Lauenburg/Elbe - LinkFang.de





Lauenburg/Elbe


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum LauenburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 9,54 km²
Einwohner: 11.277 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21481
Vorwahl: 04153
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 083
Adresse der
Stadtverwaltung:
Amtsplatz 6
21481 Lauenburg/Elbe
Webpräsenz: www.lauenburg.de
Bürgermeister: Andreas Thiede (parteilos)
}

Lauenburg/Elbe (plattdeutsch: Loonborg) ist eine Kleinstadt im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Die südlichste Stadt Schleswig-Holsteins liegt etwa 40 km südöstlich von Hamburg an der Elbe.

Geographie

Lauenburg liegt am nördlichen rechten Ufer der Elbe, die hier die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen bildet. Im Stadtgebiet zweigt der Elbe-Lübeck-Kanal ab, etwa drei Kilometer westlich (im niedersächsischen Artlenburg) der Elbe-Seitenkanal. Südöstlich von Lauenburg befindet sich das Dreiländereck Schleswig-Holstein – Niedersachsen – Mecklenburg-Vorpommern.

Geschichte

Der Name Lauenburg war ursprünglich „Polabenburg“ und bezeichnete die Burg, die Bernhard von Askanien im Lande des slawischen Stammes der Polaben (Bewohner an der Elbe, altslawisch labe) im Jahre 1181/1182 anlegte und nach der die Stadt und das Land selbst später benannt wurden.[2]

Gründung

Als gesichert gilt, dass Lauenburg bereits 1260 das Stadtrecht besaß. Die Stadt Lauenburg feierte deshalb 1960 auf der Grundlage eines Dokuments aus dem Jahre 1260 den 700. Geburtstag.[3]

Andererseits geht Wichmann von Meding nach seiner neueren Forschung davon aus, dass die Stadt von den Dänen 1209 gegründet wurde. Sie hatten sich unter König Knut VI. der Grafschaften Holstein und Ratzeburg und 1199 der Lauenburg bemächtigt, die zuvor in Hand der Welfen war.[4] Ältere Quellen weisen darauf hin, dass Herzog Albrecht I. nach dem Sieg bei Bornhöved (1227) unterhalb der Burg eine Stadt anlegen wollte.[5] Der erste Pfarrer der Kirche wurde erstmals 1243 erwähnt. Das Stadtrecht erhielt Lauenburg vor dem Jahr 1260.

Herzogtum

Hauptartikel: Herzogtum Sachsen-Lauenburg

Lauenburg war bis 1689 Herzogtum, wobei das Gebiet des alten Herzogtums weitgehend mit dem heutigen Kreis Herzogtum Lauenburg übereinstimmt. Im Mittelalter war Lauenburg ein wichtiger Handelspunkt am Stecknitzkanal, der hier von der Elbe abzweigte. Die Alte Salzstraße überquerte die Elbe vier Kilometer westlich unterhalb der Ertheneburg bei Schnakenbek.

1635 wurde die Schifferbrüderschaft gegründet, ursprünglich ein Zusammenschluss von Schiffern und Schiffsbediensteten, die in der Stadt Lauenburg ansässig waren. Sie existiert bis heute und feiert jedes Jahr im Januar das Fest der Schipperhöge mit einem Umzug durch die Stadt.

Am 10. Juni 1666 wurde die heute noch existierende Lauenburger Schützengilde gegründet.

Französische Zeit

Nach der Konvention von Artlenburg wurde das Herzogtum Lauenburg durch französische Truppen besetzt und von 1810 bis 1813 ins französische Kaiserreich eingegliedert und dem Département des Bouches de l’Elbe zugeschlagen. Im Gefecht um Lauenburg am westlichen Ortsrand von Lauenburg kämpften an drei Tagen im August 1813 alliierte Truppen gegen die aus Hamburg anrückenden napoleonischen Einheiten unter Marschall Davout.[6]

Preußische Zeit

1865, nach dem Deutsch-Dänischen Krieg, kam im Vertrag von Gastein Schleswig zu Preußen, Holstein zu Österreich, Lauenburg wiederum zu Preußen.

Am 18. Februar 1872 werden die drei Vorstadtgemeinden Untermberge, Hoherweg und Oberbrücke mit der Stadt Lauenburg vereinigt.

