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Lidzbark


Dieser Artikel beschäftigt sich mit Lidzbark, für Lidzbark Warmiński siehe ebenda.
Lidzbark

Hilfe zu Wappen
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Działdowo
Fläche: 5,70 km²
Geographische Lage:
Einwohner: 8063
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 13-230
Telefonvorwahl: (+48) 23
Kfz-Kennzeichen: NDZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DziałdowoBrodnica
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 17 Ortschaften
Fläche: 255,67 km²
Einwohner: 14.484
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2803043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Jan Rogowski
Adresse: ul. Sądowa 21
13-230 Lidzbark
Webpräsenz: www.lidzbark.pl

Lidzbark [ˈliʣbark] (umgangssprachlich auch Lidzbark Welski oder Lidzbark Działdowski; deutsch Lautenburg) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geografische Lage

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, an dem Fluss Wel, und grenzt an den Lautenburger See (poln. Jezioro Lidzbarskie).

Geschichte

Lautenburg wurde 1301 vom Deutschen Orden nach Kulmer Recht gegründet und kam 1303 auch in den Besitz des Ordens. 1314 richtete Otto von Lutterberg, Komtur in Culm, in Lautenburg einen Ordenshof ein, der von einem Vogt des Strasburger Konvents verwaltet wurde. Um 1350 entstand die katholische Pfarrkirche.

Auf seinem Wege nach Tannenberg zog am 9. Juli 1410 das Heer des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło durch die Stadt. Am 29. September 1413 kam es bei Lautenburg zur Meuterei der Stände des Deutschen Ordens, die zur Ablösung des Hochmeisters Heinrich von Plauen durch Michael Küchmeister führte.

Nach dem Zweiten Thorner Frieden stand Lautenburg als Teil des autonomen Polnisch-Preußens von 1466 bis 1772 unter der Schirmherrschaft der Krone Polens. 1746 wurden große Teile der Stadt durch einen Brand zerstört.

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde das westliche Preußen mit Lautenburg unter Friedrich II. von Preußen mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats miteinander verbunden gewesen waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lautenburg 510 Einwohner, die Stadt bestand aus 83 Holzhäusern und 18 Katen. Haupterwerb waren der Ackerbau, die Bierbrauerei, Branntweinbrennerei sowie etwas Handwerk. Um 1789 erfolgte die Ansiedlung evangelischer Kolonisten. Bei diesen 41 Familien handelte es sich vorwiegend um Handwerker. Die Einwohnerzahl stieg auf 802.

Während der Napoleonischen Kriege war die Stadt von 1807 bis 1815 vorübergehend an das polnische Herzogtum Warschau angegliedert.

Von 1818 bis 1920 gehörte Lautenburg zum preußischen Landkreis Strasburg (Westpr.). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Stadt neben den traditionellen Brennereien und Brauereien, Mahl- und Schneidemühlen, Gerbereien und ein Eisenhammer, eine Eisengießerei, Maschinenfabrik sowie eine Molkerei betrieben. Bedeutsam waren auch die großen Vieh- und Pferdemärkte sowie der Holz- und Getreidehandel in Lautenburg. Bis zum Ersten Weltkrieg war die Stadt ein Durchgangsort für den Grenzverkehr der polnischen Saisonarbeiter auf den preußischen Dominialgütern.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Lautenburg mit dem ganzen Kreisgebiet aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zur Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Polenfeldzug 1939 kam Lautenburg in das Reichsgebiet zurück; die Stadt wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen angegliedert, zu dem sie bis 1945 gehörte

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lautenburg zu 70 Prozent zerstört und im Frühjahr 1945 von der Roten Armee erobert. Bald nach der Besetzung durch die sowjetischen Truppen wurde Lautenburg unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun der Zuzug polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Stadtbewohner bemächtigen und die Einwohner daraus verdrängten. Soweit die deutschen Einheimischen nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungszahlen

Jahr Einwohner Anmerkungen
1772 518
1783 802 größtenteils Polen und Katholiken[2]
1831 1.575 ein Drittel davon Polen[3]
1875 3.734 [4]
1880 3.820 [4]
1890 3.746 davon 1.281 Evangelische, 2.105 Katholiken und 359 Juden (1.500 Polen)[4]
1943 4.329

Gemeinde

Die Stadt- und Landgemeinde (Gmina miejsko-wiejska) Lidzbark umfasst ein Territorium von 255,67 km² mit 14.527 Einwohnern (2005). Dazu gehören folgende Orte:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939–1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939–1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939–1945)
Adamowo * Kiełpiny Kielpin
1942–1945 Kölpen
Piaseczno Heidekrug
Bełk Bölk Klonowo Klonowo
1942–1945 Klonnau
Podcibórz Podciborz
1942–1945 Stiebershof
Biernaty * Koty Kotty
1942–1945 Katzwinkel
Sarnia Góra *
Borówno * Kurojady Kuriad Słup Slupp
1942–1945 Schluppe
Bryńsk Brinsk Kolonie
1907–1945 Langendorf
Lidzbark Lautenburg Tarczyny Tarczyn
1942–1945 Tarschen
Bryńsk Szlachecki Adlig Brinsk
1942–1945 Brennitz
Lidzbark-Nadleśnictwo Fischerhaus Lautenburg Wąpiersk Wompiersk
1942–1945 Wampers
Chełsty Chelst
1942–1945 Keitelau
Marszewnica * Wawrowo *
Cibórz Ciborz
1942–1945 Stieber
Miłostajki Milostay
1942–1945 Liebeseck
Wlewsk Wlewsk
1942–1945 Lefken
Ciechanówko Czekanowko
1942–1945 Schaken
Nick * Zalesie Zalesie
1942–1945 Selisch
Dębowiec Eichhorst Nowe Dłutowo * Zdrojek *
Dłutowo * Nowy Dwór Neuhof Zielonka *
Glinki Glinken Nowy Zieluń Neu Zielun
1942–1945 Neuschellen
Jamielnik Jamielnik
1942–1945 Melendorf
Olszewo Olszewo
Jeleń Jellen
1942–1945 Gehlen
Ostrowy Ostrowy-Brinsk
1942–1945 Aalkrug
*= bereits vor 1920 polnisch

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

 Commons: Lidzbark Welski  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Johann Friedrich Goldbeck:: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II: Topographie von West-Preußen. Marienwerder 1789, S. 46–47, Nr. 7.).
  3. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 433, Nr. 37.
  4. 4,0 4,1 4,2 http://www.verwaltungsgeschichte.de/dan_strasburg.html

Kategorien: Gmina in der Woiwodschaft Ermland-Masuren | Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lidzbark (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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