Lengenfeld (Vogtland) - LinkFang.de





Lengenfeld (Vogtland)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: VogtlandkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 403 m ü. NHN
Fläche: 47,16 km²
Einwohner: 7225 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08485
Vorwahl: 037606
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 170
Stadtgliederung: Kernstadt, 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 1
08485 Lengenfeld
Webpräsenz: www.stadt-lengenfeld.de
Bürgermeister: Volker Bachmann
}

Lengenfeld ist eine Kleinstadt im sächsischen Vogtlandkreis.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt in einem Seitental der Göltzsch, knapp 20 km südwestlich von Zwickau und 20 km nordöstlich von Plauen.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Heinsdorfergrund, Limbach, Reichenbach im Vogtland, Rodewisch und Treuen im Vogtlandkreis sowie Hirschfeld und Kirchberg (Stadt) im Landkreis Zwickau.

Stadtgliederung

Lengenfeld ist Kernstadt einer Großgemeinde mit acht weiteren, ehemals selbständigen Ortschaften, den heutigen Ortsteilen Irfersgrün, Pechtelsgrün, Plohn/Abhorn, Grün, Schönbrunn, Waldkirchen, Weißensand und Wolfspfütz.

Geschichte

Die erste urkundliche Nennung Lengenfelds datiert von 1438 im Zusammenhang mit einer Schenkung der Hoyersmühle (heutige Klopfermühle) an den Martinsaltar der Pfarrkirche in Zwickau. Seit 1430 wurde das damalige Waldhufendorf als Markt bezeichnet, jedoch erst 1764 als „Städtlein“. Der Ort gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.[2]

Schnell entwickelt sich die Stadt: 1519 Reformation, in diesem Zusammenhang 1525 Bauernlager im benachbarten Waldkirchen, 1541 erster Schulmeister, 1544 erstes Rathaus, 1545 selbstständige Pfarrei. Die Gründung einer Tuchmacherinnung im Jahre 1562 war Voraussetzung für den Aufstieg Lengenfelds zu einem bedeutenden Textilstandort. 1633 war das schwärzeste Jahr in der Geschichte der Stadt, als Lengenfeld die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges zu spüren bekam und nahezu die Hälfte der damaligen Bevölkerung, 233 Personen, starb. Bei einem Großfeuer am 10. Mai 1856 wurde der Stadtkern mit Schule, Kirche und Gerichtsgebäude zerstört, ihr heutiges Gesicht erhielt die Stadt durch den Wiederaufbau.

Vom 9. Oktober 1944 bis 13. April 1945 befand sich bei Lengenfeld ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit 1.000 Häftlinge aus 11 Ländern, die zur Arbeit in den Lengwerken, einem Rüstungsbetrieb der Junkers-Werke gezwungen wurden. 246 Häftlinge starben in dieser Zeit.[3] Vor dem Einmarsch der Amerikaner am 17. April 1945, bei dem es zu Kriegshandlungen kam, wurde das Lager geräumt.

Zu DDR-Zeiten wurde im Ort das Kinderferienlager Hans Heinen betrieben. Lengenfeld war Sitz des VEB Fluß- und Schwerspatbetrieb Lengenfeld, das zum Kombinat Kali gehörte.

Eingemeindungen

Am 1. April 1935 wurde die Gemeinde Grün eingegliedert.[4] Damit stieg die Einwohnerzahl schlagartig um 1.400 Bürger. Es folgten am 1. Juli 1953 Wolfspfütz, am 1. Juli 1993 Plohn mit der am 1. Januar 1979 eingegliederten Ortschaft Abhorn, am 1. Januar 1994 Weißensand und am 1. März 1994 Irfersgrün und Pechtelsgrün.[5] Am 1. Januar 1999 schlossen Waldkirchen und Schönbrunn die Reihe der Eingemeindungen ab.[6]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 3482
  • 1871: 4933
  • 1939: 8132
  • 1960: 8778
  • 1971: 8163
  • 1981: 7778
  • 1998: 8724 1
  • 1999: 8662
  • 2000: 8622
  • 2001: 8572
  • 2002: 8420
  • 2003: 8280
  • 2004: 8181
  • 2007: 7894
  • 2008: 7783
  • 2012: 7490
  • 2013: 7325
Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen

1 Gebietsstand 1. Januar 1999

Politik

Stadtrat

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 47,0 % (2009: 42,0 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
64,8 %
20,2 %
7,6 %
5,4 %
2,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,0 %p
+5,2 %p
-3,5 %p
-1,7 %p
+2,0 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Bürgerinitiative Lengenfeld e. V. (BIL): 12 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz

Städtepartnerschaften

Die Stadt Lengenfeld unterhält eine Partnerschaft mit der tschechischen Stadt Habartov.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Autobahn A 72 verläuft im Nordosten des Gemeindegebietes. Die Stadt Lengenfeld liegt an der Bundesstraße 94, nördlich des Ortsteils Schönbrunn mündet diese an der Anschlussstelle 9 (Reichenbach) in die A 72. Lengenfeld besitzt einen Bahnhof und Irfersgrün einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Zwickau–Falkenstein. Früher gab es auch eine Bahnstrecke in Richtung Göltzschtalbrücke und nach Reichenbach.

