Leubsdorf (am Rhein) - LinkFang.de





Leubsdorf (am Rhein)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: NeuwiedVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Linz am Rhein
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 10,22 km²
Einwohner: 1583 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 53547,
53562 (Rothe-Kreuz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 02644
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 037
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schoppbüchel 5
53545 Linz am Rhein
Webpräsenz: www.leubsdorf.de
Ortsbürgermeister: Achim Pohlen (CDU)
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Leubsdorf ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde am Rhein im Landkreis Neuwied. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Linz am Rhein an. Leubsdorf ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie

Leubsdorf liegt auf der rechten Rheinseite südlich von Linz am Rhein und der Ortsgemeinde Dattenberg. Das Gemeindegebiet erstreckt sich mit den Ortsteilen Hesseln, Krumscheid und Rothe Kreuz bis auf die ersten Höhen des Westerwaldes und erreicht dort mit etwa 365 m ü. NN seinen höchsten Bodenpunkt. Im Süden grenzt die Gemeinde an die Stadt Bad Hönningen. Das gesamte Gemeindegebiet liegt im Naturpark Rhein-Westerwald.

Geschichte

Mit dem Namen „Lupstorf“ wird der Ort erstmals in einer Urkunde im Jahr 639 erwähnt. Mit „Lupstorf“ ist das „Dorf des Lupo“ oder „des Luitprecht“ gemeint. Dieser Name weist auf die Herrschaft der Franken am Mittelrhein um das Jahr 500 hin.

In dieser Urkunde aus 639 schenkt Pippin der Ältere († 640) seiner Tochter Gertrud (626-659), der ersten Äbtissin des Klosters Nivelles, Orte mit Weinbergen, Wäldern und Fischereien. Hier wird auch „Lupstorf“ aufgeführt. Durch diese Schenkung kommt Leubsdorf in den Einflussbereich dieses Klosters.

Aus einer Schenkung der Gräfin Mechthild von Sayn geht hervor, dass sie im Jahr 1250 ihre Besitzungen, zu denen auch Leubsdorf gehörte, dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden, ein Onkel von Mechthild, zuweist. Landesherrlich gehörte Leubsdorf seitdem als Teil des Kirchspiels Linz zu Kurköln und unterstand seit dem 15. Jahrhundert der Verwaltung des Amtes Linz. Der Bischof von Trier blieb der geistliche Vorgesetzte. Nachdem das Rheinland 1815 an das Königreich Preußen abgetreten wurde, wurde die Gemeinde 1816 dem neu gebildeten Kreis Linz (1822 in den Kreis Neuwied eingegliedert) zugeordnet und von der Bürgermeisterei Linz verwaltet.

In einem Verzeichnis der kirchlichen Besitzes des Bistums Trier wird um 1250 auch eine Kapelle in „Lupzstorf“ genannt, die Vorgängerkirche der heutigen, 1906 gebauten Pfarrkirche St. Walburgis.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Leubsdorf vollständig verwüstet, an selber Stelle aber wieder aufgebaut.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Leubsdorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 614
1835 764
1871 886
1905 950
1939 1.070
Jahr Einwohner
1950 1.266
1961 1.298
1970 1.438
1987 1.551
2005 1.704

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Leubsdorf besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[3]

SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2014 5 9 1 1 16 Sitze
2009 5 9 1 1 16 Sitze
2004 4 10 1 1 16 Sitze

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, in den oberen Winkeln die Buchstaben G und L“.