Nationalsozialistische Zeit

Von 1934 bis 1940 war Kurt Petersen, Jurist und NSDAP-Mitglied, Bürgermeister von Lauenburg. Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Stadt weitgehend von Zerstörungen verschont. Beim Rückzug der Wehrmacht über die Elbe wurde die Lauenburger Elbbrücke 1945 von deutschen Pionieren gesprengt. In den letzten Kriegstagen standen britische Streitkräfte auf der Lauenburg gegenüberliegenden Elbseite. Nach der Zerstörung einiger Gebäude durch Artilleriebeschuss kapitulierte die Stadt. Die britischen Truppen überquerten die Elbe in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945. Danach rückten sie nach Westen gegen die Dynamitfabrik Krümmel und Geesthacht vor, wo Kampfgas gelagert wurde. Nach Norden erreichten sie Lübeck am 2. Mai 1945.[7]

Lauenburg in Schleswig-Holstein

1951 wurde die neue Elbbrücke fertiggestellt. Am 12. März 1953 schoss eine sowjetische MiG-15 an der Elbe bei Lauenburg in Grenznähe zur DDR ein britisches Militärflugzeug ab.

Seit 1995 gehört Lauenburg zur Metropolregion Hamburg. Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Panorama

Politik

Bei den Kommunalwahlen 2013 erreichte die SPD 36,9 % und wurde entgegen dem Landestrend knapp stärkste Partei; während die CDU deutliche Verluste einfuhr, erreichte die erstmals angetretene Lauenburger Wählergemeinschaft auf Anhieb 10,3 % der Stimmen.

In der Stadtverordnetenversammlung ist die SPD mit 9 Sitzen, die CDU mit 8, die Grünen mit 3, die Lauenburger Wählergemeinschaft mit 2 und die FDP mit 1 Sitz vertreten.[8]

In der abgelaufenen Legislaturperiode belegte die CDU in der Stadtvertretung 10, die SPD 9 sowie die FDP und die Grünen je 2 Sitze.

2011 wurde mit 71,1 Prozent der Stimmen - bei einer Wahlbeteiligung von 48 Prozent - Andreas Thiede (CDU) zum Lauenburger Bürgermeister gewählt.

Gemeindewahlen in Lauenburg 2013
 %
40
30
20
10
0
36,7
36,9
10,9
5,1
10,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
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  -4
  -6
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-6,4
-0,8
-0,2
-3,0
+10,3
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Wappen

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit goldenem Tor in der Mauer und zwei spitz bedachten Zinnentürmen; zwischen ihnen schwebend ein gespaltener Schild: vorn in Silber ein halber roter Adler am Spalt, hinten neunmal geteilt von Schwarz und Gold, überdeckt mit schrägem, gebogenem grünen Rautenkranz.“[9]

Verwaltungsgemeinschaft

Lauenburg/Elbe führt im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft die Verwaltungsgeschäfte des Amts Lütau.

Städtepartnerschaften

Patenschaften

Am 5. Mai 1960 übernahm die Stadt Lauenburg die Patenschaft für den Tender Elbe der Bundesmarine. Mit Indienststellung des neuen Tenders Elbe im Jahre 1992 wurde diese Tradition fortgeführt.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Lauenburg/Elbe stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Die Stadt besitzt eine sehenswerte Altstadt. In der Nähe am Beginn des alten Stecknitz-Kanals befindet sich die Palmschleuse, die älteste erhaltene Kesselschleuse Deutschlands. Sehenswert ist auch die alte Maria-Magdalenen-Kirche, die etwa 1220 gegründet wurde und ein bedeutsames Baudenkmal aus dem 13. Jahrhundert darstellt. Auf dem Schlossberg finden sich die Überreste des Lauenburger Schlosses.

Wenn man den Ort auf dem nördlich der Elbe verlaufenden Wanderweg verlässt, kommt man nach einigen Minuten zu der ehemaligen Mündung der Möllner Schmelzwasserrinne in das Urstromtal der Elbe. Hier ragt der Rücken der Geest rund 68 m hoch über der Elbeniederung auf. Die Elbe hat hier im Laufe der Zeit ein hohes Steilufer herausgebildet.

