Leuchtenburg (Kahla) - LinkFang.de





Leuchtenburg (Kahla)


Leuchtenburg

Entstehungszeit: 1221 erstmals erwähnt
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Seitenroda
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Höhe: 395 m ü. NN

Die Leuchtenburg ist eine Höhenburg bei Kahla in Thüringen. Die sanierte mittelalterliche Burganlage wird touristisch genutzt und beherbergt die Ausstellung „Porzellanwelten“, ein Museum und als Teil eines modernen Anbaus einen ins Tal hinausragenden begehbaren „Steg der Wünsche“. Die Burg gewährt auf einem weithin sichtbaren Bergkegel mit einer Höhe von 395 m ü. NN einen weiten Rundblick auf das Mittlere Saaletal sowie das Thüringer Holzland. Die Leuchtenburg gilt als „Königin des Saaletals“. In ihrer langen und wechselvollen Geschichte war die Burganlage mittelalterlicher Amtssitz, Armen- sowie Irren- und Zuchthaus und wird seit Ende des 19. Jahrhunderts touristisch genutzt. Seit 2007 befindet sie sich in Verwaltung der Stiftung Leuchtenburg.

Geschichte

Der Name der Burg geht auf den umgebenden lichten, nicht bewaldeten Berg zurück.[1]

Am 15. April 1221 wurde die Burg das erste Mal urkundlich erwähnt, als Hartmann IV. von Lobdeburg-Leuchtenburg in Dornburg einen Rechtsstreit beilegte.

Neben der Lobdeburg wurde die Leuchtenburg zum wichtigsten Stützpunkt der Herren von Lobdeburg beim Vorstoß nach Südosten und zur oberen Saale. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Burg erheblich ausgebaut.

1313 mussten die Herren von Lobdeburg, die sich stark verschuldet hatten, die Burg an die Grafen von Schwarzburg verpfänden und sie 1333 endgültig an diese verkaufen. Nachdem die Schwarzburger durch die Thüringer Grafenfehde geschwächt waren, gelang es den Wettinern die Burg 1392 zu erobern und im Leipziger Vertrag 1396 die Schwarzburger zu zwingen, die Burg endgültig an sie zu verkaufen.

Unter den Wettinern wurde die Burg Sitz eines Amtes zu Verwaltung der wettinischen Dörfer der Umgebung.[2] Nach der Niederlage des Kurfürsten Johann Friedrich der Großmütige im Schmalkaldischen Krieg 1547 diente die Burg als Zufluchtsort der Ehefrau und der Kinder des Kurfürsten. 1553 wurde der damals versiegte Burgbrunnen auf 80 m Tiefe erweitert und war damit der zweittiefste Brunnen in Thüringen.

Im Dreißigjährigen Krieg 1618–1648 war die Burg ein häufig genutzter Zufluchtsort.

1702 wurde die Verwaltung des Amtes nach Kahla verlegt. Ein Teil der Burg wurde dann als Zucht-, Armen- und Irrenhaus genutzt. Im Zuge der Landesteilungen unter den Ernestinern fiel die Burg 1724 an das Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und wurde als Zuchthaus genutzt, dann fiel die Leuchtenburg 1826 an Sachsen-Altenburg (später Freistaat Sachsen-Altenburg) bei dem es bis 1920 blieb.

Das Zuchthaus existierte bis 1871, als es aufgelöst wurde und die letzten Häftlinge nach Zeitz verlegt wurden. Danach diente ein Teil der Leuchtenburg vorübergehend als Hotel (1873–1951) und bis heute als Gaststätte. Seit 1906 beherbergt die Burg zudem ein Museum, das in mehreren Etappen vergrößert wurde.[3] Die Sammlung des Kahlaer Geschichts- und Altertumsvereins wurde zunächst im Torhaus präsentiert, das Kreisheimatmuseum Leuchtenburg später in die Kernburg etabliert und ist seit dem dort von Bestand.[4] Im April 2014 wurde der erste Teil der neuen Dauerausstellung Porzellanwelten Leuchtenburg eröffnet.[5] Im März des darauffolgenden Jahres konnte die Ausstellung vollendet werden.[6]

Im Winter 1920/1921 diente die Burg Muck Lamberty und seiner "Neuen Schar" als Wohn- und Arbeitsort. 1951 wurde anstelle des Hotels die Jugendherberge Geschwister Scholl eröffnet, die 1997 wegen nicht zeitgemäßer Ausstattung geschlossen wurde.

In den 1980er Jahren war die Leuchtenburg bei inneren Unruhen als Internierungslager für bis zu 600 Insassen geplant. Sie sollten in den Räumen der Jugendherberge, den Ausstellungsräumen und Kellern untergebracht werden. Im Haupthaus der Burg existierte eine Konspirative Wohnung für Treffs mit Inoffiziellen Mitarbeitern des MfS, im Dachgeschoss eine geheime Funkstation. Im Kriegsfall sollten auch "feindliche Ausländer" auf der Burg interniert werden.[7]

Im Oktober 2007 erwarb die im März des Jahres von Sven-Erik Hitzer gegründete Stiftung Leuchtenburg die Burg von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, und übernahm den Betrieb derselben.[8]

Einzelnachweise

  1. Ulrike Kaiser: Burg und Museum Leuchtenburg. In: Kleine Kunstführer. Nr. 2804. Schnell & Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-6949-8.
  2. Ulrike Kaiser: Das Amt Leuchtenburg 1479 - 1705 : ein regionales Zentrum wettinischer Landesherrschaft. In: Historische Kommission für Thüringen (Hrsg.): Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Nr. 33. Böhlau, Köln (u.a.) 2012, ISBN 3-412-20776-4.
  3. Ulrike Kaiser: 100 Jahre Museum Leuchtenburg. In: Museumsverband Thüringen (Hrsg.): Thüringer Museumshefte. Vol. 15, No. 2, 2006, S. 104–109.
  4. Anne Meinzenbach: Die Porzellanwelten Leuchtenburg: zur neuen Dauerausstellung auf der Leuchtenburg; kurzer Abriss zur Geschichte und musealen Nutzung der Burganlage. In: Museumsverband Thüringen (Hrsg.): Thüringer Museumshefte. Vol. 21, No. 1, 2012, S. 32–39.
  5. Anne Meinzenbach: Porzellanwelten Leuchtenburg: eine Burg verändert ihr Gesicht. In: Museumsverband Thüringen (Hrsg.): Thüringer Museumshefte. Vol. 23, No. 2, 2014, S. 9–13.
  6. Thüringen museal (22): Porzellanwelten erzählen auf der Leuchtenburg. In: www.tlz.de. Abgerufen am 3. Februar 2016.
  7. Axel Bulthaupt: Die Leuchtenburg. Reihe: "Der Osten. Entdecke, wo Du lebst". mdr-Fernsehen, 28. Oktober 2014, 20.45 Uhr
  8. Fünf Jahre Stiftung Leuchtenburg: Von Meilensteinen und Stolpersteinen. In: jena.otz.de. Abgerufen am 3. Februar 2016.

Weblinks

 Commons: Leuchtenburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Leuchtenburg in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Kategorien: Thüringer Porzellanstraße | Museum in Thüringen | Burg im Saale-Holzland-Kreis | Seitenroda

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtenburg (Kahla) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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