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Lech (Herzog)


Lech war der legendäre Urvater Polens. Seine Geschichte wurde im späten 13. Jahrhundert in der Großpolnischen Chronik erzählt.[1] In den Gesta principum Polonorum aus dem 12. Jahrhundert und anderen mittelalterlichen Quellen zur polnischen Geschichte wurde er nicht erwähnt.

Der Legende nach kam er mit seinen Brüdern Čech und Rus aus Pannonien nach Norden. Er ruhte sich im Schatten eines Baumes aus. Dabei beobachtete er einen wunderschönen weißen Adler, der auf der Krone des Baumes über ihm gelandet war. Lech beschloss, sich an diesem Platz niederzulassen und gründete die Stadt Gnesen (Gniezno), abgeleitet von dem Wort gniazdo (Nest). Čech siedelte weiter südlich und gilt als Urvater der Tschechen, Rus zog nach Osten, aus ihm entstand die Rus. Die Geschichte ist legendenhaft und hat keinen historischen Hintergrund. Sie bezieht sich auf einen slawischen Führer Lech im 9. Jahrhundert und auf den Stamm der Ljachen (Lendizen).[2]

Die Geschichte wurde zu einem Zeitpunkt geschrieben, als König Wenzel II. anstrebte, Polen und Böhmen unter einer Krone zu vereinigen.

Im 19. Jahrhundert schrieb der tschechischen Autor Alois Jirásek eine erweiterte Fassung. Derzufolge kamen Lech und Čech aus dem nördlich der Tatra gelegenen Gebiet, wo die Chorvaten siedelten, aber auch viele andere Stämme, die zwar in Sitte und Lebensweise einander verwandt waren, jedoch alle ihre eigene Mundart hatten und einander wegen des gemeinsamen Landes bekämpften. Gemeinsam waren sie gen Westen nach Böhmen gezogen. Im Osten von Čechs neuem Herrschaftsbereich hatte Lech zunächst die Stadt Kouřim gegründet und etwa 30 Jahre dort verbracht. Nach Čechs Tod hätten die Ältesten die Herrschaft über die Tschechen seinem Bruder Lech angeboten, dieser habe jedoch stattdessen den Ältesten Krok empfohlen und Kouřim schließlich gen Polen verlassen.[3]

Einzelnachweise

  1. Kronika Wielkopolska, Prolog, Monumenta Poloniae Historica, Nova Series VIII, Warschau 1970
  2. Cosmas von Prag hatte im 12. Jahrhundert auch erstmals die Legende von Boemus erwähnt, der Land suchte und es Boemia nannte, in: Bertold Bretholz und Wilhelm Weinberger (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum, Nova series 2: Die Chronik der Böhmen des Cosmas von Prag (Cosmae Pragensis Chronica Boemorum). Berlin 1923 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat ) , I. 2
  3. Alois Jirasek: Böhmens alte Sagen, Seite 17–31. Artia Verlag, Prag 1975

Kategorien: Slawische Mythologie | Nationale Personifikation | Legende | Herzog (Polen) | Sagengestalt | Fiktive Person

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