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Leutershausen


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Leutershausen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: AnsbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 426 m ü. NHN
Fläche: 84,11 km²
Einwohner: 5556 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91578
Vorwahlen: 09823, 09803 (Frommetsfelden), 09804 (Atzenhofen, Röttenbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 174
Stadtgliederung: 49 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1-3
91578 Leutershausen
Webpräsenz: www.leutershausen.de
Bürgermeister: Siegfried Heß (CSU)
}

Leutershausen (fränkisch: Laidəscháusn[2]) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Geografie

Geografische Lage

Leutershausen liegt an der Altmühl etwa in der Mitte zwischen der Bezirkshauptstadt Ansbach und Rothenburg ob der Tauber. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Geslau, Colmberg, Lehrberg, Ansbach, Herrieden, Aurach, Dombühl, Schillingsfürst und Buch am Wald.

Gemeindegliederung

Leutershausen hat 49 Stadtteile:[3]

Klima

In Leutershausen beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 685 mm.

Geschichte

Leutershausen wurde vermutlich um 800 von fränkischen Siedlern gegründet. Erstmals urkundlich belegt ist der Ort für das Jahr 1000 als „villa Liuthereshusunin“ in der Wildbannurkunde Kaiser Ottos III. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fanden hier und im Umland zahlreiche Exulanten eine neue Heimat, die als Protestanten aus Österreich vertrieben worden waren.[4]

Am 10. Juli 2015 ereignete sich der Amoklauf von Leutershausen, bei dem in den Ortsteilen Rammersdorf und Tiefenthal zwei Personen getötet wurden.[5]

Leutershausen im Wandel der Zeit (Beispiele)

Das Haus am Markt (ehemals auch Synagoge) ging 1866 für 2730 Taler an einen Seifensieder, Spezereihändler. Vor allem durch den nahen Eisenbahnbau florierte das Geschäft. Später entwickelte sich daraus ein beliebter EDEKA-Laden und wurde im Vergleich zu den neuen Supermärkten langsam zum „Tante-Emma-Laden“ bis er schließlich aus dem Stadtbild verschwand. Heute befindet sich darin eine Pizzeria.

Eingemeindungen

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Auerbach 328 1. Januar 1972[6] Eingliederung von 164 der 328 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Colmberg
Bieg 183 1. Juli 1972[6] Eingliederung von 121 der 183 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Colmberg
Brunst 213 1. Mai 1978[7]
Büchelberg 286 1. Juli 1972[6] Eingliederung von 155 der 286 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Aurach
Eckartsweiler 105 1. Juli 1976[7]
Erlach 139 1. Mai 1978[7]
Erlbach 272 1. Januar 1972[6]
Frommetsfelden 138 1. Juli 1972[6]
Jochsberg 310 1. Januar 1972[6]
Mittelramstadt 192 1. Januar 1972[6]
Neunkirchen bei Leutershausen 577 1. Januar 1972[6]
Rauenbuch 145 1. Januar 1972[6]
Wiedersbach 548 1. Januar 1972[6]

Einwohnerentwicklung

Stadt Leutershausen mit eingemeindeten Ortsteilen:

  • 1939: 4346
  • 1950: 6454
  • 1961: 5220
  • 1970: 5268
  • 1979: 5039
  • 2003: 5620
  • 2008: 5597
  • 2011: 5494

Stadt Leutershausen ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1910: 1408[8]
  • 1933: 1400.
  • 1939: 1521[9]
  • 1961: 2160.
  • 1963: 2239.
  • 1970: 2200.

Politik

Bürgermeister

  • 1858–1887: Friedrich Meyer
  • 1887–1900: Leonhard Gabler
  • 1900–1914: Johann Faatz
  • 1914–1919: Friedrich Samhammer
  • 1919–1925: Fritz Probst
  • 1925–1937: Karl Faatz
  • 1937–1945: Georg Schiller
  • 1945: Dr. Hans Reichard
  • 1945–1962: Friedrich Schultheiß
  • 1962–1965: Egon Erzum (CSU)
  • 1966–1974: Heinz Wellhöffer (parteilos)
  • 1974–2002: Dieter Gundel (parteilos)
  • seit 2002: Siegfried Heß (CSU)

Stadtrat

Der Stadtrat von Leutershausen hat 21 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.

SPD CSU Alternative Liste (ALL) Freie Wähler Fortschrittliche Bürger Gesamt
1996 5 12 2 - 2 21 Sitze
2002 5 11 1 4 - 21 Sitze
2008 5 10 1 5 - 21 Sitze
2014 4 8 5 4 - 21 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein silbernes Torhaus mit geschlossenem roten Tor und spitzbedachtem Dachreiter; auf dem Dach beiderseits ein schwarz-silbernes Fähnchen.

