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Leipheim


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: GünzburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 32,15 km²
Einwohner: 6926 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89340
Vorwahl: 08221
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 155
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 5
89340 Leipheim
Webpräsenz: www.leipheim.de
Bürgermeister: Christian Konrad (CSU)
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Leipheim ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Günzburg.

Ihr Wahlspruch lautet: „Leipheim – Stadt an der Donau“.

Geografie

Leipheim liegt in der Region Donau-Iller am Südrand des Schwäbischen Donaumooses.

Es existieren die Gemarkungen Leipheim, Riedheim und Weißingen.

Geschichte

Leipheim war von etwa 1270 bis 1373 im Besitz der Familie Güß von Güssenberg, die am 29. Mai 1327 von Kaiser Ludwig IV. (Ludwig der Bayer) die Marktrechte und am 17. November 1330 die Stadterhebung für den Ort erwirkte. 1343 ging die Stadt in den Besitz der Grafen von Württemberg über. 1453 kaufte die freie Reichsstadt Ulm die Stadt von Graf Ulrich V. von Württemberg für 23.200 Gulden. So wurde, als Ulm 1531 offiziell protestantisch wurde, ebenso Leipheim protestantisch. 1559 wurde mit dem Bau des Schlosses Leipheim am westlichen Rand der Stadt begonnen.

Nahe Leipheim erhob sich im deutschen Bauernkrieg 1525 der Leipheimer Haufen (ca. 5.000 Bauern) gegen die Stadt Ulm und wurde von dem Heer des schwäbischen Bundes, der von Ulm angeführt wurde, besiegt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Leipheim war eine der wenigen Besitzungen der freien Reichsstadt Ulm, die nach 1810 noch bei Bayern verblieben, als im Rahmen eines Gebietsaustauschs Bayern Grenzgebiete an Württemberg abgeben musste. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Ab 1937 begann der Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst Leipheim. Seine Existenz und Entwicklung beeinflusste maßgeblich die Stadt Leipheim und einen großen Teil des nördlichen Landkreises. Am 18. Juli 1942 startete mit der Messerschmitt Me 262 das erste serienreife Düsenflugzeug der Welt vom Leipheimer Fliegerhorst zu seinem Jungfernflug. Im Jahre 2008 wurde der Fliegerhorst Leipheim aufgelöst. Die Kommunen Leipheim, Günzburg und Bubesheim haben 2010 gemeinsam mit dem Landkreis Günzburg einen Zweckverband gegründet und das 256 ha große Fliegerhorstgelände erworben. Neben dem Bau der Umgehungsstraße für Leipheim ist eine zivile Nachnutzung geplant. Es sollen dort 90 ha Gewerbeflächen entstehen.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Riedheim eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1910 1.547 (Volkszählung vom 1. Dezember 1910), 1970 5.057, 1987 5.132, 2000 6.602 und im Jahr 2008 6.695 Einwohner gezählt.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:[3]

Partei/Liste Sitze Stimmenanteil
CSU 10 49,0 %
SPD 4 17,5 %
Grüne 1 7,3 %
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 4 21,9 %
Freie Wähler 1 4,3 %
Gesamt 20 100 %

Bürgermeister ist Christian Konrad (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Gerhard Hartmann (SPD) und 2008 in seinem Amt bestätigt. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 93,6 % der gültigen Stimmen erneut wiedergewählt.

Gemeindefinanzen

Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 9.130.000 €, davon waren 5.533.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen

Das Stadtwappen geht auf das Familienwappen der Güssen zurück, unter deren Herrschaft das Stadtrecht verliehen wurde.

Städtepartnerschaften

  • Ungarn Ungarn: Seit 1993 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Fonyód am Plattensee, die mit regelmäßigen Besuchen gepflegt wird.

Baudenkmäler

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Leipheim

Vereine

Stadtkapelle Leipheim e. V.