In der Altstadt ist das Künstlerhaus Lauenburg angesiedelt, eine Internationale Stipendiatenstätte des Landes Schleswig-Holstein unter der Schirmherrschaft des Kultusministeriums. In den letzten 26 Jahren konnten ca. 120 Stipendien vergeben werden. Dem Künstlerhaus angeschlossen ist die Stadtgalerie Lauenburg im Hagenström, in der die Werkgaben der Stipendiaten ausgestellt bzw. zu lesen und zu hören sind.

In der Lauenburger Altstadt haben auch zahlreiche Künstler und Kunsthandwerker ihre Ateliers oder Ausstellungsräume wie z. B. Alexander Rantzau (Galerie Mex4art), Susanna Anthöfer, Fritz Schade oder Christian Kleinfeld.

Museen

Das Elbschiffahrtsmuseum widmet sich in einem historischen Gebäude der Lauenburger Unterstadt der Schifffahrt von oberhalb von Hamburg bis nach Böhmen.

Der Raddampfer Kaiser Wilhelm, gebaut in Dresden 1899/1900 gehört zu den letzten kohlebefeuerten in Deutschland. Unterhalten und betrieben wird er in ehrenamtlicher Arbeit vom Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtmuseums e. V.

Das höchste Wahrzeichen der Stadt ist das Mühlenmuseum Lauenburger Mühle von 1871/1873, eine Holländer-Galerie-Mühle. Von ihr hat man einen guten Überblick auf die Stadt sowie Mecklenburg und Niedersachsen. Die Herstellung vom Korn zum Mehl wird hier veranschaulicht.[11]

Im alten E-Werk an der Palmschleuse wurde 2012 ein Fahrradmuseum eröffnet.

Sport

Der größte Sportverein in Lauenburg ist die Lauenburger Sportvereinigung mit den Sportarten Badminton, Fußball, Handball, Schach, Turnen, Tischtennis und Spielmannszug. Die bekannteste, und auch ligatechnisch höchstplatzierte Mannschaft, ist die 1. Damen im Handball, die unter dem Namen Elbdiven in der Handball Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein spielt.

Die seit 1921 bestehende Ruder-Gesellschaft Lauenburg e. V. konnte in den 1960er Jahren Deutsche-, Europa- und Weltmeister stellen, sowie je eine olympische Gold- und Silbermedaille. Jüngst konnte ein Lauenburger im Schleswig-Holstein-Vierer Deutscher Juniorenmeister werden.

Friedhöfe

  • Am westlichen Ortsrand in einem Gehölz an der Bundesstraße 5 befindet sich eine Kriegsgräberstätte mit Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.
  • Der Friedhof Lauenburg an der Kreuzung zwischen B 5 und B 209 ist parkartig angelegt und wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Lauenburg unterhalten.

Kunst im öffentlichen Raum

Lauenburg verfügt über einen reichen Bestand an Kunst im öffentlichen Raum. Ein Dutzend zum Teil großformatige Arbeiten vorwiegend von norddeutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts aus Metall, Stein oder Keramik sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Besondere Bedeutung kommt dabei den Werken des Bildhauers und Plastikers Karlheinz Goedtke zu. Sein für die Stadt signifikantestes Werk, das zu den Wahrzeichen Lauenburgs gezählt wird, ist die Bronzefigur „Der Rufer“ auf dem Ruferplatz in der Elbstrasse. Diese wurde 1959 geschaffen und aufgestellt. Weitere Bronze-Plastiken dieses Künstlers stehen auf dem Platz vor der Post am Büchener Weg „Die Wartenden“ (1967), vor der Jugendherberge die Figur „Hans im Glück“ (1953) und vor der Albinus-Gemeinschaftsschule die Gruppe „Völkerverständigung“ (1964). Sie stellt symbolisch die Erdteile Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika dar. Außerdem befindet sich in der Stadt- und Schulbücherei am Weingarten ein farbiges Keramikrelief mit Bronzefigur des Künstlers, das ursprünglich 1959 für die Fassade der Weingartenschule geschaffen wurde.

