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Leinfelder Hof


Der Leinfelder Hof liegt an der Stelle einer Leinfelden oder Lengenfeld genannten Wüstung links der Enz an einer ehemaligen Furt zwischen Enzweihingen und Oberriexingen. Politisch gehört der Leinfelder Hof heute zum Stadtteil Enzweihingen von Vaihingen an der Enz im Landkreis Ludwigsburg.

Geographie

Benachbarte Siedlungen

Benachbarte Siedlungen sind im Uhrzeigersinn Oberriexingen, Unterriexingen, Pulverdingen, Enzweihingen und Vaihingen an der Enz.

Südlich des Weilers befand sich einst die Burg Dauseck und eine wüst gefallene Siedlung.

Verkehr

Die aus dem Vaihinger Marksteintunnel kommende Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart überquert westlich vom Leinfelder Hof das Enztal auf der 1044 m langen Enztalbrücke und verschwindet in Richtung Stuttgart dann wieder im Pulverdinger Tunnel.

Geschichte

Frühes Mittelalter

Beim Bau der Pfeiler des Bahnviadukts über das Enztal wurde 1987 ein großer Friedhof angeschnitten und teilweise zerstört. Im Zuge einer Rettungsgrabung erkundete das Landesdenkmalamt 23 Gräber eines sicher viel ausgedehnteren Bestattungsplatzes des 7. und vermutlich des 6. Jahrhunderts. Großteils waren sie beraubt, teils mit reichen Beigaben fränkischer Adeliger versehen.[1] „Lengenfeld“ mit seinem Enzübergang scheint demnach bereits in merowingischer Zeit eine größere fränkische Siedlung mit Ortsadel gewesen zu sein.

Diese wurde 801 erstmals urkundlich erwähnt: „Das Kloster Lorsch an der Bergstraße erhielt von einem gewissen Salcho am 17. Juni 801 ein Hofgut in villa Lengenfeld im Enzgau mit allen darauf befindlichen Gebäulichkeiten geschenkt.“[2]

Hoch- und Spätmittelalter

1280 wurde ein Sindelfinger Bürger „Heinricus dictum Lengenfelder“ im Zuge einer Auseinandersetzung mit den Sindelfinger Chorherren erwähnt.[3]

1417 kaufte die Herrschaft Württemberg einen Teil des Ortes und richtete später eine Domäne ein.[4]

Spätestens seit dem 15. Jahrhundert hatte Leinfelden bzw. Leinfelld oder Leinfelten[5] eine Johannes dem Täufer gewidmete Kapelle mit eigener Kaplaneipfründe. 1819 wurde sie abgebrochen.

Teilwüstung

Um 1560 muss das Dorf weitgehend abgegangen gewesen sein, wie die von 1561 bis 1563 währenden Streitigkeiten zwischen Vaihingen, Enzweihingen und Oberriexingen um die Nutzungsrechte der noch versteinten Gemarkung zeigen.[6] Einzelne Höfe und der Ortsname Leinfelden blieben bis ins 18. Jahrhundert bestehen.[7] Noch 1744 stand ein Teil des Zehnten dem Deutschen Ritterorden zu.[8]

Refugium eines Nazi-Ministers

Der deutsche Diplomat Konstantin Freiherr von Neurath (* 2. Februar 1873 in Kleinglattbach), der von 1932 bis 1938 Reichsaußenminister war, hatte 1912 die im Besitz von Olga Gräfin von Lüttichau befindliche Hälfte des Leinfelder Hofs gekauft[9] und erwarb 1934 den Rest.[10] Beim Nürnberger Prozess als Kriegsverbrecher zu 15 Jahren Haft verurteilt, wurde er 1954 vorzeitig entlassen und verstarb am 14. August 1956 auf dem Leinfelder Hof.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Landkreis Ludwigsburg (Hrsg.): Vor- und Frühgeschichte im Kreis Ludwigsburg. Eigenverlag, Ludwigsburg 1993, S. 388–390.
  2. Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Hallberger, Stuttgart 1856, S. 137, Wikisource .
  3. Quelle: Württembergisches Urkundenbuch Band VIII, Nr. 2992, Seite 241f. WUB online
  4. Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Hallberger, Stuttgart 1856, S. 138.
  5. Siehe Karte der Vaihinger Beamptung (um 1600).
  6. Quelle: Landesarchiv BW, HStA Stuttgart, A 206 Bü 5099 (Amt Vaihingen) LABW online
  7. Siehe Ausschnitt aus Karte des Herzogtums Württemberg von 1710 .
  8. Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Hallberger, Stuttgart 1856, S. 138.
  9. Quelle: LABW, HStA Stuttgart, Q 3/11 Bü 437, LABW online
  10. Quelle: LABW, HStA Stuttgart, Q 3/11 Bü 439, LABW online

Weblinks


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