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Leinleiter


Leinleiter

Lauf der Leinleiter

Daten
Gewässerkennzahl DE: 242472
Lage Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Wiesent → Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Quelle zwischen Laibarös und der Heroldsmühle, nahe Heiligenstadt-Oberleinleiter
Quellhöhe ca. 475 m ü. NN
Quellschüttung MQ
20 l/s
Mündung bei Gasseldorf in die Wiesent
Mündungshöhe 292,5 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 182,5 m
Länge ca. 16 km
Einzugsgebiet 96,8 km²[1]

Abfluss am Pegel Unterleinleiter
(86,3 % des Einzugsgebiets)[2]
NNQ
MNQ
MQ
MHQ
HHQ (2005)
183 l/s
210 l/s
1,1 m³/s
13,1 m³/s
16 m³/s
Gemeinden Heiligenstadt, Unterleinleiter, Ebermannstadt

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Die Leinleiter ist ein Fluss der Fränkischen Schweiz. Sie entspringt zwischen Laibarös und der Heroldsmühle nahe der zur Gemeinde Heiligenstadt gehörenden Ortschaft Oberleinleiter in einem Urstromtal und mündet bei Gasseldorf von rechts in die Wiesent.

Name

Die Leinleiter war Namensgeberin für die Dörfer Oberleinleiter und Unterleinleiter. Beide Ortschaften heißen im fränkischen Dialekt Lada. Außerdem gab es noch ein Geschlecht der von Leinleyter, das sich wohl nach einer der beiden Ortschaften nannte.

Die früheste Erwähnung des Namens Leinleiter fällt in den Zeitraum zwischen den Jahren 1076 und 1086. Namenforscher deuten den Flussnamen Leinleiter als klarer Bach, wobei das Stammwort Lauter für lauteres (= klares) Wasser steht. Dieses Wort kommt auch im Namen der Stadt Kaiserslautern vor. Bei der Vorsilbe Lein sind sich aber die Namenforscher nicht einig:

  • Möglicherweise kommt sie aus dem Keltischen und bedeutet Bach.
  • Eine andere Deutung sieht Lein in der Bedeutung als Flachs, der dort angebaut wurde.
  • Eine weitere Deutungsmöglichkeit geht auf das altfränkische Wort Lei für Felsen zurück (vgl. Lorelei).

Leinleiterquelle

Die ständig schüttende Leinleiterquelle liegt nördlich der Heroldsmühle und südwestlich des Burgstalls Heroldstein. Sie ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Aus mehreren Einzelquellen tritt entlang eines etwa 40 m langen Beckens Karstwasser aus. Die mittlere Schüttung beträgt etwa 20 l/s. Dort befinden sich zahlreiche weitere intermittierende Karstquellen, sogenannte Tummler. Nach Starkregen können diese Quellen auch das obere Trockental überfluten. Die Leinleiterquelle ist von einer Betonmauer begrenzt, durch die der Quellbach in einer Aussparung abfließt. Das Quellwasser wird an der Heroldsmühle zur Forellenzucht genutzt.

Beschreibung

Johann Will (1692)

In einer alten Landschaftsbeschreibung Das Teutsche Paradeiß von Magister Johann Will aus dem Jahr 1692 wird die Gegend um die Leinleiter folgendermaßen beschrieben:

"Die Leinleiter bricht unter Hohen-Böltz aus dem Berg so starck hervor, daß sie nechst darunter die Herats- und zu Obern-Leinleuten die beden Dorffmühlen bemeistern kann, fließt ferner durch Burggrub, gen Zogendorff, Heilingstadt, Drandorf, Unterleinleuter und Geißeldorff in die Wiesent. Sie trincket anfänglich einen beruffenen Heilbrunnen, so vor das Kreisten der kleinen Kinder gut seyn soll, wann man aus dessen Wasser ihre Windel waschet; dann ein Flüßlein, so vom Dorff Brunn an Reckendorff unter Greiffenstein, und eines, so von Ober-grub, wider eines, so von Sicheritz-Thal zur Schulmühl gen Veilbrunn herabfället und noch etliche andere Die Landschafft ist noch zimlich fruchtbar. Sonsten erheben sich in dieser Gegend viel Berge, worunter der Greinen-, Eichel- und Eiferberg die andern, fast überhöhen."[3]

Gottlieb Zimmermann (1840)

In einem weiteren Bericht aus der Zeit der Entdeckung der Fränkischen Schweiz beschreibt Gottlieb Zimmermann im Jahr 1840 eine Wanderroute entlang der Leinleiter, wobei er zuerst den Weg vom Gügel bei Scheßlitz schildert:

"Vom Gügel aus steigen wir auf einem Waldpfade zur Höhe des Gebirgs empor. Uns fällt sogleich das hochliegende Kirchdorf Ludwag in die Augen. Wir kommen nach Herzogenreuth, und wandern auf der früher erwähnten Nebenstraße, die ziemlich steinig ist, über Tiefenpölz und Oberleinleither dem Thale zu, nachdem wir den Seigelstein, eine groteske Felsenmasse, bewundert und uns im letzteren Ort mit einem guten Trunk beim Wirth Hofmann erfrischt haben."