Die Stadtkapelle Leipheim e. V. wurde bereits 1913 gegründet und ist heute fester Bestandteil vieler kultureller Veranstaltungen in Leipheim und Umgebung. Inzwischen über 40 erfahrene Musiker und talentierte Neueinsteiger beherrschen ein breites Repertoire von Bigbandsound über traditionelle böhmische Blasmusik, Evergreens bis hin zu anspruchsvollen Klassikern für Blasorchester.[4]

BC Leipheim e. V.

Der BC Leipheim e. V. ist der ortsansässige Basketballverein. Gegründet wurde der Verein am 17. März 1995. Derzeit besitzt der Verein ca. 80 aktive und passive Mitglieder. Am Spielbetrieb nehmen aktuell eine Damen-, eine Herren- und eine U18-Mannschaft teil. Als einer von nur zwei Basketballvereinen im Landkreis ist der BC Leipheim e. V. weit über die Stadtgrenzen hinaus Anlaufstelle für junge Basketballtalente. Der BC Leipheim hat sich im Frühjahr 2008 aufgelöst.

FG Leipheimer Haufen e. V.

Die Faschingsgesellschaft Leipheimer Haufen e. V. feierte 2007 ihr 33 jähriges Bestehen. Neben Tanzsportgruppe „Güssengarde“, Jugendgarde, Kindergarde, Elferrat, Showmix und Guggamusik gibt es noch ca. 80 passive Mitglieder, so dass der Verein insgesamt über 200 Mitglieder zählen kann. Die FG Leipheimer Haufen e. V. ist Mitglied bei der Faschingsvereinigung der Sieben Schwaben, im Landesverband Württembergischer Karneval (LWK) und dem Bayerisch-Schwäbischen Fasnachtsverband (BSF).

VfL Leipheim 1898 e. V.

Der VfL Leipheim feierte 1998 sein 100-jähriges Bestehen. Der derzeit größte Sportverein in Leipheim bietet seinen rund 1100 Mitgliedern ein breites Betätigungsfeld in den Abteilungen Boxen, Fußball, Handball, Leichtathletik, Schach, Tennis, Turnen und Volleyball. Im Vordergrund der Vereinsaktivitäten steht der Breitensport.

Fliegerhorstmuseum Leipheim e. V.

Der Fliegerhorstmuseum Leipheim e. V. wurde 2005 gegründet und befindet sich seit 2010 im Gebäude 361 des ehemaligen Fliegerhorstes Leipheim mit dem Zweck, ein Museum mit dauerhafter Ausstellung aufzubauen. Nach dem Zusammenschluss von Soldatenverein und Fliegerhorstmuseum ist die Mitgliederzahl auf ca. 90 gestiegen.[5]

Freiwillige Feuerwehr Leipheim e. V.

Die Freiwillige Feuerwehr Leipheim besteht seit 1865. Das Feuerwehrhaus, das sich einst im Schlosshof der Stadt Leipheim befunden hat, ist nun in der Steingasse 5. Dies ist zugleich das Vereinsheim. Der Feuerwehrverein, der ca. 140 Mitglieder zählt, stellt die Aktiven der Feuerwehr Leipheim, die in einem breiten Spektrum wie z.B. Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung, Vorbeugender Brandschutz, u.v.m. tätig sind. Zu ihrem Schutzgebiet zählt zusätzlich zum eigentlichen Stadtgebiet sowie ein Teil der an Leipheim vorbeiführenden Bundesautobahn 8. Für die Nachwuchssicherung betreibt die Feuerwehr Leipheim ihre Jugendfeuerwehr, die ab einem Alter von 12 Jahren besucht werden kann. Als Besonderheit gibt es seit einigen Jahren eine Kinderfeuerwehr, der man bereits mit einem Alter von 8 Jahren beitreten kann. Hier können Kinder spielerisch an die vielseitigen Aufgaben einer Feuerwehr herangeführt werden.

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V.

