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Legambiente


Legambiente
Zweck: Einsatz und Projektarbeit im Umwelt- und Naturschutz
Vorsitz: Vittorio Cogliati Dezza
Gründungsdatum: 1980
Mitgliederzahl: 115.000
Sitz: Rom
Website: www.legambiente.it

Legambiente (zu Deutsch: Umweltliga) ist eine italienische Umweltschutzorganisation. Sie entstand 1980 aus einer Abspaltung von der Associazione Ricreativa e Culturale Italiana. Ursprünglich war sie als Lega per l’Ambiente (zu Deutsch: Liga für die Umwelt) bekannt, änderte jedoch ihren Namen um Verwechslungen mit anderen Organisationen zu vermeiden.

Charakteristika

Mit mehr als 115.000 Unterstützern und circa 1000 lokalen Gruppen ist sie die wichtigste Umweltschutzorganisation in Italien. Sie wird vom italienischen Umweltministerium anerkannt und gehört zum Europäischen Umweltbüro sowie der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources. Die Organisation verzichtet weitestgehend auf pyramidenförmige Hierarchiestrukturen, wodurch den lokalen Gruppen relativ viel Spielraum in ihrer Aktionsplanung eingeräumt wird.

In den 20 Jahren ihrer Existenz hat die Legambiente eine Reihe Umweltkampagnen in Italien organisiert (Goletta Verde, Treno Verde und weitere mehr), wie auch gezielte Aufräumaktionen. Unter letzteren sind auf nationaler Ebene die Aktionen Spiagge pulite (zu Deutsch: Saubere Strände) und Puliamo il Mondo (zu Deutsch: Wir putzen die Welt) bekannt geworden.

Legambiente ist im Bereich Umwelterziehung tätig, mobilisiert gegen Smog und zum Referendum gegen die zivile Nutzung von Atomenergie. Zudem geht sie gegen den illegalen Häuserbau vor und deckt illegale Mülldeponien und andere Machenschaften der Ökomafia auf.

Neben diesen Tätigkeiten wirbt Legambiente für die Nutzung erneuerbarer Energieformen, für einen bewußteren Energieverbrauch, das Respektieren der Schutzgebiete und für den Kampf gegen den illegalen Müllhandel. Die Organisation stellt jährlich eine detaillierte Analyse des Zustands der italienischen Umwelt vor (Ambiente Italia).

Seit 2004 unterstützt Legambiente die Initiative Voler Bene all’Italia, die für den Schutz und die Aufwertung kleiner Gemeinden unter 5000 Einwohnern eintritt.

Legambiente gibt die Monatszeitschrift La Nuova Ecologia (zu Deutsch: Der Neue Umweltschutz) heraus.

Kampagnen

Das Unglück von Tschernobyl und die Mobilisierung gegen den Atomstrom

siehe auch: Katastrophe von Tschernobyl

Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zu einem schweren Unfall, bei dem größere Mengen radioaktiven Materials freigesetzt wurden. In den folgenden Tagen zog eine radioaktive Wolke über weite Teile Europas.

Nach dem Super-GAU spielten die Behörden in Italien den Vorfall herunter. Erst durch die Veröffentlichung mehrerer Testergebnisse durch Legambiente und der ihr angeschlossenen Zeitung La Nuova Ecologia auf einer Pressekonferenz kam ans Licht, dass große Abschnitte des italienischen Territoriums in bedenklichem Ausmaß mit Radionukliden belastet waren. In den folgenden Tagen verbot die Behörden den Verzehr besonders belasteter Lebensmittel, wie zum Beispiel Milch und Salat[1]. Am 10. Mai kam es in Rom zu einer Demonstration mit über 200.000 Teilnehmern. Dies wird allgemein als der Ausgangspunkt einer starken Opposition der italienischen Bevölkerung zur zivilen Nutzung von Atomenergie angesehen, die ein Jahr später in ein Referendum und in Folge zum kompletten Atomausstieg Italiens führte.

Die Mobilisierung gegen die Atomkraftwerke in Italien bezeichnete eine Wende in der Geschichte des italienischen Umweltschutzes. Zum Referendum wurden in wenigen Monaten über eine Million Unterschriften gesammelt, Legambiente und der WWF konnten ihre Mitgliederzahl verdoppeln und bei den Parlamentswahlen von 1987 erhielt die Federazione dei Verdi knapp eine Million Stimmen[2].

Einzelnachweise

  1. Allarme Atomico, La Nuova Ecologia, Ausgabe: Juni 1986
  2. Roberta Della Seta: La difesa dell’ambiente in Italia, FrancoAngeli 2000

Weblinks


Kategorien: Italienische Organisation | Umweltschutzorganisation

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Legambiente (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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