Betriebe

Zu DDR-Zeiten befand sich im Ortsteil Wolfspfütz das einzige Werk für Dieseleinspritzdüsen für die IFA. Das Unternehmen existiert heute noch als Monark Diesel GmbH.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerk

Gedenkstätten

  • Gedenkanlage von 1965 in der ehemaligen Waschbaracke des KZ-Außenlagers am Walkmühlenweg zur Erinnerung an 246 Opfer von Zwangsarbeit aus verschiedenen Nationen
  • Massengrab und Gedenkstein von 1946 auf dem Ortsfriedhof für 57 Häftlinge des KZ-Außenlagers, sowie Gedenkstein von 1994 für umgekommene italienische Militärinternierte
  • Straßenname zur Ehrung des Widerstandskämpfers Felix Mauersberger aus Netzschkau, der am 8. Mai 1945 an den erlittenen Misshandlungen im KZ-Außenlager starb
  • Gedenkstein in der Mitte des Ortsteiles Weißensand für die Opfer des Faschismus. Er erinnert an neun weibliche jüdische KZ-Häftlinge, die im Frühjahr 1945 bei einem Todesmarsch aus dem KZ-Außenlager Christianstadt des KZ Groß-Rosen ermordet wurden
  • Gedenkstein für die gefallenen Soldaten des deutsch-französischen Krieges 1870/71 auf dem Kirchplatz
  • Denkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges am Park
  • Namentliche Nennung der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges des Ortes Lengenfeld im Eingangsbereich der St.-Aegidius-Kirche
  • Gedenkstein für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges des Ortes Grün an der Zwickauer Straße
  • Gedenkstein für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges des Ortes Plohn an der Plohner Hauptstraße

Museen

  • Die Stadt Lengenfeld hat ein Heimatmuseum, das nach langjähriger Restaurierung wieder geöffnet hat. Daneben befindet sich das Feuerwehrmuseum.
  • Die Klopfermühle ist die letzte mit Wasserkraft arbeitende Mühle an der Göltzsch. Sie wurde 1438 erstmals urkundlich erwähnt. Sie kann besichtigt werden und besitzt ein kleines Museum.

Parks

Der Stadtpark ist alle zwei Jahre der Ort des Parkfestes, eines der größten Volksfeste des Vogtlandes. Im Ortsteil Plohn befindet sich der Freizeitpark Plohn, 500 Meter entfernt von der ehemaligen Burg Plohn, dem späteren Rittergut Plohn.

Sport

In Lengenfeld findet im Oktober der Göltzschtal-Marathon statt. Er ist in Deutschland der zweitälteste aller seit ihrer Gründung noch ausgetragenen Marathonläufe und der älteste in der ehemaligen DDR. Der veranstaltende VfB Lengenfeld 1908 führt außerdem im April den Göltzschtallauf als Halbmarathon durch.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Franz Adler (um 1814–1884), Rittergutsbesitzer in Plohn und Politiker, MdL
  • Joachim Dorfmüller, geb. 1938 in Wuppertal, 1944/45 in Lengenfeld wohnhaft und eingeschult; Prof. Dr. phil. habil., Organist, Pianist, Musikpädagoge, Musikwissenschaftler

Literatur

  • Richard Steche: Lengenfeld. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 9. Heft: Amtshauptmannschaft Auerbach. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 8.
  • Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1.
  • Johannes Gündel: Familien von Irfersgrün, nach einer Kartei im Nachlaß von Johannes Gündel. Leipzig: Deutsche Zentralstelle für Genealogie 1995; 350 Familien im Zeitraum 1600–1800
  • Alexander Schick: Tischendorf und die älteste Bibel der Welt - Die Entdeckung des CODEX SINAITICUS im Katharinenkloster, Jota Verlag, Muldenhammer 2015. ISBN 978-3-935707-80-0 (Biografie zum 200. Geburtstag von Tischendorf, dem berühmtesten Sohn der Stadt Lengenfeld, mit einer Vielzahl von bisher unveröffentlichten Dokumenten aus seinem Nachlass. Diese bieten Einblick in seine Jugendzeit in Lengenfeld. Neueste Forschungen über Tischendorf und den Codex Sinaiticus, sowie seine Bedeutung für die neutestamentliche Textforschung)

Weblinks

 Commons: Lengenfeld (Vogtland)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016
  4. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

Kategorien: Ort im Vogtlandkreis | Lengenfeld (Vogtland) | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lengenfeld (Vogtland) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.