Der Kreisverband Leipheim/Günzburg e. V. der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft mit ca. 450 Mitgliedern hat seinen Sitz in Leipheim. Er ist aus der Ortsgruppe Leipheim hervorgegangen die 1970 gegründet wurde und ist die zuständige DLRG Gliederung für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm. Das breite Spektrum der Aufgaben der DLRG Leipheim/Günzburg umfasst unter Anderem Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, die Durchführung von Rettungswachdiensten bei Veranstaltungen am Wasser sowie Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen und den Betrieb einer Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung. Im Rahmen des Katastrophenschutzes ist die DLRG Leipheim/Günzburg mit einem Tauchtrupp in den KAT-Wasserrettungszug Schwaben Süd eingebunden. Die neue Schulungs- und Einsatzzentrale wurde 2008 eingeweiht. Zur Nachwuchssicherung unterhält die DLRG Leipheim/Günzburg ein Jugend-Einsatz-Team (JET-Team)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Größter Arbeitgeber mit über 1600 Mitarbeitern am Standort ist Wanzl. Seit 1947 hat sich das Familienunternehmen von einem kleinen Handwerksbetrieb zu einem Weltmarktführer in mehreren Bereichen entwickelt. Es werden neben Produkten und Dienstleistungen für den Handel Flughäfen, Hotels und zahlreiche Onlinehändler mit Gepäck bzw. Logistikwagen beliefert. Inzwischen werden am weltweiten Hauptsitz drei Werke betrieben. Diese wurden in den letzten Jahren stetig ausgebaut.

Außerdem gab es seit 1935 einen Luftwaffenstützpunkt, der aber Ende 2008 aus Kostengründen geschlossen wurde.[6]

Es gab 2012 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 49, im produzierenden Gewerbe 1991 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 513 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 403 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2670. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1.735 ha, davon waren 1.217 ha Ackerfläche und 436 ha Dauergrünfläche.

Verkehr

Leipheim besitzt einen zweigleisigen Haltepunkt an der Bahnstrecke Augsburg–Ulm, der jeweils im Stundentakt durch die Regional-Express-Linie Fugger-Express zwischen Ulm und München sowie durch die Züge der agilis zwischen Ulm und Ingolstadt oder Regensburg bedient wird. Am Wochenende verkehren die Züge der agilis nur im Zweistundentakt. Das Empfangsgebäude wird nicht mehr genutzt und steht leer.

Bildung

Im Jahr 2013 gab es folgende Einrichtungen:

  • Vier Kindergärten mit 283 Kindergartenplätzen, die von 266 Kindern besucht wurden
  • Zwei Volksschulen mit insgesamt 36 Lehrern und 497 Schülern
  • Eine Außenstelle der Volkshochschule Günzburg

Besondere Ereignisse

Seit 1818 findet einmal im Jahr das Leipheimer Kinderfest statt, das an das Ende der Hungersnot erinnern soll, die 1816/17 die Stadt Leipheim heimsuchte. Grund der Hungersnot war der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im April 1815.

Söhne und Töchter des Ortes

  • Hans Karg (* 1551; † ca. 1610), schwäbischer Maler
  • Christoph Pfautz (1645–1711), Mathematiker, Astronom, Geograph und Bibliothekar
  • Ernst Führich (* 1948), Professor der Rechtswissenschaften an der Hochschule Kempten
  • Bernd Oberdorfer (* 1961), Professor für Systematische Theologie und Ökumene an der Universität Augsburg

Literatur

  • Wolfgang Wüst: Günzburg (Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben, Günzburg I/ 13) München 1983, S. 160 ff. (betr. Leipheim), ISBN 3-7696-9933-5.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Leipheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Leipheim – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 476
  3. Bayerisches Landesamt für Statistik
  4. Stadtkapelle Leipheim e. V.
  5. Homepage des Fliegerhorstmuseum Leipheim
  6. Stadt Leipheim an der Donau – Fliegerhorst

Kategorien: Ort im Landkreis Günzburg | Leipheim | Gemeinde in Bayern | Ort in Oberschwaben | Ort an der Donau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Leipheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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