Der Elmshorner Maler und Skulpteur Walter Arno ist in Lauenburg mit dem Metall-Relief „Geblähtes Segel“ (1986) vertreten, das auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes steht.

Vor dem Amtshaus auf dem Schlossberg befindet sich am so genannten Askanierblick die Bronzeplastik "Ich bin" (1995) von Edith Breckwoldt.

Neben dem Eingang zur Jugendherberge in der Zündholzfabrik steht die Skulptur "Die Streichhölzer" die in den 1990er Jahren von Stipendiaten des Künstlerhauses im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung geschaffen wurde.

Auf dem Lösch- und Ladeplatz steht die Grossplastik "Graniticum XV" des Büchener Künstlers Ludwig Vöpel in Form einer Stahl-Pyramide, die auf ihrer Spitze einen Granitfindling trägt. Der Untertitel der Skulptur lautet "Alter Schwede in Lauenburg", eine Anspielung auf die Herkunft des 56 Zentner schweren Findlings. Der Künstler sieht in der Kombination der Materialien Stahl und Granit ein "Symbol für Zeit und Ewigkeit".

Am Eingang zur Alten Wache befindet sich der Lauenburger Löwenbrunnen mit der Replik einer Löwenstatue, die um 1600 entstand. Der Löwe trägt das Wappen der Herzogin Maria, Ehefrau des lauenburgischen Herzogs Franz II. (1581 - 1619). Sie soll früher am Westtor der Stadt angebracht gewesen sein, das 1823 abgerissen wurde. Nach anderen Quellen stammt die Löwenstatue vom Askanierschloss. Nachdem das Original 2009 einem Akt von Vandalismus zum Opfer fiel, wurde es restauriert und steht heute im Schlossturm, während sich am Brunnen eine originalgetreue Replik befindet.[12]

Interglaziales Torflager

Aus dem Ende der letzten Zwischeneiszeit entstand am Oberstleutnantsweg am Elbkamp ein Torflager aus der Eem-Warmzeit.

Wirtschaft

Ansässige Unternehmen

Bildung

In Lauenburg gibt es eine Gemeinschaftsschule mit Förderschulzentrum und einer zum Abitur führenden Oberstufe, eine Grundschule und eine Fachschule für Altenpflege.

Verkehr

Über die am südöstlichen Ortsrand gelegene Elbbrücke Lauenburg verlaufen die Bundesstraße 209 und die Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg, an der Lauenburg einen Bahnhof hat.

Die in Ost-West-Richtung verlaufende Bundesstraße 5, die mitten durch den Ort führt, sorgt für einen stetigen Fluss an LKWs, die das Ortszentrum durchqueren. Zur Vermeidung der damit verbundenen Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung ist seit vielen Jahren eine Umgehungsstraße [13] geplant. Mit der Umsetzung des Vorhabens wurde jedoch bis heute nicht begonnen, da die Umgehungsstraße im Bundesverkehrswegeplan nicht als vordringlicher Bedarf eingestuft wurde.[14]

Linienbusse der VHH verbinden Lauenburg via Geesthacht mit Bergedorf und Hamburg.

Lauenburg liegt an einem Wasserstraßenkreuz. Die vorbeifließende Elbe verbindet die Nordsee und Hamburg mit den Ballungszentren Berlin, Magdeburg, Leipzig/Halle, Dresden, Prag. Der direkt im Stadtgebiet von der Elbe abzweigende Elbe-Lübeck-Kanal verbindet auf 62 km Länge die Elbe mit der Ostsee und dem Lübecker Hafen. Am Beginn des Kanals liegt gleich hinter der neuen, für die modernen Binnenschiffe ausgelegten Schleuse, der Hafen „Horster Damm“ sowie direkt an der Einmündung in die Elbe die Hitzler-Werft, eine regional wichtige Neubau- und Reparaturwerft. Drei Kilometer elbabwärts mündet der Elbe-Seitenkanal, der die Elbe mit den westdeutschen Kanälen und, wasserstandsunabhängig, mit Berlin verbindet

Lauenburg in der Literatur

Die Schriftstellerin Doris Runge schrieb während ihrer Stipendiaten-Zeit 1987/88 mehrere Gedichte über die Stadt und die Elbe.

lauenburg/elbe
der tag geht
verliert den strom
aus elbgrauenaugen
friedliches bild
wenn die stadt
mit durchtrennten
adern verblutet
zurückfällt in
tausendjährigen
schlaf

Der Hamburger Schriftsteller Carsten Klook, der 2009 ein halbes Jahr als Stipendiat im Künstlerhaus Lauenburg lebte und arbeitete, schrieb hier den Roman „Stadt unter“. Lauenburg dient darin als Kulisse für eine Krimihandlung.

