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Lausitzer Seenland


Das Lausitzer Seenland (niedersorbisch Łužyska jazorina, obersorbisch Łužiska jězorina) ist ein künstlich angelegtes Seengebiet in der Lausitz. Durch die Flutung stillgelegter Braunkohlentagebaue des Lausitzer Braunkohlereviers soll bis zum Jahr 2018 Europas größte künstliche Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtes Seengebiet entstehen. Die Voraussetzungen dafür, insbesondere notwendige Wasservorkommen, waren jedoch umstritten.

Geographie

Das Lausitzer Seenland liegt in der Lausitz zwischen Calau in Brandenburg und Görlitz in Sachsen. Die Gesamtausdehnung von Europas künftig größter künstlicher Seenplatte beträgt von West nach Ost ca. 80 Kilometer, von Nord nach Süd (je nach Abgrenzung) zwischen 32 und 40 Kilometer.

Zur Unterscheidung zusammenliegender Seen empfiehlt es sich, die Begriffe Seenland und Seenkette zu verwenden, wobei die Lausitzer Seenkette die Gewässer bezeichnen, die durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden sind. Sie befinden sich im Zentrum der Lausitz zwischen Senftenberg und Hoyerswerda, wozu auch der Senftenberger See gehört und sich seit 1973 zu einem bedeutenden Naherholungs- und Tourismuszentrum entwickelt hat.

Entstehung

Das neue Seenland entsteht ausnahmslos aus Restlöchern ehemaliger Braunkohletagebaue. Diese werden geflutet und in Seen umgewandelt. Einige der entstehenden Seen haben ihren Endwasserstand bereits erreicht, andere werden erst in einigen Jahren vollständig geflutet sein.

Gegenwärtig werden noch umfangreiche Sanierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen an einigen Tagebauseen, ihren Uferbereichen und des umliegenden Geländes durch die LMBV durchgeführt. Beim Kontakt des Seewassers mit pyrithaltigem Abraum bildet sich durch chemische Prozesse Schwefelsäure im Seewasser, welche durch Kalk neutralisiert werden muss. Nach Abschluss aller Arbeiten ist das Ziel, die Wasserqualität des naturierten, von Erholungssuchenden genutzten Senftenberger Sees zu erreichen.

Anlage der Seen

Im Zentrum des Lausitzer Seenlandes entsteht durch die Verbindung von neun Seen mit schiffbaren Kanälen die Lausitzer Seenkette, die mit ungefähr 7.000 Hektar Wasserfläche eine besondere Bedeutung für die touristische Entwicklung der Niederlausitz haben soll. Geplant ist, die Seenlandschaft zu einer überregional bedeutsamen Wasserlandschaft mit sportlich attraktivem Charakter werden zu lassen. Zu diesem Zweck sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur nötig: Herstellen von Badestränden, Yachthäfen (Marinas), Stützpunkte für Wasserski, Jetski, Camping, Gastronomie usw.

Die ersten Projekte befinden sich in der Realisierung. Derzeit werden am Geierswalder See eine Wasserskianlage, ein Sportboothafen und eine Marina mit schwimmenden Häusern gebaut. Eine Besonderheit wird der Wasserflugplatz am nördlichen Ufer des Sedlitzer Sees sein.

Am Bärwalder See, der nach seiner Fertigstellung der flächenmäßig größte See Sachsens ist, wurde 2008 ein Sportboothafen am südlichen Seeufer eröffnet. Weitere Marinas sind am West- und Nordostufer bereits vorhanden.

Die einzelnen Seen wurden mit Überleitern verbunden, um eine schnellere Flutung zu ermöglichen. Der erste fertiggestellte Überleiter war im Dezember 2003 der Barbara-Kanal, der Geierswalder und Partwitzer See miteinander verband. Im Januar 2006 folgten Sornoer und Rosendorfer Kanal. Die Überleiter sind schiffbar für eine Nutzung im Rahmen des Wassersports und Wasser-Tourismus. Die Schiffbarkeit bezieht sich auf das Lausitzer Bemessungsschiff mit den Maßen 28,5 m Länge, 5,2 m Breite und einer Tiefe von 1,5 m.[1]

Seen

Folgende Seen gehören zum künftigen Lausitzer Seenland oder liegen in der näheren Umgebung [2].

Angegeben sind neben den deutschen und ggf. sorbischen Namen der Seen auch die Namen der Tagebaue, aus denen sie entstehen oder bereits entstanden sind (in Klammern mit Tgb. gekennzeichnet). Außerdem ist die Wasserfläche in Hektar und das Jahr der (geplanten) Fertigstellung angegeben.

Nördliche Seen (alle in Brandenburg)

Mittlere Seen

Der mittlere Bereich ist zugleich der Kern des Lausitzer Seenlandes und liegt grenzüberschreitend in Brandenburg und Sachsen. Daher ist hier das Bundesland in Klammern mit angegeben. Nochmals unterteilt folgen die Seen innerhalb und die Seen außerhalb der Lausitzer Seenkette.

Lausitzer Seenkette

Die Seen sind durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden und befinden sich direkt östlich an der A 13 zwischen Großräschen, Senftenberg und Hoyerswerda.

Sonstige Seen

Einige dieser ebenfalls im mittleren Bereich des Lausitzer Seenlandes liegenden Gewässer sind geflutete Kiesgruben, werden aber zum Teil seit über einem halben Jahrhundert touristisch und von der einheimischen Bevölkerung als Badeseen genutzt. Am Tornoer Teich (im Volksmund auch Torn'scher Teich genannt) im Lautaer Ortsteil Torno etwa befindet sich neben einem Strandbad eine Freizeitanlage mit Minigolf, ein Beachvolleyballfeld sowie eine Imbiss-Hütte. Am Ziegelteich in Bröthen-Michalken (Ortsteil von Hoyerswerda) gibt es zudem eine Ferienhausanlage.

Der aktuelle Flutungsstand der Seen beträgt derzeit im Mittel etwa 75 Prozent des Endvolumens (Stand März 2011).[3]

Südliche Seen (alle in Sachsen)

Literatur

  • Torsten Richter: Lausitzer Seenland - Ein Wasserparadies im Werden, Agrimedia, Edition Limosa, Clenze 2008, ISBN 978-3-86037-341-5.
  • Florian Diesing, Sebastian Weiß (Hrsg.): Seenland Leipzig & Lausitz: Das Reisemagazin für Urlaub am Wasser, SD Media Services, Berlin 2009, ISBN 978-3-9812026-7-0.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. See Journal November 2012, [1] (PDF; 389 kB). Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg, abgerufen am 13. Januar 2013
  2. Lausitzer Seenlandschaft (abgerufen am 15. März 2015)
  3. Tagebauseen der LMBV - aktualisiert mit Stand vom März 2011: Brandenburgische Lausitz , Sächsische Lausitz . Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, abgerufen am 29. Juni 2011

Kategorien: Seengruppe | Renaturierungsökologie | Tagebaurestsee im Lausitzer Braunkohlerevier | Gewässer in Brandenburg | Gewässer in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Lausitzer Seenland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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