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Laufach


Dieser Artikel beschreibt die unterfränkische Gemeinde Laufach. Zum gleichnamigen Flusslauf siehe: Laufach (Fluss).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: AschaffenburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 15,6 km²
Einwohner: 5297 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 340 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63846
Vorwahl: 06093
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 139
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Raiffeisengasse 4
63846 Laufach
Webpräsenz: www.laufach.de
Bürgermeister: Friedrich Fleckenstein (SPD)
}

Laufach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Laufach befindet sich im Nordwesten Bayerns und östlich von Aschaffenburg, sie liegt im Vorspessart, der hinter Hain/Spessart in den Hochspessart übergeht. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung ist der Gipfel des Lindenberges nördlich von Hain mit 402 m ü. NN , Der niedrigste liegt an der Laufach östlich von Weiberhof auf 153 m ü. NN .

Gemeindegliederung

Laufach hat drei Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[2])[3] auf zwei Gemarkungen:

Nachbargemeinden

Gemeinde
Sailauf
Sailaufer Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Forst Hain im Spessart
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Bessenbach

Name

Namensherkunft

Seinen Namen erhielt Laufach von dem Fluss Laufach, an dem es liegt.[4] Im Volksmund wird der Ort Laafisch ['la:fɪʃ] genannt.

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1181 Loufaho
  • 1182 Laufache
  • 1184 Laufahe
  • 1189 Loupha
  • 1191 Loifahe
  • 1248 Louphahe
  • 1250 Loufa
  • 1253 Loufahe
  • 1288 Laufahe
  • 1312 Laufa
  • 1370 Lauffa
  • 1380 Lauffach
  • 1654 Laufach

Geschichte

Laufach, das ursprünglich Loufaho hieß, wurde erstmals 1084 in einem Nekrolog des Stiftes St. Peter und Alexander, Aschaffenburg, genannt. Die Besiedlung des Laufachtals geschah unter dem Schutz der Grafen von Rieneck, die schon die Vogtei des Erzstiftes Mainz und des Kollegialstifts Aschaffenburg besaßen. Auf dem rieneckschen Freigericht 1380 – wo ausdrücklich Schöffen aus Laufach erwähnt wurden – erschienen Siedler als freie Leute.

1866 fanden hier, kurz nach Ausbruch des Deutschen Kriegs, die Gefechte bei Frohnhofen zwischen Preußen und Truppen des Deutschen Bunds statt.

1984 feierte die Gemeinde Laufach ihr 900-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurden in Zusammenarbeit mit dem Vereinsring und mehrerer Ortsvereine vielfältige Veranstaltungen und eine Festwoche durchgeführt.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Laufach lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Laufach war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

Zusätzlich zum Ortskern entstanden neue Wohngebiete. Frohnhofen und der Ortsteil Hain entwickelten sich so immer mehr zu reinen Wohngebieten, deren Bewohner meist Bebetrieben von Laufach, Aschaffenburg und Umgebung tätig sind. Die Wirtschaft in Laufach zeigte einen Wandel vom Bauern- zum Industriedorf. Mitte des 14. Jahrhunderts wurden durch besondere Vergünstigungen Glasmacher im Hochspessart eingesetzt. Da sie von Martini bis Ostern den Wald verlassen mussten, fanden sie Winterquartiere in Hain und Laufach. Viele dieser Arbeiter wurden dort durch familiäre Verbindungen sesshaft. Schon im Jahre 1469 gab es nahe beim Schloss „Weyber“ (Weyberhöfe) ein Bergwerk. In „Unserer lieber Frauen Teil“, vermutlich im unteren „Liebesgrund“, wurde Kupfer gefördert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden Erze gefördert und geschmolzen.

Mitte des 18. Jahrhunderts entstand im Bereich des heutigen Sportplatzes ein Eisenhammer. Der Bau einer Eisenbahntrasse in den Jahren 1850 bis 1854 durch Laufach wirkte sich sehr positiv auf die industrielle Entwicklung des Ortes aus. Durch den Bahnhof wurde eine wichtige Verkehrsanbindung nach Aschaffenburg und das ganze Gebiet des Untermains geschaffen. Im Laufe der Zeit wurden so die Eisenwerke zu einem geschlossenen Betrieb, in dem die Erzgewinnung sowie die Weiterverarbeitung zu einem fertigen Endprodukt stattfanden.

Auch Gewerbe und Handwerk hatten schon früh Bedeutung für Laufach. Aus Handwerksbetrieben haben sich leistungsfähige Betriebe entwickelt. Um die Gewerbe- und Industrieansiedlung weiter zu fördern, wurde das Gewerbegebiet Laufach-Ost erschlossen, das sich auf einer 8 Hektar großen Fläche zwischen Laufach und Hain erstreckt. Ein weiteres Gewerbegebiet zwischen Laufach und Frohnhofen auf einer Fläche von 4 Hektar wurde im Jahre 2001 erschlossen.