Städtepartnerschaft

Seit 1. Juli 2000 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Szendrő in Ungarn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Bauwerke, die Leutershausen und die Umgebung auszeichnen, sind vor allem:

  • in Leutershausen Teile der ehemaligen Stadtmauer und die Stadttore. Unter anderen sind erwähnenswert:
    • der Röhrenbrunnen vor dem Rathaus
    • das ehemalige Landgericht
    • die Kirche St. Peter
    • das Gustav-Weißkopf-Denkmal
  • Im Ortsteil Jochsberg sind zu nennen:
    • die ehemalige Synagoge
    • die Kirche St. Mauritius

Denkmal

Ein Denkmal an der Seitenmauer des Friedhofs erinnert an die zwei Wehrmachtssoldaten Friedrich Döppel und Richard Köhler (Wehrmachtsdeserteur), die wegen Desertation im April 1945 von einem SS-Kommando erschossen wurden.[10]

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Leutershausen

Museum

  • Flugpionier-Gustav-Weißkopf-Museum

Sport

Sportanlagen:

  • Stadion mit überdachter Tribüne
  • Vereinsheim
  • Alte und Neue Turnhalle
  • Drei weitere Fußballplätze
  • Vier Tennisplätze
  • Beachvolleyballfeld (Sportzentrum)
  • Zwei Basketballfelder (Sportzentrum und Schule)
  • Hallenbad
  • Freibad Altmühlbad

Wirtschaft und Infrastruktur

Leutershausen ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken und in der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg. Die Stadt ist zudem Mitglied der Kommunalen Allianz „AGIL“, die aus den Orten Aurach, Burgoberbach, Herrieden und Leutershausen besteht.

Des Weiteren befinden sich in Leutershausen noch verschiedene Firmen, unter anderem Deutschlands größter Garnveredler, die TVU Textilveredlungsunion GmbH & Co. KG, die zugleich auch der größte Arbeitgeber in Leutershausen ist.

Verkehr

Der Ortsteil Wiedersbach liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim. Die Station Leutershausen-Wiedersbach ist derzeit stillgelegt und wird von den Zügen ohne Halt durchfahren. Hier begann die 22,7 km lange Strecke 5252 nach Bechhofen (eröffnet am 16. Juni 1903, Personenverkehr eingestellt am 28. November 1966, Güterverkehr folgte am 31. Mai 1970, Rückbau bis zur Parallelführung zur Hauptbahn 1972). Künftig wird der Halt in die S-Bahn Nürnberg eingebunden. Mit der Verlängerung der S4 von Ansbach nach Dombühl zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 soll der Halt reaktiviert werden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Leutershausen ist die Heimatstadt des Flugpioniers Gustav Weißkopf. Das Flugzeug Weißkopfs wurde anlässlich des Jubiläums der Gebrüder Wright nachgebaut und das Modell 21 ist tatsächlich erfolgreich geflogen. Der Klassische Philologe und Kemptener Gymnasiallehrer Eduard Ströbel kam in Leutershausen als Sohn des Tierarztes Theodor Stöbel zur Welt. Des Weiteren ist Paula Kissinger (geb. Stern), die Mutter von Henry Kissinger in Leutershausen geboren. Basketballnationalspieler Christopher McNaughton wurde auch in Leutershausen geboren.

Weitere Persönlichkeiten, die mit Leutershausen in Verbindung stehen

In Leutershausen verstarb um die Mitte des 16. Jahrhunderts der Augsburger Täuferführer Georg Nespitzer, nachdem er während eines Gefängnisaufenthaltes in Ansbach seine täuferischen Ansichten widerrufen hatte.

Ehrenbürger

Leutershausen war die dritte deutsche Stadt, die Adolf Hitler 1932 zum Ehrenbürger ernannte. 1948 wurde die Ehrenbürgerschaft vom Stadtrat aberkannt.[11]

Literatur

  • Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart, R. A. Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, S. 165ff.
  • Konrad Bickert: Alt-Leutershausen und seine Ortsteile, Band 1, Leutershausen 1987, ISBN 3-922175-23-6; Bd. 2. Leutershausen 1998, ISBN 3-922175-38-4.
  • Konrad Bickert: 1000 Jahre Leutershausen. Bilder der Heimat, mit einem Beitrag von Gerhard Rechter. Leutershausen 2000, ISBN 3-922175-43-0.
  • Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen. Eine familiengeschichtliche Untersuchung. Nürnberg 2006 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 15), ISBN 3-929865-10-6.
  • Hermann Schreiber: Heimatbuch Leutershausen. Leutershausen 1973.
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, S. 125f.
  • Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. Deutscher Kunstverlag München 1958, S. 119ff.
  • Ernst Stimpfig: Die Juden in Leutershausen, Jochsberg, Colmberg und Wiedersbach. Eine Dokumentation. Leutershausen 2001, ISBN 3-922175-42-2.
  • Gerald Ulrich: Leben und Lebensraum: Leutershausen – Fotografien von innen und außen. Leutershausen 2002, ISBN 3-922175-48-1.
  • Albert Wüst: Gustav Weißkopf: „ich flog vor den Wrights“. Erster Motorflug 14. August 1901. Leutershausen 1999, ISBN 3-922175-39-2.

Weblinks

 Commons: Leutershausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Leutershausen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. E. Fechter, S. 125.
  3. bayerische-landesbibliothek-online.de
  4. Krauß, Exulanten.
  5. http://derstandard.at/2000018901699/Amoklauf-in-Bayern-mit-mehreren-Toten
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 6,7 6,8 6,9 Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 420 und 421.
  7. 7,0 7,1 7,2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706 und 707.
  8. ulischubert.de
  9. geschichte-on-demand.de
  10. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 160.
  11. DER SPIEGEL 49/1966

Kategorien: Leutershausen | Ort im Landkreis Ansbach | Gemeinde in Bayern

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