Das kurkölsche Kreuz verweist auf die ehemalige territoriale Zugehörigkeit der Gemeinde Leubsdorf. Diese selbst ist kenntlich gemacht durch ihre Anfangsbuchstaben. Das Wappen ist rechtsgültig seit 24. August 1935, Entwurf von Wilhelm Zender.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Die auf einem Felsen emporragende gotische Pfarrkirche St. Walburgis, auch bekannt als die „Weiße Kirche vom Rhein“, wurde 1905 anstelle einer Vorgängerkirche erbaut, von der noch der Westturm und Teile des Chores erhalten sind. In der Kirche befinden sich Statuen und Skulpturen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
  • Das spätmittelalterliche Burghaus inmitten des alten Ortskerns, ein dreigeschossiger spätgotischer Steinbau der mit Fachwerktürmchen an den vier Ecken bekrönt ist. Es entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts, die Entstehung lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen.
  • Im Ortskern sind zahlreiche, liebevoll gepflegte Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert erhalten.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Traditionelle Walburgis-Kirmes: erstes Wochenende im Mai. Ein vom Katholischen Junggesellenverein Leubsdorf ausgerichtetes Fest. Erstmals wurde die Kirmes in ihrer heutigen Form wohl am 1. Mai 1733, dem Datum der Gründung des Junggesellenvereins, gefeiert. Seitdem hat sich an den Veranstaltungen kaum etwas geändert.
  • Schützenfest: am Wochenende nach Fronleichnam
  • Winzerfest: letztes Wochenende im September (bis 2007)
  • Karnevalsumzug: am Karnevalssonntag

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Im Jahr 1927 wurde Leubsdorf an das rechtsrheinische Bahnnetz angeschlossen, indem hier ein Bahnhof gebaut wurde. Leubsdorf ist Haltepunkt für die Regionalbahn 27 (MönchengladbachKölnKoblenz).

Die B 42 verläuft unterhalb von Leubsdorf und verbindet mit den Städten in Richtung Bonn (Linz am Rhein, Bad Honnef, Königswinter) und in Richtung Koblenz (Bad Hönningen, Neuwied).

Wanderwege

Der Rheinsteig, der rechtsrheinische Fernwanderweg von Bonn nach Wiesbaden, führt durch Leubsdorf. Hier endet die von Unkel kommende Etappe (16,7 km, 500 Höhenmeter) und beginnt die Etappe nach Rheinbrohl (14,6 km, 463 Höhenmeter).

Bildung

Die erste Schule in Leubsdorf wird 1729 erwähnt. Heute bietet Leubsdorf neben der Grundschule auch einen Kindergarten und eine öffentliche Bücherei. Weiterführende Schulen sind in den nahegelegenen Mittelzentren gut zu erreichen.

Sonstiges

Ähnlich wie in vielen Dörfern und Städten in der Umgebung erhielten die Einwohner von Leubsdorf einen Spitznamen, der gerne zur Diffamierung benutzt wurde. So tragen jene bis heute den Namen „Knuddele“ (Spitznamen in den Nachbarorten: „Strünzer“ Linz am Rhein, „Rööpe“ Dattenberg, „Bunne“ Bad Hönningen)

In unmittelbarer Nähe von Leubsdorf verläuft in Ost-West-Richtung die sogenannte Vinxtbachlinie, auch Leubsdorfer Linie oder Bad Hönninger Linie genannt, die sowohl die ehemalige politische Grenze zwischen Obergermanien und Niedergermanien in der römischen Zeit markiert, als auch nachfolgend die Grenze zwischen den Einflussbereichen der Erzbistümer Trier und Köln, als auch seit Jahrhunderten die Sprachgrenze zwischen den beiden großen mittelfränkischen Dialektgruppen darstellt, nämlich der südlich anschließenden moselfränkischen und der nördlich davon gelegenen ripuarischen Gruppe.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Manfred Böckling: Im allgemeinen ist es ruhig. Der Beginn des Stellungskriegs an der Vogesenfront 1914 im Spiegel des Kriegs-Notizbuchs des Nastätter Amtsgerichtssekretärs Joseph Klemen. – In: Nassauische Annalen, Jahrbuch des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, 121 (2010), S. 277–313. ISSN 0077-2887 - Klemen wurde als Sohn eines Winzers in Leubsdorf/ Rhein geboren.

Weblinks

 Commons: Leubsdorf (am Rhein)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen und Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Leubsdorf (am Rhein) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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