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Liber de cultura hortorum


Hortulus ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum gleichnamigen Asteroiden siehe (4323) Hortulus.

Der Liber de Cultura Hortorum (lat. für Buch über die Kulturen der Gärten) ist ein frühes botanisches Werk in Form eines Lehrgedichts des Reichenauer Mönchs Walahfrid Strabo, entstanden um das Jahr 840[1].

In Versform sind dort 24 Heilpflanzen sowie deren Anwendungsmöglichkeiten aufgeführt. Die Reihenfolge der aufgeführten Pflanzen basiert auf der im Capitulare de villis vel curtis imperii aufgeführten Pflanzenreihenfolge. Die Pflanzenanlage im St. Galler Klosterplan aus dem frühen 9. Jahrhundert entspricht weitgehend der im Hortulus aufgeführten Pflanzenliste.[2]

Der Liber de Cultura Hortorum wurde unter dem Titel Hortulus 1510 in Wien von Vadian als Druck herausgegeben.

Pflanzenliste

Folgende Pflanzen sind im Hortulus aufgeführt (Reihenfolge der Erwähnung; dahinter der im Hortulus verwendete Name und der wissenschaftliche Artname):

  1. Salbei / salvia (Salvia officinalis),
  2. Weinraute / ruta (Ruta graveolens),
  3. Eberraute / abrotanum (Artemisia abrotanum),
  4. Flaschenkürbis / curcurbita (Cucurbita lagenaria)
  5. Melone / pepones (Cucumis melo),
  6. Wermut / absinthium (Artemisia absinthium),
  7. Andorn / marrubium (Marrubium vulgare),
  8. Fenchel / feniculum (Foeniculum vulgare),
  9. Schwertlilie / gladiola (Iris germanica),
  10. Liebstöckel / lybisticum (Levisticum officinale),
  11. Kerbel / cerefolium (Anthriscus cerefolium),
  12. Lilie / lilium (Lilium candidum),
  13. Schlafmohn / papaver (Papaver somniferum),
  14. Muskatellersalbei / sclarega (Salvia sclarea ),
  15. Frauenminze / costus (Chrysanthemum balsamita) (erwähnt unter Muskatellersalbei),
  16. Minze / menta (Mentha spec.),
  17. Poleiminze / puleium (Mentha pulegium),
  18. Sellerie / apium (Apium graveolens),
  19. Heil-Ziest / vettonica (Betonica officinalis),
  20. Odermennig / agrimonia (Agrimonia eupatoria),
  21. Rainfarn / ambrosia (Achillea millefolium oder Tanacetum vulgare),
  22. Katzenminze / nepeta (Nepeta cataria),
  23. Meerrettich / rafanum, radices (Armoracia rusticana); ev. auch der Garten-Rettich (Raphanus sativus),
  24. Rose / rosa (Rosa spec.)

Handschriften

  • Augsburg, Staats- und Stadtbibl., 2° Cod. 133, Bl. 46v-58v (1479)
  • Herrnstein bei Siegburg, Gräflich Nesselrode’sche Bibliothek, Ms. 192, Bl. 83vb-86va (12. Jh.; Kriegsverlust)
  • Leipzig, Universitätsbibl., Rep. I. 53, Bl. 1r-10r (2. Dr. 10 . Jh.) [L]
  • München, Staatsbibl., Clm 666, Bl. 1r-12v (1463, Abschrift des Leipziger Codex von Hartmann Schedel) [M]
  • Rom (Vatikanstadt), Bibl. Apostolica Vaticana, Cod. Pal. lat. 1519, Bl. 85va-88vb (10. Jh.) [K]
  • Rom (Vatikanstadt), Bibl. Apostolica Vaticana, Cod. Regin. lat. 469, Bl. 29v-39r (2. Dr. 9. Jh.) [C]
  • Privatbesitz, o.O., 1 Pergamentblatt, Vers 23-99 auf der Versoseite (um 1000) [F]

Literatur

  • Julius Berendes. Hortulus Walafridi Strabi. Das Gärtchen des Walafridus Strabus, ein ehrwürdiges Denkmal des Arznei-Gartenbaues aus dem 9. Jahrhundert. In: Pharmazeutische Post, 1908, Sonderdruck.
  • Karl Sudhoff: Codex medicus hertensis (Ms. 192). Handschriftstudie, in: Archiv für Geschichte der Medizin 10 (1917), S. 265-313.
  • Benedikt Konrad Vollmann: Ein neues Fragment von Walahfrid Strabos Gedicht De cultura hortorum, in: Aevum. Rassegna di scienze storiche, linguistiche e filologiche 79,2 (2005), S. 283-292 (zu [F]).

Textausgaben

  • De cultura hortorum (Über den Gartenbau); Lateinisch/deutsche Ausgabe: Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-018199-2)
  • De cultura hortorum (Hortulus). Das Gedicht vom Gartenbau. Lat.-dt. Eingeleitet und herausgegeben von W. Berschin, mit Pflanzenbildern von C. Erbar. Mattes, Heidelberg 2007. ISBN 978-3-930978-95-3
  • Auf Italienisch: "De hortorum cultura e latre opere" Traduzione e commento di Riccardo Sessa

http://ledliberedizioni.it/index.php/2013-10-21-19-31-40/brixia/voltolina-detail

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Johannes Gottfried Mayer, Konrad Goehl: Kräuterbuch der Klostermedizin. Reprint-Verlag Leipzig 2013, S. 29. ISBN 978-3-8262-3057-8
  2. Tobias Niedenthal: Wie die Heilkunst in die Klöster kam. In: Rudolf Walter (Hrsg.): Gesundheit aus Klöstern. Verlag Herder, Freiburg 2013. S. 6f. ISBN 978 3 451 00546 6

Kategorien: Literatur (9. Jahrhundert) | Gartenbauliteratur | Sachbuch (Botanik) | Mittelalter (Literatur) | Literarisches Werk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Liber de cultura hortorum (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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