Einwohnerentwicklung

Vor dem Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1618 war Laufach ein Dorf mit 76 „Unterthanen“ (Männer oder Familien) – insgesamt 300 Einwohner. Nach dem unseligen Krieg meldet eine Güterbeschreibung aus 1651 12 Männer und 33 Herdstätten (Häuser). Durch die tatkräftige Förderung durch den Mainzer Kurfürsten wurde der entvölkerte Spessart mit Soldaten, Handwerkern und Fremden neu besiedelt. Die alten Familiennamen waren verschwunden, neue Familiennamen tauchten auf. 1668 hatte Laufach 72 Haushalte und 105 Einwohner. Bis in die napoleonische Zeit gehörte Laufach zum Kurstaat Mainz, 1803–1810 zum Fürstentum Aschaffenburg, 1810–1813 kam es zum Großherzogtum Frankfurt. Seit 1814 gehört Laufach zu Bayern. Zum damaligen Zeitpunkt zählten Laufach und Frohnhofen insgesamt 115 Wohnhäuser mit 161 Haushaltungen und 1.451 Einwohner. Der Zustrom der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die Bevölkerung 1950 auf 2.552 Einwohner ansteigen. 1967 wohnten bereits über 3.000 Einwohner in Laufach, darunter 56 Ausländer. Durch die Gebietsreform im Jahre 1978 und der damit verbundenen Eingemarkung der Gemeinde Hain im Spessart erhöhte sich die Einwohnerzahl der Gemeinde auf 4.545. Davon kamen 2.995 Einwohner aus Laufach, 687 aus Frohnhofen und 863 aus Hain. Mitte 2001 lebten in Laufach insgesamt 5.267 Personen, einschließlich 580 Ausländern aus 42 verschiedenen Nationen.

Religionen

Im Ortskern befinden sich eine katholische und eine evangelische Kirche. Seit 2007 ist Pfarrer Hans Thurn der katholische Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Laufachtal. Sein Vorgänger war Egon Hölzel. Evangelischer Pastor ist Christoph Schürmann.

Bis 1184 mussten die Bewohner des Laufachtals den Gottesdienst in der Muttergottespfarrei Aschaffenburg, von 1184 bis um 1250 in Bessenbach und 1250 bis 1810 in Sailauf besuchen. Am 28. November 1810 wurde Laufach zusammen mit Hain zu einer Doppelpfarrei erhoben. 1812 wurde ein größeres Gotteshaus erbaut, das bis 1962 den Kirchberg krönte. 1964 wurde am gleichen Platz ein neuer Kirchbau dem hl. Thomas Morus geweiht. Dieser Kirchenbau ist jedoch im Laufe der Zeit, auch aufgrund seiner Betonbauweise, baufällig geworden und bedarf einer Generalsanierung, die im Laufe der Jahre bis 2015 realisiert wird.

Die evangelische Petruskirche feierte 2005 ihren 100. Geburtstag.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Gemeinde Laufach besteht aus 20 Ratsmitgliedern. Das ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 5001 und 10.000.[5] Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der erste Bürgermeister, Friedrich Fleckenstein (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 16. März 2014 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei  Anzahl Sitze  Veränderung
CSU 8 - 1
SPD 7 + 1
Freie Wähler 5 ± 0

Bürgermeister

Erster Bürgermeister der Gemeinde Laufach ist Friedrich Fleckenstein (parteilos). Er setzte sich bei der letzten Bürgermeisterwahl in der Stichwahl am 30. März 2014 gegen Sven Kunkel von der CSU durch. Die Wahlbeteiligung betrug 67,3 %.[7]

Wappen

Blasonierung: In Rot schräg gekreuzt ein silberner Hammer und ein silberner Schlägel, darüber drei aus einem Stiel wachsende goldene Eichenblätter.

Wappengeschichte: Die im oberen Wappenteil gezeigten Eichenblätter weisen auf die geografische Lage Laufachs im eichenreichen Spessart hin. Hammer und Schlägel im unteren Wappenteil sind Symbole für ein einstiges Eisenwerk und den in Laufach betriebenen Erzbergbau. Das Wappen wurde am 19. September 1969 verliehen.

Die ehemalige Gemeinde Hain im Spessart, die heute zu Laufach gehört, hat noch ein eigenes Wappen, das bei nicht offiziellen Anlässen Verwendung findet.

Partnerschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der katholischen Pfarrkirche St. Thomas Morus befindet sich eine bedeutende Pietà aus Lindenholz aus der Zeit um 1520. Sie ist ein Werk aus dem Umkreis oder eine Werkstattarbeit des Tilman Riemenschneider.[8][9] Die Kirche selbst wurde 1963–64 nach einem Entwurf von Gustav Heinzmann errichtet.[10] Dabei wurde unter anderem die Kreuzigungsgruppe von 1947 bis 1950 von Fried Heuler aus dem Vorgängerbau übernommen.[11]

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Zu erreichen ist Laufach über die Bundesstraße 26, die die Gemeinde durchquert.

Der Bahnhof Laufach liegt an der Main-Spessart-Bahn, er ist der westliche Ausgangspunkt der Spessartrampe. Im Bahnhof werden Lokomotiven zum Nachschieben von schweren Güterzügen vorbehalten. Er wird meist stündlich von Regionalbahnen der Linie Aschaffenburg-Heigenbrücken bedient.

Laufach wird von einer Buslinie der VAB angefahren.

Öffentliche Einrichtungen

  • Südlich der Kirche, am Laufachbach, steht das 1956 erbaute und 2002 renovierte Rathaus, daneben das Laufacher Feuerwehrhaus, das seit 1980 bezogen ist.
  • Die Feuerwehrhäuser in Frohnhofen und Hain wurden 1992 und 1995 unter Beteiligung der Feuerwehren renoviert.

Die drei ehemals eigenständigen Freiwillige Feuerwehren in den Ortsteilen haben sich im Rahmen einer Neuorganisation zum 1. Juli 2004 unter dem neuen Namen Feuerwehr Gemeinde Laufach, zusammengeschlossen. Im Juli 2016 wurde das Laufacher Feuerwehrhaus abgerissen, ab Oktober soll an gleicher Stelle ein Neubau entstehen, der im Frühjahr 2018 fertiggestellt sein soll. Rathaus und Feuerwehrhaus sollen dann verbunden sein.[12]

  • 1994 wurde der neu gebaute Kindergarten Hain sowie der Bauhof im Gewerbegebiet Laufach-Ost seiner Bestimmung übergeben.
  • 1999 wurde ein Jugendraum eingerichtet, mittlerweile ist es aber wieder geschlossen und wird anderweitig genutzt.
  • 2000 wurde das Baugebiet „Frohnhofen-Ost“ als „Einheimischenmodell“ erschlossen. Hier wurden 43 Baugrundstücke kostengünstig den Laufacher Bauinteressenten zur Verfügung gestellt.

Bildung

  • Eine Verbandsschule, welche die Grund- u. Hauptschule umfasst, dient der Jugend aus den drei Ortsteilen als Bildungsstätte.
  • 1970 kam zu diesem Schulgebäude ein Hallenbad, das von den Schülern und Bürgern der Gemeinde genutzt werden kann. Mittlerweile wurde es renoviert, dabei erhielt das Becken verschiedene Extras.
  • 1985 bekam Laufach eine Schulsporthalle, die zusammen mit der Außensportanlage außerhalb des Schulbetriebes auch von Vereinen genutzt werden kann.
  • Nach Abriss der ältesten Turnhalle wurde zwischen Laufach und dem Ortsteil Frohnhofen eine weitere Turnhalle errichtet, die zusätzliche Sportarten ermöglicht (u. a. Kegeln, Badminton, …).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weitere mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Liborius Gerstenberger (1864–1925), Geistlicher und Politiker, von 1892 bis 1903 Pfarrer in Laufach und Laufacher Ehrenbürger

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohner Laufach (Stand: 15. Januar 2009)
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/170229&attr=OBJ&val=1546
  4. 4,0 4,1 Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 129 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung – GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998; Art. 31 – Zusammensetzung des Gemeinderats , abgerufen am 11. Juli 2014
  6. Ergebnis zur Gemeinderatswahl 2014 am 16.03.2014 – Gemeinde Laufach , abgerufen am 11. Juli 2014
  7. Schnellmeldung zur Stichwahl zur Bürgermeisterwahl 2014 am 30.03.2014 – Gemeinde Laufach , abgerufen am 12. Juli 2014
  8. Vgl. www.laufach.de
  9. Vgl. Hanswernfried Muth (Hrsg.): Tilman Riemenschneider: die Werke des Bildschnitzers und Bildhauers, seiner Werkstatt und seines Umkreises im Mainfränkischen Museum Würzburg. 1982 Google-Buch
  10. Vgl. Richard Schömig: Moderne Kirchen im Bistum Würzburg. 1965
  11. Vgl. thomasmorus-laufach.de
  12. Matthias Schwind: Es geht los: Wehrhaus wird abgerissen. Main-Echo, 12. Juli 2016, abgerufen am 12. Juli 2016.

Weblinks

 Commons: Laufach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Aschaffenburg | Laufach | Gemeinde in Bayern

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