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Letzte Meile


Als Letzte Meile (engl.: last mile bzw. final mile) bezeichnet man bei Strom- und Gasversorgungs- sowie bei Telekommunikationsnetzen (z. B. Telefonnetz, Kabelfernsehen, Internet) sowie in der Postzustellung den letzten Abschnitt der Leitung, die zum Hausanschluss bzw. zum Teilnehmerhaushalt führt. Sie wird offiziell, insbesondere als Teil des klassischen Telefonnetzes, als Teilnehmeranschlussleitung (TAL) bezeichnet.

Die Letzte Meile stellt den Flaschenhals in der internationalen Kommunikation dar, weil heutzutage nahezu alle Vermittlungsstellen mit mehreren Gigabit/s schnellen Glasfaserkabeln verbunden sind, während die Geschwindigkeit der zweiadrigen Kupferleitungen auf der Letzten Meile stark von Dämpfungswerten, Entfernung und ausgebauter Technik (z. B. Outdoor-DSLAMs) abhängig ist.

Die Letzte Meile ist üblicherweise im Besitz von regionalen, nationalen oder internationalen Monopolunternehmen (sogenannten etablierten Netzbetreibern), wobei die Ursache sowohl ein ehemaliges rechtliches Monopol von Staatsbetrieben als auch ein natürliches Monopol von privatwirtschaftlichen Netzbetreibern sein kann.

Da die Gesamtheit der Netzanschlüsse – insbesondere in der Fläche wegen der dort geringen Netzdichte – nur sehr kostenintensiv dupliziert werden kann, ändern sich die Eigentumsverhältnisse an der Letzten Meile allenfalls längerfristig.

Um Wettbewerbern ohne eigene Letzte Meile den Zugang zu den Netzanschlüssen zu ermöglichen, können Anbieter durch die sogenannte Entbündelung gegen ein Entgelt an die Besitzer der letzten Meile Zugang zu den Netzanschlüssen der etablierten Betreiber erhalten. Die Höhe dieser Gebühren und die Konditionen des Zugangs sind ein andauernder Streitpunkt, in deren Spannungsfeld die Regulierungsbehörden stehen.

Andere Bedeutungen

Des Weiteren wird der Ausdruck „Die letzte Meile“ auch bei Hinrichtungen verwendet. Der Weg von der Zelle bis zum elektrischen Stuhl o. a. ist die Letzte Meile. Unter dieser Bedeutung verfasste Stephen King den Roman The Green Mile, der später unter dem gleichen Titel verfilmt wurde.

Im Bevölkerungsschutz bezeichnet die „letzte Meile“ den Schritt vom Erkennen einer Gefahr, deren Weitergabe und Verbreitung über Warnkanäle (z. B. Sirenen oder Warn-SMS) bis zur tatsächlichen Wahrnehmung der Warnungen durch die betroffenen Menschen. Dies setzt voraus, dass sie die Warnmeldung verstehen und entsprechend reagieren können.[1] Ein Beispiel für ein bürgernahes System zur Überwindung der „letzten Meile“ ist das vom Fraunhofer-Institut FOKUS und den öffentlichen Versicherern entwickelte kommunale Warn- und Informationssystem KATWARN.[2]

Der Begriff wurde aus der IuK-Technik auf die Logistik übertragen; dort wird die „letzte Meile“ als der Teil des Transports zur Haustür des Kunden bezeichnet.[3]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweis

  1. [1] , GITEWS
  2. [2] , KATWARN
  3. last mile logistik bei www.logistik-info.net

Kategorien: Energiewirtschaft | Digital Subscriber Line

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Letzte Meile (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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