In seinen 2013 erschienenen Lebenserinnerungen „Papa, wo kommst Du her?“ schildert der Lauenburger Fotograf und Lokaljournalist Horst Borutta seine Kriegsflucht als Jugendlicher von Masuren nach Lauenburg und widmet dem Leben in der Schifferstadt Ende der 1950er Jahre ein Kapitel.[15]

Der deutsche Autor Uwe Friesel schrieb 1983 einen Krimi mit dem Titel „Lauenburg-Connection“, in dem es um Drogenschmuggel über die Oberelbe bei Lauenburg nach Berlin geht.

Die ehemalige Literaturstipendiatin des Künstlerhauses Lauenburg Regine Kress-Fricke hat mehrere Erzählungen sowie einige Gedichte über Lauenburg geschrieben, die 2012 in dem Lyrikband „Ticken im eigenen Rhythmus“ im Pop-Verlag (Ludwigsburg) erschienen sind.

Lauenburg im Film

Im Jahr 2009 drehten die beiden Berliner Filmemacher David Betge und Urs Kind in Lauenburg den 50-minütigen Dokumentarfilm „Aber der Rest ist schön hier“, der im Januar 2010 in der Lauenburger Osterwold-Halle uraufgeführt wurde. Der Film wurde durch das Programm „Stärken vor Ort“ des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Im Original-60er-Jahre-Ambiente des Hotels „Bellevue“ wurden 2012 einige Szenen für den Kinofilm „Banklady“ von Christian Alvart mit Nadeshda Brennicke und Charly Hübner in den Hauptrollen gedreht. Die Hamburger Regisseurin und Autorin Claire Walka, Stipendiatin des Künstlerhauses Lauenburg 2010, drehte über das Hotel Bellevue einen Dokumentarfilm, der im Oktober 2014 bei den Nordischen Filmtagen in Kiel uraufgeführt wurde.

Der TV-Zweiteiler Die Sturmflut aus dem Jahr 2006, der die Geschichte der Hamburger Sturmflut vom 16. Februar 1962 erzählt, wurde zum Teil in Lauenburg gedreht, u. a. in der Gaststätte und Pension „Zum Anker“ am Hafen, wo sich ein Hafen-Ambiente der 1960er Jahre erhalten hat, das man so in Hamburg nicht mehr findet.

Im Jahr 1968 drehte Wolfdietrich Schnurre in Lauenburg eine Fernsehverfilmung der Novelle Pole Poppenspäler von Theodor Storm u.a. mit Walter Richter, Gerda Gmelin, Bruno Vahl-Berg und Joachim Wolff (Schauspieler).

Für den deutschen Stummfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau wurden in der Altstadt von Lauenburg einige Außenaufnahmen am Elbufer gedreht.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstige Persönlichkeiten

  • Christian Friedrich Ludwig Albinus (1771–1837), Zollbeamter, Justizrat, Mäzen und Philanthrop, gründete eine Spar- und Leihe-Casse im Herzogtum Lauenburg sowie eine Gewerbe- und Realschule.
  • Wilfried Baasner (1940–2006), deutscher Schauspieler, verbrachte Kindheit und Jugend in Lauenburg.
  • Heinrich Burmester (1839–1889), niederdeutscher Schriftsteller. Lebte in den 1880er Jahren bis zu seinem Freitod in Lauenburg als Filzpantoffelmacher.
  • Julius Hackethal (1921–1997) arbeitete von 1965 bis 1974 im Städtischen Krankenhaus Lauenburg.
  • Fritz Hock (* 1972), Holzbildhauer, lebt seit 2011 in Lauenburg.
  • Naira Khachatryan (* 1972), armenische Pianistin und Komponistin, lebt seit 2015 in Lauenburg
  • Markus Matthießen (* 1973), schleswig-holsteinischer Politiker, 2009 bis 2012 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Lauenburg-Süd
  • Alexander Rantzau (* 1960), Maler und Keramiker, lebt seit 1988 in Lauenburg und betreibt dort die Galerie mex4art.

