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Laubegast


Dieser Artikel beschreibt den Dresdner Stadtteil Laubegast. Für das Schiff mit dem gleichen Namen, siehe Krippen (Schiff, 1912).
Laubegast
mit Alttolkewitz

Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 62 von Dresden
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Höhe 116 m ü. NN
Fläche 2,41 km²
Einwohner 12.015 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 4985 Einwohner/km²
Postleitzahl 01279
Vorwahl 0351
Website www.dresden.de
Ortsamtsbereich Leuben
Verkehrsanbindung
Straßenbahn 4, 6
Bus 86

Laubegast ist ein Stadtteil von Dresden. Der zum Ortsamtsbereich Leuben gehörige Stadtteil liegt direkt am Ufer der Elbe nahe der Schiffswerft Laubegast. Der Ort wurde im Jahre 1408 erstmals urkundlich erwähnt. Laubegast war zu dieser Zeit ein Fischerdorf. 1921 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Dresden. Wie in vielen anderen Stadt- und Ortsteilen Dresdens entlang der Elbe blieb auch in Laubegast der dörfliche und kleinstädtische Charakter erhalten. Laubegast liegt in der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal. Laubegast ist mit den Linien 4 und 6 der städtischen Straßenbahn sowie der Buslinie 86 erreichbar. Mit dem ÖPNV erreicht man die Stadtmitte von Dresden in 30 Minuten.

Geschichte

„Ich weiß ein Dörfchen klein und fein, gleich an der Elbe Strand, Voll Vogelsang und Sonnenschein, ein wahres Blumenland ...“ So beginnt das Lied „Mein Laubegast“, dessen Text um 1900 von Max Bewer geschrieben und durch Otto Schmidt vertont wurde. Erst vor kurzer Zeit für die Öffentlichkeit neu entdeckt, wird das Lied bei Liederabenden und beim Laubegaster Inselfest zelebriert.

Im Jahr 1408 wird Laubegast – damals „Lubegast“ – erstmals urkundlich erwähnt. 1501 begegnen wir in den Dokumenten dem „Fehre“, dem Fährmann, wobei man davon ausgehen kann, dass die Fähre bereits länger bestand. 1856 wird die Kahnfähre durch eine Gierseilfähre ersetzt, die bis 1969 die Verbindung zwischen den Ufern aufrechterhält. Danach übernimmt die freifahrende Motorfähre „Laubegast“ diese Aufgabe, bis 1992 der Betrieb trotz Protesten der Einwohner eingestellt wird.

Die Bewohner des kleinen Örtchens verdienten vor allem als Bauern, Handwerker, Fischer, Schiffszieher, Strohflechter oder Zwirner ihr Brot. Laubegaster Zwirn genoss in ganz Sachsen einen guten Ruf und wurde auch auf der Leipziger Messe angeboten.

Die landschaftlich schöne Lage an der Elbe zog jedoch auch viele Stadtbewohner an, die ihr Vermögen nutzten, um ein Landgut zu bauen. Der katholische Bischof Ignaz Bernhard Mauermann hatte hier seinen Landsitz von 1824–1841. Später errichtete der Chemnitzer „Lokomotiven-König“ Richard Hartmann auf dem Grundstück seine Residenz. Die „Hartmannsche Villa“ ist heute eine Sehenswürdigkeit. Die Malereien im Haus werden der Werkstatt von Wilhelm Andreas Schaberschul zugeschrieben, die auch Raumdekorationen in der Semperoper ausführte. Vor dem Wiederaufbau der Oper studierten deshalb Restauratoren in der Laubegaster Villa Motive und Farbzusammensetzungen.

Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Gärtnereien in Laubegast an. Die bekanntesten Unternehmen waren die Gärtnerei Seidel und die Baumschule Poscharsky. Zu DDR-Zeiten existierten, neben dem VEG Saatgut Zierpflanzen Dresden, noch einige kleinere Gärtnereien. Nach der Wende wurden die meisten Gärtnereien geschlossen und deren Flächen bebaut.

Als erste Schule wurde 1836 das noch heute erhaltene und als Gaststätte „Forsthaus“ genutzte Gebäude eingerichtet. Im Jahr 1863 entstand die zweite, 1883 die dritte Schule. Heute ist dort die 64. Mittelschule untergebracht. Bekannteste Schülerin war Melli Beese (1886–1925), die erste Motorfliegerin Deutschlands. Als vierter Schulbau entstand Anfang der 1970er-Jahre die 95. POS, welche ab 1985 den Namen "Wladimir Iljitsch Lenin" trug und heute als 95. Grundschule „Caroline Neuber“ existiert.

