Les Deux Magots - LinkFang.de





Les Deux Magots


Les Deux Magots (frz. für „Die zwei Händler“, von ‚magot‘ = Geld, Händler aus Fernost, Figur) ist ein berühmtes Pariser Café und Lokal im Bezirk St. Germain-des-Prés am Boulevard Saint-Germain – Ecke Platz St.-Germain-des-Prés (Adresse: 6 Place Saint-Germain-des-Prés, F-75006 Paris). Sein Ruhm leitet sich von Begegnungen berühmter Literaten, Intellektueller und Künstler ab, die es erstmals 1885, dann in den 1920er und 1930er Jahren, später wieder Anfang der 1950er Jahre zu ihrem Treffpunkt wählten.

Geschichte und Gäste

Das Café Les Deux Magots, dessen Name „Die zwei Händler“ (chinesischer Herkunft) bedeutet und deren hölzerne, fast lebensgroße und aufwendig gestaltete Sitzfiguren den Gastraum des Cafés schmücken, leitet sich von einer Handelsniederlassung fernöstlicher (vorwiegend chinesischer) Neuigkeiten und Kunstgewerbeartikel aus dem Jahre 1812 ab, die 1873 aus der Bucistraße 23 (Rue de Buci) aus Platzgründen an den Saint-Germain-des-Prés-Platz 6 zog. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden erwähnten Sitzfiguren. Um 1885 wurde das Lager in ein Café und Likörlokal unter Beibehaltung des Firmenemblems mit dem Namen Aux Deux Magots umgewandelt, benannt nach den zwei grotesken chinesischen Porzellanfiguren „magota“. Dichter und Schriftsteller dieser Zeit wie Paul Verlaine, Arthur Rimbaud, Stéphane Mallarmé, Oscar Wilde und andere trafen sich dort und gaben dem Lokal seine erste Berühmtheit. Der Ruf des Deux Magots setzte sich durch surrealistische Künstler wie André Breton fort, die es als ihren Treffpunkt ausersahen, später auch durch Intellektuelle wie André Gide, Jean Giraudoux, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre und bildende Künstler wie Fernand Léger, die hier häufig anzutreffen waren. Oft zu Gast waren unter anderen Ernest Hemingway, Albert Camus und der Maler Pablo Picasso, später auch der Regisseur François Truffaut, der Gitarrist Bob Welch und der italienische Schriftsteller und Philosoph Umberto Eco.

Nachdem das Café seinen Ruf etabliert hatte, wurde es vor allem von Touristen besucht, die glaubten, hier eine authentische Bohème miterleben zu dürfen, während die tatsächliche Szene sich rasch an andere Orte verlagerte. Heute spielt es eine wichtige Rolle im kulturellen Leben von Paris, was durch die jährliche Vergabe eines eigenen, 1933 geschaffenen Deux-Magots-Literaturpreises (Prix des Deux Magots) für herausragende französische Schriftsteller unterstrichen wird. Raymond Queneau war 1933 der erste Preisträger für seinen Roman Le chiendent (dt.: Der Hundszahn).

Siehe auch

Weblinks


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