag Josef Fink
  • Gebr. Baldauf GmbH & Co. KG – Käserei Baldauf[15]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

In Lindenberg geboren wurden:

Weitere Persönlichkeiten

In Lindenberg lebten und wirkten bzw. leben und wirken außerdem:

  • Johann Evangelist Keller (1824–1910), Bürgermeister 1860–1884, Reichstags- und Landtagsabgeordneter
  • Heinrich Brauns (1868–1939), Politiker (Arbeitsminister in der Weimarer Republik)
  • Otto Geßler (1875–1955), Politiker (Reichswehrminister in der Weimarer Republik), Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes und Ehrenpräsident des Deutschen Roten Kreuzes

Weblinks

 Commons: Lindenberg im Allgäu  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Scheidegg und Lindenberg sind Sonnenreichste Orte Bayerns 2009
  3. Timo Frasch: Die hutlose Gesellschaft, faz.net vom 9 Dezember 2011 , abgerufen am 11. Dezember 2011
  4. Träger des Kulturpreises der Stadt Lindenberg , abgerufen am 1. Oktober 2013
  5. Der Westallgäuer Kunstpreis an Albert Malnati
  6. Der Lindenberger Kulturpreis an Erich Felder
  7. Stadtpfarrkirche
  8. Christus musste besonders gut gelingen , all-in.de, 24. Dezember 2011
  9. Söldnerhaus-Geschichte (PDF; 577 kB)
  10. Aureliuskirche
  11. Website des Hutmuseums. Abgerufen am 21. März 2014.
  12. Waldsee wurde schon im Mittelalter als Fischweiher genutzt
  13. Bayernland verkauft Schmelzkäsewerk an Schreiber & Rupp
  14. Mauderer Alutechnik GmbH
  15. Pressematerial zum 150-jährigen Jubiläum von Baldauf Käse
  16. Luis Gurschler
  17. Hermann Stoller

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lindenberg im Allgäu (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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