1897/98 wurde die Schiffswerft Blasewitz nach Laubegast verlegt. Zu DDR-Zeiten verstaatlicht, kam sie nach 1989 zuerst in treuhänderischen, dann in Privatbesitz. Durch rückläufige Aufträge hatte das Unternehmen jedoch Finanzschwierigkeiten, so dass Anfang 2000 der Insolvenzantrag als letzter Ausweg blieb. Mitte 2000 wurde durch Dresdner Investoren die Schiffswerft Laubegast AG gegründet, die sich auf die Reparatur von Binnenschiffen und den Neubau von Fähren spezialisiert hat.

Der Gastwirt Otto Engau ließ 1908 in Laubegast einen Bismarck-Ehrengarten anlegen, der überregionale Bekanntheit erlangte.

Liest man Berichte über Laubegast, kommt man an der Neuberin, „der Mutter der deutschen Schauspielkunst“, nicht vorbei. Caroline Neuber fiel auf „durch die besondere Anmut und Natürlichkeit ihres Spiels“. Sie legte Wert auf einen „geordneten Lebenswandel“ und Zielstrebigkeit und verhalf damit der Schauspielerzunft, die meist verachtet wurde, zu mehr Ansehen. Die Neuberin bemühte sich zusammen mit Johann Christoph Gottsched um eine „moralisch-deutsche Schaubühne“, die nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Erziehung dienen sollte. Am Ende ihres Lebens wohnte sie in Dresden, musste aber die Stadt nach Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg verlassen. Sie flüchtete nach Laubegast und wurde so 1760 bis zu ihrem Tod knapp fünf Monate zur „Laubegasterin“. Bereits 1776 stifteten Verehrer ihrer Kunst ein Denkmal. Der 1852 erneuerte Gedenkstein ist heute noch zu bewundern.

1921 wurde Laubegast nach Dresden eingemeindet und entwickelte sich verstärkt zum Wohnort für Arbeiter und Angestellte.

Zwischen 1971 und 1973 entstand im Westteil ein kleines Wohngebiet, das vorhandene Lücken schloss. Neben den 12 Wohnblöcken (Reichenhaller Str., Donathstraße, Hallstätter Str., Salzburger Str., Steirische Str., Burgenlandstraße, Brünner Str. und Berchtesgadener Str.), Fünfgeschosser vom Typ IW 65, errichtete man eine Schule (95. POS, Bautyp „Dresden Atrium“), eine Kinderkombination (beide auf der Donathstraße), eine Konsum-Kaufhalle (Brünner Straße) und ein Heizhaus (Donathstraße). Das Heizhaus diente aber nur zur Beheizung der öffentlichen Gebäude, die Wohnblöcke wurden bis etwa 1995 per Ofenfeuerung beheizt. Ab 1992 entstand zwischen Salzburger Straße und Tauernstraße, auf dem Gelände des ehemaligen VEG Saatzucht Zierpflanzen Dresden, der Wohnpark „Solitude“. 1994 wurde, an der neu angelegten Melli-Beese-Straße, mit dem Bau des Wohnparks „Lindenpark“ begonnen.

Die Gründung einer eigenen Kirchgemeinde erfolgte in den 90er Jahren, bis dato war man Teil der Himmelfahrtskirche in Leuben.

Gegenwart

Beim Elbhochwasser im August 2002 wurden große Teile des Stadtteils überschwemmt. Da die Elbe einen alten Flussarm überflutete, war Laubegast vom Rest Dresdens von Straßen vollständig abgeschnitten und nur noch per Boot erreichbar. Seitdem arbeitet man an Planungen für den Hochwasserschutz des Stadtteils.[1] Im Gedenken an die Flut und die Helfer feiert Laubegast jeden Sommer im August das Inselfest.

Berühmte Laubegaster

Panorama

Sonstiges

Bei einer repräsentativen Stadtteilumfrage im Jahr 2008, an der sich 11.129 Dresdner beteiligten, schnitt Laubegast hinsichtlich der „gefühlten Lebensqualität“ am besten ab. 61 Prozent der Bewohner des Stadtteils bewerteten die Qualität ihrer Wohngegend mit der Note 1, so viel wie in keinem anderen Dresdner Stadtteil.[2][3]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Laubegast  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. dresden.de: Leben mit dem Fluss – Beteiligungsprozess Laubegast
  2. Das sind Dresdens beste Stadtteile in: Sächsische Zeitung vom 11. Oktober 2008
  3. Laubegaster lieben ihr Kleinod an der Elbe in: Sächsische Zeitung vom 11. Oktober 2008

Kategorien: Stadtteil (Dresden) | Ehemalige Gemeinde (Dresden) | Ort an der Elbe

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Laubegast (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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