Lieschen Müller - LinkFang.de





Lieschen Müller


Lieschen Müller steht im deutschen Sprachraum als Platzhaltername für einen Durchschnittsmenschen. Durchschnittliches wird häufig auch mit Redewendungen wie beispielsweise „wie von Lieschen Müller“ bezeichnet.

Hinweise auf früheren synonymen Sprachgebrauch

Die Weberstochter und spätere Hochstaplerin Sophie Sabina Apitzsch gab sich 1714 als Prinz aus und wurde daraufhin „Prinz Lieschen“ genannt. Der deutsche Schriftsteller Heinrich Moritz Heydrich schrieb 1861 die romantische Posse Prinz Lieschen.[1] Wilhelmine Heimburg schrieb 1879 den Roman Lumpenmüllers Lieschen.[2] Ob diese Namensgebungen auf einem Sprachgebrauch von „Lieschen“ als „gewöhnliches Mädchen“ beruhen, ist hier nicht belegt. Es gibt Aussagen, dass der Begriff „Lieschen Müller“ zumindest schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebrauch Eingang fand.

Verbreitung des Ausdrucks durch Kinofilm

Spätestens nachdem Lieschen Müller als – von Sonja Ziemann verkörperte – Figur im 1961 gedrehten Spielfilm Der Traum von Lieschen Müller als eine deutsche Büroangestellte der 1960er Jahre auftauchte, war der Name (vergleichbar mit Otto Normalverbraucher) im allgemeinen Sprachgebrauch präsent. In dem Film träumt die Titelfigur davon, in den USA als Liz Miller zur höheren Gesellschaft zu gehören.

Abgewandelte Formen in Literatur und Politik

Der Journalist Christian Ferber schrieb 1963 literarische Übersetzungen seichter Unterhaltungsliteratur unter dem Pseudonym Lisette Mullère, einer Übertragung des deutschen Lieschen Müller ins Französische, womit er versteckt zum Ausdruck brachte, was er selbst von dieser Art Literatur hielt. Lisette Mullère war in den 1960er Jahren eine bekannte Kunstfigur der politischen Satiren Ferbers.

Eine weitere Prägung hat dieser Begriff durch das Voransetzen eines Doktortitels erhalten. „Dr. Lieschen Müller“ ist – seit Konrad Adenauer über das Magazin Der Spiegel äußerte, es sei nichts anderes als „die Bild-Zeitung für Dr. Lieschen Müller“ – ein Synonym für eine Person, die trotz oder wegen ihrer akademischen Würden genauso naiv und dumm ist wie eben Lieschen Müller.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Heydrich, Heinrich Moritz . In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 507.
  2. Behrens, Bertha . In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 2, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 623.

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lieschen Müller (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.