Literatur

  • Boehart, William : Lauenburg . Sutton, Erfurt 2000, ISBN 3-89702-210-9
  • William Boehart, Heinz Bohlmann, Cordula Bornefeld, Christian Lopau: Zwischen Stillstand und Wandel: der besondere Weg des Kreises Herzogtum Lauenburg in die Moderne. Hrsg.: William Boehart … im Auftr. des Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg e. V., Viebranz, Schwarzenbek 2001, ISBN 3-921595-33-9
  • Chronik der Stadt Lauenburg/Elbe herausgegeben vom Magistrat der Stadt, WETA-Druck, Lauenburg 1993
  • Kleinfeld, Martin: Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Lauenburg/Elbe vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2000 (Schriftenreihe Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit; Band 17), ISBN 3-8300-0188-6
  • von Kobbe, Peter: Geschichte und Landesbeschreibung des Herzogthums Lauenburg, Altona 1837
  • Lammert, Friedrich: Die älteste Geschichte des Landes Lauenburg: von den Anfängen bis zum Siege bei Bornhöved. Lauenburgischer Heimatverlag, Ratzeburg 1933
  • von Meding, Wichmann: Stadt ohne Land am Fluß: 800 Jahre europäische Kleinstadt Lauenburg. Lang, Frankfurt am Main (u. a.) 2007, ISBN 978-3-631-55963-5
  • von Meding, Wichmann: Lauenburg - Zur Geschichte des Ortes, Amtes, Herzogtums : … . Lang, Frankfurt am Main (u. a.) 2008, ISBN 978-3-631-57193-4
  • Opitz, Eckardt (2009): 800 Jahre Lauenburg ? Kritische Anmerkungen zur Stadtrechtsverleihung 1209, in: Lauenburgische Heimat. Zeitschrift des Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg, Bd. 181, Ratzeburg 2009, S. 3–15.

Weblinks

 Commons: Lauenburg/Elbe  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lauenburg – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Weiße, Christian Ernst: Geschichte der Chursächsischen Staaten, Bd. 2, Leipzig 1803, S. 206 und 207.
  3. Opitz, Eckardt (2009): 800 Jahre Lauenburg ? Kritische Anmerkungen zur Stadtrechtsverleihung 1209, in: Lauenburgische Heimat. Zeitschrift des Heimatbund und Geschichtsvereins Herzogtum Lauenburg, Bd. 181, Ratzeburg 2009, S. 3–15.
  4. Hans-Georg Kaack: Ratzeburg: Geschichte einer Inselstadt, Wachholtz, Neumünster 1987, ISBN 3-529-02683-2
  5. S. Hirzel, etc.: Forschungen zur deutschen Landeskunde, Deutsche Akademie für Landeskunde; Leipzig etc 1940
  6. William Boehard und Carsten M. Walczok: Gefecht von Lauenburg 1813. Faltblatt von 2010
  7. 1945: Wie Lübeck dem Endkampf entging. In: Lübecker Nachrichten vom 8. Mai 2010, S. 3.
  8. Stadt Lauenburg/Elbe - Amt Lütau
  9. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  10. Patenschiff "Tender Elbe" . Website der Stadt Lauenburg (Elbe). Abgerufen am 18. Juli 2011.
  11. Mühlenmuseum, aufgerufen am 26. April 2010
  12. http://www.bergedorfer-zeitung.de/lauenburg/article156954/Lauenburger-Loewe-gibt-sich-geheimnisvoll.html
  13. http://www.bergedorfer-zeitung.de/lauenburg/article20974/Neuer_Denkansatz_zur_Ortsumgehung.html
  14. http://www.bergedorfer-zeitung.de/lauenburg/article14727/Kommt_die_Umgehungsstrasse_doch.html
  15. http://www.bergedorfer-zeitung.de/lauenburg/article119132984/Wirren-des-Krieges-und-die-Flucht-bis-Lauenburg.html

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