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Liggeringen


Liggeringen
Höhe: 690 m
Fläche: 10,79 km²
Einwohner: 1000 (2012)
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 78315
Vorwahl: 07732

Das Dorf Liggeringen ist ein Stadtteil der baden-württembergischen Großen Kreisstadt Radolfzell am Bodensee im Landkreis Konstanz in Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Liggeringen liegt zwischen 540 m und 690 m über Normalnull am Südhang des Bodanrücks und ist der höchstgelegene Ortsteil von Radolfzell. Er liegt rund fünf Kilometer nördlich von Radolfzell.

Gemarkung

Zur Gemarkung Liggeringen gehören das Dorf Liggeringen[1], sowie der Hirtenhof, Hof Mühlsberg und Hof Röhrnang.

Geschichte

Liggeringen wurde 806 als Lütteringen erstmals erwähnt. Der Ortsname Liutegarninga, erstmals in einer unverfälschten Kaiserurkunde vom 28. November 946 erwähnt, lässt als Gründer einen Alemannen namens Liutger vermuten. 1939 wurden fünf merowingische Gräber bei Hof Röhrnang gefunden, die eine alemannische Gründung im 6./7. Jahrhundert nahelegen.[2]

Schon früh gehörte der Ort zum Kloster Reichenau, doch gab es bis 1135 die Herren bzw. die Maier von Liggeringen als Edelfreie. Das Niedergericht war teilweise an die Herren von Bodman verpfändet, die den Ort und die Vogtei ab dem 16. Jahrhundert endgültig besaßen. 1744 bis 1774 war der Ort vorübergehend an das Heilig-Geist-Spital Konstanz (heute: Spitalstiftung Konstanz) verpfändet. 1806 kam der Ort an Baden und wurde 1807 dem Bezirksamt Konstanz zugeordnet.

Zur Zeit des Nationalsozialismus war Liggeringen eine Hochburg der NSDAP. Bei der Reichstagswahl im Juli 1932 errangen die Nationalsozialisten einen Stimmenanteil von 66.1 % (Baden: 36.9 %,[3] Deutsches Reich: 37.3 %), gefolgt von der Zentrumspartei mit 25.1 %.[4]

Am 21. Juni 1943 war Liggeringen Ziel eines britischen Nachtbombardements. Es forderte acht Todesopfer.[5]

Später war Liggeringen eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Konstanz. Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde die Gemeinde Liggeringen zum 1. Januar 1974 nach Radolfzell eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Hatte der Ort 1792 eine Einwohnerzahl von 361,[6] entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Einwohnerzahl auf etwa 400 bis 500 Einwohner. 2012 waren es rund 1000 Einwohner.

Religion

In Liggeringen wurde 1360/70 eine Pfarrei genannt. Die heutige Pfarrkirche St. Georg wurde aber erst 1905 im neoromanischen Stil erbaut. Dabei dient die 1711 bis 1717 erbaute alte Kirche als Nordquerhaus.

Heute gehört die katholische Gemeinde zum Dekanat Konstanz des Erzbistums Freiburg im Rahmen der Seelsorgeeinheit St. Radolt Radolfzell. Die Protestanten gehören zur Gemeinde Böhringen. Sie gehört zunächst zum Dekanat Konstanz der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Politik

Ortsvorsteher

Ortsvorsteher ist Hermann Leiz (Stand 2012).

Wappen

Das Wappen von Liggeringen zeigt sich von Rot und Silber geviert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Georg: Das Langhaus der Pfarrkirche St. Georg wurde 1905 in neuromanischem Stil errichtet und als Kapelle der Chor einer ursprünglich spätgotischen, 1711 bis 1717 barockisierten Kirche einbezogen.[7]
  • Torkel Liggeringen: Bei dem 1756/1757 errichteten Gebäude handelt es sich um einen der letzten von einstmals mehreren Hundert im Bodenseeraum errichteten Torkel zur Weinkelter.[7] Das Fachwerkgebäude mit den Abmessungen von 15,70 Meter Länge und 11,40 Meter Breite bei einer Wandhöhe von 5,50 Meter wurde 2010 saniert.[8]
  • Rathaus in Liggeringen

Bildung, Wirtschaft und Infrastruktur

Schule/Bildung

In Liggeringen befindet sich ein Kindergarten und seit 1907 eine Grundschule.

Wirtschaft

Das Weingut Hans Rebholz hat seinen Sitz in Liggeringen (Rebfläche 4,5 ha). Bekannte Gasthäuser sind der Adler, Germania und die Wirtschaft zum Kranz.

Vereine

  • Förderverein der Grundschule Liggeringen e.V.
  • Musikverein Liggeringen 1880 e.V.
  • Narrenverein Moofanger Liggeringen e.V. mit dem Fanfarenzug Liggeringen
  • Sportverein Liggeringen e.V.
  • Verein zur Förderung des Musikvereins Liggeringen e.V.

Infrastruktur

Liggeringen ist Kreuzungspunkt der Landesstraße (L) 220, Kreisstraße (K) 6167 und der K 6100. Der Ort liegt am Bodensee-Radweg.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1899: Georg Braun

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben rsp. wirken

  • Paul Wehrle (* 1940), emeritierter Weihbischof im Bistum Freiburg, seit 2012 Subsidiar in Liggeringen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2.
  2. Jürgen Klöckler: Geschichtliches über Liggeringen , Radolfzell am Bodensee, abgerufen am 13. September 2012.
  3. Reichstagswahl Juli 1932, Resultate Wahlkreis Baden
  4. Reichstagswahl Juli 1932, Resultate
  5. Raimund Hug-Biegelmann, Achim Fenner, Jürgen Klöckler: Der Luftangriff auf Liggeringen am 21. Juni 1943, Stadtarchiv Radolfzell, 1993.
  6. Philipp Ludwig Hermann Röder: „Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Schwaben“, Ulm/Stettin 1792, Seite 62.
  7. 7,0 7,1 Sehens- und Erlebenswert , Radolfzell am Bodensee, abgerufen am 13. September 2012.
  8. Torkel prägt das Ortsbild , Südkurier, 2. November 2010.

Kategorien: Ort im Landkreis Konstanz | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Konstanz) | Stadtteil von Radolfzell am Bodensee

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Liggeringen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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