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Lesnoje (Kaliningrad, Swetlogorsk)


Siedlung
Lesnoje/Warnicken
Лесное
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Swetlogorsk
Gegründet 1405
Frühere Namen Warniken (nach 1785),
Warnicken (bis 1946)
Bevölkerung 196 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40153
Postleitzahl 238563
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 420 000 002
Geographische Lage
Koordinaten }

Lesnoje (russisch Лесное, deutsch Warnicken, litauisch Varnikai ) ist ein Ort in der Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) der Russischen Föderation. Er liegt im Rajon Swetlogorsk und gehört zur städtischen Gemeinde Primorje (gorodskoje posselenije „Possjolok Primorje“) (Groß Kuhren).

Geographische Lage

Lesnoje liegt 37 Kilometer nordwestlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) und sechs Kilometer westlich der Ostseestadt Swetlogorsk (Rauschen) an der russischen Fernstraße A 192. Über Aralskoje (Alexwangen) besteht eine direkte Anschlussverbindung zu dem noch im Ausbau befindlichen Primorskoje Kolzo (Küstenautobahnring).

Warnicken war vor 1945 lange Zeit Endstation der Samlandbahn, noch während des Zweiten Weltkrieges wurde die Strecke bis nach Groß Dirschkeim (heute russisch: Donskoje) weitergebaut, und die Bahnstation erhielt die Bezeichnung Ostanowotschny punkt (O.p.) 53 km an der von Kaliningrad kommenden Bahnstrecke, die aber nicht mehr in Betrieb ist.

Geschichte

Das bis 1946 Warnicken[2] genannte Dorf wurde im Jahre 1405 gegründet. Die Gegend um Warnicken ist bis heute durch ihre Naturschönheiten bekannt und beliebt[3]: die hohen, schroffen und fast senkrecht abfallenden Küstenwände mit der im östlichen Abschnitt gelegenen Wolfsschlucht, der längsten und eindrucksvollsten Einkerbung des Nordstrandes mit dem Aussichtspunkt der Jägerspitze, mit der östlich davon liegenden Fuchsschlucht und der Fuchsspitze, deren Ausblick u.a. König Friedrich Wilhelm IV. und Alexander von Humboldt genossen und rühmten.

Zu Warnicken gehörten ein Gut und eine Oberförsterei, die schon 1713 als Sitz eines Wildnisbereiters erwähnt wurde. Zwischen 1874 und 1930 war der Ort Amtsdorf und damit namensgebend für den neu errichteten Amtsbezirk[4] im Kreis Fischhausen im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte der Forstgutsbezirk Warnicken 237 Einwohner[5]. Am 26. Januar 1893 wurde zwei Etablissements des Gutsbezirks Warnicken Forst in den Amtsbezirk Neukuhren (heute russisch: Pionerski) umgegliedert: Herrenwalde (heute nicht mehr existent) kam nach Loppöhnen (russisch: Rybnoje, nicht mehr existent), und Kohnkenhof (ebenfalls untergegangen) nach Preußisch Battau (bis 1910: Klein Battau, russisch: Dobroje, nicht mehr existent). Am 1. Dezember 1928 verlor Warnicken seine Eigenständigkeit und wurde nach Georgenswalde (heute russisch: Otradnoje) eingemeindet. Am 18. Mai 1930 folgte die Umbenennung des Amtsbezirks Warnicken in „Amtsbezirk Georgenswalde“, der bis 1945 – ab 1939 dem Landkreis Samland zugehörig – bestand.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Warnicken 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1946 die russische Bezeichnung „Lesnoje“. Im Jahre 1947 wurde der Ort dem Rajon Swetlogorsk (Kreis Rauschen) zugeordnet und war bis 2007 in die Stadt Swetlogorsk (Rauschen) eingegliedert. Aufgrund einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[6] ist Lesnoje heute eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der städtischen Gemeinde Primorje (Groß Kuhren) im Rajon Swetlogorsk. Lesnoje zählt 196 Einwohner (Stand: 14. Oktober 2010 )[1].

Amtsbezirk Warnicken (1874–1930)

Der von 1874 bis 1930 bestehende Amtsbezirk umfasste drei Gutsbezirke[7]:

Name Russischer Name Bemerkungen
Georgenswalde Otradnoje
Grünwalde 1909 in die Landgemeinde Woydiethen (Amtsbezirk
Kirschappen) eingegliedert
Warnicken (Gut und Forst) Lesnoje 1928 in den Gutsbezirk Georgenswalde eingegliedert

Der 1930 in „Georgenswalde“ umbenannte Amtsbezirk bestand lediglich noch aus dem Gutsbezirk Georgenswalde.

Kirche

Die meistenteils evangelische Bevölkerung Warnickens gehörte vor 1945 zum Kirchspiel der Pfarrkirche in Sankt Lorenz (heute russisch: Salskoje), das im Kirchenkreis Fischhausen (Primorsk) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union lag. Als 1929 die Stadt Rauschen als Kirchengemeinde (unter dem Dachverband von Sankt Lorenz) verselbständigt wurde, gehörte Warnicken zu deren Einzugsgebiet.

Heute ist Lesnoje dem weitflächigen in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirchenbezirk der Auferstehungskirche in Kaliningrad zugeordnet. Sie ist die Hauptkirche der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Persönlichkeiten des Ortes

mit dem Ort verbunden

  • Adolf Bötticher (1842–1901), deutscher Architekt, Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Archäologe, verstarb am 9. Juni 1901 in Warnicken
  • Ernst Schaumann (1890–1955), deutscher Maler, lebte nach dem Ersten Weltkrieg als freier Künstler in Warnicken

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Warnicken
  3. Lesnoje - Warnicken bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Warnicken/Georgenswalde
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Fischhausen
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 182 vom 2. November 2007, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Rolf Jehke, Amtsbezirk Warnicken/Georgenswalde (wie oben)
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad

Kategorien: Ort im Rajon Swetlogorsk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lesnoje (Kaliningrad, Swetlogorsk) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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