Zimmermann erwähnt auch die Tummler zwischen Laibarös und Heroldsmühle oberhalb der Leinleiterquelle:

"Wir erblicken hier die in Nähe liegenden, weithin sichtbaren Dörfer Hohenpölz und Teuchaz. Zwischen dem ersteren Ort und der Heroldsmühle befinden sich die sogenannten Tummler zwei merkwürdige Quellen, die nur zur Zeit, wenn es anhaltend regnet, fließen, alsdann aber auch mit gewaltigem Lärm hervorbrechen und den obern Theil des Thales überschwemmen."
"Vom Berge bei Teuchaz, auf welchem eine Kapelle steht, genießt man eine schöne Aussicht in die Thalgegenden der Regnitz und der Aisch. Wir wandern im Thale der Leinleiter umgeben von seltsam geformten Felsen, die über das Laubholz der Berge hervorragen, weiter fort, um über Burggrub, wo ein Stauffenbergisches Schloß, Zoggendorf und die Neumühle bei Heiligenstadt an den Berg zu gelangen, auf welchem das Schloß Greifenstein, ein weithin leuchtender Punkt der Gegend, sich erhebt."

Mit der Erwähnung des alten Namens von Heiligenstadt, nämlich Hallstadt, zeigt Zimmermann, dass dieser Ortsname nichts mit Heiligen zu tun hat, sondern mit dem Wort Halde.

"Heiligenstadt, auch das lutherische Hallstadt genannt, ist ein hübscher Marktflecken im Thale, wo die Reisenden mehrere und ziemlich gute Wirthshäuser finden."

Schon vor mehr als 150 Jahren hat die alte Lindenallee zum Schloss Greifenstein die Besucher beeindruckt:

"Eine Lindenallee, vermischt mit Buchen, führt von der nahen Neumühle aus zum Schlosse Greifenstein, das dem Herrn v. Stauffenberg gehört Es liegt auf der Höhe des Bergrückens in der fränkischen Schweiz, der zwischen der Leinleiter und der forellenreichen Aufseeß sich hinzieht, und das Aufseeßer Gebirg genannt wird.
Das Schloß ist althertümlich gebaut und gewährt von seinen obern Fenstern eine schöne Aussicht. Merkwürdig ist auch sein tiefer Brunnen, Rings herum sind die sehenswerten Gartenanlagen, wo die Kunst und Sorgfalt des Gärtners über den rauhen Boden und das Klima - denn oft im Mai ists hier ziemlich kalt - den Sieg davontrug. Zu bemerken sind die Gewächshäuser, die Orangerie, der Sommersalon, ein Felsengang mit dem Vehmgericht, das, an eine gewaltige Zeit erinnernd, bei einer rechten Ritterburg nicht fehlen darf, eine moderne Kegelbahn usw. ein Lusthaus auf einem Felsen, der mit einem andern benachbarten durch eine Kettenbrücke verbunden ist, eine Obelisk, und vor allem eine gotische Kapelle, die wegen ihrer sieben Fenster mit Glasmalereien bewundert wird."

Weiter geht der Weg dann über Veilbronn nach Streitberg:

"Von Greifenstein aus haben wir zwei Wege, um nach Streitberg zu gelangen. Entweder wir gehen, wenn wir nach Heiligenstadt heruntergestiegen und auf der Vicinalstraße nach dem schön gelegenen Veilbrunn gekommen sind, von hier aus über das von gleichnamigen Bache durchflossene Unterleinleiter, das unterhalb der langen Meile liegt oder wir schlagen einen näheren, aber weniger bequemen Weg ein, indem wir von Veilsbrunn aus links die Höhe ersteigen, und am Störnhofe vorbei, vor welchem drei große Kirschbäume stehen, auf der Gebirgsfläche nach Streitberg wandern."[3]

Bildergalerie

Orte entlang der Leinleiter

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Leinleiter  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hochwasser Aktionsplan Main
  2. Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 7. September 2011)
  3. 3,0 3,1 Zitiert nach Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr. Herausgegeben anlässlich der Feier des 450-jährigen Jubiläums der Verleihung des Marktrechtes an Heiligenstadt i. OFr. – Heiligenstadt: 1995

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Leinleiter (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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